Markus - Evangelium 064
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:28/05/1964
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Wochengottesdienst
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Markus 10. 28 - 31
Skopus: Über die Nachfolge Jesu
Markus - Evangelium 64 - 10, 28 - 31
"Da fing Petrus an und sagte zu Jesus: Siehe, wir haben
alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Jesus sprach;
Wahrlich, ich sage euch: Es gibt niemand, der Haus oder
Brüder oder Schwestern oder Mutter oder Vater oder Kinder
oder Äcker verläßt um meinetwillen und um des Evangeliums
willen, der nicht hundertfach empfängt: jetzt in dieser Zeit
Häuser und Brüder und Schwestern und Mütter und Kinder und
Äcker mitten unter Verfolgungen- und dann in der zukünfigen
Welt das ewige Leben. Viele aber werden die Letzten sein,
die die Ersten sind, und die Ersten sein, die die Letzten
sind."

Im Anschluß an die Begegnung Jesu mit dem reichen Jüngling
kam es zu einem Gespräch mit seinen Jüngern über Reichtum,
Hab und Gut und Geld. Wir sahen, daß der Reichtum eines der
Gründe war, daß der Weg des Volkes Israels scheiterte, der
forderte, daß durch das Halten der Gebote wieder aus bösen
Menschen gute werden. Verzicht auf Hab und Gut und Geld,
also auf Reichtum, ist keine Möglichkeit mehr, uns selbst
wieder diese Tür zum Himmel aufzuschließen. Der Versuch, auf
Reichtum zu verzichten, wie Gott es wirklich erwartet, kann
nur dann recht gemacht werden, wenn er geschieht aus einer
dankenden Haltung heraus für die bedingungslose Liebe, die
Gott uns geschenkt hat:
"Das tat ich für dich, was tust du für mich."
Wenn nun Petrus sagt, sicherlich auch als Mund der anderen
Jünger:
"Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir
nachgefolgt.",
dann will er wohl damit zum Ausdruck bringen, daß sie, die
Jünger, ihren Herrn und Meister verstanden haben. Doch
bleibt es trotz dieses Wortes des Petrus als eine groe
Frage weiter bestehen, ob denn jetzt wirklich Jesu Jünger
ihn verstanden haben. Ohne Zweifel darf man dieses
Verständnis nach Kreuzigung, Auferstehung und Himmelfahrt
bei den Jüngern vorausetzen.
Johannes Markus, der Evangelist, der dieses schreibt, sieht
ja bereikts vor sich alle diese Apostel, wie sie im Dienste
ihres gekreuzigten und auferstandenen Herrn alle Mühe und
Nöte und Verzichte und sogar Verfolgungen auf sich genommen
haben:
"Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt."
Von ihnen, den späteren Aposteln, kann man in der Tat sagen,
daß sie um Jesu willen, als Dank für Gottes große Liebe zu
uns, auf Besitz und Reichtum verzichtet haben und die Armut
als ihr Los erwählten. Und Jesus gibt zur Antwort:
"Wahrlich, ich sage euch: Es ist niemand, der Haus oder
Brüder oder Schwestern oder Mutter oder Vater oder Kinder
oder Äcker verläßt um meinetwillen und um des Evangeliums
willen, der nicht hundertfältig es wieder empfängt in dieser
Zeit mitten unter Verfolgungen."
Mit diesem Wort aus der irdischen Lebenszeit Jesu tröstet
der Evangelist all die vielen, die um ihres Glaubens an
Jesus willen in Armut und Not geraten sind und von ihren
Familienangehörigen verstoßen wurden.
In der Kirche Jesu Christi finden sie eine Schar von
Menschen vor, die ihnen nahe stehen, die ihnen Bruder und
Schwester geworden sind. Sie dürfen Glieder dieser
Gemeinschaft sein, von der es heißt:
"Die Menge aber der Gläubiugen war ein Herz und eine Seele."
Und das, was sie um ihres Glaubens willen an Hab und Gut und
Geld verlieren, wird ihnen in der Gemeinschaft der Gläubigen
hundertfältig wieder zuteil, in der einer für den anderen
gerade steht. Von dieser Gemeinschaft heißt es:
"Keiner sagte von seinen Gütern, daß sie sein Wären, sondern
es war ihnen alles gemeinsam."
Wenn wir das so lesen, dann überkommen uns sicherlich
Zweifel, ob das denn wirklich stimmt, was da geschrieben
steht.
Meistens erleben wir doch unter Christen dasselbe wie
außerhalb der Kirche, wie außerhalb der Gemeinde, daß jeder
nur auf das Seinige schaut.
Allerdings ist das wirklich die Erfahrung von 2
Jahrtausenden, daß in Verfolgungs- und Notzeiten einmal alle
halben Christen abfallen, und zum anderen die wirklichen
Christen fester zusammenhalten und zusammenstehen und sich
gegenseitig helfen. Und selbst da, wo einer in dr Tat ganz
allein um des Glaubens willen seinen Weg durch Verfolgungen
und durch Nöte gehen muß, ohne die Hilfe der Gemeinde der
Gläubigen zu erfahren, braucht er nicht zu verzagen oder zu
verzweifeln, denn es wartet auf ihn ja das ewige Leben, eine
herrliche zukünftige Welt.
"Jesus sprach: Wahrlich, ich sage euch: Es ist niemand, der
Haus oder Brüder oder Schwestern oder Mutter oder Vater oder
Kinder oder Äcker verläßt um meinetwillen und um des
Evangeliums willen, der nicht hundertfältig empfängt jetzt
in dieser Zeit Häuser und Brüder und Schwestern und Mütter
und Kinder und Äcker mitten unter Verfolgungen und in der
Zukunft das ewige Leben."
Am Ende dieses Gesprächs finden wir ein Wort unseres Herrn,
daß für die verschiedensten Situationen gebraucht werden
kann und von Jesus wohl auch gebraucht worden ist:
"Viele aber werden die Letzten sein, die die Ersten sind,
und die Ersten sein, die die Letzten sind."
Hier an dieser Stelle will das Wort sagen: Der äußere Schein
trügt. Der, der hier um des Glaubens willen verfolgt und
verstoßen wird und in Not und Armut sein Dasein fristen muß,
ist in Wirklichkeit nicht der Verfolgte und Verstoßene und
auch nicht der Arme, denn er hat aller feindlichen Welt zum
Trotz Gott zum Freunde.
Wir können es auch mit einem weltlichen Sprichwort zum
Ausdruck bringen:
"Wer zuletzt lacht, lacht am besten."
Wer also auf der Seite Gottes steht, steht immer auf der
Seite des Siegers, trotz Verfolgung, trotz Not und Armut.
Wie singen wir in einem Liede:
"So wahr Gott Gott ist und sein Wort,
muß Welt, Teufel und Höllenpfort,
und, was dem tut anhangen,
endlich werden zu Schand und Spott;
Gott ist mit uns und wir mit Gott,
den Sieg woll'n wir erlangen."