Die 7 Worte Jesu am Kreuz (7)
Lugar/Ort:Diamante

Fecha/Datum:05/04/1958
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Aldea Protestante, 4-4-1958 -Karfreitag-
Paraná, 4-4-1958 -Karfreitag-
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Passion -Karsamstag
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Lukas 23,46
Skopus: Vor dem Tod Jesu
Die 7 Worte Jesu am Kreus (7) Lukas 23, 46
"Und Jesus rief laut und sprach:
Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände!
Und als er das gesagt, verschied er."

Der letzte Augenblick unseres Herrn und Meister Jesus
Christus ist gekommen. Zum letzten Male tut er dort am Kreuz
auf Golgatha seinen Mund auf.
Wenn Jesus seinen Mund auftat, dann hatte er immer den
Menschen entschieden wichtige Worte zu sagen. Besonders gilt
das von seinen Worten, die ER am Kreuz noch inmitten seiner
Qual gesprochen hatte. Das Wort
"VATER, VERGIB IHNEN, DENN SIE WISSEN NICHT, WAS SIE TUN",
macht seine Mórder frei von ihrer Schuld.
Durch das Wort
"WAHRLICH, ICH SAGE DIR, HEUTE WIRST DU MIT MIR IM PARADIESE
SEIN,"
öffnete er dem mitgekreuzigten Verbrecher und Mörder die Tür
zum Himmel.
Und sein Wort
"ES IST VOLLBRACHT,"
zeigt allen Menschen an, auch uns, dass keiner von uns mehr
in seinem Leben verzagt oder verzweifelt zu sein braucht.
Der gekreuzigte Herr hat das Werk vollbracht, wozu ihn sein
Vater im Himmel auf die Erde gesandt hat. Es ist Wahrheit
geworden, dass Jesus Christus durch sein Leiden und Sterben
unseren Fluch und unsere Verdammnis auf sich genommen hat,
damit wir Gottes Segen erhalten können, damit wir Gottes
Kinder sein können.
Indem er seine Mutter in die Obhut des Apostels Johannes
gibt mit den Worten
"WEIB, DAS IST DEIN SOHN; JOHANNES, SIEHE, DAS IST DEINE
MUTTER!"
und damit Johannes beauftragt, auch seiner Mutter zu
verkündigen, dass ER auch ihr den Himmel aufgeschlossen hat,
in dem hat er uns befohlen, ebenfalls den Auftrag gegeben,
dass wir uns gegenseitig helfen sollen, dass wir aus blossen
Namenschristen solche werden, die aus der Finsternis ihres
Lebens in das helle und freundliche Licht der Liebe Gottes
gekommen sind, denen ihre Schuld vergeben ist.
Nun bleibt unserem Herrn am Kreuz noch eines zu tun übrig,
den letzten Schritt seines Gehorsams gegenüber seinem Vater
im Himmel.
Er muss jetzt noch diesen letzten Schritt tun in die dunkle
Nacht des Todes hinein. Auch dieser Schritt in den Tod
hinein verlangt sein Vater im Himmel von ihm. Als der
fluchbeladene und verdammte Gottes Sohn muss er die Schwelle
des Todes überschreiten. Was wird dann sein?
In dieser Stunde des tiefsten Leides ist ihm seine Zukunft
verborgen. Ihn wird der Schatten des Todes umfassen, wie er
uns einmal umfassen wird. Eines aber weiss er ganz gewiss,
dass es Gottes Wille zum Heil der Menschen ist, dass er als
der Fluchbeladene sterben muss.
Und Jesus geht diesen schweren Gehorsamsweg zu Ende bis in
den Tod hinein.
Der Apostel Paulus schreibt an die Philipper von diesem
Jesus:
"Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode,
ja bis zum Tode am Kreuz."
Obwohl Jesus von seinem Vater verlassen, verflucht und
verdammt worden ist, wendet er sich von ihm nicht ab. Und in
dem Augenblick des Todes übergibt er sich selbst als der vom
Vater Verfluchte ganz in seine Hände:
"Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände,"
mache mit mir, was du willst und wenn es selbst die Hölle
sein sollte, ich aber lasse dich nicht, heisst dieser
Ausspruch im Munde Jesu.
Gibt es je einen grösseren Gehorsam als diesen hier, den
Jesus seinem Vater im Himmel erweist! Und mit diesem
Bekenntnis zu seinem Vater überschreitet er die Schwelle des
Todes:
"Und als er das gesagt, verschied er."
Eine ungeheure Bewegung geht durch die Natur. Die Erde
bewegte sich vor Trauer, tiefe Finsternis legte sich über
das Land und die Sonne verlor ihren Schein und der Vorhang
des Tempels zerriss.
Die Menschen, die Jesus gekreuzigt haben, jubeln und
triumphieren. Die Hölle mit ihrer ganzen Ausgeburt feiert
ein Siegesfest mit Getöse und Geheul, weil sie meint, nun
da dieser Jesus tot ist, sei ihre Stunde gekommen, die
Stunde, da Hölle, Tod und Teufel die alleinige Herrschaft
über diese Erde und alle Menschen antreten können.
Jesus hängt tot am Kreuz zwischen dem Himmel und der Erde.
Von der Erde wurde er durch Menschen wie ein Verbrecher
ausgestossen und an das Kreuz genagelt. Und im Moment noch
blieb der Himmel ihm verschlossen, da Gott ihn sogar
verlassen hat,
So hängt Jesus Christus tot am Kreuz auf Golgatha zwischen
Himmel und Erde, umringt von den bösen Mächten, die ein
Geschrei ihres Sieges angestimmt haben.
"O grosse Not,
Gott's Sohn ist tot,
am Kreuz ist er gestorben."
Wenn wir das alles bedenken, müssen wir da nicht darüber
verstummen, dass wir es fertiggebracht haben, solch ein
furchtbares Geschehen auf ihn zu bringen, auf ihn, der unser
Heiland ist??
Ist es nicht genauso grauenvoll, dass Menschen bis auf den
heutigen Tag noch in der selben Weise versuchen, diesen
ihren Heiland zu kreuzigen und zu ermorden?
Jeder Tag unseres Lebens findet uns bei denen, die auch
heute noch schreien:
"Kreuziget, kreuziget ihn!"
Jeden Tag helfen wir mit durch unsere Gedanken, Worte und
Werke, dass die Nägel durch die Hände und Füsse dieses Jesus
von Nazareth geschlagen werden.
Dieser gemartete und gequälte Jesus am Kreuz auf Golgatha,
zwischen Himmel und Erde hängend, ist unser Werk, ist deine
und meine Tat. Das haben wir fertiggebracht.
Wir bringen es nicht nur fertig, unsere Welt zu zerstören
und uns das Leben gegenseitig zur Hölle zu machen, sondern
wir bringen es sogar fertig, den Heiland der Welt
totzuschlagen.
Nicht wahr - herrlich weit haben wir es gebracht, dass wir
sogar den Sohn Gottesa totzuschlagen bereit sind.
Wenn schon niemand um ihn trauert, dann werden es die Steine
oder dann wird es schon die Sonne tun:
"O grosse Not,
Gott's Sohn ist tot,
am Kreuz ist er gestorben."
Eine Trostlosigkeit ohnegleichen liegt über diesem Hügel
Golgatha, wenn man nicht schon das Herannahen eines neuen
Morgens eines neuen Tage ahnen würde, ein Ahnen, das allem
Morden zum Trotz, allem Siegesgeswchrei der Hölle, des Todes
und des Teufels zum Trotz, dass der tote Jesus am Kreuz auf
Golgatha, zwischen Himmel und Erde hängend, nicht das Letzte
ist.
Karfreitag gibt es nicht immer auf dieser Erde. Es folgt ein
tag, da der Siegesgeschrei der Hölle verstummen wird und
stattdessen Jesus Christus als der Sieger in seiner ganzen
Macht und Herrlichkeit erscheinen wird.
Lasst uns heute schon langsam unseren Blick wegwenden von
dem toten Jesus am Kreuz und hinlenken auf das, was am
Auferstehungsmorgen geschehen wird. Im Scheine dieser
Auferstehungssonne dürfen alle Menschen, auch seine Mörder,
auch wir, du und ich, wieder froh werden.