Markus - Evangelium 054
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:13/02/1964
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:1. Passionsandacht
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Markus 9, 14-29
Skopus: Die Heilung eines epileptischen Kindes
Markus - Evangelium 54 - 9, 14 - 29
"Und sie kamen zu den Jüngern und sahen eine groe Menge um
sie herum und Schriftgelehrte, die sich mit ihnen stritten.
Und sobald die Menge ihn sah, gerieten alle außer sich,
liefen herbei und hießen ihn willkommen. Und er fragte sie:
Was streitet ihr euch mit ihnen? Einer aber aus der Menge
antwortete: Meister, ich habe meinen Sohn zu dir
hergebracht, der ist von einem Geist besessen, der ihn stumm
macht. Und wo er ihn auch erwischt, reißt er ihn zu Boden;
und er hat Schaum vor dem Mund, knirscht mit den Zähnen und
wird starr und steif. Und ich habe mit deinen Jüngern
geredet, daß sie ihn austreiben sollen, doch sie können's
nicht. Er aber antwortete ihnen: Du ungläubiges Geschlecht,
wie lange soll ich noch bei euch sein? Wie lange soll ich
euch noch ertragen? Bringt ihn her zu mir! Und sie brachten
ihn zu ihm. Und als ihn der Geist sah, riß er ihn sofort
nieder. Und er fiel auf die Erde, wälzte sich herum, und
Schaum trat ihm vor den Mund. Und Jesus fragte seinen Vater:
Wie lange ist's her, daß ihm das widerfahren ist? Er sagte:
Von Kind auf. Und oft hat er ihn ins Feuer und ins Wasser
geworfen, um ihn umzubringen. Wenn du aber etwas kannst, so
erbarme dich über uns und hilf uns! Jesus aber sagte zu ihm:
Du sagst: wenn du kannst - wer glaubt, kann alles! Sogleich
rief der Vater des Kindes: Ich glaube, hilf meinem
Unglauben! Als nun Jesus sah, daß das Volk herbeilief,
herrschte er den unreinen Geist an und sagte zu ihm: Du
stummer und tauber Geist, ich gebiete dir: Fahre von ihm aus
und fahre nie wieder in ihn hinein! Da schrie er auf, riß
ihn hin und her und fuhr aus. Und der Knabe lag wie tot da,
so daß die Menge sagte: Er ist tot. Jesus aber ergriff ihn
an der Hand und richtete ihn auf, und er stand auf. Und als
Jesus heimkam und sie allein waren, fragten ihn seine
Jünger: Warum konnten wir ihn nicht austreiben? Er aber
sagte: Diese Art kann einzig und allein durch Beten
ausfahren."

Mit den 3 Jüngern kehrt Jesus vom Geschehen seiner
Verherrlichung auf dem Berge zu den Seinen zurück. Schon
beim letzten Mal sahen wir, wie schnell unser Herr sich aus
der Wirklichkeit des Himmels in der Wirklichkeit dieser Erde
zurückfinden muß. Diese Wirklichkeit der Erde sah so aus:
Unverständnis seiner Jünger über seinen Weg als der
Menschensohn durch das Leiden und Sterben hindurch. Die
Jünger befinden sich in ihrer Haltung auf der Seite der
Feinde ihres Meisters.
Auch in unseren heutigen Versen spüren wir etwas von der
Grausamkeit dieses irdischen Lebens: Die große epileptische
Krankheitsnot eines jungen Mannes mit dem Kummer seines
Vaters, der Streit der Pharisäer mit den Jüngern und der
Unglaube der Jünger Jesu selbst. Gleich bei seiner Rückkehr
erfährt er von dem Streit. Es geht dabei eben um den
epileptischen kranken jungen Mann. Die Jünger hatten
versucht, in der Nachfolge ihres Herrn, ihn gesund zu machen
und es ist ihnen nicht gelungen.
Der Streit ist wohl darüber ausgebrochen, daß die Pharisäer
die Jünger über dieses Unvermögen ausgelacht haben
Ein Geschehen war darüber nur blitzartig aufgeleuchtet und
dann wieder vergessen worden. Dieses nämlich hatten die
bemerkt, die Jesus bei seiner Rückkehr begegnet warem: Durch
die Begegnung mit der hiummelischen Welt und Herrlichkeit
war sein Gesicht mit einem überirdischen Glanz überzogen,
ähnlich wie es schon Mose beim Empfang der 10 Gebote aus der
Hand Gottes auf dem Berge Sinai ergangen war. Aber der
Streit der Pharisäer mit den Jüngern hatte diese Entdeckung
bald völlig vergessen lassen.
Doch Jesus geht auf den Streit sofort nicht ein, sondern er
sieht den Kranken in seiner ganzen Not und läßt sich vom
Vater die Krankheutsgeschichte seines Sohnes erzählen:
"Meister, ich habe meinen Sohn hergebracht zu dir, der hat
einen sprachlosen Geist, und wo er ihn erwischt, so reißt er
ihn und schäumt und knirscht mit den Zähnen."
Alle Ärzte sagen, daß diese Krankengeschichte die Geschichte
eines Epileptikers ist. Früher dachte man sich solche
Kranken als von Dämonen besessen.
Wir spüren, daß hier Jesus Christus als der Menschen, als
der Messias, als der Heiland der Welt, an der rechten Stelle
ist. Wenn es eine Hilfe für diesen Kranken geben soll, dann
kann es kein anderer sein als dieser EINE, der sich aus dem
Himmel aufgemacht hat, um uns auf dieser Erde zu helfen. Und
an dieser einen Stelle gibt es unter uns allen nur eine
einzige und einhellige Meinung: Die Hilfe Jesu Christi
lassen wir uns gern gefallen, ganz gleich, wie wir sonst zu
ihm stehen.
Allerdings steht und fällt die Entscheidung für oder gegen
Jesus Christus nicht bei dem, ob wir uns in einer leiblichen
Not von ihm helfen lassen, sondern bei dem, daß wir für
unser Leben verbindlich annehmen, daß Jesus Christus nämlich
um unserer Bosheit willen leiden und sterben mußte.
An diesem Punkte gab es damals bei denen, die seine Jünger,
seine Feinde oder Desinteressierte sind, keinen Unterschied.
Darum muß er seufzend im Hinblick auf alle Menschen
aussprechen:
"O du ungläubiges Geschlecht, wie lange soll ich bei euch
sein?? Wie lange soll ich euch ertragen?"
Von daher besteht eigentlich kein Grund zum Streit zwischen
den Schriftgelehrten und den Jüngern, die einen sind nicht
besser als die anderen; die einen wie die anderen schauen
voll Unverständnis auf den Weg dieses Jesus von Nazareth.
Doch jetzt wendet er sich wieder dem Kranken zu.
Über ihn kam ein neuer epileptischer Anfall. Und die Bitte
des Vaters wird sehr eindringlich:
"Kannst du was, so erbarme dich unser und hilf uns."
Von einem Glauben bei dem Vater ist hier nichts zu merken.
Er steht vor Jesus wie manchmal ein Mensch vor einem
curandero steht: Ich habe ja so recht keinen Glauben, aber
man kann es trotzdem mit dir einmal probieren.
Jesu Antwort lautet in einer gewissen Umschreibung so: Du
kannst ruhig und getrost sein. Ich kann dir helfen. Dafür
bin ich doch zu euch Menschen gekommen. Jetzt brauchst du in
der Tat diese Hilfe nur anzunehmen, dann hast du deinen
gesunden Sohn wieder.
Ein neuer epileptischer Anfall kündet sich an.
Da schreit der Vater aus seinem gequältem Herzen:
"Ich glaube, Herr, hilf meinem Unglauben!"
Dieser Aufschrei eines leidenden Vaters ist zum Beispiel
dafür geworden, was wirklich durch Jesus Christus Glauben
bedeutet:
Ein Ertrinkender, der nach irgendeinem Halt sucht, selbst
wenn es ein Strohhalm wäre. Dieser Ertrinkender aber hat das
Glück, daß er nicht nach einem Strohhalm gegriffen hat,
sondern nach der Hand des Retters, der ihn ganz fest hält
und rettend ans Ufer bringt.
Das bedeutet der Schrei:
"Ich glaube, Herr, hilf meinem Unglauben."
Zu einem Mehr als diesem Schrei sind wir Menschen nicht in
der Lage. Aber Gott sei Lob und Dank: ein Mehr als:
"Ich glaube, Herr, hilf meinem Unglauben!"
ist auch nicht nötig. Dieser Glaube genügt zum Leben und zum
Sterben.
Und nun zeigt der Herr in einer eindeutigen Weise, daß er
auch der Herr des Krankheitsgeistes ist, daß er göttliche
Vollmacht hat und daß er sie einsetzt, um diesen jungen
epileptisch kranken Mann der gesunden Welt wieder
zurückzugeben.
Auf dem Heimwege fragen ihn seine Jünger, warum sie die
Heilung nicht fertiggebracht haben?
Da deutet Jesus es an, daß es daran liegt, daß ihre
Verbindung zum Vater im Himmel auch nicht in Ordnung gewesen
ist. Nur wer im Gebet mit Gott verbunden ist, erhält etwas
von der göttlichen Vollmacht und Gewalt, auch über
Krankheiten. Je näher wir mit unserem Herrn Jesus Christus
verbunden sind und mit unserem Vater im Himmel, desto mehr
strahlen auch wir göttliche Kraft aus auf unsere Mitwelt.
Wenn wir unseren heutigen Text rückblickend überschauen,
dann können wir nichts anderes bekennen als dieses::
Ein Glück, daß der Sohn Gottes zu uns auf die Erde kam und
mit uns teilte Nöte, Sorgen und Kummer, Krankheiten und den
Tod und trotzdem durch seine Gegenwart diese unsere dunkle
Welt wieder hell gemacht hat.