Kirchenjahr 1953/54 - 01a -
Lugar/Ort:Schwerte-Katechumenenunterricht für Jungen

Fecha/Datum:09/12/1953
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Pastoren-Rüstzeit in Villigst/Advent 1953
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Jesaja 9, 1-6
Skopus: Das Licht scheint in die Welt
Kirchenjahr 1953/54 -1a- Jesaja 9, 1-6 -KATECHESE-
"Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht;
und über die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell.
Du machst des Volkes viel; du machst groß seine Freude. Vor
dir wird man sich freuen, wie man sich freut in der Ernte,
wie man fröhlich ist, wenn man Beute austeilt. Denn du hast
das Joch ihrer Last und die Rute ihrer Schulter und den
Stecken ihres Treibers zerbrochen wie zur Zeit Midians. Denn
alle Rüstung derer, die sich mit Ungestüm rüsten, und die
blutigen Kleider werden verbrannt und mit Feuer verzehrt
werden. Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns
gegeben, und die Herrschaft ist auf seiner Schulter; und er
heißt Wunderbar, Rat, Kraft, Held, Ewig-Vater, Friedefürst;
auf daß seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein
Ende auf dem Stuhle Davids und in seinem Königreich, daß
er's zurichte und stärke mit Gericht und Gerechtigkeit von
nun an bis in Ewigkeit. Solches wird tun der Eifer des Herrn
Zebaoth."

ZIEL:
Wie das wahre Licht (= Jesus Christus) in diese Welt
strahlt und
alle Finsternis ( Teufel=Durcheinanderbringer)
vertreibt.
LERNSPRUCH:
1. Johannes 2, 8
Die Finsternis vergeht und das wahre Licht scheint
jetzt.
AUSFÜHRUNG:
Ihr lieben Jungen!
Wenn jetzt in der Winterzeit schon sehr früh am Tage die
Dunkelheit hereinbricht, sind wir alle in einer glücklichen
Lage. Es ist wohl wahr, daß die Dunkelheit jetzt früh über
unser Land und über unsere Stadt hereinbricht, aber was
macht uns das schon aus. Wir sitzen zum Beispiel zu Hause
und machen unsere Schularbeiten. Zuerst können wir alle gut
sehen, dann wird es aber immer dämmriger, schließlich können
wir nichts mehr machen, weil es ganz dunkel geworden ist.
Aber da ist doch nichts dabei, werdet ihr sagen. Und ihr
habt recht, denn wie selbstverständlich macht ihr bei
Eintritt der Dunkelheit einen bestimmten Griff.
WOHIN? Zum Lichtschalter und im Nu wird es in unserem Zimmer
hell, die Dunkelheit ist verschwunden.
Und wer von euch schon einmal eine Wanderung am
Spätnachmittag oder Abend gemacht hat, der wird draußen in
der Natur dasselbe erlebt haben.
Immer dichter legt sich die Dunkelheit über unseren Weg und
wir fangen an, zu stolpern. Aber nicht lange und auf unserem
Wege wird es hell.
WAS WAR GESCHEHEN? Der Mond und die Sterne sind
hervorgekommen und beleuchten unseren Weg, und wir brauchen
nicht mehr in der Dunkel umherzuirren.
Aber noch schöner können wir es bei einer Nachtwanderung in
den frühen Morgen hinein erleben, wie in die finstere Nacht
mit einem Male die helle Sonne hineinstrahlt und in kurzer
Zeit die Dunkelheit vertreibt. Ein Glanz liegt dann über
Wald und Flur und über Städte und Dörfer.
Nun sagt der Prophet Jesaja, daß ein ganzes Volk im Finstern
wandeln muß. Aber er sagt auch weiter, daß über diesem
Volke, das im Finstern wandelt, mit einem Male
DIE HELLE STRAHLENDE SONNE
aufgeht.
Es wird uns doch wohl von vornherein klar sein, daß mit der
Dunkelheit und mit dem Licht nicht die äußere Finsternis und
das äußere Licht gemeint sein kann. Es wird also vom
Propheten Jesaja nicht gesagt, daß über diesem Volke nicht
die Sonne aufgegangen sei. Nein, die Sonne hat um die
Mittagszeit genauso geschienen wie bei uns und wenn es
dunkel wurde, hatten die Leute in ihren Häusern Fackeln
angezündet, so wie wir bei uns das elekrische Licht
anknipsen.
So kommt die Frage:
WAS MAG DER PROPHET DAMIT GEMEINT HABEN, WENN ER SAGT: DAS
VOLK WANDELT IN DER FINSTERNIS?
Ihr wißt, daß wir, wenn ein Missionar in ein fremdes Land
zieht, sagen: Er geht in ein Land, wo das finstere Heidentum
noch herrscht.
* Hier ein Einschub eines Bildes: Wir sitzen am Abend zu
Hause in unserer Stube und lesen ein Buch. Das elekrische
Licht läßt uns vergessen, daß es draußen stockfinster ist.
Plötzlich, wir wissen nicht, was geschah: das Licht geht
aus. Wir haben keine Ahnung, ob uns jemand einen Streich
gespielt oder ob jemand einen Kurzschluß gemacht hat. Aber
eines wissen wir:
BEI UNS IST ES JETZT DUNKEL. WEIL DIE LEITUNG ZUM
ELEKTRIZITÄTSWERK UNTERBROCHEN IST, DAS DOCH FÜR UNS DEN
STROM BEREITHÄLT.
Wenn wir sagen, der Missionar geht in ein finsteres
Heidentum, dann soll damit zum Ausdruck kommen, daß da auch
eine Verbindung zerstört ist, die wieder in Ordnung gebracht
werden soll.
WELCHE VERBINDUNG IST HIER GEMEINT?
Die Verbindung zwischen Gott und den Menschen.
Wenn also die Verbindung zwischen Gott und den Menschen
zerstört ist, dann kommt eine große Finsternis über die
Menschen und über die Völker.
Der Prophet Jesaja meint aber nicht irgendein Volk, sondern
ein ganz bestimmtes?
Das Volk Israel, das alte Volk Gottes.
Vom Volke Gottes müßte man aber bestimmt annehmen, daß die
Verbindung zu Gott in Ordnung ist, aber Jesaja sagt auch von
diesem Volk Gottes:
DIE VERBINDUNG ZU GOTT IST ZERSTÖRT, darum wandelt es in der
Finsternis.
Denken wir noch einmal daran:
Wir sitzen beim elektrischen Licht in unserer Stube.
Plötzlich geht das Licht aus. Wir wissen, die Verbindung zum
Elektrizitätswerk ist zerstört. Damit ist uns aber nicht
geholfen. Wir wollen wissen, wo der Fehler liegt, ob im Haus
oder an einer anderen Stelle Kurzschluß gemacht wurde oder
ob uns jemand im Haus ein anderer die Sicherung
herausgedreht oder ein Sturm die Leitung beschädigt hat, und
auf jeden Fall muß der Schaden wieder behoben werden.
DER SCHADEN DES VOLKES ISRAELS, DER DIE VERBINDUNG ZU GOTT
ZERSTÖRTE, LAG DARIN, DAß ES GOTT NICHT MEHR GEHORCHTE.
Wenn Gott ihm sagte: Tue bitte das, so sagte es: Ja, lieber
Gott, es ist ja alles schön, was du sagst, aber wir wissen
es doch besser. Wir machen das, was wir für richtig halten.
Darüber seid ihr mit mir doch einig, daß der ein schlechter
Arzt wäre, den wir mit dem Telefon zu einem großen Unglück
rufen würden, bei dem die Hilfe des Arztes dringend benötigt
würde, um vielen Menschen noch das Leben zu retten und der
sagen würde:
Nein, heute nicht, heute möchte ich einmal ein schönes Buch
lesen. Wenn das herauskommen würde, würde er seinen Beruf
verlieren.
Wenn ein Volk Gottes, wenn die, die zu ihm gehören, einen
Auftrag von ihm dem Herrn, erhalten, dann haben sie auch zu
gehorchen, sonst zerstören sie mit solch einem Ungehorsam
die Verbindung zu Gott und müssen in der Finsternis wandeln.
Die Finsternis, die über das Volk Gottes gekommen ist, weil
es Gott nicht gehorcht hat, ist so grausam , daß es kaum
einen Menschen gibt, der noch lachen und sich freuen kann.
WIR WISSEN, WAS DAS FÜR EINE FINSTERNIS WAR:
1. Ein großes kriegerisches Heer zerstörte alle Städte und
Dörfer.(Was das bedeutet, woissen wir, wenn wir unsere
eigenen zerstörten Städte und Dörfer sehen.)
2. Der größte Teil des Volkes muß das Wenige, das noch
erhalten geblieben ist, stehen und liegen lassen und in die
Gefangenschaft ziehen. Endlose Kolonnen sind unterwegs.
3. Die im Land Zurükgebliebenen leiden große Not.
Wer nicht mehr Gott gehorchen will, der bekommt es mit Gott
selbst zu tun.
"IRRET EUCH NICHT, GOTT LÄßT SICH NICHT SPOTTEN. DENN WAS
DER MENSCH SÄET, DAß MUß ER AUCH ERNTEN."
Vielleicht könnte einer von uns sagen: Was sind das doch für
schlechte Menschen gewesen, da bin ich aber besser!
WARUM KÖNNEN WIR DAS NICHT SAGEN? -10 Gebote-
Weil wir alle solche ungehorsmane Menschen sind.
Wie war das (Antwort jeder für sich selbst geben!}: Hast du
Gott gehorcht, als er dich am vergangenen Sonntag zum
Gottesdienst rief? Oder als er dir einen direkten Auftrag
gab, z.B. dem alten Mütterchen die Karre zu schieben? Oder
wer hat denn schon im Laufe dieses Tages seine Hände
gefaltet und zu Gott gebetet? Ach, wir Christen, als
Angehörige des neuen Volkes Gottes, der Kirche Jesu Christi,
haben keinen Grund, auf das alte Volk Gottes, auf das Volk
Isarel, herabzuschauen, bei uns sieht es genauso finster
aus, da nützen keine helleuchtenden Lampen, Adventslichter,
auch nicht die Licher der Weihnachtsreklame.
Aber der Prophet sagte uns schon, es soll noch hell werden.
"Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht,
und über die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell."
Viele Menschen, damals und heute, die es auf Schritt und
Tritt spüren, daß die Verbindung zwischen uns Menschen und
Gott zerstört ist, gehen nun heran und wollen diese
Verbindung selbst flicken, selbst wiederherstellen.
Sie meinen, das wäre doch gelacht, wenn wir es nicht
schaffen sollten. Wir haben doch wirklich schon viel
erreicht.
Sie machen das, was wir in den meisten Fällen auch machen,
wenn unsere Lichtleitungen nicht mehr in Ordnung sind. Wir
flicken sie und was ist in den meisten Fällen dann DAS ENDE
VOM LIED? Kurzschluß!, der eine noch größere
Zerstörung der Leitung mitsichbringt.
Wenn unsere Verbindung zu Gott zerstört ist und wir in der
Finsternis sitzen, dann können wir auf keinen Fall diese
Verbindung wieder selbst herstellen.
Wer kann diese Verbindung allein wieder in Ordnung bringen?
Gott muß es tun, wenn in unserem Leben die helle Sonne
Gottes leuchten soll.
Der Prophet Jesaja sagt:
Gott will es auch tun. Er wird von uns die Finsternis
wegnehmen.
Finsternis = Strafe : 1. Krieg
2. Gefangenschaft
3. Hungersnot.
Wenn Gott die Verbindung zwischen ihm und uns
wiederherstellt, dann hören wir deutlich aus seinem Munde,
was wir sonst nicht hören können:
Ich habe euch dennoch lieb.
Ich hole euch wieder aus der Finsternis heraus.
Es wird wieder hell werden.
Ihr braucht nicht mehr als griesgrämige Menschen über diese
Erde gehen, sondern könnt fröhlich eure Straße ziehen.
Wenn wir einmal überlegen, wie das sonstige Licht zu uns
kommt, dann müssen wir sagen,
DAS LICHT HAT EINE GESTALT!
Das wollen wir einmal feststellen:
In welcher Gestalt kommt das Tageslicht zu uns? In der
Gestalt der Sonne,
das Licht in der Nacht? In der Gestalt des
Mondes und der Sterne;
das Licht in der Stube? In der Gestalt der Petroleumslampe,
der Glühlampe und auch der Kerze.
Der Prophet sagt uns, daß auch das Licht Gottes, das in
unser Leben hineinstrahlt, eine Gestalt hat. Es heißt dort:
"Uns ist ein Kind geboren; ein Sohn ist uns gegeben."
Jetzt können wir doch sicher sagen, welche Gestalt das Licht
Gottes hat?
Die Gestalt eines Kindes, also eines Menschen.
Dann ist es doch so, daß Gott auf diese Erde in der Gestalt
eines Kindes kommt und dieses Kind bringt die zerstörte
Verbindung zwischen uns und Gott wieder in Ordnung. Der
PROPHET HAT 4 NAMEN FÜR DAS KIND:
Wunderbar - Rat
Kraft - Held
Ewig - Vater
Friede - Fürst.
Es würde zu weit führen, wollten wir in dieser Stunde
darüber sprechen, was diese Namen bedeuten.
Allerdings kennen wir alle einen anderen Nahmen für das
Kind, das vom Vater im Himmel auf die Erde kommt?
JESUS CHRISTUS.
Dieser Namen bedeutet:
GOTT HILFT DEN MENSCHEN DURCH SEINEN SOHN.
Der Prophet sagt uns, dieser Helfer und Retter Gottes kommt
zum alten Volk Gottes, zum Volke Isarel. Wir aber wissen,
daß er zu uns allen gekommen ist.
Wir haben das Wort Jesajas vorhin gehört:
"Uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben."
AN WELCHE ZEIT UND AN WELCHES FEST HABEN WIR DABEI SOFORT
GEDACHT?
Advens- und Weihnachtszeit.
Wir rüsten uns darauf, daß auch wir dieses Kindlein in der
Krippe recht empfangen können.

ZUSAMMENFASSUNG
Gott hat uns seinen Sohn geschenkt.
Womit vergleicht der Prohet das Jesuskindlein? LICHT.
Wohin soll das Licht leuchten? In
die Dunkelheit unseres Lebens.
Was geschieht da, wo das Licht scheint? Die
Finsternis weicht.
Wir verstehen Finsternis als Ungehorsam.
Wo die Finsternis weicht, werden Menschen gehorsam, da
fangen sie wieder an, nach den 10 Geboten zu fragen.
Es wird also wieder hell bei uns und unter uns, denn Gott
hat uns durch
seinen Sohn Jesus Christus zugerufen:
Hab keine Angst, DU GEHÖRST ZU MIR!
Wir lernen: 1. Johannes 2, 8
"DIE FINSTERNIS VERGEHT UND DAS WAHRE KICHT SCHEINT
JETZT.
Wir lesen ( dabei aufstehen):
Jesaja 9, 1 - 6