Markus - Evangelium 089
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:16/09/1965
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Wochengottesdienst
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Markus 14, 1 - 2
Skopus: Der Plan der Feinde Jesu
Markus - Evangelium 89 - 14, 1 - 2
"Es waren noch zwei Tage bis zum Passafest und den Tagen der
ungesäuerten Brote. Und die Hohenpriester und
Schriftgelehrten suchten einen Weg, wie sie ihn mit List
festnehmen und töten könnten. Denn sie sagten sich: Ja nicht
beim Fest, damit es nicht zu einem Aufruhr im Volk kommt."

Wir haben mit Recht schon einmal gesagt: Das ganze Leben
Jesu, von der Geburt angefangen, ist eine einzige Passion.
Allerdings bleibt bestehen, daß die eigentliche Passion Jesu
etwas Besonderes ist. Für unseren Glauben spielt diese
Passion eine ungemein wichtige Rolle. Wir müssen sogar
sagen, daß diese eigentliche Passion Jesu der Schlüssel
unseres christlichen Glaubens ist.
Diese Passion beginnt mit dem Einzug in Jerusalem. Wir haben
ihn bereits besprochen.
Dieser Bericht von der eigentlichen Passionszeit wurde
unterbrochen durch die Predigt vom Ende Jerusalems und vom
Ende der Welt, das bald hereinbrechen soll und von der
Wiederkunft des Herrn. Diese Predigt vom Ende ist eine
Trostpredigt, die der Urchristenheit in den beginnenden
Verfolgungszeiten immer wieder neue Kraft gab, auszuhalten
und durchzustehen.
Nicht nur damals gab diese Predigt vom Ende neue Kraft,
sondern seitdem immer wieder, wenn schwere Verfolgungszeiten
über die Christen und über die christliche Kirche
hereinbrachen, bis auf den heutigen Tag.
Es soll uns deutlich werden: So, wie durch das Leiden Jesu
hindurch, durch das Leiden Jesu bis zum Tode am Kreuz auf
Golgatha hindurch, das Leben in der Auferstehung des Herrn
den Sieg errungen hat, so wird die christliche Gemeinde
durch alles Leiden hindurch am Ende der Tage den Sieg
erringen, wenn Jesus Christus wiederkommt.
Darum lohnt es sich schon, sich auf diesen Tag der
Wiederkunft des Herrn zu freuen und sich darauf
vorzubereiten.
Wir wissen ja, daß die christliche Kirche zu diesem Zweck
der Vorbereitung die Adventszeit im Kirchenjahr eingesetzt
hat.
Aber nun werden unsere Blicke durch unseren Text wieder
weggelenkt vom Ende der Welt hin auf das irdische Ende Jesu.
Schlag auf Schlag bricht die Katasrophe über unseren Herrn
und Heiland herein. Nach unserem Text fehlten noch 2 Tage
bis zum Passafest. Martin Luther übersetzt es mit Osterfest,
was irreführernd sein kann.
Wir haben sicherlich noch in Erinnerung, daß das Passafest
gefeiert wurde zur Erinnerung an den Auszug des alten Volkes
Gottes aus der Knechtschaft, aus der Sklaverei, der Ägypter.
Gott befreit sein Volk. Im Mittelpunkt des Passafestes steht
das geschlachtete Passalamm. Sein Blut ist das
Erkennungszeichen im Gericht Gottes über die Ägypter, damit
das Volk Gottes vor dem Zorn Gottes verschont bleibt.
Dieses alles ist entscheidend für die Bedeutung Jesu
Christi. Das Passalamm findet seine Erfüllung im Lamm
Gottes, welches der Welt Sünde trägt. Und das Blut des
Passalammes findet seine Erfüllung im Blut des Herrn:
"Das Blut Jesu Christi macht uns rein von aller Schuld."
2 Tage vor dem Passafest nun versuchen Pharisäer und
Schriftgelehrten eine Möglichkeit zu finden, diesen für sie
unangenehmen Jesus von Nazareth aus der Welt zu schaffen.
Schon seit langer Zeit war es für die Obersten des Volkes
Gottes eine ganz klare Sache, dieser Jesus muß verschwinden.
Jetzt finden sie sich sicherlich zu kleinen Gruppen zusammen
und sinnen nach, wie sie den Plan, Jesus aus der Welt zu
schaffen, realisieren können. Wir sagen, sie schmieden einen
Komplott gegen ihn. Und wichtig aber ist es für sie, daß
darüber kein Volksaufruhr entsteht. Diese Möglichkeit ist
durchaus gegeben, da das allgemeine Volk sehr große
Sympathien für Jesus hat.
Das Volk ist ja schnell begeistert, wenn es von einem
Menschen das tägliche Brot und die Heilung von ihren
Krankheiten erwarten kann. Und es soll nun alles vermieden
werden, daß die großen Menschenmengen des alten Volkes
Gottes, die aus der ganzen damalig bekannten Welt zum
Passafest nach Jerusalem eilen, mit in einen eventuellen
Aufruhr hineingezogen werden:
"Ja nicht am Fest, daß nicht ein Aufruhr im Volk werde",
heißt es im Text. Darum das Schmieden eines Planes, Jesus
mit List und Tücke so in die Hand zu bekommen, daß nicht nur
kein Aufstand entsteht, kein Aufruhr, sondern daß sogar das
Volk damit einverstanden ist. Daß dieser Plan, mit List und
Tücke geschmiedet, zur Durchführung gebracht worden ist,
zeigt der fanatische Schrei des Volkes, als Jesus gefangen
vor dem Gobernador Pontius Pilatus steht:
"Kreuzige, kreuzige, kreuzige ihn!"
Es ist für uns einmal sehr gut, zu fragen: Was würde das
neue Volk Gottes, die Kirche Jesu Christi, was würden wir
machen, die wir uns Christen nennen, wenn Jesus von Nazareth
heute in der selben Weise unter uns leben würde, wie er vor
2.000 Jahren gelebt hat?
So, wie wir uns selbst kennen und wie wir unsere Mitmenschen
kennen, würde es Jesus von Nazareth heute nicht anders
ergehen als vor 2.000 Jahren. Diese Realität des Menschen
als eines von Gott abgefallenen Menschen steht zwischen uns
und Gott. Nur dadurch, daß Gott selbst wieder seine Hand
durch unsere Schuld hindurch nach uns ausstreckt, können wir
wieder in ein gutes Verhältnis zu ihm kommen und das tut
Gott, weil Jesus Christus für uns gelitten hat.