Markus - Evangelium 053
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:06/02/1964
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Wochengottesdienst
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Markus 9, 9 - 13
Skopus: Die Eliafrage
Markus - Evangelium 53 - 9, 9-13
"Als sie aber vom Berge herabgingen, gebot ihnen Jesus,
niemand etwas davon zu sagen, was sie gesehen hatten, bis
der Menschensohn von den Toten auferstanden wäre. Und sie
behielten das Wort und befragten sich untereinander: Was
mag das heißen: von den Toten auferstehen? Und sie fragten
ihn: Die Schriftgelehrten sagen doch, daß zuvor Elias kommen
muß. Er aber antwortete ihnen: Ja, zuvor kommt Elias und
stellt alles wieder her. Und wie steht vom Menschensohn
geschrieben? Daß er viel leiden und verachtet werden soll!
Aber ich sage euch: Elias ist schon gekommen, und sie haben
ihm angetan, was sie wollten, wie über ihn geschrieben
steht."

Drei der Jünger haben auf dem Berg der Erscheinung Jesus in
seiner ganzen Herrlichkeit gesehen, vereint mit Elia und
Mose. Wir denken dabei wieder daran, daß JEsu Bestreben ja
dahin geht, seinen Jüngern zu bezeugen, daß er als der
Menschensohn, als der Messias, leiden und sterben muß.
Diese enge Verbindung zwischen Leiden und Herrlichkeit in
Jesus von Nazareth ist Gottes Wille und Plan, auch wenn sie
nach der allgemeinen Tradition ausgeschlossen zu sein
schien.
So bezeugt die Geschichte von der Verherrlichung Jesu seinen
Jüngern: Gerade der in der Herrlichkeitsgestalt auf dem
Berge erschienene Menschensohn ist der, der durch das Leiden
und Sterben hindurch muß.
Beim Herabsteigen vom Berge der Verklärung sagt Jesus seinen
Jüngern, daß sie das Erlebte bis zu seiner Auferstehung
geheim halten sollen. Sein Weg alls der wahre Sohn Gottes
soll noch nicht offen vor aller Welt durch sogenannte
Beweise, Wunder oder Tatsachen verständlich gemacht werden.
Erst nach dr Auferstehung soll das alles laut und deutlich
und offen verkündigt und gepredigt werden. Jetzt geht es
darum, daß die Jünger persönlich von seinem Wege überzeugt
werden. Dazu sollte ja auch die Verherrlichung auf dem Berge
dienen.
Aber die Tatsache, daß sie sich nach dem Stillschweigegebot
Jesu sich befragten:
"Was mag es heißen: Auferstehen von den Toten?"
zeigt, daß sie auch jetzt noch nicht diese Verbindung von
Verherrlichung und Leiden verstanden haben.
Hinter dieser Frage steht nämlich wieder die Haltung: Für
den gekommenen Menschensohn in seiner ganzen Herrlichkeit
ist ja eine Auferstehung unsinnig. Er kommt doch direkt mit
Glanz und Gloria aus dem Himmel.
Sie können oder wollen Jesu Leidensweg einfach nicht als
eine kommende Realität annehmen. Sie fordern sogar ihren
Herrn und Meister heraus, indem sie ihn mit einer Frage
überfallen, die so nur von den Feinden Jesu gestellt werden
kann:
"Die Schriftgelehrten sagen doch, daß zuvor Elias kommen
muß."
Damit greifen sie, die Jünger, ihren Herrn und Meister in
einer doppelten Weise an. Langsam stellt es sich heraus, daß
Jesus von Nazareth, der Sohn Gottes, seinen Weg durch Leiden
und Stereben ganz allein gehen muß. Selbst seine Jünger sind
auf der Seite seiner Feinde zu finden.
Worin liegt der doppelte Angriff der Jünger gegen ihren
Herrn?
1. Nach den prophetischen Schriften soll der Elias als der
Vorläufer des Messias auf diese Erde zurückkommen und dabei
die Menschheit wieder zurückbringen, sodaß der Messias von
allen mit Ehren und Freuden von allen Menschen empfangen
werden kann, und zwar als der Messias empfangen werden kann,
der unter den größten Naturkatastrophen direkt aus dem
Himmel kommt. Bei diesem Messias ist für Leiden und Sterben
kein Platz.
2. Viel schlimmer ist aber das Zweite, wie wir sehen können.
Es wird nach dem Kommen dieses Elias nämlich gefragt. Darin
liegt dann die Frage, ist Elias, der den Weg des Messias
vorbereiten soll, überhaupt schon gekommen? Sollte nicht
durch das Reden Jesu von seinem Leiden und Sterben und durch
die Nicht-Erfüllung des Kommens des Elias die Möglichkeit
ganz nahe gerückt sein, daß ihr
Jesus wirklich ein Betrüger ist, wie seine Feinde es immer
wieder behaupten?
Wir sehen, wie hart Jesus selbst bei seinen Jüngern um die
Anerkennung seines Weges kämpfen muß. Und dann erst werden
wir es erleben, erst also nach der Auferstehung Jesu, daß
die Jünger ihn und seinen Weg anerkennen und vor ihm
niederfallen und ihn anbeten:
"Mein Herr und mein Gott."
Bis dahin aber geht es durch viele Anfechtungen und Zweifel
hindurch. Und wie heißt es schließlich bei der
Gefangennahme:
"Und sie verließen ihn alle."
Merken wir es, wieviele Schwierigkeiten es gibt, die Jesus
daran hindern wollen, den Weg zu gehen, den ihm sein Vater
im Himmel vorgezeichnet hat?!
Aber nichts kann unseren Herrn von seinem Weg zu unserem
Heil abbringen. Dieser Weg, den Jesus gehen soll und den man
ihm so schwer macht, hat es doch mit uns, mit dir und mit
mir zu tun.
Jesus ist auch durch das feindliche Fragen der Jünger nicht
zornig geworden, sondern er bemüht sich weiter, sie von
seinem Wege zu überzeugen. Darum gibt er seinen Jüngern zur
Antwort:
Ihr habt recht, wenn ihr sagt, Elias muß zuvor kommen. Aber
er ist ja bereits gekommen und hat meinen Weg vorbereitet.
Er kam in der Gestalt des Täufers Johannes. Und was haben
sie mit ihm gemacht? Den Kopf haben sie ihm abgeschlagen und
mit mir werden sie es ebenso machen, sagt Jesus:
"Und wie steht geschrieben von des Menschen Sohn, daß er
viel leiden soll und verachtet werden."
Und es ist in der Tat so gekommen, daß seine Jünger erst
nach der Auferstehung seinen Weg voll verstanden haben. Dann
erst wurde es ihnen klar, daß dieses Leiden und Sterben
ihres Herrn um unsretwillen geschehen mußte und das bereits
der Prophet Jesaja dieses vorausehend gepredigt hat, was
allerdings von den Frommen damals vergessen worden war:
"Er war der Allerverachtetste und Unwerteste, voller
Schmerzen und Krankheiten. Er war so verachtet, daß man das
Angesicht vor ihm verbarg. Fürwahr, er trug unsere Krankheit
und lud auf sich unsere Schmerzen. Wir aber hielten ihn für
den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre.
Doch er ist um unserer Missetat willen zerschlagen. Die
Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hätten und durch
seine Wunden sind wir geheilt."