Sermones Varios 09
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Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Zur Vorbereitung einer Predigt
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Kolosser 4, 2-6 - Colosenses 4: 2-6
Skopus:
Varias 9 -Kolosser 4,2-6
(Zur Vorbereitung einer Prdigt.)
"Haltet an am Gebet und wachet in demselben mit Danksagung;
und betet zugleich auch für uns, auf daß Gott uns eine Tür
des Wortes auftue, zu reden das Geheimnis Christi, darum ich
auch gebunden bin, auf daß ich es offenbare, wie ich soll
reden. Wandelt weise gegen die, die draußen sind, und kaufet
die Zeit aus. Eure Rede sei allezeit lieblich und mit Salz
gewürzt, daß ihr wisset, wie ihr einem jeglichen antworten
sollt."

Zwei wichtige Beobachtungen könnten uns einen sehr guten
Zugang zu diesem Text und damit zu einer aktuellen
dynamischen Predigt über ihn finden lassen. Vorausetzung ist
allerdings, daß wir diese beiden Beobachtungen für uns als
bindend anerkennen.
Die eine liegt in dem paulinischen Verständnis von GEBET.
Das Gebet wird nicht nur verstanden als ein bestimmt
geplantes Gespräch mit Gott, sondern als das vor Gott
gelebte Leben eines Christen in seiner ganzen
Vielfältigkeit. So hat es meines Erachtens zu Recht Ernst
Lohmeyer in seinem Kommentar verstanden.
Durch die 2. Beobachtung bekommt der ganze Text eine noch
sich weiter steigende Dynamik.
In seinem Predigen, Tun und Handeln, in seinem Mahnen und
Leiden weiß sich der Apostel Paulus gebunden an seinen Herrn
Jesus Christus, der der Herr der Zukunft ist, der kommt, der
einen neuen Morgen heraufführen wird. Für Paulus ist der
christliche Glaube keine aussichtslose Sache, sondern eine,
die Zukunft hat, eine, die sich lohnt, um aller Menschen
willen.
Für diesen Herrn der Zukunft, für diese Zukunft
einzyutreten, lohnt den ganzen Einsatz. Dabei ist der Fehler
zu vermeiden, als ob es dabei nur um Religion ginge. Nein,
diese Zukunft umfaßt alle Bereiche unseres Lebens.
In diesem Einsatz für eine neue Zukunft, die durch Jesus
Christus bereits begonnen hat, in Kirche, Gesellschaft und
Politik, darf dafür unser Dank zum Ausdruck gebracht werden,
daß durch diesen Herrn uns eine Zukunft ermöglicht wird, die
das zur Wirklichkeit bringt, wozu Gott unsere Welt und uns
geschaffen hat und die durch uns durcheinander geraten ist
und eine Menschheit ohne Zukunft wurde, die einem Ende mit
Schrecken entgegengeht.
Und in dem Einsatz als Christen haben wir die nicht zu
vergessen, die an dem Offenbarmachen der einzigmöglichen
Hilfe, Jesus Christus, als die Hoffnung für die Welt
gehindert werden. Allerdings geht es dabei nicht so sehr
darum, daß der, der in dem Dienste dieses Christus steht,
von der gegenwärtigten Bedrängung und Behinderung um seiner
selbst willen befreit wird, sondern daß durch die Befreiung
der Machtanspruch des Herrn und die große Zukunftsaussicht
durch ihn der ganzen Welt veröffentlicht wird, daß immer
mehr mit ihm an der Gestaltung eines neuen Morgens sich
bereit finden, damit die Zukunft, die dieser Herr uns
gegeben hat, sich verwirklichen kann.
Paulus folgert weiter, wenn ihr um diese eure Zukunft wißt,
dann sollte eigentlich euer ganzes Leben ein Zeugnis dieser
Zukunft sein, dann sollte man von euch Christen nicht den
Eindruck haben, daß für diese Welt keine Hoffnung mehr
besteht, daß sie einem Ende mit Schrecken entgegeneilt, daß
man mit vielen anderen sprechen müßte:
"Lasset uns essen und trinken, denn es gibt kein Morgen
mehr."
Der Apostel Paulus setzt hier also einer heillosen Welt eine
aktive Hoffnung entgegen, die geprägt ist durch die
Nachfolge hinter diesem Jesus Christus, der der Herr der
Zukunft ist: Hoffnung für Hoffnungslose, Heimat für
Heimatlose, Trost für Traurige, Hilfe für Hilflose, und für
Verachtete die Rehabilitierung usw.
Es sollte eigentlich nicht schwer werden, diese dynamische
Botschaft nun auch in der jeweiligen Gemeindesituation zu
verdeutlichen.