Jona 4
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:14/11/1957
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Reffino, 7. Januar 1959
Meroú, 20. Juni 1959
Camarero, 8. Januar 1965
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Wochengottesdienst/Bibelstunde
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Jona 2, 1 - 11
Skopus: Erlebnisse im Meere
Jona (4) 2, 1 - 11
Jona ist nun auf dem weiten Mittelmeer rettungslos den
wilden Wellen preisgegeben, die ihn jeden Augenblick in die
tödliche Tiefe hinabziehen werden. Aber da greift Gott
wieder ein. Gott hat ja kein Interesse daran, dass dieser
Jona, der sein Prophet ist, stirbt und verdammt wird,
sondern Gott möchte es erreichen, das aus einem ungehorsamen
Prophet ein gehorsamer wird.
Alle Gerichte Gottes, alle seine Strafen hier auf dieser
Erde den Menschen gegenüber, kennen nur ein Ziel, dass der
Mensch wieder zu Gott zurückkommt, dass der Mensch wieder
ihm gehorsam wird. Und so gibt Gott dem Propheten mitten in
der Todesgefahr und mitten in der Angst noch einmal eine
Zeit von 3 Tagen zur Besinnung. In dieser Zeit kann Jona
sich Rechenschaft geben darüber, was er gemacht hat als er
Gott nicht gehorchen wollte. Er sollte Klarheit darüber
bekommen, was am Ende einer jeden Flucht vor Gott steht. Er
sieht ganz deutlich sein Ende, seinen Tod vor Augen. Er hat
aber auch die Möglichkeit, jetzt noch in den letzten
Augenblicken seines Lebens, seine Schuld zu bekennen und neu
bereit zu sein, von jetzt an Gott wieder zu gehorchen und
wenn es nur die Stunden oder Minuten sind, die er noch bis
zu seinem Tode zu leben hat.
Der Prediger unseres Jonabuches sagt uns, dass Jona dadurch
mitten im tosenden Meer noch eine Zeit der Besinnung
geschenkt bekommen hat, dass Gott einen grossen Fisch
schickte, der ihn verschlang.
Es gibt viele Menschen, die sagen, das ist doch unmöglich,
dass ein Mensch von einem grossen Fisch verschlungen wird
und dann noch leben kann. Dazu ist das zu sagen, was wir
schon am Anfang gesagt haben. Das ganze Prophetenbuch ist
keine wortgetreue Wiedergabe aller Erlebnisse des Propheten
Jona, sondern eine Predigt darüber, wie Gott mit seinem
Propheten, an seinem Propheten und durch seinen Propheten
gehandelt hat, der bereits schon 300 Jahre tot ist. Auf
welche Weise also Gott dem Jona mitten auf und in dem Meer
eine Zeit der Besinnung schenkte, ob das durch das
Verschlingen des grossen Fisches oder auf eine andere Weise,
geschah, das spielt in der Predigt vom Propheten Jona gar
keine Rolle.
Das allein ist wichtig, dass Gott dem Jona mitten in aller
Not und Gefahr, selbst mitten auf dem weiten Meer diese
einzigartige Gelegenheit gegeben hat, sein Unrecht
einzusehen und neu bereit zu sein, ihm wieder zu gehorchen.
Ich persönlich allerdings glaube, dass der Gott, der Himmel
und Erde geschaffen hat, der seinen Sohn aus dem Tode
auferstehen liess, durchaus auch dieses geschehen lassen
kann, dass Jona 3 Tage und 3 Nächte im Leibe eines Fisches
leben konnte. Sollte Gott weniger fertigbringen als die
russischen Wissenschaftler, die es fertigbrachten, dass eine
Hündin mehrere Tage im verschlossenen von Menschen gemachten
Erdsatelliten viele Hunderte von Kilometern hoch lebend um
die Erde kreiste?
Hier nun im Bauche eines Fisches, bei der letzten
Möglichkeit vor seinem sicheren Tode, lernt Jona wieder das
Beten zu Gott, das er während seiner Flucht vor Gott
verlernt hatte.
Es bewahrheitet sich das Sprichwort, das wir wohl alle
kennen und das manchmal richtig ist: Not lehrt beten. Hier
zeigt es sich auch, wie gut es ist, wenn ein Mensch wieder
neu das Beten lernen will, dass er viele Gebete und Lieder
und Bibelstellen auswendiggelernt hat. Was Jona hier in der
Einsamkeit im Leibe eines Fisches betet, sind verschiedene
Verse aus dem Gebet- und Gesangbuch des alten Volkes Gottes,
aus dem PSALTER.
Mit diesen Versen bringt Jona das zum Ausdruck, was er
seinem Gott sagen will. Er schreit ihm seine ganze Not
entgegen, in die er durch seine eigene Schuld gekommen ist.
Er ist ein von Gottes Angesicht verstossener Mensch, dem
Tode des Meeres preisgegeben und ohne Hoffnung, dass er
jemals in seinem Leben den Tempel, das Haus Gottes, sehen
und betreten könnte. Er schreit Gott um Hilfe an.
Endlich ist dieser Jona soweit, dass er seinen ganzen
Ungehorsam als die grosse Schuld seines Lebens erkennt und
als die Ursache aller seiner äusseren Not und bittet Gott um
Vergebung und um Hilfe. Und Gott streckt seine helfende Hand
wirklich nach ihm aus, die durch seine ganze grosse Schuld
einen dicken Strich macht.
Das Gericht Gottes über Jona hat ihn in der Not und in der
Gottes Ferne wieder beten gelehrt, hat ihn dahin gebracht,
dass er Gott um Vergebung bittet und dass er bereit ist,
wieder als Gottes Prophet zu handeln und Gottes Befehle
auszuführen und nicht mehr ihm ungehorsam zu sein.
In dieser grossen Freude, dass Gott, der Herr, ihn wieder
als seinen Diener, als seinen Propheten angenommen hat, ist
er willig und bereit, sein Leben als Dank für die ihm
erwiesene Treue und Hilfe Gottes einzusetzen im Dienste als
sein Prophet. Er spricht aus:
"Ich aber will mit Dank dir opfern, mein Gelübde will ich
bezahlen, denn die Hilfe ist des Herrn."
Da, in dem Augenblick, da Jona, der ungehorsame Prophet,
seinen Ungehorsam einsieht und Gott um Vergebunbg bittet und
bereit ist, fortan wieder Gottes Willen auszuführen, in
diesem Augenblick darf er die ganze und volle Hilfe
erfahren. Der Fisch schwimmt ans Ufer und spuckt Jona aufs
Land. Gottes Gericht ist nun an Jona vorübergegeangen. Gott,
der ihn ins Gericht und in die Not geführt hat, der hat ihn
wieder aus diesem Gericht herausgeholt, nachdem er, der
ungehorsame Jona, sich wieder ganz in die Hände Gottes
gegeben hat und bereit ist, sein Leben wieder nach Gottes
Willen zu führen und als Prophet Gottes Befehle und Aufträge
zu tun.
Jona ist also jetzt bereit, zu der heidnischen Hauptstadt
Ninive zu gehen und dort Gottes Wort zu verkündigen.
Wenn wir in das Neue Testament schauen, können wir
feststellen, dass selbst Jesus Christus dieses Geschehen
Gottes mit Jona im Meere und Bauch des Fisches erzählt und
darüber predigt. Wie predigt Jesus Christus über diesen
unseren Text?
Er sagt, dass dieses alles, was Jona damals erlebt, ein Bild
dafür ist, was er als der Sohn Gottes noch wird erleben
müssen. Wie z.B. der Gerichtszorn Gottes, der den Jona ins
Meer geworfen hat und ihn 3 Tage und 3 Nächte im Bauche des
Fisches verwahrte und die Gnade Gottes, die den Jona dann
rettete, in dem der Fisch ihn aus Land spuckte, sich ähnlich
bei ihm, Jesus Christus, auswirken wird.
Er, Jesus, muss den ganzen Gerichtszorn spüren. Er wird
gekreuzigt und stirbt, bleibt 3 Tage im Tode verschlossen
und wird dann durch die grosse Gnade und Liebe Gottes am
Auferstehungsmorgen aus dem Tode herausgerettet. Wenn also
gewisse Ähnlichkeiten zwischen Jona und Jesus bestehen, so
ist doch auf der anderen Seite ein nicht zu überbrückender
Unterschied.
Dieser grosse Unterschied zwischen Jona und Jesus liegt
darin, dass Jona wegen seines eigenen Ungehorsams den ganzen
Zorn Gottes zu spüren bekommt, Jesus Christus aber nimmt den
ganzen Zorn Gottes auf sich, den wir, ich und du, verdient
haben, wegen unseres Ungehorsams. Er erleidet um
unsretwillen die ganze Schmach und Not am Kreuz und er
erleidet um unsretwillen sogar den Tod, den er als der Sohn
Gottes, als der gehorsame Sohn Gottes, nicht verdient hatte.
Jona wird aus der Not erretet und durch den grossen Fisch
ans Land gespuckt, Jesus Christus wird von Gott aus dem Tode
auferweckt, um ein für alle Male dem Tode die Macht zu
nehmen. Die Errettung vom Tode bei Jona gilt nur für ihn
selbst, aber die Auferstehung Jesu Christi gibt allen
Menschen als die Errettung vom Tode und schenkt ewiges
Leben.
Im nächsten Gottesdienst wollen wir sehen, wie Gott den
Propheten zum zweiten Male nach Ninive schickt und wie sich
der Prophet dabei verhält.

Jona 2, 1-11
"Aber der Herr verschaffte einen grossen Fisch, Jona zu
verschlingen. Und Jona war im Leibe des Fisches drei Tage
und drei Náchte.
Und Jona betete zu dem Herrn, seinem Gott, im Leibe des
Fisches. Und sprach: Ich rief zu dem Herrn in meiner Angst,
und er antwortete mir; ich schrie aus dem Bauche der Hölle
und du hörtest meine Stimme.
Du warfest mich in die Tiefe mitten im Meer, dass die
Fluten mich umgaben; alle deine Wogen und Wellen gingen über
mich, dass ich gedachte, ich wäre von deinen Augen
verstossen, ich würde deinen heiligen Tempel nicht mehr
sehen.
Wasser umgaben mich bis an mein Leben, die Tiefe umringte
mich; Schilf bedeckte mein Haupt.
Ich sank hinunter zu der Berge Gründen, die Erde hatte mich
verriegelt ewiglich; aber du hast mein Leben aus dem
Verderben geführt, Herr, mein Gott.
Da meine Seele bei mir verzagte, gedachte ich an den Herrn;
und mein Gebet kam zu dir in deinen heiligen Tempel.
Die da halten an dem Nichtigen, verlassen ihre Gnade.
Ich aber will mit Dank dir opfern, meine Gelübde will ich
bezahlen; denn die Hilfe ist des Herrn.
Und der Herr sprach zum Fische, und der spie Jona ans Land.
"