Jahreslosungen 07
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:01/01/1963
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Reffino, 7-1-1963
Paraná, 3-2-1963
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Jahreslosung 1963
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Psalm 8, 10
Skopus: Gott allein ist und bleibt der Schöpfer.
Jahreslosungen 1963 7 -Psalm 8,10
"Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen
Landen."
Dieses Psalmwort ist die Jahreslosung der evangelischen
Christenheit für das bereits angefangene neue Jahr 1963.
Mit diesem Wort gingen Christen betend ins angefangene Jahre
und wollen damit dieses Jahr durchschreiten und werden
einmal mit diesem Wort dieses Jahr beenden.
Wir nun werden gefragt, ob dieses Wort nicht auch uns in
diesem angefangenen Jahr in besonderer Weise etwas zu sagen
hat.
Es ist aus einem Psalm genommen, der in machtvollen Worten
die Herrlichkeit der Schöpfung preist, besonders aber den
Menschen als ein Geschöpf Gottes.
Und im Anschauen der Schöpfung und in besonderer Weise des
Menschen in seiner ihm von Gott verliehenen Würde preist der
Psalmsänger die Herrlichkeit Gottes, des Schöpfers:
Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen
Landen."
Ist die Wahl dieses Psalmwortes für das Jahr 1963 eine
glückliche Wahl?
Es besteht schon eine gewisse Berechtigung, so zu fragen.
Erinnern wir uns, daß wir mitten im 20. Jahrhundert leben.
Von Menschenhand gemachte Raketen umkreisen als Satelliten
die Erde.
Nicht lange noch und die ersten Menschen werden auf dem
Monde oder auf einem anderen Planeten landen.
Versuche werden durchgeführt, Erfindungen gemacht und
Entdeckungen, von denen sich bisher kein Mensch hätte
träumen lassen.
Allein die Auffindung der atomaren Kräfte hat in den letzten
zwei Jahrzehnten eine vollständige Umwälzung in den
Naturwissenschaften gebracht, daß sich heute nur wenige
darin auskennen.
Man kann schon sagen, daß die Auswertung dieser atomaren
Kräfte auch das Leben der Menschen vollständig verändern
werden. Möglichkeiten werden für uns sichtbar, die uns den
Atem anhalten lassen.
Wir stehen an der Schwelle eines neuen Zeitalters, dessen
Ausmaß für Mensch und Welt noch gar nicht abzusehen ist.
Aber, statt daß der Mensch alle diese Kräfte aus der Hand
des Schöpfers entgegennimmt und alles einsetzt zum Wohle der
Schöpfung und zur Verherrlichung des Namens des Schöpfers,
der das alles hat werden lassen, setzt sich der Mensch in
einem Übermut sondergleichen selbst auf den Thron Gottes. Er
ist dabei, selbst den Schöpfer zu spielen.
Aus Anlaß der ersten Umdrehung der Erde durch den Sputnik
wurde in Moskau ein Denkmal enthüllt, das die Inschrift
trägt:
"Die Erschaffung der Welt durch den Menschen hat nun
begonnen."
Wie beim Turmbau zu Babel will der Mensch von heute auf
Grund seiner fähigkeiten Gott sein.
Wir sagten schon, rein menschlich gesehen ist unser
Bibelwort, das Gott als den Schöpfer preist, ein
unglückliches Wort, weil eben der Mensch von heute, der
selbst wie Gott sein will, von der Verherrlichung des einen
und wahren Gottes nichts wissen will. Er würde es viel
lieber haben, wenn dieses Wort so lauten würde:
Wie herrlich bin ich Mensch und wie groß ist mein Name doch
in der ganzen Welt.
Demgegenüber halten wir als Christen dennoch fest, was ist
denn schon der Mensch?
Er ist eine Null, ein Nichts.
Wie kann er es überhaupt wagen, sich mit Gott zu
vergleichen?
Mögen wir in diesem neuen Jahr noch so viele Nachrichten
darüber hören, daß der Mensch das und jenes erreicht hat.
Für uns ist er dadurch noch lange nicht der Schöpfer des
Himmels und der Erden und wird es auch niemals.
Für uns bleibt allein dieses Wort gültig:
"Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist allein dein Name in
allen Landen."
Und merkwürdig, dieser Mensch von heute, der sich so hoch
dünkt, bringt es nicht fertig, der Herr seiner Erfindungen
und Entdeckungen zu sein. Er wird selbst ihr Sklave. Er, der
Mensch, der auf Grund seiner Fähigkeiten, seines Könnens,
selbst Gott, selbst Schöpfer, sein will, bringt es nicht
einmal fertig, seine Entdeckungen und Fähigkeiten zum Wohle
aller Menschen einzusetzen. Alle seine Erfindungen und
Entdeckungen werden Mordwaffen, Vernichtungs- und
Zerstörungsgeräte.
In der Hand der Menschen liegt bereits das erarbeitete
Material, um alle Menschen mit allen anderen Lebewesen auf
dieser Erde zehnmal wie die Ratten zu vernichten. Alles
Gold, das der Mensch anfaßt, wird zu Gift, Pech und Schwefel
und Bomben.
Gott sei Lob und Dank, daß er der Schöpfer und Erhalter
dieser Welt ist und nicht der Mensch von heute. Es wäre
grauenhaft.
Aber selbst wenn der Mensch von heute alle Mittel hätte, um
diese unsere Welt zu zerstören und zu vernichten, er könnte
es doch nicht tun, wenn unser Gott es nicht zulassen würde:
"Es kann uns nichts geschehen als was Gott hat ersehen und
was uns dienlich ist."
Aber selbst wenn Gott es zulassen würde, daß wir uns
vernichten mitsamt unserer irdischen Welt, dann brauchen wir
als Kinder Gottes, als Christen, nicht zu verzagen. Gott
zieht seine Hand nicht von uns weg, selbst wenn wir in Atome
aufgelöst werden. Er ist und bleibt der Schöpfer, der auch
eine Welt, die der Mensch mitwillig zerstört haben wird,
herrlicher denn je neu zu schaffen vermag und es auch tun
kann und tun wird.
Wenn wir es so recht bedenken, dann ist es doch ein
wunderbares Wort, das uns in diesem Jahr 1963 begleiten
will:
"Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen
Landen."
Das ist und bleibt Wahrheit, auch im Atomzeitalter, da die
neuesten Errungenschaften uns verführen, selbst kleine
Herrgötter sein zu wollen.
Das ist und bleibt Wahrheit, auch im Zeitalter der Atome und
Raketen, da der Mensch nichts anderes zu tun vermag als
seine Errungenschaften zu Massenvernichtungsmittel und
Zerstörungsgeräten umzubauen:
"Dein Name, Herr, ist allein herrlich in aller Welt."
Wie singen wir in einem Liede:
"Trotz dem alten Drachen,
trotz dem Todes Rachen,
trotz der Furcht dazu!
Tobe, Welt, und springe;
ich steh hier und singe
in gar sicherer Ruh.
Gottes Macht hält mich in acht;
Erd und Abgrund muß sich scheuen,
ob sie noch so dräuen."
Mit dieser Gewißheit gehen wir durch das neue Jahr. Gott
wird sich schon in diesem neuen Jahr verherrlichen in
unserem persönlichen und familiären Leben, im Leben unseres
Landes und in der ganzen Welt.
"Der Wolken Luft und Winde, gibt Wege, Lauf und Bahn, der
wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann."