Markus - Evangelium 004
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:22/09/1960
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Reffino, 18-2-1965 -Bibelstunde-
Meroú, 17-2-1965 -Bibelstunde-
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Wochengottesdienst
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Markus 1, 1
Skopus: Einleitung
Markus-Evangelium 3 - 1,1
"Dies ist der Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, dem
Sohne Gottes."

Johannes Markus hat dieses Evangelium geschrieben, damit
auch nach dem Tode der Apostel, die, die mit Jesus gewandelt
waren, die christliche Gemeinde, ein Zeugnis über ihn habe,
auf das sie sich verlassen konnten, das glaubwürdig war.
Dieses Zeugnis sollte nicht einfach eine Biographie sein,
nicht eine Aufzählung seiner Lebensdaten, auch nicht eine
Schilderung seines Todes. Es wollte dagegen verkündigen, daß
dieser Jesus von Nazareth, der auf dieser Erde mitten unter
uns als ein Mensch wie wir lebte, Gottes Sohn sei, der König
und Herr der ganzen Welt, der irdischen und der himmlischen
Welt. Dieses soll und will von Johannes Markus nicht
bewiesen , sondern gepredigt und verkündigt werden auf Grund
der Lebensereignisse Jesu.
Das ist auch ein besonderes Kennzeichen dieses Evangeliums
nach Markus, daß Jesus gepredigt wird als König und Herr,
auf Grund seiner Lebensereignisse, weniger auf Grund seiner
Worte und Reden.
Johannes Markus geht mit den Worten Jesu sehr sparsam um, im
Gegensatz zum Matthäus-Evangelium, in dem wir große Predigt-
und Spruchsammlungen haben, wie zum Beispiel die sehr lange
Bergpredigt.
Es wird uns also im Evangelium nach Markus Jesus von
Nazareth verkündigt als König und Herr, als Gottes Sohn,
besonders auf Grund seiner Taten.
Halten wir einmal folgendes vor unseren Augen: Durch die
Begegnung mit Jesus sind die Jünger zum Glauben an diesen
Jesus gekommen, daß er der Herr sei. daß er Gottes Sohn
sei. Die Jünger hatten dafür keine Beweise in der Hand,
sondern in der Begegnung mit Jesus ist dieser Glaube als ein
Geschenk Gottes über sie gekommen. Dann zogen die Jünger,
die Apostel, die das erlebt hatten, selbst durch das Land
und verkündigten und predigten von diesem Jesus. Und es
geschah, daß die, die zuhörten, durch ein Wunder selbst zu
einer Begegnung mit Jesus kamen. Dazu gehörte zum Beispiel
Johannes Markus, der durch Petrus Jesus Christus verkündigt
bekommen hat. Er wurde dadurch ein an Jesus Christus
gläubiger Mensch. Darauf setzte sich dieser Johannes Markus
hin und verkündigte ebenfalls den Herrn, indem er das
Evangelium niederschrieb. Denken wir daran, daß er dieses in
Rom niederschrieb, in der damaligen Hauptstadt der Welt, in
Rom, der Hauptstadt des großen römischen
Weltreiches.
Er schreibt für die Heiden, die noch wenig oder fast
garnichts von dem alten Volk Gottes, vom Volke Israels,
wussten. Darum muss er manche Dinge ausführlich beschreiben,
was nur für die Juden selbstverständlich war. Und auf
manches, was nur für die Juden wichtig war, konnte er ganz
verzichten, es für die Heiden niederzuschreiben. Er,
Johannes Markus, sieht in seinem Evangelium von Jesus
Christus die Heiden vor sich, die zum Glauben kommen sollen.
In ihrer heidnischen Welt mit ihren heidnischen Religionen,
in denen ihr Kaiser, ihr Cäsar, als Gott und Herr angebetet
und verherrlicht wird, verkündigt Johannes Markus durch das
Evangelium: Nur einer ist Herr - Jesus Christus. Nur ein
einziges Mal hat Gott, der Allmächtige, eine sichtbare
Gestalt angenommen, dort in Palästina in der Gestalt des
Jesus von Nazareth. Allein der, der die Verhältnisse in Rom
damals kennt, weiß auch die Ungeheuerlichkeit zu verstehen,
dass zu dem heidnischen Kult ein entschiedenes Nein gesagt
wird. Es wird damit zu allem heidnischen Kaiserkult ein
klares NEIN und ein deutliches Ja gesagt zu dem einzigen
Herrn und König, der über alle und über alles ist, Jesus
Christus.
Von daher können wir verstehen, daß die Christen damals
wegen Landes- und Staatsverrat und wegen
Majestätsbeleidigung angeklagt wurden, und auch wegen
Gotteslästerung, weil sie die Gottheit des Kaisers und sein
Herrsein über alles ablehnten und nicht anerkannten. Einer
nur ist Herr und Gott, Jesus Christus.
Wenn Johannes Markus auch das Evangelium auf Grund der
Predigten seines geistlichen Vaters, Petrus, schreibt, so
verkündigt er es allerdings nicht in derselben Weise wie der
Apostel Petrus, sondern er bezeugt und verkündigt das von
Petrus Gehörte, indem er es sortiert, ordnet, auswählt oder
auch beiseite läßt.
Das von Petrus Gehörte benutzt Johannes Markus so, daß eines
deutlich wird, daß Jesus von Nazareth der Sohn Gottes und
darum der Herr aller Herren und König aller Könige ist. Alle
Ereigniis und Geschehnisse um Jesus, alle seine Taten, die
diese Realität sichtbar machen, werden von dem Evangelisten
besonders herausgestellt und verkündigt.
Die anderen Evangelien, so können wir sagen, haben eine
andere Betonung und Herausstellung. Matthäus zum Beispiel
verkündigt Jesus Christus als den Messias des Volkes Israel,
Lukas als den Heiland, der sich besonders der Armen annimmt
und Johannes verkündigt, daß Gott Mensch geworden ist in der
Gestalt des Menschen Jesus von Nazareth.
Wir sehen, daß alle Evangelisten Jesus Christus verkündigen
und bezeugen, darin sind sich alle einig, aber jeder tut das
in einer anderen Weise, indem jeweils etwas Besonderes bei
diesem Jesus betont und herausgestellt wird.
Das ist ja heute noch bei allen Predigern und Verkündigern
so, daß sie alle von diesem Jesus Christus verkündigen, aber
jeder tut es jeweils auf eine andere Art und indem er eine
Seite dieses Geschehens um Jesus Christus besonders betont
und herausstellt.
Die besondere Betonung bei Johannes Markus liegt in der
Aussage:
JESUS VON NAZARETH IST GOTTES SOHN, IST HERR ALLER HERREN.
Mit dieser besonderen Betonung verkündigt der Evangelist in
seinem Evangelium Jesus Christus; indem er dieses Evangelium
schriftlich der christlichen Gemeinde übergibt.
Und dieses Evangelium wird nun seitdem in der christlichen
Kirche gepredigt und verkündigt bis auf den heutigen Tag.
Und dann geschah das große Wunder und es geschieht heute
noch, daß dadurch andere Menschen zum Glauben an diesen
Jesus Christus kommen.
Jesus Christus selbst, so können wir sagen, handelt in der
Predigt des Evangeliums, Er selbst ist es, der auch noch
heute durch die Predigt des Evangeliums an uns Menschen
handelt, uns ruft, uns zu gläubigen Menschen macht.
Das ist doch auch das größte Wunder in unserer heutigen
Zeit, daß es durch die bloße Verkündigung des Evangeliums
eine Schar von Menschen auf dieser Erde gibt, die gläubig
geworden sind an diesen Jesus Christus als ihrem Herrn. Ein
anderes Gläubigwerden als durch das Hören des Evangeliums
gibt es nicht.
Der Apostel Paulus schreibt in seinem ersten Brief an die
Korinther:
"Die Predigt von Jesus Christus ist in euch mächtig
geworden, denn es gefiel Gott wohl, durch dumme Predigt
selig zu machen die, so daran glauben."
Weil heute noch Jesus Christus durch die Predigt auf Grund
des Evangeliums, wie es uns Johannes Markus
niedergeschrieben hat, an uns wirkt, Menschen gläubig und
gehorsam macht, darum erweist sich dieses Evangeliums als
Gottes heiliges Wort, darum ist dieses Evangelium Gottes
Wort.
Dieses Wunder können wir nicht mit unserem Verstande fassen,
auch nicht beweisen, sondern nur dankend auch an uns wirken
lassen, damit wir immer gefestigter werden in dem Glauben an
Jesus Christus, der als Gottes Sohn Herr aller Herren, also
auch unser Herr, ist.