Sermones Varios 02
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Año Eclesiástico/Kirchenjahr:
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Sprüche 9, 1-6
Skopus: Zur Vorbereitung einer Predigt.
Varias 2 -Sprüche 9:1-6
(Zur Vorbereitung einer Predigt.)
"Die Weisheit baute ihr Haus und hieb sieben Säulen,
schlachtete ihr Vieh und trug ihren Wein auf und bereitete
ihren Tisch und sandte ihre Dirnen aus, zu rufen oben auf
den Höhen der Stadt:
Wer unverständig ist, der mache sich hierher!
und zum Narren sprach sie:
Kommet, zehret von meinem Brot und trinket den Wein, den ich
schenke; verlasset das unverständige Wesen, so werdet ihr
leben, und gehet auf dem Wege der Klugheit."

Unser Text gehört zum besonderen Block der
Weisheitsliteratur des Alten Testamentes, die wiederum nicht
für sich allein steht, sondern teilhat an der
altorientalischen Weisheitsliteratur, die einmal
Lebenserfahrungen als Lebensweisheit zusammenfaßt und sie
als Vorbilder und nachahmenswert hinstellt, dazu bekommt sie
einen religiösen Bezug. Sie wird mit der Gottheit in
Verbindung gebracht.
Im Alten Testament wird die Weisheit geradezu als göttlich
dargestellt. Sie ist der helfende und heilende Ausdruck des
einen und wahren Gottes, der nicht nur die Welt geschaffen
hat, sondern sich dazu aus allen Völkern ein Volk zum
Eigentum erwählt hat.
In Sprüche 9, 1-6 wird die Weisheit personifiziert. Sie baut
sich ein Haus. Man kann sich fragen, ob die 7 Säulen von der
Vorlage eines heidnischen Tempels (7 ist eine heilige Zahl)
oder eines altorientalischen Hauses herkommen. Es ist
anzunehmen, daß an eine Kultstätte gedacht worden ist, weil
das hebräische Wort für SCHLACHTEN besonders für das
Schlachten von Opfertieren benutzt wird.
Die Weisheit bereitet eine festliche Kultfeier (Vers 2) vor,
schickt (Vers 3) ihre Dienerinnen, um in aller
öffentlichkeit zur Feier bei sich einzuladen (Vers 4).
Es wird erwartet, daß der, der die Verse 4-6 liest, die
Weisheit ebenso für sich bindend akzeptiert, wie die durch
die Dienerinnen Eingeladenen, an der Festmahlzeit
teilnehmen.
Es werden angesprochen die Unverständigen, die geistig zu
kurz gekommen sind.
Sie alle sollen kommen und sich Weisheit schenken lassen,
und zwar in der Form von Brot und Wein. Wer der Weisheit
folgt, hat den Weg der Torheit, der ins Verderben führt,
verlassen und ist bereits auf dem Wege der Klugheit, der die
Voraussetzung des wahren menschlichen Lebens ist.
Im Zusammenhang des Alten Testamentes ist sicherlich die
Weisheit in Verbindung mit den Geistern Gottes zu sehen, die
im Volk Israel ja der helfende und heilende Ausdruck Gottes
ist und die seinen Gliedern die Möglichkeit geben, das Leben
so zu gestalten, wie es sich der Schöpfer gedacht hat.
Nun lesen wir heute diesen Text als Christen und es bleibt
keine andere Möglichkeit als ihn zu lesen in Verbindung mit
dem Gleichnis vom großen Abendmahl -Lukas 14 10 ff.- und von
der königlichen Hochzeit, die beide bestimmt unseren Text
als Vorlage hatten.
Verblüffend ist eine mögliche Verbindung von BROT UND WEIN
unseres Textes mit der Feier des HEILIGEN ABENDMAHLS. Auch
wird im Kolosserbrief (2, 3) bezeugt, daß
"in Jesus Christus verborgen liegen alle Schätze der
Weisheit und der Erkenntnis."
Wäre es nicht nötig, heute ganz neu, in einer Situation, wo
wir nicht ein noch aus wissen, die Einladung zur Weisheit
gerade auch durch diesen Text zu hören?
Sie würde uns befähigen, die Probleme, die anstehen, zu
lösen und Schwierigkeiten zu überbrücken.
Diese Weisheit ist nicht vernunft- und weltfeindlich. Sie
gibt uns dabei als Christen die Möglichkeit, auf Christus zu
schauen, auf sein Reden und Handeln, sein Leiden und Sterben
und Auferstehen zu achten.
In ihm haben wir die Fülle der Weisheit, haben wir den, der
die Richtung anzeigt, die auch uns aus der augenblicklichen
Ratlosigkeit herausführt.
Als Wegzehrung für diesen unseren Weg als Christen bietet er
sich selbst in der Gestalt des Abendmahls an.
Wenn auch zurecht die weiteren Verse, besonders 13-18 nicht
herangezogen worden sind, da unsere Aufgabe es ist, die
Weisheit als Hilfe anzubieten, so ist es doch für einen
Verkündiger gut, zu wissen, daß wenn er seinen Dienst nicht
oder nicht recht versieht, der dunkle Schatten der Torheit
immer größer wird, das die Torheit und was damit
zusammenhängt, im Vormarsch ist.