Markus - Evangelium 081
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:27/05/1965
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Himmelfahrt
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Markus 13, 5b - 8
Skopus: Der Anfang des Endes
Markus - Evangelium 81 - Markus 13, 5b - 8
"Jesus sagte zu ihnen: Seht zu, daß euch niemand in die Irre
führt! Es werden viele unter meinem Namen erscheinen und
sagen: Ich bin's, und werden viele in die Irre führen. Wenn
ihr aber von Kriegen und Kriegsgeschrei hören werdet, so
fürchtet euch nicht. Es muß so geschehen. Aber das Ende ist
noch nicht da. Denn es wird sich ein Volk gegen das andere
erheben und ein Königreich gegen das andere. Erdbeben werden
hier und dort geschehen und Hungersnöte anbrechen. Das ist
der Anfang der Wehen."
Der Evangelist hat die vielen Worte, die Jesus über die
Zerstörung des Tempels, über das Ende Jerusalems und das
Ende der Welt gesprochen hat, hier in unserem 13. Kapitel
zusammengefaßt. Als Johannes Markus das Evangelium in Rom
niederschrieb, da weiß er bereits mehr über das, was für uns
Menschen in Jesus Christus geschehen ist, als die Jünger
Jesu zur Zeit seines Erdenwandelns. Er weiß besonders, daß
in der Himmelfahrt Jesus Christus von seinem Vater im Himmel
nicht nur zum Heiland aller Menschen, sondern auch zum Herrn
und König Himmels und der Erden gemacht worden ist.
Wie singen wir in einem Himmelfahrtslied?:
"Gen Himmel aufgefahren ist,
der Ehrenkönig Jesus Christ.
Er sitzt zu Gottes rechter Hand,
herrscht über Himmel und alle Land.
Drum jauchzen wir mit großem Schall,
dem Herren Christ zum Wohlgefalln."
Er weiß allerdings auch, daß bereits manche von den Worten
in unserem Kapitel in Erfüllung gegeangen sind. Der Tempel
in Jerusalem ist zerstört worden.
Es hat auch eine schwere Enttäuschung für die erste
Christenheit gegeben, die sie nur schwer überwinden konnte.
Die Hoffnung, daß ihr Herr Jesus Christus sichtbar schon als
der König des endzeitlichen Friedensreiches am Anschluß an
die Zerstörung des Tempels und der Stadt Jerusalem
wiederkommen wúrde, ist nicht in Erfüllung gegangen. Es
brauchte lange Zeit für die damalige junge Christenheit, mit
dieser Tatsache fertigzuwerden. Bei der Überwindung dieser
Enttäuschung spielten die Worte Jesu in unserem heutigen
Text eine große Rolle. Nicht nur Jesu Herrschaft über Himmel
und Erde blieb vor aller Welt verborgen, sondern es traten
auch Menschen auf mit dem Anspruch, der Heiland der Welt,
der erwartete Friedensbringer, der König Gottes, zu sein.
Sie behaupteten von sich: Ich bin der, auf den ihr gewartet
habt.
Das ist die Botschaft, die diese Menschen weitersagten. Und
mitten in dem vergeblichen Warten auf den einen und wahren
König Jesus Christus haben sich viele Christen verführen
lassen und sind den falschen Christussen, den
Antichristussen, nachgelaufen. Und nun sagt Johannes Markus
durch die Worte Jesu: Paßt auf, laßt euch nicht durch solche
Leute verführen. Das alles gehört mit zu den Zeichen des
nahe herbeigekommenen Endes, aber es ist noch nicht das Ende
da. Das Kommen Jesu steht noch aus, aber er wird kommen, so
wahr Jesus Christus zum Himmel aufgefahren ist, so wahr er
der König Himmels und der Erden ist. Diese Mahnung ruft und
predigt der Evangelist auf Grund von Worten, die Jesus
selbst einmal gesagt hatte:
"Sehet zu, daß euch nicht jemand verführe! Es werden viele
kommen unter meinem Namen und sagen: Ich bin's, und werden
viele verführen. Aber das Ende ist noch nicht da, " sagte
Jesus, als er über diese Erde ging.
Hat nicht gerade dieses 20.Jahrhundert uns in einer
erschreckenden Deutlichkeit gezeigt, in welcher Weise sich
diese Vorzeichen des Endes vermehrt haben. Hat es nicht
bereits eine große Anzahl von Menschen in diesem Jahrhundert
gegeben, die sich als die Erretter eines Landes, als die
Heilsbringer der Menschen anboten: Hitler, Stalin,
Mussolini, Fidel Castro, Nasser, Mao Tse Tung, auch der
Kapitalismus und der Kommunismus boten und bieten sich als
Heilsbotschaft an.
Man könnte noch eine ganze Reihe von Namen hinzufügen. Im
letzten Grunde haben diese Menschen Dinge von sich
behauptet, die nur dem einen Herrn Jesus Christus zustehen.
Wenn Menschen dazu verführt wurden, HEIL HITLER! zu rufen,
so war es nichts anderes als was in den Christenverfolgungen
in Rom die römischen Kaiser von den Christen verlangten,
nämlich Weihrauch in die Opferflamme zu streuen mit den
Worten:
"Herr und Gott ist der Kaiser und nicht Jesus Christus!"
Jesus sagt:
"Sehet zu, daß euch nicht jemand verführe!"
Und merkwürdig, wo diese Menschen mit dem Anspruch
auftraten, Wohltäter, Erretter eines Landes oder der ganzen
Menschheit zu sein und wo sie versprechen, das Himmelreich,
das Paradies, auf Erden zu schaffen, da geht es drunter und
drüber, da schlägt einer den andern tot, da werden Kriege
mutwillig angezettelt, da wird nichts mehr nach Recht und
Gerechtigkeit gefragt, da wird sogar die Wissenschaft
eingesetzt, um Naturkräfte zum Unheil der Menschen
loszulassen.
Ist nicht unser 20. Jahrhundert darum so angefüllt mit Krieg
und Kriegsgeschrei, mit Naturkatastrophen und Revolutionen,
weil es so viele falsche Heilande und Erretter der
Menschheit gibt?
Jesus sagt:
"Es werden viele kommen unter meinem Namen und sagen: Ich
bin's. Und ihr werdet hören von Krieg und Kriegsgeschrei.
Und es wird sich ein Valk gegen das andere und ein Staat
gegen den anderen erheben und werden Erdbeben geschehen hin
und wieder und wird teure Zeit sein."
Eilen wir nicht heute mit rasender Geschwindigkeit dem Ende
zu? Die Zeichen der Zeit stehen auf ein Ende mit Schrecken.
Das, was damals zur Zeit des Evangelisten andeutungsweise
sichtbar wurde, entfaltet sich immer deutlicher und immer
schrecklicher und entsetzlicher: Ein Ende mit Schrecken.
Und trotzdem brauchen wir als Christen nicht in Angst und
Schrecken zu leben:
"Fürchtet euch nicht. Es muß alles so geschehen."
Unser Wort sagt uns wohl, daß wir uns vor diesem allen nicht
zu fürchten brauchen, weil es doch noch nicht das Ende
selbst ist, sondern nur seine Vorzeichen.
Allerdings dürfen wir getrost noch mehr sagen als es gerade
in diesem unseren Text steht: Als Christen, die den Glauben
an den wiederkommenden Herrn nicht weggeworfen haben, die
nach ihm Ausschau halten von einem Tag zum anderen, wissen
wir, daß dieses Ende mit Schrecken für uns der Anfang der
ewigen Freude sein wird.
Jesus Christus, der Herr und König des Himmels und der Erde
und unser Heiland, wird bei seiner Wiederkunft durch alle
Schrecken hindurch sein Werk der Erlösung der ganzen Welt
zur Vollendung bringen. In der Apostelgeschichte lesen wir:
"Dieser Jesus, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel,
wird kommen wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren."