Kirchenjahr 1952/53 - 12 -
Lugar/Ort:Gelsenkirchen-Buer-Hassel

Fecha/Datum:06/04/1953
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Aldea Protestante, 1. Ostertag 1956
Camarero, 1. Ostertag 1956
Reffino, 1. Ostertag 1956
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:2. Ostertag 1953
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Apostelgeschichte 2, 22 - 32
Skopus: Predigt des Petrus über die Auferstehung Jesu
Kirchenjahr 1952/53 - 12 - Apostelgeschichte 2. 22-32
"Ihr Männer von Israel, hört diese Worte, Jesus von Nazareth
ist der Mann, der von Gott durch Taten, Wunder und Zeichen
unter euch ausgewiesen ist, wie sie Gott durch ihn in eurer
Mitte getan hat, wie ihr selbst wißt - diesen Mann, der
durch Gottes Ratschluß und Vorsehung dahingegeben ist, habt
ihr durch die Hand der Heiden ans Kreuz geschlagen und
umgebracht. Den hat Gott auferweckt und die Schmerzen des
Todes aufgelöst, wie es denn unmöglich war, daß er vom Tode
festgehalten werden konnte. Denn David sagt von ihm:
Ich habe den Herrn allezeit vor Augen, denn er steht mir zur
Rechten, damit ich nicht wanke. Darum ist mein Herz
fröhlich, und meine Zunge frohlockt, auch mein Leib wird
ruhen in Hoffnung. Denn du wirst mich nicht bei den Toten
lassen und wirst auch nicht zugeben, daß dein Heiliger die
Verwesung sieht. Du hast mir kundgetan die Wege des Lebens,
du wirst mich erfüllen mit Freude vor deinem Angesicht.
Ihr Männer, liebe Brüder, laßt mich freimütig zu euch reden
von dem Erzvater David. Er ist gestorben und begraben, und
sein Grab ist bei uns bis auf den heutigen Tag. Da er ein
Prophet war und wußte, daß ihm Gott mit einem Eid verheißen
hatte, auf seinem Thron werde ein Nachkomme von ihm sitzen,
hat er's vorausgesehen und von der Auferstehung des Christus
gesagt:
"Er ist nicht bei den Toten gelassen worden, und sein Leib
hat die Verwesung nicht gesehen. Diesen Jesus hat Gott
auferweckt; dafür sind wir alle Zeugen."

Wie ein einziger Freudenschrei erklingt der Ruf von Ostern:
JESUS CHRISTUS IST AUFERSTANDFEN in der christlichen
Gemeinde durch alle Zeiten hindurch bis auf den heutigen
Tag. Dieser Ruf ist so voll Freude und voll Trost und voll
Leben, daß er auf keinen Fall nur auf die beiden Ostertage
beschränkt sein darf. Dieser Ruf soll uns begleiten in jeden
Tag unseres Lebens, in alle unsere Traurigkeit und in alle
unsere Freude hinein. Unser Leben als Christen wäre leer und
sinnlos, wenn es nicht erfüllt wäre von dieser einzigartigen
Freude. Die Botschaft von der Auferstehung unseres Herrn ist
der Mittelpunkt unseres christlichen Glaubens und daher darf
die christliche Kirche eine fröhliche Kirche sein und daher
dürfen Christen frohe Menschen sein. Wem der auferstandene
Herr begegnet ist, dem wird er zur unversiegbaren Quelle der
Freude. Das haben die Jünger Jesu damals als die Ersten
erlebt. In einer gemeinen Weise hatten sie ihren Herrn, als
er den Leidens- und Sterbensweg antreten mußte, im Stich
gelassen. Welch eine Schuld hatten sie doch auf sich
geladen. Sie war nicht geringer als die des Judas.
Und nun, da der Auferstandene vor ihnen steht, finden wir in
seinem Munde keine Anklage, keine Forderung nach einem
Schuldbekenntnis, sondern der Auferstandene grüßt sie mit
dem Gruß:
"Friede sei mit euch!"
Damit streicht er mit einem Wort alle ihre Schuld durch,
Friede herrscht jetzt wieder zwischen Jesus und ihnen. Jesus
bekennt sich zu seinen Jüngern. Oder denken wir an Petrus,
der den Herrn im Angesichte der Feinde verleugnete und dann
mit den anderen Jüngern floh. Jesus Christus schenkt ihm
aufs neue die Freudigkeit des Rufes;
"Folge mir nach!"
Wer diese Freude in der Begegnung mit dem Auferstandenen
erlebt hat, der kann nicht mehr schweigen, der muß aller
Welt von diesem alleinigen Freudenbriunger Jesus Christus
als dem Auferstandenen verkündigen.
So ist es dann auch wohl eine Selbstverständlichkeit, daß
dieser Petrus in seiner ersten Predigt die Verkündigung von
dem auferstandenen Herrn zum Mittelpunkt macht:
"Diesen Jesus hat Gott aufgeweckt; des sind wir Zeugen."