Vater Unser 03
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:03/07/1955
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Meroú, 21. August 1955
Hernandarias, 28. August 1955
Vizcacheras, 28. Aufgust 1955
Camarero, 11. September 1955
Alcaracito 3o, 29. Juli 1956
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:4. Sonntag nach Trinitatis
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Matthäus 6, 9
Skopus: Gottes heiliger Name
Das Vaterunser 3 Matthäus 6, 9

"Darum sollt ihr also beten: Dein Name werde geheiligt."
Wenn wir bei einer amtlichen Dienststelle eine Bitte
vortragen wollen, dann ist es immer gut, den Namen des
Beamten zu wissen, der die Dinge bearbeitet, um die wir
bitten wollen. Es könnte uns sonst passieren, dass wir von
einem Zimmer ins andere geschickt werden und keiner kann
oder will unsere Bitte annehmen oder bearbeiten.
Wie froh und glücklich sind wir dann, wenn uns jemand sagt:
Gerade diese Angelegenheit wird auf Zimmer 25 von Herrn
Friedrich bearbeitet. Dann hat nämlich unser Fragen und
unser Suchen ein Ende; wir wissen dann genau, wohin wir uns
wenden müssen.
Nun werden wir durch die Heilige Schrift aufgefordert, zu
Gott zu kommen, ihm zu danken und zu loben und ihm unsere
Bitten vorzutragen.
Allerdings ist es in unserer heutige Zeit so, dass durch
menschliche Hirngespinste, durch menschlichen Hochmut, alles
Mögliche als Gott bezeichnet wird; alles was wir Menschen
nicht verstehen oder begreifen kónnen, nennen wir einfach
GOTT.
Als vor vielen vielen Jahren die Menschen nicht verstanden,
was Sonne, Mond und Sterne für eine Bedeutung haben, da
nannten sie diese Erscheinungen einfach Gott.
Der Religionsstifter Buddha in Indien hatte vor 2 1/2
tausend Jahren einen Traum, in dem ihm irgendeine
Erscheinung etwas sagte. Er wusste es nicht zu erklären und
nannte darum das angebliche Wesen, das mit ihm im Traum
sprach: Gott.
Alle Philosophen aller Zeiten nennen das, worüber sie nichts
aussagen konnten Gott, oder einfach Herrgott.
Adolf Hitler in Deutschland in seinem verbrecherischen
Handeln bezeichnete das deutsche Blut, das in den Adern der
Deutschen fliesst als die einzige und wahre Gottheit.
Sollte einer unter uns versuchen, alles das, was Menschen
bisher Gott genannt haben, in ein Buch einzutragen, dann
würde er vielleicht ein dickes Buch voller Götter und
Gottheiten bekommen.
Zu welchem Gott also sollen wir kommen? So könnte man dann
mir Recht fragen.
Aber das ist ja das Herrliche unseres christlichen Glaubens,
dass wir diese verschiedensten Götter nicht brauchen,
Götter, die nur menschliche Einbildungen und Gedanken
erschaffen haben. Es sind selbstgemachte Götzen, wie die aus
Holz und Stein.
Wir Christen kennen den einen und wahren Gott, der Himmel
und Erde geschaffen hat, der nur allein Gott ist und nur
allein als Gott angebetet werden kann; zu dem wir allein
kommen und ihn um Hilfe anflehen können.
Woher wissen wir den Namen dieses einen und wahren Gottes?
Nicht durch unsre Träume, auch nicht durch unsere
Gedankenspekulationen, sondern dadurch, dass Gott selbst uns
seinen Namen gegeben hat, damit wir nicht von einer
Götzentür zur anderen laufen müssen, sondern ganz genau
wissen, wer der ist, an den wir uns wenden können, dürfen
und sollen, der einmal gesagt hat, als man ihn auch unter
die Götzenreihe stellen wollte:
"Ich bin der Ich bin."
Wir sagten es schon in der letzten Predigt, dass es dieser
eine und wahre Gott ist, der uns seinen Namen gegeben hat::
"Vater unser im Himmel."
Dann hat der eine und wahre Gott uns noch einmal seinen
Namen genannt, einen Namen, den wir alle kennen; einen
Namen, von dem wir wissen, dass unser Heil und unsere
Seligkeit in ihm beschlossen liegt. Wenn wir diesen Namen
hören, dann wissen wir, dass in diesem Namen sich Gott so
zeigt, wie er zu uns Menschen ist. In diesem Namen Gottes
soll und klar und deutlich bezeugt werden, dass dieser
allmächtige und wahrhaftige Gott uns so liebt, wie wir noch
von keinem Menschen auf dieser Erde geliebt worden sind und
auch in aller Zukunft von nirgend anderem geliebt werden. Es
ist der Name Gottes, von dem der Apostel Paulus bekennt:
"Es ist in keinem anderen Heil, ist auch kein anderer Name
unter dem Himmel den Menschen gegeben, darin wir sollen
selig werden, als allein der Name unseres Herrn JESUS
CHRISTUS."
Jesus Christus ist der einzigartige Name Gottes, in dem er
seine grosse Liebe unter uns Wirklichkeit werden lässt.
Jesus Christus ist die Tür, ja, die einzige Tür, durch die
wir Zugang zu Gott finden. Wer meint, an diesem Namen Jesus
Christus vorbeigehen zu können, der wird niemals den Zugang
zu Gott finden, der wird zu irgendwelchen von Menschen
erdachten oder gemachten Götzen kommen, aber nicht zu dem
einen und wahren Gott, der uns allein helfen kann.
Um diesen herrlichen Namen Gottes geht es, wenn wir
aufgefordert werden, zu beten:
"Dein Name werde geheiligt."
Der Name des Gottes, der uns in seinem Sohn Jesus Christus
so unaussprechlich geliebt hat und heute noch liebt, soll
geheiligt werden; darum bitten wir im Vaterunser.
Vielleicht wird es leichter, zu verstehen, was "geheiligt"
heisst, wenn wir dafür das Wort "verherrlicht" setzen.
Der Name Gottes: JESUS CHRISTUS, unser Heiland, soll vor der
ganzen Welt verherrlicht werden, und zwar durch uns. Die
Bitte:
"Geheiligt werde dein Name."
kann also auch so ausgedrückt werden:
"Der Name Jesus Christus werde durch uns vor der ganzen Welt
verherrlicht."
Eigentlich hätte Jesus Christus es nicht nötig, durch uns
verherrlicht und geheiligt zu werden, denn dieser Name ist
allein schon dadurch ein herrlicher Name, dass er der Name
unseres Gottes ist.
Aber ist Gottes gnädiger Wille, dass er uns Menschen
mithelfen lassen möchte, dass sein Name durch uns vor aller
Welt bekannt und verherrlicht werde. Es soll mit unserer
Mithilfe geschehen, dass sich
"in dem Namen Jesus Christus beugen sollen aller derer Knie,
die im Himmel und auf Erden sind."
Indem wir bitten:
"Geheiligt werde dein Name."
bitten wir Gott: Herr, mache uns auch willig, deinen Namen
vor aller Welt bekanntzumachen und zu bezeugen, dass es der
Name ist, der über alle Namen ist; dass es der einzige und
wahrhaftige Name ist, der über alle anderen Namen ist, der
einzige und wirkliche Name des Gottes, der uns geschaffen
hat und die einzige Tür, um zu ihm zu gelangen.
Wodurch können wir diesen Namen unter uns verherrlichen?
Diese Verherrlichung durch uns geschieht dadurch, dass wir
diesen Namen in unserem eigenen Leben eifrig benutzen; dass
wir oft, sehr oft, immer und immer wieder unsere Hände
falten und durch die Tür gehen, die direkt zu Gott führt.
Mögen auch die Dienststuben und Büros in der weiten Welt die
meiste Zeit des Tages geschlossen sein, die Tür zu Gott
bleibt geöffnet, immer geöffnet.
Nun lasst uns die geöffnete Tür zu Gott auch fleissig
benutzen, denn das steht fest, niemals werden wir wieder
zurückkommen, ohne dass unsere leeren Hände von Gott gefüllt
worden sind.
Wir können den Namen Gottes heiligen und verherrlichen,
indem wir ihn immer aufs neue benutzen, um mit Gott zu
sprechen und ihn zu bitten um alles, was uns Not macht.
Diese Verherrlichung des Namens Gottes geschieht aber auch
dadurch, dass wir in unserer Familie, in unserer
Verwandtschaft und Freundschaft, auf diese offene Tür
aufmerksam machen und mit ihnen durch diese Tür zu Gott
gehen.
Wenn wir beten:
"Dein Name werde geheiligt,"
dann beten wir damit: Herr, mache uns willig, vor der ganzen
Welt deinen herrlichen Namen zu bezeugen und auch andere
einzuladen, mit uns diese Tür zu Gott zu benutzen.
Gottes heiliger Name wird von uns noch dadurch verherrlicht,
dass wir diesen Namen nicht missbrauchen, sondern ihn achten
als einmalige grosse Möglichkeit unseres Lebens.
Den Namen Gottes verherrlichen heisst, diesen Namen nicht
dann in den Mund zu nehmen, wenn wir gar nicht mit ihm
sprechen wollen. Wie oft wird der Name Gottes unter uns
ausgesprochen in allen möglichen und unmöglichen
Redewendungen, wie z.B.: Ach Gott; mein Gott; ach, du lieber
Gott; o Herr Jesus, aber wir wollen gar nichts von diesem
unserem Gott. Wir sprechen diesen Namen nur achtlos aus.
Wundern wir uns aber dann nicht, wenn Gott uns einmal nicht
hört, wenn es wirklich darum geht, ihm unsere Not zu sagen.
Gottes heiliger Name darf nicht missbraucht werden. Vor
allen Dingen darf mit diesem Namen nicht geflucht,
gezaubert, gelogen und betrogen werden.
Nein, nein, täuschen wir uns nicht! Es ist unmöglich, das zu
sagen, was mir eine Frau, die Mutter eines Konfirmanden,
gesagt hatte, als ich sie in ihrer Wohnung beim KARTENLEGEN
überraschte: Ich tue das alles doch im Namen Gottes.
Hüten wir uns davor, den Namen Gottes zu solchen
Machenschaften zu benutzen. Hüten wir uns davor, unsere
Kinder zu bestimmten Frauen zu bringen, damit sie besprochen
werden, vielleicht noch im Namen Gottes. Gottes herrlicher
und heiliger Name hat mit solchen dunklen Machenschaften
wirklich nichts zu tun.
Indem wir beten:
"Dein Name werde geheiligt,"
bitten wir: Herr Jesus Christus, bewahre uns davor, deinen
herrlichen Namen auf diese Art und Weise in den Schmutz zu
treten.

"Geheiligt werde dein Name.
Gottes Name ist zwar an sich selbst heilig, aber wir bitten
in diesem Gebet, dass er auch bei uns heilig werde.
Wie geschieht das?
Wo das Wort Gottes lauter und rein gelehret wird und wir
auch heilig als die Kinder Gottes danach leben: Das hilf
uns, lieber Vater im Himmel. Wer aber anders lehret und
lebet, denn das Wort Gottes lehret, der entheiligt unter uns
den Namen Gottes, davor
behüte uns himmlischer Vater."