Markus - Evangelium 058
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:12/03/1964
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:5. Passionsandacht
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Markus 9, 43 - 48
Skopus: Warnung vor der Verführung durch den Bösen
Markus - Evangelium 58 - 9, 43 - 48
"Wenn aber deine Hand dich zum Bösen reizt, so haue sie ab!
Es ist besser für dich, daß du verstümmelt zum Leben
eingehst, als daß du 2 Hände hast und in die Hölle fährst,
in das Feuer, das nie verlöscht. Wenn dein Fuß dich zum
Bösen reizt, so haue ihn ab! Es ist besser für dich, daß du
lahm zum Leben eingehst, als daß du 2 Füße hast und in die
Hölle geworfen würdest. Wenn dich dein Auge zum Bösen reizt,
so reiß es heraus! Es ist besser für dich, daß du einäugig
in das Reich Gottes gehst, als daß du 2 Augen hast und in
die Hölle geworfen wirst, wo ihr Wurm nicht stirbt und das
Feuer nich verlöscht."
In den vorhergehenden Versen ging es darum, daß wir einem
anderen Menschen nicht deshalb den Glauben an Jesus Christus
absprechen, weil er nicht zu unserer Kirche gehört, weil er
nicht sich zu uns hält.
Jesus Christus ist am Kreuz auf Golgatha nicht für eine
bestimmte Gruppe von Menschen gestorben, sondern für alle
Menschen. Wer das vergißt, der ist schlimmer dran als der,
der auf grausame Art zu Tode kommt.
Mit unseren heutigen Versen nun zeigt Jesus Christus warnend
auf, wie sich solch eine entsetzliche Haltung bei uns und in
uns breitmachen kann:
"Wenn dir dein Auge Ärgernis schafft, wenn dir deine Füße
Ärgernis schafft, wenn dir deine Hand Ärgernis schaft."
Eigentlich sind hier nur einige wenige Glieder des Menschen
beispielhaft aufgezeigt, durch die wir verführt werden
können zu einer hochmütigen Haltung gegenüber anderen
Menschen.
Wir könnten diese menschlichen Glieder auch noch ergänzen
durch Ohren und Mund und andere mehr.
Das, was hier unter Ärgernis zu verstehen ist, ist natürlich
noch viel weitreichender als das, was wir bisher darunter
verstanden haben. Wir könnten unter Ärgernis allgemein
bezeichnen unser Reden, Unser Tun und Handeln, die dazu
führen können, einen anderen Menschen in seinem Glauben an
Jesus Christus irre zu machen, ihn von seinem Glauben
abzubringen. Wer einen anderen Menschen durch sein Verhalten
vom Glauben an Jesus Christus abbringt, ist einer, der das
Kreuz auf Golgatha einreißt und niederreißt, der das Leiden
und Sterben Jesu Christi sinnlos macht, was der
Gotteslästerung gleichkäme. Das Ende eines solchen Tuns und
Handelns und Redens eines Menschen wäre ewige Höllenqual:
"Du fahrest in die Hölle, in das ewige Feuer, wo ihr Wurm
nicht stirbt und ihr Feuer nicht verlöscht."
Normalerweise übersetzt Martin Luther auch das Wort
TOTENREICH mit Hölle. Nur an 13 Stellen des Neuen
Testamentes hat das Wort Hölle die Bedeutung, wie wir sie
kennen: Der Ort des Entsetzens und des Grauens, der Ort der
Gottesferne. In unserem heutigen Text haben wir drei dieser
Stellen. Das hebräische Wort hier für Hölle heißt Gehenna.
Gehenna ist ein Tal südlich von Jerusalem. Zur Zeit der
Könige Ahas und Manasse wurden dort dem Götzen Moloch Kinder
geschlachtet und geopfert. Von daher bekam dieses Tal seinen
verruchten Ruf. Über dieses Tal wurden schwere
Gerichtsstrafen ausgerufen. Und es bildete sich die Meinung,
daß hier einmal im Endgericht die Feuerhölle sich öffnen
würde zum Verderben. Später wurde dann der Name des Tales
Gehenna für die Hölle selbst gebraucht.
Auch rein äußerlich behielt dieses Tal die Bedeutung des
Grauens, und zwar daurch, daß dort die Leichen der Unreinen
und Ausgestoßenen verbrannt wurden. Das Tal war der Ort des
Grauens, der Verwesung, der verpesteten Luft und des
teuflischen Verderbemns.
Gehenna war also der Ort des Grauenvollsten, das sich
Menschen überhaupt vorstellen können. Es kommt dem gleich,
was wir unter Hölle verstehen.
Das Ende eines Menschen also, der einen anderen vom Glauben
an Jesus Christus abbringt, war diese Gehenna, diese Hölle,
dieser Ort des Grauens.
Im Angesichte dieser Gehenna waren alle nur möglichen
Anstrengungen am Platze, die dieses Ende verhindern könnten.
Dieses kommt darin zum Ausdruck:
"Ärgert dich deine Hand, hau sie ab! Ärgert dich dein Fuß,
hau ihn ab! Ärgert dich dein Auge, reiß es raus. Es ist
besser einhändig, einäugig oder einfüßig in das Leben
einzugehen, als mit beiden Gliedern in die Gehenna, in die
Hölle geworfen zu werden."
Die Furchtbarkeit der Gehenna, der Hölle, wurde dreimal noch
unterstrichen durch ein Wort aus dem Prophetenbuch Jesaja:
"Wo ihr Wurm nicht stirbt und ihr Feuer nicht verlöscht."
Dieses Wort ist im Laufe der Jahrhunderte zu einem
Sprichwort im alten Volks Gottes, im Volke Israel, geworden.
Es bedeutet, daß auch die allerletzte kleinste Hoffnung
aufgegeben werden mußte, wenn man meinen sollte, daß die
Würmer in einem Leichnam vor seiner endgültigen Verwesung
auch sterben könnten oder daß das ewige Feuer nicht ewig in
der Hölle weiter brennt und der Leichnahm darum nicht
vollständig in ein Nichts übergeht, daß zum Beispiel
wenigstens die Knochen noch übrigbleiben und damit die
Möglichkeit einer Auferstehung bleibt.
Es gibt diese Möglichkeit nicht, denn
"der Leichenwurm wird nicht sterben und das Höllenfeuer wird
nicht verlöschen."
Unweigerlich kommt das furchtbare Ende für den, der anderen
Menschen in ihrem Glauben an Jesus Christus ein Ärgernis
bietet. Es hilft nur eines: Alle Kräfte anstrengen, daß es
nicht zu einem solchen Ärgernis kommt.
Wenn wir dieses alles recht bedenken, was der Herr seinen
Jüngern auf dem Wege nach Jerusalem sagt, dann können wir
nicht anders als dankbar sein dafür, daß die Jünger, daß die
Christen, daß alle Kirchen der Welt in einer solchen Weise
ermahnt werden, unter allen Um,ständen das KREUZ AUF
GOLGATHA als Zeichen des Leidens und Sterbens unseres Herrn
stehen zu lassen, als ein Zeichen, daß in diesem Kreuz alle.
die wollen, das Heil finden können. Keiner darf auf fromme
oder unfromme Weise an diesem Heil gehindert werden, wir
nicht und auch die anderen nicht.