Jahreslosungen 01a
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:01/01/1957
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Camarero, 6-1-1957
Reffino, 13-1-1957
Meroú, 27-1-1957
Hernandarias, 27-1-1957
Vizcacherasd, 27-1-1957
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Jahreslosung 1957
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Lukas 6, 46
Skopus: Ein Wort, das uns viele Fragen stellt.
Jahreslosungen 1a 1957-Lukas 6,46
"Jesus spricht: Was heißet ihr mich aber Herr, Herr, und tut
nicht, was ich euch sage."

Wir haben die ersten Schritte in das neue Jahr getan. Nun
wird sich weiterhin alles abwickeln, Freud und Traurigkeit,
Glück und Not werden auf uns einstürmen.
Zu unserem großen Glück wissen wir als Christen, daß alles,
was da nun kommen wird, nicht als ein blindes Schicksal auf
uns zukommt, sondern Gott selbst ist es, der das Maß der
Freude und des Leides über uns bestimmt.
Weil alles, aber auch alles von Gott im neuen Jahr abhängt,
ist es gut und heilbringend, auf seine Stimme zu hören, was
er uns zu sagen hat. Und dieses Wort Gottes als Losung für
das Jahr 1957 heißt:
"Was heißet ihr mich aber Herr, Herr, und tut nicht, was ich
euch sage."
Dieses Wort möchte auch uns durch das ganze Jahr 1957
begleiten. Dieses Wort sagt Jesus Christus, der vom Vater im
Himmel als ein kleines Kindlein auf diese Erde kam und der
uns durch sein Leben und Reden, durch sein Leiden und
Sterben die Tür zum Vater im Himmel wieder öffnen wollte und
auch geöffnet hat.
Seitdem darf es wieder Freude und Glück auf dieser Erde
geben.
Hinter der ganzen Geschichte von Weihnachten im Stalle zu
Bethlehem steht ja die Freude darüber, daß wir wieder
fröhliche und glückliche Menschen sein dürfen.
Über deinem und meinem Leben strahlt das Licht aus der Höhe
und macht aus unserem Leben ein Leben in echter Freude,
wovon schon damals die Engel den Hirten auf dem Felde
verkündeten.
Nun ist unlösbar mit dieser Freude verbunden die einfache
Tatsache, daß wir das Dankeschönsagen gegenüber unserem
Herrn Jesus Christus und unserem Vater im Himmel nicht
vergessen dürfen.
Ich möchte einmal den Menschen sehen, der reich von einem
anderen beschenkt worden ist und dann vergißt, Dankeschön zu
sagen.
Was aber vielleicht unter uns Menschen nicht vergessen wird,
daß vergessen wir weithin gegenüber unserem Herrn Jesus
Christus, der uns nicht nur irgendetwas geschenkt hat,
sondern das Eine, wovon unser ganzes Glück und Heil abhängt.
Wie zeigt sich unser Dank gegenüber unserem Herrn und
Heiland Jesus Christus?
Nicht, indem wir möglichst viele frommen Wörter in den Mund
nehmen, sondern indem wir auch das tun, was unser Herr von
uns als unseren Dank erwartet:
"Was heißet ihr mich aber Herr, Herr, und tut nicht, was ich
euch sage."
Diese große Frage soll uns im Jahre 1957 begleiten und
beschäftigen, ob wir wirkliche frohe Christen sind, die auch
das tun, was ihr Herr und Meister Jesus Christus sagt.
An Menschen, die nur dem Namen nach Christen sind, die bei
der Taufe, die bei der Konfirmation, die bei der kirchlichen
Trauung oder in den Gottesdiensten JA, JA und Herr, Herr
gesagt haben, haben wir keinen Mangel. Aber wo bleiben die
Menschen, von denen Jesus Christus nicht zu sagen braucht:
"Was heißet ihr mich aber Herr, Herr, und tut doch nicht,
was ich euch sage."
Liegt nicht über vielen christlichen Kirchen und Gemeinden
ein Geruch der Verwesung, weil ihr ganzer Glaube darin
liegt, nur HERR, HERR zu sagen und nicht zu tun, was Jesus
Christus sagt? Gerade darin, ob wir wirklich als Christen am
Alltag und am Sonntag nach den Worten Jesu leben, zeigt es
sich, ob wir überhaupt Christen sind.
Dein Glaube an Jesus Christus entscheidet sich darin, wie du
zu deinen Kindern, wie du zu deinen Eltern, wie du zu den
Freunden und Nachbarn stehst. Dein Glaube an Jesus Christus
entscheidet sich daran, ob du deinen Geldbeutel auch deinem
Herrn Jesus Christus zur Verfügung stellst und nicht sagst,
bis in den Geldbeutel hinein geht mein Glaube nicht.
Dein Glaube an Jesus Christus entscheidet sich darin, was du
mit den Kranken und Armen um dich herum machst und ihnen
nicht aus dem Wege gehst. Dein christlicher Glaube
entscheidet sich daran, ob du deine Zunge festhältst und
nichts böses über andere Menschen sagst.
"Was heißet ihr mich aber Herr, Herr, und tut nicht, was ich
euch sage."
Jeder von uns hat als Mensch eine Stelle, an der er nicht
gern das tut, was Jesus sagt. Bei jedem einzelnen ist diese
Stelle anders. Darum ist es notwenig, daß wir immer und
immer wieder unter Gottes Wort kommen, damit Gott jedem
einzelnen von uns durch sein Wort sagt, was er tun soll.
Wollen wir wirklich ernsthaft leben nach dem, was Jesus von
uns haben will, dann heißt das, daß wir noch treuer werden
im Besuch der Gottesdienste, noch treuer im Lesen der
Heiligen Schrift, noch treuer im Falten unserer Hände zum
Gespräch mit unserem Herrn.
So will diese große Frage Jesu mit uns gehen durch das Jahr
1957:
"Was heißet ihr mich Herr, Herr, und tut nicht, was ich euch
sage."
Was wäre das für eine Freude, wenn wir hier als die
einzelnen Christen, wenn wir als Gemeinde von Aldea
Protestante, wenn wir als Gesamtgemeinde General Alvear ein
klein wenig von dem verwirklichen könnten von dem, was uns
unser Herr sagt.
Es ist ja dabei nicht so, als ob wir uns zu diesem Tun so
mächtig anstrengen müßten.
Wer die ganze Freude durch Jesus Christus geschenkt bekommen
hat, der hat damit auch die Kraft bekommen, das zu tun, was
Jesus Christus von ihm haben will. Wer allerdings diese
Freude nicht geschenkt bekommen hat, wer an dem Kinde im
Stalle zu Bethlehem vorbeigegangen ist und nicht
hineingeschaut hat, der kann sich anstrengen, soviel er
will, er bringt das nicht fertig.
So ist die Frage Jesu:
"Was heißet ihr mich aber Herr, Herr und tut nicht, was ich
euch sage",
eine Frage an uns von entscheidender Bedeutung. Von der
Beantwortung dieser Frage hängt es ab, ob wir zu den
Menschen gehören, die nur den Namen Christen tragen und
dabei doch verlorengehen oder zu denen, die den rechten
Glauben haben, die hingehen und tun, was ihr Herr sagt.