Markus - Evangelium 038
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:18/07/1963
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Wochengottesdienst
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Markus 6, 17 - 29
Skopus: Das Ende des Täufers Johannes
Markus - Evangelium 38 - 6, 17 - 29
"Herodes hatte Johannes ergreifen und ins Gefängnic werfen
lassen um der Herodias willen, der Frau seines Bruders
Philippus, denn er hatte sie geheiratet. Johannes hatte
nämlich zu Herodes gesagt: Es ist nicht recht, daß du die
Frau deines Bruders genommen hast. Herodias aber stellt ihm
nach und wollte ihn töten, konnte es jedoch nicht. Denn
Herodes fürchtete Johannes, weil wußte, daß er ein frommer
und heiliger Mann war, und ließ ihn zu seinem Schutze
bewachen; und wenn er ihn hörte, wurde er sehr unruhig und
doch hörte er ihn gern. Und es kam ein günstiger Tagm als
Herodes an seinem Geburtstag seinen Großen und den Obersten
und den Vornehmsten von Galiläa ein Festmahl gab. Da trat
die Tochter Herodias herein und tanzte und gefiel Herodes
und denen, die mit am Tische saßen, sehr. Da sagte der König
zu dem Mädchen: Erbitte von mir, was du willst, ich will
dir's geben.Und er schwor ihr feierlich: Was du von mit
erbittest, will ich dir geben, bis zur Hälfte meines
Königreichs. Und sie ging hinaus und fragte ihre Mutter:
Worum soll ich bitten? Die sagte: Um den Kopf des Johannes
des Täufers. Sogleich ging sie eilig zum König hinein und
bat ihn: Ich will, daß du mir auf der Stelle den Kopf
Johannes des Täufers auf einer Schüssel gibst. Und der König
wurde sehr betrübt. Doch wegen des Eides und wegen derer,
die mit am Tische saßen, wollte er sie keine Fehlbitte tun
lassen. Sogleich schickte der Jönig den Henker hin und
befahl, den Kopf des Johannes herzubringen. Der ging hin und
enthauptete ihn im Gefängnis, brachte seinen Kopf auf einer
Schüssel und gab ihn dem Mädchen, und das Mädchen gab ihn
seiner Muttefr. Als das seine Jünger hörten, kamen sie,
nahmen seinen Leichnam und legten ihn in ein Grab."

Diese Geschichte vom Tode des Täufers Johannes, die wir
gelesen haben, ist keine Predigt, die der Evangelist
Johannes Markus selbst ausgearbeitet hat, sondern eine
Erzählung, die er in Rom bereits schriftlich oder mündlich
vorgefunden hat. In ihr ist manches durch die verschiedenen
Erzähler im Laufe der Zeit einfach hinzugefügt worden, zumal
auch durch den Stoff dieser Erzählung die menschliche
Phantasie stark angeregt wird.
Historische Gegebenheiten können wegen der räumlichen
Entfernung von Palästina bis Rom und auch infolge des
zeitlichen Abstandes nicht mehr genau wiedergegeben werden.
So ist dieser Bericht vom Tode des Täufers zusammengesetzt
aus Dichtung und Wahrheit. Der Evangelist baut diese
Erzählung in sein Evangeliums-Predigtbuch ein, um zu zeigen,
welche Gefahr Jesus in Galiläa von Seiten des Königs Herodes
Antipas droht. Es ist ja der König, der den Täufer hat
umbringen lassen.
Wer war der eigentliche Urheber dieser Mordtat?
Die Frau des Königs, die den Namen Herodias trug. Hier wird
sie als die ehemalige Ehefrau des Bruders des Königs
bezeichnet. Dieser Bruder hieß Philippus. Das stimmt aber
mit den historischen Tatsachen nicht überein.
Die Herodias war die Ehefrau des Stiefbruders des Königs
gewesen, der auch den Namen Herodes trug. Aus dieser Ehe
hatte sie eine Tochter mit dem Namen Salome und diese war
die Frau des Bruders des Königs, des Philippus.
Die genauen Angaben haben wir von dem jüdischen
Geschichtsschreibers Josephus, der sich doch mehr an die
geschichtliche Wahrheit hält.
In erster Ehe war der König Herodes Antipas mit einer
Tochter des heidnischen Königs von Damaskus, Aretas IV.,
verheiratet. Dieser hat dann aber sie einfach wieder
zurückgeschickt, also Ehebruch betrieben, um seine
Schwägerin heiraten zu können. Darüber ist es sogar zu einem
Krieg zwischen Herodes Antipas und Aretas IV. von Damaskus
gekommen. Herodes Antipas muß in diesem Kriege eine schwere
Niederlage einstecken, die von den Frommen als eine gerechte
Strafe für seinen Ehebruch angesehen wurde.
Wir sehen, daß das sittliche Handeln um diesen König herum
nicht gerade auf einer hohen Stufe steht.
Unsere Erzählung sagt nun, daß Johannes der Täufer nicht
davor zurückgeschreckt ist, dem König und seiner su Unrecht
genommenen Frau Herodias Gottes Gebote vor Augen zu halten:
"Johannes hatte zu Herodes gesagt: Es ist nicht recht, daß
du deines Bruders Frau hast."
Darüber ist die Herodias so erbost, daß sie auf alle
mögliche Art und Weise dem Täufer nach dem Leben trachtete.
In der Geschichte des alten Volkes Gottes, des Volkes
Israel, hat es das schon einmal gegeben, daß eine Königin
einem Propheten nach dem Leben trachtete, weil er Gottes
Wort verkündigte.
Es war die Königin Isabel, die Frau des Ahabs. Der Prophet
hieß Elia.
Die Herodias nun scheint konsequent in ihrem Haß dem Ziele
der Beseitigung des Täufers zugehen zu wollen, sodaß der
König selbst ihn durch eine Schutzhaft vor seiner Frau
schützen mußte.
Während Herodias resolut in ihrem Haß ist, erscheint der
König als eine weichliche unentschlossene Depotengestalt.
Einmal scheute er vor einem Kriege wegen seines Ehebruchs
nicht zurück, und dann aber schützt er den Mann, der ihn auf
sein liederliches Tun hinweist.
Er wurde unruhig über das, was Johannes der Täufer ihm im
Auftrage Gottes sagte und im nächsten Augenblick läßt er es
zu, daß seine Schwiegertochter, die Tochter der Herodias,
also Salome, vor seinen Augen und vor den Augen der
höfischen Gesellschaft nackend tanzt. Nicht nur das, sondern
er findet selbst Gefallen daran und auch an ihr. Das jemand
aus einer könoglichen Familie sich tanzend den Blicken
anderer Menschen darbot, das gab es normalerweise im ganzen
Orient nicht, dazu wurde nur das gemeine Volk genommen.
Auf der einen Seite will er den Täufer schützen, und auf der
anderen Seite machte es ihm nichts aus, einen Eid, den er in
einer animierten Stimmung ausgesprochen hat, so ernst zu
nehmen, daß er darüber seinen Schutz gegenüber Johannes
vergißt und ihn in seinem eigenen Auftrag den Kopf
abschlagen läßt.
Durch List und Tücke hat also in ihrem Haß diese Herodias es
endlich fertiggebrahct, nicht bloß den Täufer zu töten,
sondern sogar ihren eigenen Mann gegen seinen Willen zum
Mörder an Johannes zu machen.
Es ist sicherlich nicht nötig, alle Einzelzüge dieser
Erzählung anzusprechen. Wir sehen, wie fatal die ganze
königliche Situation ist. Alles ist in einem bösartigen
Dunkel gehüllt. Dieses Dunkel würde auch nicht heller
werden, wenn es so geschehen wäre, wie es der
Geschichtsschreiber Josephus uns mitteilt.
Er teilt nämlich mit, daß Herodes Antipas den Täufer
Johannes hat töten lassen, weil er ihm zu mächtig geworden
war und er eine Revolution fürchtete.
Jedenfalls hat die Verworfenheit des Königshauses den Mord
des Täufers Johannes auf dem Gewissen und das Ende ist:
"Und da das seine Jünger hörten, kamen sie und nahmen seinen
Leib und legten ihn in ein Grab."
So endet schmählich der Vorläufer Jesu, der Täufer Johannes.
Und wir können fortfahren:
Und so zeichnet sich bereits das Ende des Jesus von Nazareth
ab, der der Sohn Gottes ist, denn die Lage bei demselben
König Herodes Antipas hat sich nicht geändert.
Ob die Lage bei den Mächtigen der Erde heute anders ist?
Die Verworfenheit unseres menschlichen Geschlechtes geht bis
in die Regierungskreise hinein. Die Zeitungen sind täglich
voll davon. Würde Jesus Christus heute zu uns auf die Erde
kommen, dann würde die Bedrohung für ihn nicht weniger
gefährlich sein als damals.
"O, wir armen Sünder."