Jahreslosungen 18
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Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Jahreslosung 1981
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Hebräer 13, 6
Skopus: Statt Opfer totaler Gehorsam!
Jahreslosungen 1981 18 -Hebräer 13,6
"Vergeßt nicht, Gutes zu tun und mit anderen zu teilen, denn
an solchen Opfern hat Gott Wohlgefallen."

Der Schreiber des Hebräerbriefes hat den Christen, mit denen
er damals Verbindung hatte, in ausführlicher Weise erklärt,
was das bedeutet, an Jesus Christus zu glauben und was das
bedeutet, daß Gott uns in Jesus Christus liebt und welche
Rolle das Volk Israel dabei spielt.
Und nun ist er am Schluß dieser seiner Ausführungen, der
eine Antwort gibt auf die Frage, wir wirkt sich dieser
Glaube im alltäglichen Leben eines Christen aus?
Es gibt viele Antworten, aber alle diese Antworten stehen
unter diesem Thema, das unser Predigttext ist:
"Vergeßt nicht, Gutes zu tun, und mit anderen zu teilen,
denn an solchen Opfern hat Gott Wohlgefallen."
Der Schreiber geht dabei von der Voraussetzung aus, daß bei
der Vorbereitung des Heils im Volke Israel Gott erwartete,
daß die Glieder des Volkes ihren Glauben an Gott besonders
durch religiöse Übungen, durch Opferhandlungen und deren
Teilnahme zum Ausdruck brachten.
Nun ist das Heil durch Jesus Christus vollendet. Nun haben
alle religiösen Übungen und Opferhandlungen in dem einen
Opferlamm Jesus Christus:
"Siehe, das ist Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt",
ihre höchste Erfüllung gefunden, damit haben weitere
Opferhandlungen, wie im Volk Israel gebräuchlich, ihren Sinn
verloren.
An Stelle dieser Opfer ist heute als Opfer der Gehorsam
gegenüber dem Worte Jesu getreten:
"Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!"
Darum können wir durch das Wort des Hebräerbriefes heute
ermahnt werden:
"Vergeßt nicht, Gutes zu tun und mit anderen zu teilen, denn
an solchen Opfern hat Gott Wohlgefallen."
Durch Jesus Christus ist uns in einer einmaligen Weise die
Möglichkeit geschenkt worden, jeden Tag neu das Leben und
alles, was wir zum Leben benötigen, aus Gottes Hand zu
nehmen. Wer in Jesu Nachfolge steht, kann wie damals einer
der Jünger die Frage:
"Habt ihr je Mangel gehabt?"
mit
"Niemals!"
beantworten.
Aus diesem Wissen heraus, daß wir einen haben, der uns hilft
und beisteht und fürsorgend begleitet, können wir aus
Dankbarkeit auch anderen Menschen Gutes tun.
Es ist also nicht so, wie vielleicht manche Menschen meinen,
daß wir dadurch, daß wir zuerst anderen Menschen Gutes tun,
uns die Güte Gottes, seine Hilfe und seine Fürsorge
verdienen. Nein, zuerst werden wir von Gott beschenkt und
dann können wir auch andere beschenken.
Vielleicht wird unter uns noch nicht soviel Gutes gegenüber
anderen praktiziert, weil wir uns noch nicht haben von Gott
reich beschenken lassen.
Das bedeutet doch, daß wir, wenn wir Gott dafür danken
wollen für das, was er Gutes an uns getan hat, wir anderen
Menschen auch Gutes tun, auch Freude bereiten.
Es würde in dieser lieblosen, haßerfüllten und freudearmen
Welt ein wenig heller aussehen, wenn wir alle, die wir uns
Christen nennen, in diesem Sinne des Hebräwerbriefes handeln
würden. Das hat einer einmal so ausgedrückt:
"Ich will keinen Tag vorübergehen lassen, an dem ich nicht
jemanden eine Freude bereitet haben."
Wäre es nicht eine gute Idee, wenn wir uns dieses bewußt
einmal vornehmen und in unserem Zeitplan und in unserem
monatlichen Finanzplan einplanen? Wir würden dadurch nicht
nur anderen eine Freude machen, sondern selbst die größte
Freude haben und vor allen Dingen könnte Jesus Christus
durch uns hindurch in diese unsere so dunkle Welt
hineinstrahlen. Es heißt in einem Liedvers?:
"In der Welt ists dunkel,
leuchten sollen wir,
du in deiuner Ecke,
ich in meiner hier."
Mit dem allen sind nicht große Dinge gemeint, sondern die
kleinen Freuden, die wir uns gegenseitig machen, der Besuch
bei einem, der krank zu Bett liegt, die Gefälligkeit, die
wir einem anderen tun, der das für sich selbst zu tun, nicht
in der Lage ist, der freundliche Gruß einem Menschen, der
verbittert durch das Leben geht oder das tröstende Wort dem,
der durch irgendwelche Ereignisse traurig geworden ist.
Zu diesem einem Gutes tun ist jeder von uns in der Lage,
dazu braucht man nicht reich zu sein, dazu braucht ein
Mensch nur, daß er bereits auch einmal Freude und Liebe und
Hilfe von Gott geschenkt bekommen hat.
Allerdings sagt der Schreiber des Hebräerbriefes, daß Gott,
daß Jesus Christus, im letzten Grunde noch mehr von uns
erwarten kann. Was kann er von uns erwarten?
Nicht nur ein bisschen Gutes tun, sondern einen totalen
Gehorsam:
"Vergeßt nicht, mit anderen zu teilen, was ihr besitzt".
Ist das nicht das, was heute die katastrophale Situation der
gesamten Menschheit noch allein vor dem Untergang retten
kann? Ein kleiner Teil der Menschheit trachtet danach, immer
besser und immer bequemer zu leben und immer größere Reich-
und Besitztümer zusammenzuraffen, ohne nach den Millonen
Menschen zu fragen, die hungern und im Elend leben, ja, noch
schlimmer, ohne darnach zu fragen, daß er sein Ziel nur
erreichen kann, wenn er den Ärmsten der Armen auch noch das
Letzte wegnimmt.
Christen sollen durch ihr Leben, Tun und Handeln bezeugen,
daß sie bei solchem Treiben nicht mitmachen, weil dieser Weg
in den Abgrund und in die Vernichtung der Menschheit und der
Erde führt.
Christen können stattdessen bezeugen, daß ihr Leben, Tun und
Handeln, daß wir in der Lage sind, auch heute noch, diese
Menschheit zu retten, indem wir unsere Ansprüche an das
Leben, wie Bequemlichkeit und Reichtum und Luxus reduzieren
oder sogar ganz darauf verzichten, ja, indem wir sogar
bereit sind, von dem, was wir über das Notwendige hinaus
besitzen,
"mit anderen zu teilen",
wie der Text sagt, an andere in Not weiter zu geben.
So schärft uns unser Text ein, nicht religiöse Opfer,
sondern Gutes tun und mit anderen zu teilen, nicht
Frömmigkeit, sondern totaler Gehorsam gegenüber dem Gebot:
"Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!"
ist das Gebot der Stunde:
"Vergeßt nicht Gutes zu tun und mit anderen zu teilen, denn
solche Opfer gefallen Gott."

(Das exakte Datum ist nicht vorhanden.)