Vater Unser 10
Lugar/Ort:Camarero

Fecha/Datum:10/06/1956
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Meroú, 9. September 1956
Hernandarias, 24. Juni 1956
Vizcacheras, 24. Juni 1956
Aldea Protestante, 2. Sepotemner 1956
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:2. Sonntag nach Trinitatis
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Matthäus 6, 13
Skopus: Führe uns nicht in Versuchung
Das Vaterunser 10 - Matthäus 6, 13
"Darum sollt ihr also beten: Und führe uns nicht in
Versuchung."

In dieser Bitte des Vaterunsers erleben wir einen Kampf
zwischen 2 Welten, einem Kampf, in dem wir mitten drin
stehen.
Das Reich des Widersachers Gottes ist durch Jesus Christsu
besiegt. Schon bei der Versuchungsgeschichte Jesu heisst es
zum Schluss:
"Hebe dich weg von mir, Satan!"
Und als Jesus am Kreuz auf Golgatha hing und ausrief: "Es
ist vollbracht,"
da bekannte er damit, dass sein Kampf gegen das Reich des
Bösen beendet sei, Satan liegt zerschmettert am Boden.
Allerdings wissen wir, dass diesem Widersacher oder auch
Teufel genannt, noch eine Frist von Gott gesetzt worden ist,
in der er versuchen kann, auf dieser Erde seine Maximen
durchzusetzen, bis Jesus Christus zum zweiten Male kommt, um
ihn endgültig zu vernichten.
Nun hat dieser Teufel in der ihm gesetzten Zeit, in der er
noch wúten kann, eigentlich keine Zeit mehr, sondern er
setzt alles daran, um auf dieser Erde die Herrschaft Christi
in seiner Kirche, in seiner Gemeinde, zu zerstören. Darum
ist die Kirche Jesu Christi, darum sind wir Christen, in
einer ganz besonderen Weise das Angriffsziel des Bösen.
Meinen wir nur nicht, dass er besonders in der sogenannten
"bösen" Welt an der Arbeit ist; nein, sein ganzes Augenmerk
geht auf die Kirche Jesu Christi, um sie zu zerstören;
seinen Hauptangriff führt er gegen die, die zu diesem Jesus
Christus gehören. Er versucht, sie von ihrem Herrn
abzubringen, damit sie vor ihm niederfallen und ihn anbeten.
Und je mehr es auf das Ende zugeht, auf das Ende dieser
vergänglichen Welt, desto weniger hat der Teufel Zeit zur
Verfügung und desto eifriger ist er mit seinen Gesellen an
der Arbeit, den Kampf gegen Jesus Christus zu führen, indem
er seine Kirche angreift.
Wir eilen immer näher dem Ende entgegen, der Kampf gegen die
Kirche, gegen die Gemeinde Jesu Christi, wird immer stärker.
Wir haben es hier noch einigermassen ruhig, wer weiss aber,
wie es morgen sein wird? Vielleicht schauen wir uns einmal
um, wie es mit der Kirche des Herrn in der weiten Welt
aussieht. In Russland, in China und in Osteuropa, versucht
der Kommunismus die Kirche restlos zu beseitigen. In Afrika
erwacht bei der farbigen Bevölkerung ein neuer Nationalismus
und mit diesem Nationalismus erklingt der Ruf: Wir wollen
wieder unsere alten Stammesgötter haben und anbeten, wir
brauchen den Gott der Weissen nicht.
In Deutschland haben wir es ja erleben müssen, wie der
Nationalsozialismus den Kampf gegen die Kirche führte. Wie
selten zuvor erhebt der Mohammedanismus in den arabischen
Ländern das Haupt, auf dessen Fahne an erster Stelle steht,
nieder mit der christlichen Kirche, nieder mit dem falschen
Propheten Jesus von Nazareth. Und in den Kirchen des Westens
stehen wir im Kampf gegen die furchtbaren Angriffe des
Widersachers mitten in den Kirchen. Statt der einen und und
wahren christlichen Kirche sehen wir viele Abspaltungen, in
denen man sich gegenseitig bekämpft, nicht gerechnet die
unzähligen falschen Propheten und Sekten.
Wahrlich, ein Zeichen dafür, dass das Reich der Finsternis
zum Grossangriff gegen die christliche Kirche angetreten
ist. Und wieviel Lauheit und Gleichgültigkeit herrscht
mitten unter uns.
Es gilt schon das Wort des Apostels Johannes:
"Kinder, Kinder, es ist letzte Zeit."
Die Kämpfe gegen die Kirche, gegen die Gemeinde des Herrn,
werden aber noch immer stärker und grösser, das Schlimmste
steht uns noch bevor.
Der Widersacher und seine Mitarbeiter nutzen die ihnen
gesetzte Zeit wirklich bis zur letzten Minute aus.
Sollte es da uns, die wir zur Kirche gehören, nicht angst
und bange werden? Werden wir als Gemeinde standhalten,
werden wir als Christen durchhalten, oder werden wir, wie
schon viele anderen, von Jesus Christus abfallen und vor dem
Widersacher niederfallen und ihm gehorchen und ihn anbeten?
Gottes Wort sagt uns klar und deutlich, wer aber in diesen
Kämpfen ausharrt bis ans Ende, der wird selig werden.
Eigentlich brauchten wir uns auch in diesen Kämpfen vor
Teufel, Hölle und Tod nicht zu fürchten, denn unser Herr ist
auf alle Fälle stärker als sie alle und es gilt in allen
diesen Kämpfen auch heute noch: Der Widersacher ist schon
bereits besiegt, Jesus Christus allein ist Sieger geblieben.
Das Toben und Wüten des Widersachers und seiner Gesellen
zeigen an, dass ihnen wirklich bis zur endgültigen
Vernichtung nur noch kurze Zeit bleibt und dann gibt es
keinen Teufel und keinen Tod mehr.
Wer bei Jesus Christus steht, kann alle finsteren und bösen
Máchten widerstehen.
Allerdings weiss Jesus Christus auch, wie schwach und
wankelmütig wir oft sind und er vergisst ebenfalls nicht,
wie furchtbar und grausam der Widersacher arbeitet und dass
dabei unser ganzes Heil in Gefahr kommen kann, das er für
uns durch sein Leiden und Sterben erworben hat.
Darum erlaubt er uns, dass wir seinen Vater im Himmel
bitten, er möchte uns vor solchen Grausamkeiten und
entsetzlichen Anfechtungen bewahren, in denen unser Heil und
unsere Seligkeit verlorengehen kann und wir auf der Seite
des Widersachers stehen:
"Führe uns, Vater im Himmel, nicht in Versuchung."

"6.Bitte
Und führe uns nicht in Versuchung.
Was ist das?
Unser Vater im Himmel versucht zwar niemanden, aber wir
bitten in diesem Gebet, dass er uns wolle behüten und
erhalten, auf dass uns der Teufel, die Welt und unser
Fleisch nicht betrüge und verführe in Missglauben,
Verzweiflung und andere grosse Schande und Laster
und ob wir auch damit angefochten würden, auf dass wir doch
endlich gewinnen und den Sieg behalten."