Jahreslosungen 08
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:31/12/1964
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Paraná, 3-1-1965
Camarero, 3-1-1965
Diamante, 9-1-1965
Meroú, 10-1-1965
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Jahreslosung 1964
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:1. Korinther 8, 6
Skopus: Jesus macht alles neu.
Jahreslosungen 1964 8 -1.Korinther 8,6
"So haben wir doch nur einen Gott, den Vater, von welchem
alle Dinge sind und wir zu ihm; und einen Herrn, Jesus
Christus, durch welchen alle Dinge sind und wir durch ihn."

Es ist wohl eine selbstverständliche Sache, daß wir am Ende
eines Jahres einmal stille werden und einhalten in unserem
Tagewerk und zurückschauen. Das Zurückschauen ist wohl
meistens mit der Frage verbunden:
Haben sich im zu Ende gehenden Jahr alle unsere Wünsche und
Hoffnungen und Pläne erfüllt oder brach Schlag auf Schlag,
Unglück auf Unglück, über uns herein?
Wo haben wir etwas verkehrt gemacht und können für die
Zukunft daraus lernen. Solches Fragen hat von Zeit zu Zeit
durchaus seine Berechtigung.
Allerdings gibt uns der heutige Text, der die Jahreslosung
für das zu Ende gehende Jahr ist, einen Maßstab an die Hand,
der doch gewaltig abweicht von unseren Maßstäben der
Beurteilung des Geschehens.
Der Blick geht nicht zuerst zu uns und zu dem, was unter uns
geschehen ist, sondern zu Gott, dem Schöpfer und Erhalter
dieser Welt, der unser Vater ist. Er, der Schöpfer, hatte ja
versprochen, diese Welt, die er erschaffen hat, auch zu
erhalten. Wie heißt sein Wort nach der Sintflut:
"Trotz der Bosheit der Menschen soll, solange die Erde
steht, nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze,
Sommer und Winter, Tag und Nachr."
Zurückschauend müssen wir schon sagen, jeden Tag aufs neue
hat Gott sein Versprechen gehalten. Die Welt- und
Naturordnung ist erhalten geblieben, selbst da, wo Menschen
versuchten, Gott ins Handwerk zu pfuschen, wo wir Menschen
versuchten, sie durcheinander zu bringen.
Gott hat auch soviel aus der Erde hervorgehen lassen, daß
jeder hätte satt werden können. Für jeden Menschen war
reichlich und genug zu essen vorhanden. Wenn hier und da
Hungersnöte ausbrachen oder Menschen nicht richtig satt
wurden, dann waren Menschen daran schuld und Gott kann für
die Unvernunft und auch Habsucht der Menschen nicht haftbar
gemacht werden.
Unser Gott, der die Welt erhalten will, hat auch im zu Ende
gehenden Jahr seine segnenden Händen über sie gehalten, ohne
danach zu fragen, ob sie ihn, den Schöpfer, respektiert oder
nicht.
Hat Gott nicht auch dir bis zum heutigen Tag das Leben
erhalten? Hat Gott nicht auch dir bis zum heutigen Tag den
Tisch gedeckt? Hat er dir nicht das gegeben, was zur
Leibesnahrung und Notdurft dient? Vielleicht kommen wir bei
solcher Betrachtung zu dem gleichen Schluß wie Dr. Martin
Luther, wenn er in der Erklärung zum 1. Artikel sagt:
"Des alles ich ihm zu danken und dafür zu dienen und
gehorsam zu sein schuldig bin."
Unser Text sieht bei dieser Beurteilung des alten Jahres
aber nicht nur auf den Schöpfer, sondern auch auf seinen
Sohn Jesus Christus:
"So haben wir doch nur einen Herrn Jesus Christus."
Das Gott, der Schöpfer, zu seinem Wort gestanden hat, das
Leben auf dieser Erde zu einer Freude zu machen. Wenn es
dazu nicht immer kam im vergangenen Jahr, wenn Leid und
Traurigkeit, Angst und Schrecken, Hungersnöte und
Kriegsgeschrei uns und die Erde erfüllte, dann kam es daher,
daß wir Menschen uns als kleine Herrgötter aufspielten.
Aber das ist eine Erfahrung vieler Jahrhunderte, daß da, wo
Menschen sich wie Herrgötter gebärden, sie große Teufel
werden und ihre Umgebung in eine Hölle verwandeln.
Diese sich wie kleine Herrgötter gebärdenden großen Teufel
gibt es nicht nur in der hohen Politik, sondern überall
unter uns, selbst in den kleinsten Familien, überall da, wo
Menschen leben.
Um unsere Welt vor dem endgültigen Chaos zu bewahren, um
unsere Welt, unser Leben, aus den Klauen dieser kleinen
Herrgötter und großen Teufel zu befreien, hat Gott seinen
Sohn Jesus Christus als den einen und wahren Herrn in diese
unsere Welt gesandt. Es ist kein anderer als der, der in der
Krippe zu Bethlehem Mensch wurde und die Bosheit und
Unvernunft der kleinen Herrgötter, die große Teufel sind, an
seinem Leibe erfahren mußte bis zum Kreuz auf Golgatha. Und
der doch der Sieger über alle geworden ist.
Das Zeichen dieses unseren Herrn Jesus Christus ist seine
Liebe zu uns Menschen, die wir geplagt und geärgert werden,
die wir nicht aus- noch ein-wissen, die wir durch
Krankheiten und Todesfurcht bis aufs letzte gequält werden,
die sie durch die Teufeleien der Großen und der Kleinen
erdulden müssen.
Er, der eine und wahre Herr, ist der, der uns helfend und
tröstend zur Seite steht.
Wenn wir auf diesen unseren Herrn Jesus Christus schauen,
der unser Helfer und Heiland ist und dabei an dieses zu Ende
gehende Jahr denken, dann wird jeder von uns bekennen
können:
Seine Liebe zu uns war größer als jeglicher Haß der anderen
kleinen Herrgötter gegen uns, die große Teufel sind.
Und dieser Herr macht sogar unsere eigene Bosheit zunichte,
indem er sie auf sich nimmt.
Und wenn wir an die Zukunft, an das neue Jahr in dieser
Stunde denken, dann dürfen wir wissen, daß auch im neuen
Jahr unser Vater im Himmel uns mit dem versorgen wird, was
wir benötigen und daß unser Herr und Heiland Jesus Christus
uns auch weiterhin mit seiner Liebe helfend zur Seite stehen
wird. Und jedes neue Jahr bringt uns dem Zeitpunkt näher, da
der eine und wahre Herr Jesus Christus in einer totalen
Weise diese durcheinandergeratene Welt wieder in Ordnung
bringen wird und das Wort in Erfüllung geht:
"Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird
bei ihnen wohnen und sie werden sein Volk sein, und er
selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein. Und Gott wird
abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird
nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird
mehr sein; denn das Erste ist vergangen. Und der auf dem
Stuhl saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu".