Markus - Evangelium 082
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:10/06/1965
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Wochengottesdienst
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Markus 13, 9 - 13
Skopus: Der Anfang des Endes
Markus - Evangelium 82 - 13, 9 - 13
"Ihr aber gebt acht! Denn sie werden euch den Gerichten
übergeben, und in den Synagogen werdet ihr ausgepeitscht
werden, und vor Statthalter und Könige werdet ihr um
meinetwillen geführt werden, zum Zeugnis gegen sie. Und
allen Völkern muß zuvor das Evangelium verkündigt werden.
Wenn sie euch nun hinführen und übergeben werden, so macht
euch vorher keine Sorgen, was ihr reden sollt; sondern was
euch in dieser Stunde eingegeben wird, das redet. Denn ihr
seid's ja nicht, die reden, sondern der heilige Geist. Und
es wird ein Bruder den andern dem Henker ausliefern und der
Vater den Sohn, und die Kinder werden sich gegen die Eltern
empören und werden sie zu Tode bringen. Und ihr werdet von
allen gehaßt werden um meines Namens willen. Wer aber bis
ans Ende ausharret, der wird gerettet werden."

Seit der Himmelfahrt Jesu Christi treibt die Welt- und
Menschheitsgeschichte ihrem Ende zu, unaufhörlich und
unausweichlich. Und das Ende, das Ziel, aller Geschichte
sieht so aus:
"Ihr Männer von Galiläa, was stehet ihr und sehet gen
Himmel? Dieser Jesus, welcher von euch ist aufgenommmen gen
Himmel, wird wiederkommen, wie ihr ihn gesehen habt gen
Himmel fahren."
Beim letzen Male haben wir gehört, wie zu den endzeitlichen
Vorzeichen bereits die Zerstörung des Tempels und der Stadt
Jerusalem gehören,
und politische Mächte, die den Menschen Heil und Rettung und
paradiesische Zustände versprechen, stattdessen aber die
Erde mit Krieg und Kriegsgeschrei und Revolutionen
überziehen, sind ebenfalls Kennzeichen des auf uns
zueilenden Endes.
Unsere heutigen Verse weisen auf ein anderes Zeiches des
kommenden Endes hin:
"Das Evangelium muß zuvor verkündigt werden allen Völkern."
Das Evangelium von Jesus Christus, die Botschaft, daß Gott
uns lieb hat, daß keiner zu verzagen noch zu verzweifeln
braucht, daß keiner für Gottes Liebe zu schlecht ist, sollen
alle Menschen hören. Das Jüngste Gericht über uns Menschen
soll nicht eher hereinbrechen als bis wir Menschen die eine
Möglichkeit gehört haben, wie wir aus diesem Gericht Gottes
als Freigesprochene, als Gerettete, hervorgehen können.
Von daher verstehen wir sicherlich in Andachtsbüchern oder
auch in Predigten die manchmal gebrauchte Redewendung:
Noch ist Gnadenzeit, denn noch kann das Evangelium von
unserem Heil verkündigt und gehört werden.
Wenn zur Zeit des Evangelisten Johannes Markus die Christen
bei dem Siegeslauf des Evangeliums durch die damalig
bekannte Welt des römischen Reiches schon annahmen, daß sich
dieses erfüllt;
"das Evangelium muß zuvor verkündigt werden allen Völkern",
wievielmehr können wir das heute sagen, wo Missionare als
Verkündiger des Evangeliums bis in die entlegensten Winkel
der Welt vordringen, wo in der Übersetzung der Bibel und
einzelnen Teilen daraus für fast 2.000 Sprachen gearbeitet
wird, wo durch Radio selbst die Menschen erreicht werden,
die man sonst nicht erreichen kann.
Fast könnte man meinen, daß es keinen Menschen mehr gibt,
der noch nichts von Jesus Christus und seiner Bedeutungs für
uns gehört hat.
Allerdings zeigt aber dieser unser Text, daß dieses Wort
noch nicht vollkommen in Erfüllung gegeangen
ist und darum das Ende, das letzte Gericht, sich verzögert.
Dadurch bekommen heute noch viele Menschen die Möglichkeit,
statt des Zornes Gottes seine große Liebe zu uns zu
erfahren.
Dieser großen Möglichkeit der Hilfe Gottes für uns Menschen
steht nun in der Endzeit der große Haß der Menschen
gegenüber, die diese Hilfe Gottes ablehnen und in den Wind
schlagen.
Der Haß dieser Menschen gegen Gott findet seinen Ausdruck im
Haß und in der Verfolgung der Christen, der Menschen, die
das Evangelium von Jesus Christus weitersagen:
"Sie werden euch überantworten den Gerichten, und in den
öffentlichen Versammlungen werdet ihr geschlagen werden und
vor Fürsten und Königen werdet ihr geführt werden um
meinetwillen."
Je näher das Ziel des Endes sichtbar wird, desto furchtbarer
wird sich die Christusfeindschaft als Haß und Verfolgung
gegen die Christen auswirken. Dieser Haß und diese
Verfolgung kann natürlich immer nur eine rührige und aktive
Gemeinde Jesu Christi treffen. Eine tote Kirche und
schlafende Christen werden niemals von dieser Verfolgung
etwas spüren.
Aber selbst in diesem Haß, in dieser Verfolgung der
Christen, wird durch den Mund der Gequälten, Gefolterten und
Sterbenden Jesus Christus noch vor den Peinigern und Mördern
bekannt werden:
Jesus ist Sieger.
Solch ein Bekenntnis zu Jesus Christus mitten in
Verfolgungen und Quälereien im Angesicht eines gewissen
Todes hat im Laufe der vergangenen zwei Jahrtausenden schon
oft aus einem Christushasser und Christenmörder einen
Christusbekenner gemacht.
Der christliche Glaube in den ersten Jahrhunderten im
römischen Kaiserreich hat sich gerade durch das standhafte
Bekenntnis der Christen in den blutigen Verfolgungen
ausbreiten können.
Aus dieser Erfahrung heraus wurde das Wort geprägt, das bis
heute seine Gültigkeit behalten hat:
"Das Blut der Märtyrer ist der Same der christlichen
Kirche."
Hinter solch einem Bekenntnis im Angesichte der Qualen und
des Todes steht Jesus Christus selbst, der die Kraft des
Heiligen Geistes zu einem solchen Bekenntnis schenkt. Ein
einfaches Lippenbekenntnis würde hier versagen.
Als der Evangelist dieses Wort unseres Textes niederschrieb,
da ahnte er bereits, daß die erste Verfolgung im römischen
Reich unter dem Kaiser Nero über die junge christliche
Kirche im Hereinbrechen ist; vielleicht hatte sie sogar
schon begonnen;, eine Verfolgung, in der Christen mit Pech
begossen als Fackeln im Garten des Kaisers bei lebendigem
Leibe verbrannt wurden oder im Zirkus den wilden Tieren zum
Fraß vorgeworfen oder von Gladiatoren niedermetzelt wurden.
Petrus, der Lehrer unseres Evangelisten, soll bei dieser
Christenverfolgung mit dem Kopf nach unten gekreuzigt worden
sein.
Eine Legende erzählt, daß mitten in diesen Verfolgungen
Petrus gewarnt und gebeten worden sei, sofort Rom zu
verlassen. Er floh und auf seinem Wege von Rom weg begegnete
ihm sein Herr und Meister Jesus Christus mit dem Kreuz auf
dem Rücken auf dem Wege nach Rom. Als Petrus seinen Herrn
fragte, was er denn da mache, da erhielt er die Antwort:
Da du dich nicht in Rom kreuzigen lassen willst, gehe ich
hinein, um mich für dich zum 2. Male kreuzigen zu lassen."
Daraufhin soll Petrus sich sofort umgewandt haben, um nach
Rom in den sicheren Tod zu gehen.
Welch eine Bedeutung hatte doch da das Wort des Herrn, das
am Schluß unseres heutigen Textes steht:
"Wer aber beharret bis ans Ende, der wird selig."
Dieses Wort gab Kraft und Freudigkeit mitten in den blutigen
Verfolgungen. Wer weiß, ob nicht wieder einmal eine blutige
Verfolgung auf uns zukommt und andere Bedrängnisse uns als
Christen erwarten.
Möge unser Mund dann trotzdem bei dem Bekenntnis zu dem
einen Herrn Jesus Christus bleiben, der wiederkommen wird zu
richten die Lebendigen und die Toten.
Möge jetzt schon unser Herz und unser Mund willig werden,
das Lob Gottes auf unseren Lippen zu führen für seine
unausprechliche Liebe zu uns, damit andere Menschen auch zum
Glauben gereizt werden. Aber laßt uns in den kleinen und
großen Bedrängnissen unseres Lebens niemals vergessen:
"Wer aber beharret bis ans Ende, der wird selig."