Markus - Evangelium 036
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:20/06/1963
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Wochengottesdienst
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Markus 6, 6b - 13
Skopus: Aussendung der zwolf Jünger
Markus - Evangelium 36 - 6, 6b - 13
"Und er ging rings umher in die Dörfer und lehrte. Jesus
rief die Zwölf zu sich und fing an, sie je zwei und zwei
auszusenden, und gab ihnen Macht über die unreinen Geister
und gebot ihnen, nichts auf den Weg mitzunehmen als allein
einen Stab, auch kein Brot, keine Tasche, kein Geld im
Gürtel, wohl aber Schuhe, und nicht zwei Hemden anzuziehen.
Und er sagte zu ihnen: Wo ihr in ein Haus gehen werdet, da
bleibt, bis ihr von dort weiterzieht. Doch wo man euch nicht
aufnimmt und nicht hört, da geht hinaus und schüttelt den
Staub von euren Füßen zum Zeugnis gegen sie. Und sie zogen
aus und predigten, man solle Buße tun, und trieben viele
böse Geister aus und salbten viele Kranke mit Öl und machten
sie gesund."

Jesus findet in seiner Heimatstadt Nazareth nur eine
allgemeine eisige Ablehnung. Obwohl es in unserem Text
heißt, daß er ringsumher in die Dörfer ging und lehrte,
befindet er sich doch auf dem Wege, sich nicht nur aus
Nazareth, sondern aus dem ganzen Gebiet, das um diesen Ort
liegt, zurückzuziehen.
Denken wir einmal daran, wie Jesus bei der Heilung des
Besessenen im heidnischen Gebiet der 10 Städte, der
Dekapolis, von der Bevölkerung abgelehnt wurde und das
Gebiet verlassen mußte. Er verließ zwar dieses Gebiet,
beauftyragte aber den geheilten Besessenen mit der
Verkündigung der Botschaft vom nahe herbeigekommenen Reich
Gottes.
In ähnlicher Weise bekommen jetzt seine Jünger den Auftrag,
in diesem Gebiet Galiläa das Wort von der Umkehr zu Gott zu
predigen. Er schickt sie zu diesem Dienst immer zwei zu
zwei. Dieses geschieht zu gegenseitiger Ermunterung und
Hilfe.
Ihre Predigten sollen durch Taten, die nur auf Befehl Gottes
getan werden können, unterstrichen werden. Sie bekommen
Macht und Gewalt über die dämonischen Geister, also über die
Mächte der Finsternis.
Wir ersehen aus unseren Versen, daß der Evangelist zeigen
will, daß Jesus von Nazareth, der als ein abgelehnter
Wanderprediger erscheint, in Wirklichkeit Gottes Sohn ist.
Kein anderer als er hätte diese Beauftragung, diese Sendung
der Jünger, vornehmen können.
Jesus schickt seine Jünger, wie ein Herr seine Diener
schickt. Auch gegenüber den Zwölf handelt er in göttlicher
Vollmacht. Wenn es hier nun in unserem Text heißt:
"Jesus gebot ihnen, daß sie nichts mitnehmen auf den Weg als
allein einen Stab, kein Brot, keine Tasche, kein Geld im
Gürtel, wohl aber Schuhe an den Füßen, und daß sie nicht 2
Röcke anzögen.",
dann soll damit zum Ausdruck gebracht werden, daß seine
Jünger sich nicht auf menschliche Sicherungen, Reserven oder
Vorsorgemaßnahmen, nicht -einmal auf ein Stück Brot-
verlassen dürfen, sondern ganz auf den Glauben an Jesus
angewiesen sind, der sie mit dem, was sie brauchen und nötig
haben, schon versorgen wird.
Das gilt nicht nur damals. sondern gilt auch noch heute.
Zum weiteren wird damit geagt, daß die Situation eines
Jüngers immer die ist, daß er gesandt wird.
Ohne diese Bereitschaft zum Dienst gibt es keine
Jüngerschaft. Der Jünger Jesu ist immer zum Dienst berufen.
Auch wir haben uns zum Dienst für unseren Herrn und Heiland
bereitzuhalten.
Und so, wir es ihrem Herrn Jesus Christus ergangen ist, so
wird es auch seinen Jüngern ergehen. Einige werden sie mit
ihrer Botschaft annehmen, andere werden von ihnen und ihrer
Botschaft nichts wissen wollen. Das hat sich bis auf den
heutigen Tag noch nicht geändert.
Mit dem Ausdruck
"schüttelt den Staub von den Füßen,"
wird eine unreine, eine unheilige, Sache bezeichnet. Da, wo
man Jesu Jünger und seine Botschaft nicht annehmen und sie,
die Jünger, nicht aufnehmen will, da ist die größte
Unreinheit und Gottlosigkeit zu Hause, selbst wenn man sich
dort als Kinder Gottes oder als Volk Gottes bezeichnet,
selbst wenn man meint, auf heiligem Boden zu leben.
Wir könnten natürlich in dieser Weise fortfahren: Da, wo man
von der Botschaft von Jesus Christus und seinen Boten nichts
wissen, sie nicht annehmen und nicht aufnehmen will, da
herrscht die größte Gottlosigkeit, selbst wenn sich das in
der Kirche, im Gottesdienst oder innerhalb der Gemeinde
ereignen würde.
Das "Staub von den Füßen schütteln"
zeigt an, daß Jünger Jesu mit solch einer Gottlosigkeit, die
Gott trotzdem im Munde führt, nichts zu tun haben.
Uns wird berichtet, daß die Jünger Jesu auf seinen Befehl,
auf seine Sendung, hin, sich wirklich in Marsch setzen.
Bevor Jesus das Land verläßt, das von ihm nichts wissen
will, rufen seine Jünger noch einmal das Hereinbrechen der
Königsherrschaft in der Gestalt dieses Menschen Jesus von
Nazareth aus und fordern auf, die bisherigen Wege zu Gott
aufzugeben und zu verlassen und den Weg zu gehen, den Gott
uns in einer ganz neuen Weise gewiesen hat und dieser Weg
heißt JESUS CHRISTUS.
Uns wird auch mitgeteilt, daß die Jünger in Vollmacht ihre
von Jesus verliehene Macht über die dämonischen Mächte und
über die Krankheiten praktizieren konnten. Dadurch bekommt
ihre Botschaft eine ganz andere Gestalt.
Merkwürdig in unserer Erzählung ist, daß uns in keinster
Weise Einzelheiten bei der Ausführung dieser Sendung der
Jünger zwei zu zwei mitgeteilt wurde. Wir werden im Unklaren
gelassen, in welche Ortschaften die Jünger gehen oder wo
Jesus sich während dieser Zeit aufhält. Uns wird auch in
keinster Weise gesagt, wie die Antwort der Leute auf die
Botschaft der Jünger ausgefallen ist. Einige Ausleger deuten
das mit Recht so:
Der Evangelist Johannes Markus lebte in einer Zeit, in der
man bereits zu vergessen schien, daß der Ruf in die
Nachfoilge immer mit einem Dienst verbunden ist. In dieser
Zeit wußte man nicht mehr, daß eine Kirche nur dann rechte
Kirche ist, wenn sie die Botschaft weitersagt den Menschen,
die aus irgendwelchen Gründen nicht glauben. In dieser Zeit
eines gewissen Niedergangs oder Rückschritts weist der
Evangelist durch diese unsere Verse als Predigt hin, daß ein
selbstgenügsames Christentum, daß eine nur für sich dasein
wollende Kirche oder Gemeinde, daß ein nicht zum Dienst
bereiter Christ eine ganz unmögliche Sache ist.
Schon der auf Erden weilende Jesus von Nazareth hat seinen
Jüngern zum Dienst gerufen; schon der auf Erden weilende
Jesus von Nazareth hat seine Jünger zur Verkündigung des
Evangeliums ausgesandt.
Diese Tatsache der Gemeinde zu Rom durch diese Verse
zuzurufen, ist dem Evangelisten so wichtig, daß er die
anderen Einzelheiten darüber beiseite läßt, zumal er weiß,
daß die Heidenchristen, für die er ja schreibt, sich für
eine genaue Geograpfie des Geschehens garnicht
interessieren. Sie kennen ja kaum das Land Palästina.
Aber nicht nur den Christen zu Rom, sondern auch den
Christen zu Aldea Protestante gilt diese Tatsache aus dem
Leben Jesu, daß Christsein immer mit einem Dienst verbunden
ist. Der Christ, jeder Christ, ist immer dazu berufen, das
Evangelium von Jesus Christus denen weiterzusagen, durch
Wort und Tat, die noch nicht glauben.