Markus - Evangelium 059
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:18/03/1964
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:6. Passionsandacht
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Markus 9, 49 - 50
Skopus: Ihr seid das Salz der Erde
Markus - Evangelium 59 - 9, 49 - 50
"Denn jeder wird mit Feuer gesalzen werden. Salz ist etwas
Gutes, wenn aber das Salz kein Salz mehr ist, womit wird
man's würzen? Habt Salz bei euch und haltet Frieden
untereinander!"

Wir können nur mit einen fragenden Herzen und einem sehr
unsicheren Verstand an die Auslegung dieses Textes gehen. Er
bietet so viele Rätsel, daß die letzte Gewißheit über den
Sinn uns nicht gegeben werden kann.
Diese beiden Verse haben in den verschiedenen aufgefundenen
alten Handschriften ganz andere Texte. Aber selbst der Sinn
der verschiedenen Handschriften ist unklar. Es würde zu weit
führen, alle diese Schwierigkeiten aufzuzeigen. Nur soll es
uns deutlich werden, daß die Bibel, die Heilige Schrift,
kein Buch ist, daß in einer vollkommenen und perfeckten
Form, vom Himmel gefallen ist. Es hat Gott gewollt, daß sein
Wort und Wille zu uns kommt in einer menschlichen, in einer
irdischen Weise und darum auch mit Fehlern, Schwierigfkeiten
und Unklarheiten behaftet ist.
Wenn uns so die letzte Sicherheit für die Auslegung dieser
Verse auch fehlt, so glauben und hoffen wir dennoch, daß
Gott sich auch in ihnen trotz aller Unsicherheit bezeugen
kann und bezeugen will.
Wir erinnern uns, daß es in einem vorhergehenden Abschnitt
um das Bestreben der Jünger ging, der Größte, der Erste, im
Jüngerkreis sein zu wollen. Jesus lenkt dagegen die Gedanken
der Jünger weg von einem solchen falschen Phantasieren hin
auf das, was zum Wesen eines wahren Jüngers gehört: Auf das
Leiden mit Jesus.
Jesus ist auf dem Wege nach Jerusalem und dort wartet seiner
das Leiden und Sterben um unsretwillen. Auf ihn wartet das
Kreuz auf Golgatha, das eigentlich unser Ende sein müßte.
Und es wird nicht ausbleiben, daß die Jünger mit in dieses
Leiden hineingezogen werden.
"Es muß ein jeglicher mit Feuer gesalzen werden."
Und der Evangelist Johannes Markus will die Christen in der
Zeit da er lebt und dieses Evangelium schreibt, ebenfalls
daran erinnern, da es zum Leben eines Christen gehört, um
des Glaubens an diesen Jesus willen leiden zu müssen:
"Es muß ein jeglicher mit Feuer gesalzen werden."
Sicherlich will er auch uns erinnern, daß wir bereit sein
sollen, um unseres Glaubens willen zu leiden.
Es gehört einfach zu einem Jünger-, zu einem Christenleben,
daß es mit Leiden verbunden ist. Kann es auch anders sein,
wenn doch auch das Leben unseres Herrn und Heilandes so mit
dem Leiden verbunden war?
An diese Leidensbereitschaft will der Zusatz eines Schreiber
zum Wort Jesu erinnern:
"Denn jedes Opfer wird mit Salz gesalzen."
Dieser Zusatz zum Worte Jesu ist aus dem 3. Buch Mose
genommen und heißt dort:
"Alle deine Speisopfer sollst du salzen, und deine
Speisopfer soll nimmer ohne Salz des Bundes deines Gottes
sein; denn in allem deinem Opfer sollst du Salz opfern."
Damit schwingt doch die Gewißheit mit, daß wir als Christen
unser Leben Gott als Dankopfer hingeben und zu diesem
Danklopfer gehört das Leiden wie damals zum Speisopfer das
Salz gehörte. Das Denken an die Leiden Jesu, an seine
Passion, soll in uns die Bereitschaft wecken, um Jesu
Christi willen ebenfalls zu leiden bereit zu sein.
Das Wort SALZ hat den Evangelisten wohl veranlaßt, die
beiden folgende Sprüche anzufügen, obwohl sie eine ganz
andere Bedeutung haben:
1. "Das Salz ist gut; wenn aber das Salz kraftlos wird,
womit wird man es würzen?"
2. "Habt Salz bei euch und habt Frieden miteinander!"
Um diese beiden Worte vom Salz recht zu verstehen, müssen
wir am besten vom 2. ausgehen:
"Habt Salz bei euch und habt Frieden untereinander!"
Dieses Wort erinnert an ein Wort des Apostels Paulus an die
Kolosser, in dem es in seinem Brief heißt:
"Eure Rede sei allezeit lieblich und mit Salz gewürzt sein,
daß ihr wisset, wie ihr einem jeglichen antworten sollt."
Unter Salz ist hier das Wort Gottes gemeint. Dann würde der
2. Spruch so lauten:
"Achtet in eurem Leben darauf, daß das Wort Gottes unter
euch verkündigt und gepredigt wird."
Wenn das geschieht, dann werden wird es nicht vorkommen, daß
einer größer oder frömmer sein will als der andere, dann
wird euer Miteinander dadurch geprägt sein, daß einer dem
anderen hilft, daß einer dem anderen zum Dienst bereit steht
und damit wäre die Voraussetzung geschaffen, Frieden
untereinander zu haben.
Und von diesem 2. Satz finden wir auch den Zugang zum
ersten:
"Das Salz ist gut; wenn aber das Salz kraftlos wird, womit
wird man's würzen?"
Das Wort Gottes ist gut. Es kommt alles darauf an, daß
dieses Wort Gottes nicht durch uns, durch unser Reden und
handeln sinn- und kraftlos wird. Wir haben nur ein Wort
Gottes. Wird es durch uns kraftlos, dann haben wir nichts
mehr, denn ein anderes Wort Gottes gibt es nicht. Das gilt
ganz besonders auch von dem Worte Jesu an seine Jünger, daß
er um der Menschen willen, also um unsretwillen, den Weg des
Leidens und Sterbens nach Jerusalem gehen muß, daß es keine
Möglichkeit gibt, am Kreuz auf Golgatha vorbeizugehen, wenn
er den Weg des Gehorsams zum Vater im Himmel gehen will.