Sermones Varios 05
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Año Eclesiástico/Kirchenjahr:
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Lukas 10, 17-20 - Lucas 10: 17-20
Skopus: Zur Vorbereitung einer Predigt.
Varias 5 -Lukas 10,17-20
(Zur Vorbereitung einer Predigt.)
"Die Siebzig aber kamen wieder mit Freuden und sprachen:
Herr, es sind uns auch die Teufel untertan in deinem Namen.
Er sprach aber zu ihnen: Ich sah wohl den Satanas vom Himmel
fallen wie einen Blitz. Sehet, ich habe euch Macht gegeben,
zu treten auf Schlangen und Skorpionen, und über alle Gewalt
des Feindes; und nichts wird euch beschädigen. Doch darin
freuet euch nicht, daß euch die Geister untertan sind.
Freuet euch aber, daß eure Namen im Himmel geschrieben
sind."

Es ist verständlich, daß der erweiterte Jüngerkreis, dabei
spielt es keine Rolle, ob es nach der Überlieferung 70 oder
72 waren, bei der Rückkehr von ihrer Reise, auf die sie ihr
Herr und Meister gesandt hat, begeistert ihre Erlebnisse und
Erfahrungen berichteten.
Sie sollten ja durch ihr Reden und Tun ihren Mitmenschen
bekanntmachen, daß für sie alle durch ihren Jesus von
Nazareth die Heilszeit angebrochen sei. Alle Nöte sollen
beendet, alle Probleme und Schwierigkeiten überwunden und
alle Fragen beantwortet werden.
In dieser Heilszeit läßt Gott durch Jesus Christus alle
Menschen das Ziel ihres Lebens erkennen und schenkt die
Kraft, dieses Ziel zu erreichen und beseitigt die größten
Hindernisse, die ihm im Wege stehen.
Die zurückkehrenden Jünger sind nun darüber begeistert, in
welch wunderbarer Weise sich die Vollmacht, die sie von
ihremn Herrn empfangen haben, auf dieser Reise ausgewirkt
haben; alle aufkommenden Schwierigkeiten und Hindernisse,
die sich ihnen in den Weg stellten, mußten weichen oder
wurden überwunden:
"Herr, selbst die bösen Geister sind uns in deinem Namen
untertan."
Es ist ähnlich wie vor kurzer Zeit ein deutscher Evangelist
nach seiner Evangelisationsreise durch Súdamerika begeistert
in Deutschland seine Erlebnisse und Erfahrungen unter der
Überschrift berichtete:
"Sieg, Sieg, Sieg, auf der ganzen Linie."
Jesus will nun seinen Jüngern nicht ihre Begeisterung
dämpfen oder ihnen ihre Freude nehmen, sondern diese von
ihren Erlebnissen und Erfahrungen weglenken, ebenfalls von
der ihnen geschenkten Vollmacht, Widerstände zu überbrücken,
hin auf das Eine und Eigentliche, das Grund genug sein muß
zur Begeisterung und Freude:
"Freuet euch, daß eure Namen im Himmel geschrieben sind."
Darüber dürfen sich seine Jünger freuen, daß ihnen in der
Begegnung mit Jesus und in seiner Nachfolge in einer ganz
neuen Weise der Sinn ihres Lebens aufgegangen ist und ihnen
Mut zu diesem Leben geschenkt wurde, der ihnen sonst fehlte,
und daß ihnen die Hilfe, die sie sich sonst selbst nicht
haben geben können, angeboten wird, auch mit den
Schwierigkeiten dieses Lebens fertig zu werden.
Wenn wir diesen Text charakterisieren wollen, müßten wir ihn
als einen EVANGELISCHEN TEXT kennzeichnen, der das bezeugt,
was einst Martin Luther neu entdeckt hat und zum Zentrum und
Fundament der Reformation geworden ist und was wir
dogmatisch als RECHTFERTIGUNG DES SÜNDERS ALLEIN AUS GNADEN
gelernt haben.
Wenn wir unseren Text in seiner Situation erfaßt und
dogmatisch eingeordnet haben, beginnt fúr uns Prediger die
eigentliche Schwierigkeit, ihn nämlich unseren
Gemeindegliedern in der Situation der Gemeinden, der
Christenheit und der Welt von heute so durchsichtig zu
machen, daß sie ihn ebenfalls als die Hilfe zur Bewältigung
ihres Lebens annehmen können, darüber sie auch als Menschen
des 20. Jahrhunderts froh werden können.
Um die eigentliche evangelische Intention unseres Textes
herauszuarbeiten, müßten wir nicht von der Begeisterung der
Jünger "Sieg, Sieg, auf der ganzen Linie!" ausgehen, denn
von dieser Stimmung ist heute mitten unter uns nicht viel
aufweisbar, sondern vielmehr von der entgegengesetzten
Erfahrung von heute. Niederlagen, Verstockung,
Gleichgültigkeit dem Evangelium gegenüber, Widerstand auf
Widerstand.
Aber gilt es nicht auch in einer solchen Situation: Du
brauchst nicht mutlos zu werden, oder sogar zu verzweifeln,
sondern du darfst froh und begeistert werden allein darüber,
daß heute wie damals vor 2.000 Jahren dieser Jesus Christus
seine helfende und heilende Hand entgegenstreckt und das ist
auch heute Freude genug.