Markus - Evangelium 028
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:27/09/1962
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Wochengottesdienst
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Markus 4, 21 - 25
Skopus: Vom Licht und rechtem Maß
Markus - Evangelium 28 - 4, 21 - 25
"Und Jesus sagte zu ihnen: Bringt man etwa das Licht herein,
um es dann unter einen Eimer oder unter eine Bank zu setzen?
Keineswegs, sondern um es auf einen Leuchter zu setzen. Denn
es ist nichts verborgen, was nicht offenbar werden wird, und
es ist nichts geheim, was nicht an den Tag kommen wird. Wer
Ohren hat, der höre! Und er sagte zu ihnen: Seht zu, was ihr
hört! Mit dem Maß, mit dem ihr meßt, wird man euch wieder
messem, und man wird euch noch mehr dazugeben. Denn wer
etwas hat, dem wird noch mehr gegeben werden; wer aber
nichts hat, dem wird man auch das nehmen, was er hat."

Wir haben vier verschiedene Bilder vor uns, die uns vom
Reiche Gottes, das in Jesus von Nazareth zu uns auf die Erde
gekommen ist, berichten wollen. Es sind die 4 folgenden
Bilder:
1. Das Licht, das einen Standplatz in aller Öffentlichkeit
haben muß.
2. Jede Verborgenheit kommt an das helle Licht.
3. Das Maß, mit dem wir messen,
4. Die Erfahrung des menschlichen Lebens: Wer viel hat,
bekommt immer noch mehr und wer wenig hat, verliert auch
noch das Wenige.
Im ersten Bilde zeigt uns der Herr eine Lampe, die hell
scheint. Wenn eine Lampe angezündet wird, wo wird sie dann
hingestellt? Sie wird da hingestellt, wo sie ihre Aufgabe
erfüllen kann, auf einen Leuchter, daß sie die ganze
Umgebung hell macht. Niemand würde auf den Gedanken kommen,
eine Lampe unters Bett zu stellen oder unter einen
umgedrehten Kochtopf. Da würde sie ihre Aufgabe "zu
leuchten" garnicht erfüllen können. In der selben Weise ist
es auch ein Ding der Unmöglichkeit, daß Jesus von Nazareth,
als der Mittelpunkt der auf die Erde gekommenen Herrschaft
Gottes, beiseite in die Verborgenheit gedrängt werden darf.
Sein Auftrag ist es, diese Tatsache des Reiches Gottes aller
Welt zu verkündigen und sichtbar zu machen. Es gehört zum
Wesen des Evangeliums, daß es in aller Öffentlichkeit
weitergesagt werden will. Ein Glaube an Jesus Christus nur
im Herzen; ein Glaube, von dem der Mitmensch nichts merken
kann, ist einfach ein Ding der Unmöglichkeit. Zur
Wirklichkeit des Reiches Gottes gehört es, daß es in aller
Öffentlichkeit weitergesagt wird.
Man nimmt an, daß Jesus selbst diese 4 Gleichnisse nicht
hintereinander gesprochen hat, sondern zu verschiedenen
Zeiten und bei verschiedenen Gelegenheiten. Man nimmt das
an, weil die verschiedenen Bilder bei den anderen
Evangelisten in einer anderen Reihenfolge oder
Zusammensetzung verkündigt wurden. So können wir sagen, daß
der Evangelist Johannes Markus in unserem Evangelium die
Reihenfolge dieser 4 Gleichnisse selbst geordnet hat. Für
ihn war es zwingend, daß nach der Predigt Jesu über den
Öffentlichkeitscharakter des Reiches Gottes und auch seines
Wirkens, nun das Wort, die Gleichnispredigt Jesu, gehört
wird, die erklärt, warum trotzdem Jesus immerwieder in die
Stille, in die Verborgenheit entweicht, oder zu entweichen
sucht:
"Denn es ist nichts verborgen, das nicht offenbar werde, und
nichts heimliches, daß nicht soll an den Tag kommen."
Das Entweichen Jesu in die Stille und Verborgenheit ist
nicht gegen den Öffentlichkeitsanspruch des Reiches Gottes,
sondern unterstützt sogar diesen Öffentlichkeitscharakter.
Er wird mit desto größerer Kraft in aller Öffentlichkeit
erscheinen.
Wir kennen doch das Sprichwort:
"Es ist nichts so fein gesponnen, es kommt doch an das Licht
der Sonnen."
Wenn das schon für das Böse gilt, wievielmehr gilt das auch
für das Gute, für die Sache des Reiches Gottes, für Jesus
Christus.
Die Beweisführung des Evangelisten ist für uns heute ein
wenig fremd und unverständlich, aber trotzdem müssen wir ihr
folgen, wenn wir alles recht verstehen wollen.
Auch für uns heute dürfen wir wissen, daß die uns heute
verborgenen Wirklichkeiten des Reiches Gottes, der
Herrschaft Jesu Christi, in sich die Gesetzmäßigkeit haben,
einmal in aller Öffentlichkeit ans Licht zu kommen. Alles,
worauf wir als Christen am Ende der Tage warten, wird in
aller Öffentlichkeit eine Realität vor aller Augen werden.
Zwischen dem 2. und 3. Gleichnis folgt in einer doppelten
Weise die Aufforderung, unter allen Umständen auf diese
Bildpredigten zu achten:
"Wer Ohren hat, zu hören, der höre! Sehet zu, was ihr
höret!"
Was ist denn so wichtig, das so ernst genommen und nicht
vergessen werden darf und soll?
"Mit welchem Maß ihr messet, wird man euch wieder messen,
und man wird euch noch zugeben."
Wir haben gehört, daß das Evangelium vom Reiche Gottes,
einen Lichtcharakter und einen Öffentlichkeitscharakter hat.
Es will hineinstrahlen in die dunkle Welt, auch durch den,
der zu Jesus Christus gehört. Wir haben unseren Glauben
nicht für uns, sondern auch für die anderen.
Auch der Mensch, der neben mir und dir steht und lebt, soll
unter der Botschaft von der offenen Tür zum Himmelreich ein
froher Mensch, ein freier Mensch, werden. Wir, die wir zu
Jesus Christus gehören; alle, die Jünger und Jüngerinnen
Jesu Christi sind oder sein wollen, sollen diese Aufgabe
ausführen, das Evangelium dem anderen weiter zu sagen. Es
soll das Licht der dunklen Welt werden, durch uns, durch
dich und durch mich.
Normalerweise ist es ein Gesetz dieser Welt, daß der, der
etwas abgibt, etwas weniger hat, etwas verliert. Im Reiche
Gottes aber gilt ein anderes Gesetz:
"Mit welcherlei Maß ihr zumesset, wird euch wieder
zugemessen werden, noch mehr als ihr angewandt habt."
Was wir aus unserem Glauben heraus an andere abgeben,
schadet uns nicht. Alles , was wir um Jesu willen, um des
Reiches Gottes willen, einem Armen geben, ist für uns nicht
verloren. Alles, was wir an Geld und Zeit und Arbeit für die
Ausbreitung des Evangeliums aufwenden, macht uns nicht
ärmer, sondern reicher als zuvor.
Ach, wenn wir doch dieses so ganz andre Gesetz im Reiche
Gottes nie vergessen und immer daran denken und danach
handeln würden!
Alles, was wir für Jesus, seine Botschaft und für sein Reich
opfere, macht uns nicht ärmer, sondern reicher. Wir werden
mehr zurückerhalten, als wir ausgegeben haben.
An diese Tatsache, an das Gesetz im Reiche Gottes, knüpft
die 4. Bildpredigt Jesu an:
"Denn wer da hat, dem wird gegeben werden, und wer nicht
hat, von dem wird man auch das nehmen, was er hat."
Es wird noch einmal festgehalten, daß der, der gezeigt hat,
daß er Glauben an Jesus Christus und das Reich Gottes hat,
und zwar dadurch, daß er diesen Glauben weitersagt, noch
reicher wird im Glauben, noch tiefer und fester gegründet
als zuvor.
Nun aber wird weiter gefolgert. Wer das nicht tun kan oder
nicht tun will, mithelfen, daß diese dunkle Welt heller wird
durch das Evangelium vom Reiche Gottes, das durch Jesus von
Nazareth zu uns auf die Erde gekommen ist, der zeigt, daß er
nur einen schwachen, einen armen Glauben hat. Über solch
einen Glauben kann nur gesagt werden, daß er vollständig
sterben wird, daß er bereits in den letzten Zügen liegt.
"Wer nichts hat, wer wenig hat, von dem wird man auch noch
das nehmen, was er hat oder meint zu haben."
Ein Jünger Jesu, eine Jüngerin Jesu, ist immer im Dienst für
den Herrn und für sein Evangelium vom Reiche Gottes. Ist er
das nicht, ist sein Glaube ein sterbender Glaube. Das gilt
auch noch für uns heute.