Markus - Evangelium 032
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:18/04/1963
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:-Wochengottesdienst
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Markus 5, 1-20
Skopus: Heilung des besessenen Geraseners
Markus - Evangelium 32 - 5, 1 - 20
"Sie kamen ans andere Ufer des Sees in das Gebiet der
Gerasener. Und als Jesus aus dem Boot trat, lief ihm
sogleich von den Gräbern her ein Mensch mit einem unreinen
Geist entgegen, der hatte seine Wohnung in den Grabhöhlen.
Und niemand konnte ihn mehr binden, auch nicht mit Ketten.
denn er war oft mit Fesseln und Ketten gebunden gewesen und
hatte die Ketten zerrissen und die Fesseln zerrieben; und
niemand konnte ihn bändigen. Und er war allezeit, Tag und
Nacht, in den Grabhöhlen und auf den Bergen, schrie und
schlug sich mit Steinen. Als er aber Jesus von ferne sah,
lief er hinzu und fiel vor ihm nieder und schrie laut: Was
willst du von mir, Jesus, du Sohn Gottes des Allerhöchsten?
Ich beschwöre dich bei Gott: Quäle mich nicht. Denn er hatte
zu ihm gesagt: Fahre aus, du unreiner Geist, von diesem
Menschen! Und er fragte ihn: Wie heißt du? Und er
antwortete: Legion heiße ich; denn wir sind viele. Und er
bat Jesus sehr, sie nicht aus diesem Gebiet zu vertreiben.
Es war aber dort an den Bergen eine große Schweineherde auf
der Weide. Und die unreinen Geister baten ihn: Laßt uns in
die Schweine fahren! Und er erlaubte es ihnen. Da fuhren die
unreinen Geister aus und fuhren in die Schweine, und die
Herde stürzte sich den Abhang hinunter in den See, etwa
zweitausend, und sie ersoffen im See. Und die Schweinehirten
flohen und verkündeten das in der Stadt und auf dem Lande.
Und die Leute gingen hinaus, um zu sehen, was geschehen war,
und kamen zu Jesus und sahen, wie der Mensch bekleidet und
vernünftig dasaß, der von der Legion der unreinen Geister
besessen gewesen war, und berichteten auch von den
Schweinen. Und sie fingen an, Jesus zu bitten, aus ihrem
Gebiet fortzugehen. Und als er in das Boot trat, bat ihn der
Besessene, bei ihm bleiben zu dürfen. Aber er erlaubte es
ihm nicht, sondern sagte zu ihm: Geh nach Haus zu den Deinen
und verkündige ihnen, welch große Wohltat dir der Herr getan
und wie er sich über dich erbarmt hat. Und der ging hin und
fing an, in den zehn Städten zu verkünden, welch große
Wohltat ihm Jesus getan hatte, und alle wunderten sich
darüber."

Schon im letzten Abschnitt bei der Stillung des Sturmes
finden wir Jesus bei der Überfahrt auf dem See Genezareth.
Jenseits des Sees, überhaupt jenseits des Jordans, im
sogenannten Ostjordanland, liegt das Gebiet der 10 Städte,
der Dekapolis. Es ist heidnisches Gebiet. Jesus verläßt also
das Land des Volkes Israel und betritt fremdes, heidnisches
Land.
Hier in unserem Text wird uns das Land als das Land der
Gerasener bezeichnet.
Wir sind bei dieser Bezeichnung in einer schwierigen Lage.
Einige alte Handschriften haben andere Ortsangaben, wie die
Gegend der Gadarener oder die Gegend der Gergesener.
Vielleicht kann man am besten lesen: Die Gegend der
Gadarener.
Die Stadt Gadara liegt 15 km südöstlich des Sees, aber ihr
Gebiet reicht bis zum See Genezareth, der dort eine steile
Küste von 6 - 12 m Höhe hat.
Und eben hat Jesus das Schiff verlassen, eilt ihm ein mit
einem unsauberen Geist besessener Mensch entgegen. Dieser
Mensch haust in den Grabeshöhlen eines in der Nähe liegenden
Friedhofes.
Jesus steht hier also auf unreinem, heidnischen, Boden,
kommt in Berührung mit einem unreinen von bösen Geistern
besessenen Menschen, der sich auch körperlich durch die
Berührung mit den Toten verunreinigt hat.
Wenn der Evangelist diese Begegnung hier so ausführlich bis
in alle Einzelheiten verkündigt, so will er gerade den
Heidenchristen, denen er dieses Evangelium ja geschrieben
hat, in einer besonderen Weise betonen: Jesus Christus hat
es von Anfang schon mit den Heiden zu tun gehabt, trotzdem
es natürlich nicht geleugnet werden kann, daß er zuerst
seine Aufgabe unter den Angehörigen des alten Volkes Gottes,
des Volkes Israels, erfüllen muß.
Es ist schwer zu erklären, was mit dem Besessenen eigentlich
los war. Vielleicht war es eine gewisse Art von
Geistesgestörtheit und wir würden es heute als eine
Geisteskrankheit bezeichnen. Allerdings wissen wir auch, daß
alle Krankheiten des Leibes und der Seele und selbst der Tod
im letzten Grunde Zeichen dafür sind, daß die gottwidrige
Welt nach uns greift, weil wir dieser Welt einen gewissen
Raum in unserem Leben eingeräumt haben.
Und in diesem Besessenen begegnet Jesus ein Stück dieser
satanischen Welt. Dabei ist es nicht wichtig, ob wir eine
wirkliche teuflische Besessenheit annehmen oder eine
Geisteskrankheit. Eine gottwidrige Macht ist es auf jeden
Fall, die einen Menschen geistig so verheert hat, daß er
sein Leben zwischen den Leichen in den Grabeshöhlen fristet,
sich mit Steinen Verletzungen zufügt, Fesseln und Ketten mit
einer ungeheuren Macht zerreißt und nicht gehalten werden
kann.Das Heidentum ist ja in ähnlicher Weise ein Stück
realer satanischer Wirklichkeit. Und was tut dieser Mensch,
der unter der Macht und Gewalt der satanischen Welt steht?
Wir lesen:
"Da er aber Jesus sah von ferne, lief er hinzu und fiel vor
im nieder, schrie laut und sprach: Was willst du von mir, o
Jesu, du Sohn Gottes, des Allerhöchsten? Ich beschwöre dich
bei Gott, daß du mich nicht quälst."
Der Mensch hat nicht mehr über sich selbst Gewalt. Eine
andere Macht ist über ihn gekommen. Diese Macht ist es auch,
die die Führung dieses Menschen übernommen hat. Er ist außer
sich. Die Worte, die dieser Mensch spricht, sind auch nicht
seine eigenen Worte, sondern die der Macht, die die Führung
dieses Menschen übernommen hat.
Wir sind auch hier erstaunt darüber, daß diese satanische
Welt, die aus dem Menschen spricht, keinen Augenblick im
Zweifel ist, wer dieser Mensch Jesus von Nazareth ist, der
ihr da begegnet:
"O Jesu, du Sohn Gottes, des Allmächtigen."
In ihrer Begegmumg mit Jesus geht es immer um Leben und Tod,
um Sein oder Nichtsein, denn er, der Sohn Gottes, ist doch
gerade auf die Erde gekommen, um diese satanische Welt, die
über uns Macht zu gewinnen sucht, zu zerstören und zu
vernichten.
Allerdings war es bei der Zauberei damals so, daß man mit
dem Wissen und Aussprechen des Namens des anderen, diesen
anderen in seine Gewalt bekommen will. Wer den Namen des
anderen weiß und ausspricht, hat Gewalt über ihn. Er kann
wenigstens verhindern, daß der andere ihm Schaden zufügt.
Im Aussprechen des Namens Jesu als des Sohnes Gottes will
diese fremde Macht den Menschen Jesus bannen, daß er sein
Werk der Vernichtung dieser Macht nicht vollführen kann.
"Ich beschwöre dich, Jesus, daß du mich nicht quälest."
Als diese Macht spürt, daß sie Jesus, den Sohn Gottes, des
Allerhöchsten, durch Zauberei nicht bannen kann, verlegt sie
sich aufs Bitten:
"Und die unsauberen Geister baten ihn und sprachen: Laß uns
in die Säue fahren."
Wir spüren hier die göttliche Vollmacht dieses Jesus von
Nazareth, dem alles untertan ist, selbst die satanische
Welt, die sich auf's Bitten verlegen und die doch auf Jesu
Wort hin in ihr Verderben rennen muß.
"Da fuhren die unsauberen Geister aus und fuhren in die
Säue, und die Herde stürzte sich den Anhang hinunter ins
Meer, ihrer waren aber bei zweitausend, und ersoffen im
Meer."
Wir sagten es schon, daß es in dieser Begegnung auch um die
Begegnung Jesu mit dem Heidentum geht. Im Heidentum wird von
dem israelitischen Gott als dem Allerhöchsten geredet. Nur
im Heidentum gibt es Schweineherden wie hier in unserem
Text. Im Volke Israel gelten die Schweine als unreine Tiere
und es war strengstens verboten, Schweinefleisch zu essen.
Im Heidentum wütete besonders die satanische Welt. Sie hatte
sich mit tausenden von bösen Geistern auf diesen armen
Menschen gestürzt. Das will der Name LEGION sagen.
Selbst also inmitten des heidnischen Landes, inmitten des
besonderen Herrschaftsbereiches der Gegenmacht, gelingt
Jesus von Nazareth, der der Sohn Gottes ist, ein
entscheidender Schlag. Diese Macht muß eine gewaltige
Niederlage einstecken. Jesus bleibt Sieger.
Ihm war die Befreiung eines einzigen Menschen aus der Gewalt
des Satans wichtiger als 2.000 Schweine, unreine Tiere, die
mit den unreinen Geistern im Meer ertranken.
Allerdings dachten nicht so die Besitzer dieser Schweine.
Ihnen war natürlich ihr Besitztum ungemein wichtiger als
dieser eine Mensch. Und wir können es sehr gut verstehen,
daß sie, als die Hirten, die die Schweine hüteten,
berichteten, was sich zugetragen hat, über einen solchen
Verlust ihres Besitztum aufbegehrten. Sofort eilten sie zu
der Stelle, da das geschehen sein sollte. Jesus ist noch
dort. Bei ihm ist der Mensch, der aus der Gewalt der
satanischen Macht befreit worden war.
Diesen Menschen haben sie wohl als einen Schreck, als eine
Plage des Gebietes alle gekannt.
Nun finden sie ihn gesittet, ordentlich gekleidet,
vernünftig dreinschauend bei Jesus, allerdings sind die
Schweine wirklich von der Bildfläche verschwunden. Obwohl
sie zutiefst erschüttert sind über das Ereignis, so daß sie
sich fürchteten, möchten sie doch keine Bekanntschaft mit
Jesus schließen. Der Schreck über den Verlust der Schweine
steckt ihnen doch sehr in den Knochen. Sie bitten Jesus, daß
er verschwinde. Was kann, nachdem das geschehen war, dieser
Mensch Jesus nicht noch alles anstellen? Sie Fühlen sich in
seiner Gegenwart ihres Lebens nicht mehr sicher.
"Und sie fingen an, Jesus zu bitten, daß er aus ihrer Gegend
zöge."
Er erfüllt ihre Bitte und besteigt das Boot, das ihn wieder
zurückbringen soll.
Da kommt jetzt der Wunsch des Geheilten, mit ihm, seinem
Retter, gehen zu dürfen. Jesus aber lehnt die Erfüllung des
Wunsches ab:
"Gehe hin in dein Haus zu den Deinen und verkündige ihnen,
wie große Wohltat dir der Herr getan und sich deiner erbarmt
hat."
Die Ablehnung des Wunsches, mit Jesus gehen zu dürfen,
bedeutet also nicht, daß er nichts mehr mit ihm zu tun haben
will. Nein, im Gegenteil = er stellt ihn sogar in seinen
Dienst. Er macht ihn gewissermaßen zum ersten Missionar,
der die Botschaft vom gnädigen und barmherzigen Gott, der
sich durch Jesus von Nazareth auch seiner erbarmt hat, den
Heiden verkündigt.
Unser Wort sagt uns, daß dieser Gerettete seinen Auftrag als
erster Heidenmissionar im Gebiet der Dekapolis auch
ausführt:
"Und er ging hin und fing ann, zu verkündigen in den zehn
Städten, wie große Wohltaten ihm Jesus getan hatte, und
jedermann verwunderte sich."
Der Evangelist Johannes Markus will mit dieser seiner
Predigt uns verkündigen, daß Jesus von Nazareth nicht nur
der Messias des alten Volkes Gottes, des Volkes Israel, ist,
sondern der Heiland aller Menschen. Seine Herrschaft über
die finsteren Mächte reicht bis ins Heidentum hinein. Nicht
nur dem Volk Osrael soll das Evangelium, die frohe
Botschaft, gesagt werden, sondern auch den Heiden,
vielleicht sogar gerade denen, die am meisten und am
schwersten unter der Tyrannei der satanischen Macht zu
leiden haben.
Da wir jas auch nicht zum Volks Israel gehören und unsere
Vorfahren ebenfalls Heiden waren, Können wir sagen, daß in
dieser Offenheit Jesu für die Heiden auch wir schon gemeint
waren. Mit dieser offenen Tür durften auch wir Gottes Kinder
werden.














































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