Markus - Evangelium 052
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:16/01/1964
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Wochengottesdienst
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Markus 9, 2 - 8
Skopus: Die Verklärung Jesu
Markus - Evangelium 52 - 9, 2 - 8
"Nach 6 Tagen nahm Jesus Petrus, Jakobus und Johannes mit
sich und führte sie auf einen hohen Berg, nur sie allein. Da
wurde er vor ihnen verklärt, und seine Kleider wurden hell
und leuchtend weiß, wie sie kein Bleicher auf Erden so weiß
machen kann. Und es erschien ihnen Elia und Mose, und sie
redeten mit Jesus. Da nahm Petrus das Wort und sagte zu
Jesus: Rabbi, es ist gur, daß wir hier sind. Wir wollen drei
Hütten bauen, für dich eine, für Mose eine und für Elia
eine. Er wußte aber nicht, was er sagen sollte, denn sie
waren ganz verstört. Und es kam eine Wolke, die
überschattete sie. Und eine Stimme kam aus der Wolke: Das
ist mein lieber Sohn; auf den sollt ihr hören! Und mit einem
Mal, als sie um sich blickten, sahen sie niemand mehr bei
sich als Jesus allein."

Immer und immer wieder haben wir es gehört, wie schwer es
unserem Herrn Jesus Christus wurde, seinen Jüngern deutlich
zu machen, daß er gerade als der Sohn Gottes, oder wie es
die alttestamentliche Tradition sagt, als der Menschensohn
durch das tiefste Leiden hindurch muß. Sein Weg zur
Herrschaft geht durch die Niedrigkeit. sein Weg als der Herr
des Lebens geht durch den Tod hindurch.
Nach der Vorstellung der Jünger und auch der Frommen ist die
Verbindung von Gottes Sohn bzw. Menschen Sohn mit Leiden Und
Sterben undenkbar. Entweder ist der Messias da mit seiner
ganzen Herrlichkeit, also ohne Leiden , oder der
Betreffende, der das sagt und von sich behauptet, ist ein
Betrüger.
Der heutige Text unterstreicht Jesu Bemühen, seine Jüngern
diese Verbindung von Herrschaft und Leiden deutlich zu
machen, indem Jesus sich bereits jetzt schon hier auf Erden
gerade als der, der seinen Leidensweg antritt, als der Herr
der Herrliochkeit bezeugt.
Zeugen dieser Offenbarung seiner Herrlichkeit werden 3
seiner Jünger:
Petrus, Jakobus und Johannes.
Jesus nimmt diese drei auf einen Berg. Es wird uns nicht der
Name des Berges genannt. Nach der Tradition ist es der Berg
Tabor. Es ist aber zweifelhaft, ob dieser Berg der
Erscheinung der jetzige Berg Tabor ist.
Die angegebenen 6 Tage als eine Vorbereitungszeit und der
hohe Berg wollen anzeigen: Achtung! Hier geschieht eine
Sache von ungheurer Wichtigkeit.
Es geschieht eine Offenbarung Gottes. Gott selbst erscheint.
Dem Mose erscheint Gott auf dem Berge Sinai und dem Elia auf
dem Berge Horeb. Als solche erscheinen sie hier nun wieder
in Gegenwart des erhöhten und verklärten Gottes Sohnes, des
Jesus von Nazareth. Das alls verkündigt und bezeugt:
Die Heilszeit ist wirklich hereingebrochen, der Messias ist
da, gerade in der Gestalt dieses Wanderpredigers Jesus von
Nazareth und in keinem anderen. Die Zeit des Wartens ist
vorbei.
Es fehlen den Jüngern, dem Evangelisten und auch uns die
Worte, die Herrlichkeit des Herrn, die Herrlichkeit der
ganzen Erscheinung zu beschreiben. Man stottert an der
Beschreibung der Herrlichkeit herum und zwar solange, bis
einmal sichtbar vor allen Augen, nicht nur vor wenigen
Jüngern, die ganze Herrlichkeit offenbart werden wird.
Auf diese Zeit gehen wir zu. Ihr sind wir schon sehr nahe.
Petrus und die anderen beiden Jünger sind über das Erlebte
vollkommen durcheinander. Ihre Sinne machen nicht mehr mit.
So erscheint uns hier auch der Versuch des Petrus, ein
Gespräch mit dem verklärten Herrn anzufangen, sehr konfus:
"Rabbi, hier ist für uns gut sein. Und wir wollen 3 Hütten
bauen, dir eine, Mose eine und Elia eine."
Selbst der, der diese Begebenheit weitererzählte, konnte mit
diesem Wort des Petrus schlecht etwas anfangen, darum sein
Urteil über ihn:
"Er wußte nicht, was er redete, denn sie waren sehr
bestürzt."
Trotzdem also diese Worte des Petrus unverständlich sind und
konfus bleiben, erinnern sie uns mit dem Stichwort "Hütten
bauen"oder besser "Zelte aufrichten", an eine andere
wunderbare Aussicht, auf die wir mit hoffnungsfreudigem
Herzen zugehen. In der Offenbarung des Johannes heißt es:
"Und ich hörte eine große stimme, die sprach: Siehe da, die
Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen,
und sie werden sein Volk sein, und er selbst, Gott mit
ihnen, wird ihr Gott sein, und Gott wird abwischen alle
Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein,
noch Leid und Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das
Erste ist vergangen."
Das konfuse Wort des Petrus erinnert uns an diese
Wirklichkeit. Gott wird seine Wohnung unter uns Menschen
aufrichten, wenn die Heilszeit hereingebrochen ist und wird
dann alles Leid und alle Not von dieser Erde verbannen. Und
mit dem Kommen Jesu Christi ist Gott zu uns auf die Erde
gekommen. Er wohnte unter uns und wir sahen seine
Herrlichkeit.
Damit hat die Heilszeit für uns Menschen angefangen. Darum
also auch die Freude und der Jubel zur Weihnachtszeit in der
ganzen CVhristenheit:
"Freude, Freude über Freude,
Christus wehret allem Leide.
Wonne. Wonne über Wonne,
Christus ist die Gnadensonne."
Allerdings ist dieses alles erst der Anfang. Die endgültige
Verherrlichung geschieht durch das Leiden und durch den Tod
hindurch. Aber daß die Verherrlichung kommt und wie
großartig sie sein wird, das deutet eben schon diese
Verklärung auf dem Berge an. Und dieser Blick in die
Herrlichkeit, dieser Blick auf den erhöhten Herrn war
wirklich nur ein Blick, der aber den Jüngern genügte, und
schon wurde ihnen dieser Blick durch eine Wolke weggenommen.
Und als Abschluß dieses wunderbaren Ereignisses fordert Gott
die Jünger nun auf, doch endlich alle Zweifel über ihren
Jesus von Nazareth beiseite zu lassen:
"Und eine Stimme geschah aus der Wolke und sprach: Das ist
mein lieber Sohn; den sollt ihr hören."
Darin steckt auch eine Mahnung an die Jünger, nicht mehr
daran zu zwseifeln, daß Jesus von Nazareth der Sohn Gottes
und der Menschensohn, der Messias, ist, der durch Leiden und
Sterben hindurch zur Herrlichkeit eingeht.
Gott selbst bekennt sich zum Leidensweg seines Sohnes. Eine
größere Legitimierung dieses Weges als durch seinen Vater
gibt es nicht.
In dem Worte des Vaters über seinen Sohn steckt aber für
seine Jünger auch ein großer Trost. Die Jünger brauchen sich
nicht zu Fürchten, wenn sie ihren Herrn auf seinem Wege
begleiten, auch selbst dann nicht, wenn sie ebenfalls um
ihres Herrn willen leiden müssen. So wie es für ihren Herrn
feststeht, daß das Ziel des Weges die ewige Herrlichkeit
ist, so fest steht es auch, daß sie als seine Jünger mit ihm
in die ewige Herrlichkeit eingehen werden.
Mit dieser Mahnung und mit diesem Trost finden sie wieder
zurück in die Wirklichkeit ihres Lebens und wissen sich an
die Seite ihres Herrn ubnd Meisters Jesus Christus gestellt:
"Und auf einmal, als sie um sich blickten, sahen sie niemand
mehr bei sich als Jesus allein."