Markus - Evangelium 092
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:18/11/1965
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Wochengottesdienst
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Markus 14, 12 - 16
Skopus: Das Abendmahl a)
Markus - Evangelium 92 - 14, 12 - 16
"Am ersten Tage der Ungesäuerten Brote, als man das
Passalamm opferte, fragten ihn seine Jünger: Wohin sollen
wir gehen und das Passalamm bereiten, damit du es essen
kannst? Und er sandte zwei seiner Jünger und sagte zu ihnen:
Geht in die Stadt, und es wird euch jemand begegnen, der
einen Krug mit Wasser trägt; folgt ihm, und wo er
hineingeht, da sagt zu dem Hausherrn: Der Meister läßt dir
sagen: Wo ist der Raum, in dem ich mit meinen Jüngern das
Passalamm essen kann? Und er wird euch einen großen Saal
zeigen, der mit Polstern versehen ist und bereitsteht; dort
richtet es für uns her. Und die Jünger gingen weg und kamen
in die Stadt und fanden alles, wie er's ihnen gesagt hatte,
und bereiteten das Passalamm zu."

Das, was wir heute gelesen haben, ist der Anfang eines
Geschehens, das unlösbar mit der Passionszeit, mit der
Leidenszeit unseres Herrn und Heilandes verbunden ist, die
Einsetzung und die Feier des Heiligen Abendmahls.
Das erste Abendmahl, das Jesus mit seinen Jüngern feiert,
liegt ganz eingebettet im Geschehen der Passafeier des alten
Volkes Gottes. Ja, manche Bedeutung des Abendmahls wird uns
erst klar von der Passafeier her, auch heute noch.
Denken wir daran, daß das Passamahl gefeiert wurde zur
Erinnerung an den Auszug der Kinder Israels aus der
Knechtschaft, aus der Gefanmgenschaft Ägyptens. Als die
Ägypter trotz des Befehles Gottes auch bei der 9. Plage die
Kinder Israels nicht ziehen lassen wollen, kündet Gott die
letzte Plage an, die so schwer sein wird, daß die Ägypter
ohne langes Zögern die Israeliten frei ziehen lassen werden.
Als Gericht Gottes werden alle erstgeborenen Söhne der
Ägypter sterben, ebenfalls alles erstgeborene männliche
Vieh. Damit die Kinder Israels, die ja mitten unter den
Ägyptern wohnen, vom Gericht Gottes verschont bleiben,
sollten die Familien ein Lamm schlachten und mit dem Blut
des Lammes die Türpfosten ihrer Behausung bestreichen. Das
Blut des Lammes ist das Erkennungszeichen der Kinder Gottes,
das sie vor dem Gericht Gottes bewahrt. Und das Fleisch des
geschlachteten Lammes soll ihnen als letztes Essen dienen
vor der Befreiung aus der Sklaverei, vor dem Auszug in die
Freiheit. Die Passamahlzeit der Kinder Israel ist ihnen die
Garantie Gottes, daß die Freiheitsglocke, die Stunde der
Erlösung für sie bereits geschlagen hat.
Diese Befreiung der Kinder Gottes aus der Sklaverei ist von
so entscheidendr Bedeutung für das Volk Gottes, daß Gott das
Passafest zur jährlichen Erinnerung daran eingesetzt hat.
Jesus von Nazareth als ein Glied des alten Volkes Gottes
stellt sich ganz in diese Passatradition hinein. Seine
Jünger stellen darum erst garnicht die Frage, ob er, Jersus,
mit ihnen auch das Passafest begehen will, sondern sie
fragen sofort, wie sie die Vorbereitungen treffen können:
"Wo willst du, daß wir hingehen und dir das Passalamm
bereiten, daß du es essest?"
Das Passafest mußte in Jerusalem gefeiert werden. Die
Herbeigeeilten aus der Umgebung oder aus dem ganzen Lande
suchten sich einen Raum, um dort das Mahl begehen zu können.
Jeder Bewohner von Jerusalem war verpflichtet, alle freien
Räume im Hause für Fremde ohne Bezahlung zur Verfügung zu
stellen, nur das Fell des Lammes konnte der Hausbesitzer für
sich beanspruchen.
Da bei der Passamahlzeit nichts vom Passalamm übrigbleiben
durfte, taten sich 10 - 20 Personen zusammen, Frauen und
Kinder nahmen auch daran teil. Die Hausväter kleiner
Familien luden andere Familien ein und taten sich zu
Mahlgemeinschaften zusammen. Ebenfalls gab es
Mahlgemeinschaften, die sich nur aus den herbeigeeilten
Pilgern gebildet hatten.
Die Vorbereitungen geschehen nach unserem Text
"am ersten Tage der ungesäuerten Brote, da man das Passalamm
opferte."
Bei dieser Zeitbestimmung des Evangelisten Johannes Markus
gibt es einige Schwierigkeiten. Er hat zwei verschiedene
Tage zu einem einzigen Tage zusammengezogen. Das kann ihm
nur dadurch passiert sein, daß er als ein in Rom weitab von
Palästina Wohnender, nur das niedergeschrieben hat, was er
noch von den Predigten des Apostels Petrus in Erinnerung
hatte, ohne exakte Kenntnis aus der Zeit Jesu vor vielen
Jahrzehnten.
Gemeint ist der 14. Tag des hebräischen Monats Nisan.
Allerdings ist noch außerdem eine Verschiedenheit der
Evangelisten Matthäus, Markus und Lukas zu Johannes
festzustellen.
Nach den drei ersten Evangelien war der 14. Nisan der Tag
des letzten Males und der 15. Nisan der Todestag Jesu,
während der Evangelist Johannes den Tag des letzten Mahles
auf den 13. Nisan ansetzt und der Todestag Jesu der 14.
Nisan ist.
Nach den ersten 3 Evangelien wird das Pasalamm geschlachtet
und dann gegessen und darauf das Abendmahl gefeiert und
darnach Jesus gekreuzigt; nach Johannes aber wird zuerst das
Abendmahl unabhängig von der Passamahlzeit gefeiert und zur
Zeit, da das Passalamm geschlachtet wird, wird Jesus
Christus als das wahre Passalamm geopfert und gekreuzigt.
Selbst auch der Apoostel Paulus in seinem 1. Brief an die
Korinther bezeugt die Anschauung des Evangelisten Johannes.
Wir sind in der Datumsfrage in diesem Geschehen ein wenig im
Unklaren. Es scheint aber die Deutung des Johannes die
bessere zu sein.
Zur Vorbereitung des Passamahles gehört das Ausfindigmachen
eines Raumes und die Reinigung des ganzen Hauses von
gesäuertem Brot und Sauerteig und das Schlachten des Lammes
und seine Zubereitung.
Von 1/2 3 Uhr nachmittags ab können im Tempel die
Passalämmer geschlachtet werden. Dazu werden nur fehlerfreie
einjährige Schaf- oder Ziegenlämmer ausgesucht. Zur
Vorbereitung gehört ebenfalls die Bereitstellung der
Weinkrüge und - kelche.
Unser Evangelium sieht hier Jesus als den Hausvater der
Passamahlgemeinschaft, zu der seine Jünger gehören. Wie ein
großer Herr gibt er die Befehle zur Vorbereitung und es
trifft alles ein, wie er befohlen hat. Es heißt zum Schluß:
"Und die Jünger gingen weg und kamen in die Stadt und
fandens, wie er ihnen gesagt hatte und bereiteten das
Passalamm."
Jesus von Nazareth zeigt sich uns hier so, daß er Menschen
und Geschicke seinem Willen unterstellt. Er ist der
souveräne Herr. Ein Wort aus seinem Munde und es wird reale
Wirklichkeit.
Allerdings hat dieses Wirken des souveränen Herrns eine ganz
bestimmte Richtung:
DAS KREUZ AUF GOLGATHA.
Dieses Kreuz ist nicht nur von seinen Feinden gewollt,
sondern auch von seinem Vater im Himmel bestimmt und das
Handeln Jesu zeigt an, daß er voll und ganz diesen seinen
Weg an Kreuz um unsretwillen bejaht.