Markus - Evangelium 040
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:15/08/1963
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Wochengottesdienst
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Markus 6, 45 - 56
Skopus: Jesus kommt zu den Jüngern auf dem See
Markus - Evangelium 40 - 6, 45 -56
"Sogleich trieb er sein Jünger an, in das Boot zu steigen
und vor ihm nach Betsaida hinüberzufahren, bis er das Volk
entlassen hätte. Und als er sich von ihnen verabschiedet
hatte, ging er hin auf einen Berg, um zu beten. Und am Abend
war das Boot mitten auf dem See und er auf dem Lande allein.
Und er sah, daß sie sich beim Rudern abplagten, denn der
Wind stand ihnen entgegen. Und um die vierte Nachtwache kam
er zu ihnen und ging auf dem See und wollte an ihnen
vorübergehen. Und als sie ihn auf dem See gehen sahen,
meinten sie, es wäre ein Gespenst, und schrien, denn sie
sahen ihn alle und erschraken. Aber sogleich redete er mit
ihnen und sprach zu ihnen: Seid getrost, ich bin's, fürchtet
euch nicht! und trat zu ihnen ins Boot, und der Wind legte
sich. Und sie entsetzten sich über die Maßen; denn sie waren
auch durch die Speisung mit den Broten nicht verständiger
geworden, sondern ihr Herz war verhärtet."

Bei der Speisung der 5.000 Menschen wurde uns deutlich, daß
Jesus von Nazareth der Spender, der Geber, echten
menschlichen Lebens ist. So, wie er das Brot reicht und alle
satt wurden, so reicht er uns allen das Leben dar, mit
allem, was uns dieses Leben ermöglicht und wir werden vom
wahren Sinn dieses Lebens erfüllt.
In unseren heutigen Versen will uns der Evangelist Johannes
Markus verkündigen, daß dieser Jesus von Nazareth auch der
Herr über den Tod, der Beherrscher des Todes ist. Der
Evangelist tut das in seiner Predigt, indem er 2
Begebenheiten aus dem Leben Jesu zu einer Geschichte
zusammenarbeitet. Diese 2 Begebenheiten aus dem Leben Jesu
sind:
1. die Rettung seiner Jünger aus einer großen Seenot durch
sein bloßes Erscheinen;
2. Jesus wandelt auf dem Meer und zeigt dadurch, daß er der
Herr des Meeres ist. Das Meer diente in der alten Welt
bespielhaft zur Darstellung der Totenwelt.
Diese zusammengeordnete doppelte Geschichte sieht nun so
aus, daß nach der Speisung der 5.000, Jesus seine Jünger
vorausschickte auf das Meer, damit ist natürlich der See
Genezareth gemeint. Er aber will nachkommen, wenn er die
große Menschenmenge verabschiedet und noch Zeit zu einem
Gespräch mit seinem Vater im Himmel im Gebet gefunden hat.
Währenddessen sind die Jünger auf dem Meer in Seenot, in
Todesbedrängnis, geraten. Da erscheint Jesus auf dem Meer.
Er schreitet darüber hin. Das ist für seine Jünger so
erregend, daß sie nichts anderes denken können als daß ein
Gespenst an ihnen vorüberrauscht. Das Erscheinen eines
Gespenstes bedeutet in abergläubischer Weise, daß nun jede
Rettungsmöglichkeit vorbei ist. Sie sind rettungslos dem
Untergang geweiht. Wir erfahren solch einen Aberglauben noch
heute in der Sage vom Gespensterschiff im FLIEGENDEN
HOLLÄNDER.
Dieses Zusammentreffen von Seenot und Gespenstererscheinung
bewirkt, daß die Jünger vor Angst und Schrecken aufschreien.
Sie nehmen es einfach nicht wahr, daß in der Seenot Jesus
der ist, der sie aus der Todesbedrohung erretten will; sie
nehmen es einfach nicht wahr, daß ihr Herr und Meister der
Herr der Natur ist und der Krankheiten und auch des Todes
und daß er bereits auf dem Wege ist, und hier sogar auf dem
WEGE DES MEERES, um sie aus der Todesbedrohung zu retten.
Sie ahnen es auch nicht, daß durch dieses Wandeln auf dem
Meer Jesus sich gleichnishaft als der Herr und der Gebieter
der toten Welt erweist.
Stattdessen sind sie vom Aberglauben erfaßt, daß der über
das Meer Schreitende ein Gespenst ist, das zum Ausdruck
bringen will, daß es für sie keine Rettung mehr gibt.
Der Evangelist zeigt dadurch an, daß auch die Jünger in der
Frage der Bedeutung ihres Meisters nicht besser sind als die
Obersten und die anderen Menschen des Volkes. Sie können
nicht erkennen, geschweige denn anerkennen, daß Jesus von
Nazareth der Beherrscherrscher des Todes und der Totenwelt
ist.
Erkennen und anerkennen wir eigentlich, daß unser Herr und
Heiland Jesus Christus die Bezwinger des Todes ist und die
Schlüssel der Totenwelt in seinen Händen hält?
Der Evangelist deutet ebenfalls an, daß die Jünger auch bei
der Speisung der 5.000 in keiner Weise erkannt und anerkannt
haben, daß ihr Lehrer der Geber, der Spender unseres
menschlichen Lebens, ist.
Erkennen und anerkennen wir denn, daß unser Herr und Meister
Jesus Christus als der Lebensfürst unser Leben fest in
seinen Händen hält, daß wir ganz und gar von ihm abhängig
sind?
Von den Jüngern also sagt der Text:
"Und die Jünger entsetzten sich über die Maßen, denn sie
waren um nichts verständiger geworden über den Broten,
sondern ihr Herz war verhärtet."
Müßte der Evangelist dasselbe auch heute von uns in den
verschiedensten Situationen sagen? Aber der Herr über Leben
und Tod reißt seine Jünger und auch uns immer wieder aufs
neue aus der Todesbedrohung, heraus, trotz unseres
Unglaubens und Aberglaubens. Er ist und bleibt der Herr des
Todes. Wo er erscheint, auch heute noch, da meldet sich das
Leben zu Worte und der Tod wird als der von Jesus Christus
Besiegte sichtbar.
Unserem Aberglauben in den Fragen des Lebens und des Todes
stellt er sein machtvolles und göttliches Wort und
Bekenntnis entgegen:
"Seid getrost, ich bin's; fürchtet euch nicht!"
Haben wir Jesus Christus, dann haben wir alles zum Leben und
zum Sterben, weil er das Leben und den Tod in seinen Händen
hält. Wo dieses Wort Jesu Christi klar und deutlich gehört
wird:
"Seid getrost, ich bin's; fürchtet euch nicht!"
da wird die Fahne Jesu Christi als ein Zeichen des Siegers
und des Sieges gehißt, hochgezogen. Im Hören dieses Wortes
des Herrn erfahren die Jünger, wie alle Todesbedrohungen wie
weggeblasen sind.
Jesus verläßt nun mit seinen Jüngern das Schiff und schon
eilen aus dem ganzen Gebiet wieder die Kranken herbei. Wenn
sie selbst nicht mehr laufen können, werden sie von ihren
Freunden und Bekannten oder Familienangehörigen auf
Tragbahren zu ihm getragen.
Das ist nicht nur am See Genezareth so, sondern auf seinem
ganzen Weg durch dieses Gebiet.
Diese Krankenheilungen hier gehören mit der Speisung der
5.000 und dem Ereignis auf dem Meer zu einer Predigtreihe
zusammen. Diese Predigtreihe des Evangelisten Johannes
Markus verkündigt uns Jesus Christus als den Herrn über
Leben und Tod und auch die Krankheiten, die zwischen Leben
und Tod stehen, gehören dazu; sie unterstehen ebenfalls der
Befehlsgewalt unseres Herrn.