Markus - Evangelium 050
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:21/11/1963
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Wochengottesdienst
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Markus 8, 31 - 33
Skopus: Jesus spricht zum ersten Male von seinem Leiden
Markus - Evangelium 50 - 8, 31 - 33
"Und Jesus fing an, sie zu lehren: Der Menschensohn muß viel
leiden und von den Ältesten und Hohenpriestern und
Schriftgelehrten verworfen werden und getötet werden und
nach drei Tagen auferstehen. Und er redete das Wort ganz
unverhüllt. Doch Petrus nahm ihn beiseite und fuhr ihn an.
Er aber wandte sich um, blickte auf seine Jünger und
herrschte Petrus an: Weg mit dir, Satan! denn du meinst
nicht, was göttlich, sondern was menschlich ist."

Wir befinden uns hier bei diesen Versen bereits in einem
neuen Abschnitt des Predigtbuches des Evangelisten Johannes
Markus, das Markus-Evangelium heißt. In diesem Abschnitt
geht es darum, daß Jesus von Nazareth seinen Jüngern
deutlich machen will, daß er der verheißene Messias Gottes
ist, aber gleichzeitig auch der erwartete Menschensohn, der
nicht durch seine große Macht und Herrlichkeit das Heil und
die Errettung schaffen wird, sondern durch sein Leiden und
Sterben.
Die Vornehmen des alten Volkes Gottes, des Volkes Israel,
schauten nach einem Messias Gottes aus, der in stolzer
Pracht den Königsthron in Jerusalem besteigen wird, der mit
einem gewaltigen Herr von Soldaten das Volk und das Land
regieren und dabei die Besatzungsmacht der Römer in einem
gewaltigen Kampf mit siegreichem Ausgang aus dem Lande für
immer verjagen wird. Dieses Bild eines Messias Gottes stimmt
selbstverständlich mit dem Wanderprediger Jesus aus Nazareth
nicht überein und darum besteht die große Feindschaft.
Wir haben es sogar bei den Jüngern gesehen, wie lange es
gedauert hat, bis sie in ihrem Meister den Messias Gottes
erkannten. Und selbst als Petrus im Namen der Jünger das
Bekenntnis aussprach:
"Du bist der Christus."
lag darin noch nicht die ganze Erkenntnis, sondern da
glaubten sie noch, ihr Herr und Meister, Jesus von Nazareth,
werde bald sich als der Mächtige zeigen und in einem
gewaltigen Handstreich die Herrschaft des Landes an sich
reißen und sich dann als der wahre Messias Gottes erweisen.
In diesem ganzen Abschnitt geht es dem Evangelisten darum,
zu zeigen, wie Jesus sich bemüht, seine Jünger
dahinzubringen, daß sie erkennen, daß gerade wie er ist, wie
er predigt und wie er handelt, wie er leiden und sterben
wird, er sich als der wahre Messias Gottes erweist, der
gleichzeitig der leidende Gottesknecht und Menschensohn ist.
Es heißt:
"Und er hob an, sie zu lehren: Des Menschensohn muß viel
leiden und verworfen werden von den Ältesten und
Hohenpriestern und Schriftgelehrten und getötet werden und
nach 3 Tagen auferstehen."
Erstaunlich ist, in welch einer Klarheit Jesus Christus
seinen Weg vor sich liegen sieht. Er weiß den Weg, den er im
Gehorsam gegenüber seinem Vater im Himmel zu gehen hat, der
immer durch das Leiden und Sterben hindurchführt.
Es gibt keinen anderen Weg zu unserer Erlösung, zu unserer
Errettung, als den,, daß Jesus Christus um unsretwillen
leiden und sterben muß, und zwar so, daß er zu diesem Wege,
den sein Vaterim Hiummel ihm vorgezeichnet hat, ein
freiwilliges volles Ja sagt. Wie singen wir in einem
Passionslied:
"Geh hin mein Kind, und nimm dich an
der Kinder, die ich ausgetan
zur Straf und Zornesruten;
die Straf ist schwer,
der Zorn ist groß,
du kannst und sollst sie machen los
durch Sterben und durch Bluten.
Ja, Vater, ja, von Herzensgrund,
leg auf, ich will dir's tragen;
mein Wollen hängt an deinem Mund,
mein Wirken ist dein Sagen."
Der Weg Jesu endet dann aber nicht definitiv im Tode,
sondern in der ewigen Herrlichkeit. Am Ende aller
Leidenswege Jesu Christi steht seine Auferstehung, seine
Verherrlichung, seine Thronbesteigung als Herrscher Himmels
und der Erden. Aber alle seine Wege müssen zuerst durch das
Leiden und Sterben hindurch.
Jesu Zeugnis, daß er als der Messias Gottes gleichzeitig
auch der leidende Menschensohn ist, gilt zu seinen Lebzeiten
nur seinen Jüngern, den anderen sollte diese Wirklichkeit
noch verborgen bleiben. Erst nach der Auferstehung Jesu
Christi soll es öffentlich verkündigt werden. Wir lesen
nämlich in Vers 30 so:
"Und er bedrohte sie, daß sie niemand von ihm sagen
sollten."
Und in Vers 31 + 32 lesen wir:
"Und nach 3 Tagen wird der Menschensohn auferstehen und in
der Öffentlichkeit dieses Wort verkündigen."
Daß die Jünger in keinster Weise savon überzeugt sind, daß
ihr Herr und Meister, Jesus Christus, als der Messias
Gottes, auch leiden und sterben muß, das zeigt das Verhalten
des Petrus, der noch kurz vorher sich zu seinem Herrn und
Meister als dem Messias Gottes bekannt hatte. Was tut er,
nachdem Jesus sein Leiden und Sterben angekündigt hat?
Wir lesen:
"Und Petrus nahm den Herrn beiseite und fing an, ihm zu
wehren."
In unsere heutige Sprache übersetzt, würde das heißen:
Petrus nahm ihn an die Seite und schimpfte ihn aus: Du bist
wohl verrückt geworden, uns solche Dinge über dich zu
erzählen.
Für die Jünger und auch für Petrus besonders hat das
Erzählen über das Leiden und Sterben des Messias Gottes die
Reaktion, daß sie meinen, Jesus selbst rede irre und müsse
vielleicht ein wenig zurechtgestupst, zurechtgestoßen,
werden.
Aber hier muß es nun zu einem sehr harten Zusammenstoß
kommen, denn hier tritt etwas in Sicht, was schon in der
Versuchungsgeschichte deutlich geworden ist. Entweder er,
Jesus Christus, ist seinem Vater im Himmel treu und gehorsam
und er geht den Weg des Leidens und Sterbens oder er läßt
sich vom Gegenspieler Gottes, dem Satan, einfangen, der ihn
am Leiden und Sterben vorführen will, damit es keine
Erlösung, keine Errettung, für uns Menschen gibt.
In dem Bestreben des Petrus, ihn durch sein Handeln am
Leiden und Sterben vorüberzuführen, ihm das Leiden zu
ersparen, sieht Jesus den Gegenspieler Gottes am Werk. So
zeigt er es mit ganz klaren Worten, auf welcher Seite er
steht und stehen bleiben wird:
"Jesus aber wandte sich um und sah seine Jünger an und
bedrohte Petrus und sprach: Hebe dich weg, Satan, von mir!
Denn du meinst nicht, was göttlioch ist, sondern was
menschlich ist!"
Wenn wir das heute so lesen und hören, dann kann es
eigentlich nicht anders sein, als daß wir unserem Herrn und
Heiland danlbar dafür sind, daß er den Weg des Gehorsams
ging, allen Widerständen zum Trotz, durch das Leiden und
Sterben hindurch zu unserer Errettung und zu unserer
Erlösung.