Die 7 Worte Jesu am Kreuz (3)
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:20/03/1958
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Passion
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Johannes 19, 25-27
Skopus: Jesu Mutter
Die 7 Worte Jesu am Kreuz (3) Johannes 19, 25-27
"Da nun Jesus seine Mutter sah und den Jünger dabeistehen,
den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: "Weib,
siehe, das ist dein Sohn. Darnach spricht er zu seinem
Jünger: Siehe, das ist deine Mutter! Und von der Stunde an,
nahm sie der Jünger zu sich."

Unser Blick geht in dieser Stunde wieder auf den Hügel
Golgatha, auf dem 3 Kreuze stehen, inmitten der Verbrecher
das Kreuz von Jesus von Nazareth, der der Messias, der Sohn
Gottes, ist.
Unter diesem Kreuze bemerken wir 2 Menschen, einmal Maria,
die Mutter Jesu, zum anderen Johannes, ein Jünger dieses
Jesus. Diese beiden haben sich trotz der Furcht und Angst
herangeschlichen an das Kreuz, um zu sehen, was Jesus in
seinen Schmerzen und Qualen noch macht.
Da steht also María, die Mutter Jesu. Wieviele wunderbare
Worte hatte sie von der Geburt in Bethlehem angefangen bis
vor der Leidenszeit über diesen ihren leiblichen Sohn Jesu
gehört und was hat sie nicht alles mit ihm erlebt?!
Im letzten Grunde aber hat sie ihn nicht verstanden. Wie oft
hat sie versucht, diesen ihren Sohn von seinem so
merkwürdigen Weg abzubringen! Jesus hat einmal ihr sagen
müssen"
"Weib, schweig still, was habe ich mit dir zu schaffen,
hindere mich nicht auf meinem Wege!"
Ja, hat Jesus nicht einmal sogar Maria, seine eigene Mutter,
fortgeschickt mit den Worten:
"Wer ist schon meine Mutter?; wer meinen Willen tut, der ist
meine Mutter.?!"
Das heisst doch, dass Maria eben nicht immer den Willen
ihres Sohnes tat, weil sie ihren Sohn auf seinem Wege zu
unserem Heil garnicht verstanden hat.
Jetzt steht sie vor dem Kreuz ihres sterbenden Sohnes
vollkommen ratlos da. Wenn sie auch schon vorher nicht alles
verstanden hat, was ihr Sohn tat und sagte, jetzt aber dreht
sich ihr alle im Kopfe herum. Sie kann es sich nicht
erklären, wie es möglich ist, dass das Gottes Willen sein
soll, dass ihr Sohn wie ein Verbrecher zum Tode verurteilt
und gekreuzigt wurde und nun in entsetzlichen Qualen im
Todeskampf am Kreuze hängt.
Jesus sieht diese seine Mutter in aller ihrer Not und noch
mitten in seinen eigenen Qualen schickt er ihr die Hilfe,
die sie in irdischer Weise so nötig hat, aber auch in
sellsorgerlicher Weise. damit sie nicht irre wird am Leben
ihres Sohnes und schliesslich auch dahin kommt, dass sie das
Reden, Tun und Handeln, Leiden und Sterben ihres Sohnes
endlich versteht.
Jesus am Kreuz schickt seiner Mutter diese Hilfe, indem er
sie an den Jünger Johannes weist, indem er sie unter den
Schutz und unter die Fürsorge dieses Johannes stellt:
"Da nun Jesus seine Mutter sah und den Jünger
dabeistehen,spricht er zu seiner Mutter: Weib, siehe, das
ist dein Sohn und zu dem Jünger spricht er: Siehe, das ist
deine Mutter!"
Wir wissen, dass Jesus einmal einer Witwe dadurch geholfen
hat, dass er ihr den einzigen Sohn aus dem Tode zum Leben
erweckte. Es ist die Geschichte vom Jüngling zu Nain. Und
seiner eigenen Mutter Maria hilft er dadurch, dass er sie
der Obhut und der Fürsorge des Johannes anvertraut:
"Weib, siehe, das ist dein Sohn."
Von diesem Jünger heisst es, dass ihn Jesus besonders liebt.
Ohne, dass wir in unserem Text den Namen gesagt bekommen,
wissen wir es doch, dass dieser Jünger Johannes heisst.
Diesem Jünger gibt er den Auftrag, sich seiner Mutter
anzunehmen, zu ihr zu stehen und für sie zu sorgen, wie wenn
sie seine eigene Mutter wäre:
"Siehe, das ist deine Mutter!"
Neben der rein menschlichen Hilfe, die Johannes ihr geben
möchte, liegt wohl die hauptsächlichste Bitte um Hilfe
darin, dass er ihr bezeugt, dass ihr Sohn Jesus trotz des
schändlichen Verbrechertodes der Messias, der Sohn Gottes.
ist. Seine Aufgabe sollte es sein, ihr zu bezeugen und zu
verkündigen, dass das jetzt keine Rolle mehr spielt, dass
Jesus ihr leiblicher Sohn ist, sondern dass nun alles darauf
ankommt, dass Jesus Christus auch für sie, seine Mutter,
gestorben ist, dass er auch ihr Heiland und Erlöser ist.
Wir wissen nicht, auf welche Weise Johannes die
Verpflichtung der Mutter Jesu gegenüber ausgeführt hat.
Allerdings wissen wir das Eine, dass Maria ein treues Glied
der ersten christlichen Gemeinde in Jerusalem geworden ist.
In dem, was Jesus Christus hier schafft zwischen seiner
Mutter und dem Jünger Johannes und was er sagt:
"Mutter, das ist dein Sohn und Johannes, das ist deine
Mutter!"
wird uns ein Beispiel für alle Zeiten gegeben. Jesus
Christus weist am Kreuz in der Gestalt des Johannes uns alle
darauf hin, dass wir allen Menschen helfen sollen, ihn,
Jesus, als den Sohn Gottes, als unseren Heiland
anzuerkennen.
Johannes soll durch sein Bekenntnis der Mutter Jesu
bezeugen, dass ihr Sohn Jesus ihr Heiland ist, auf dass sie
nicht nur die leibliche Mutter Jesu sei, sondern dass sie
eine Jüngerin Jesu werde.
Wir als Glieder einer christlichen Kirche sollen uns
gegenseitig helfen, dass wir aus blossen Namenschristen
Christen werden, die wirklich ihre ganze Hoffnung allein auf
ihren Heiland setzen. So wenig es der Mutter Maria hilft,
dass sie die Mutter Jesu ist, ebenso wenig hilft es, wenn
ein Mensch nur äusserlich zur christlichen Kirche gehört.
Nur eines kann uns als Christen einer evangelischen Kirche
helfen, dass wir nämlich in diesem Jesus von Nazareth, der
da am Kreuz auf dem Hügel Golgatha hängt, unseren Heiland
und unseren Befreier erkennen. So, wie Johannes der Mutter
Maria helfen soll, dass sie eine an Christus glaubende Frau
werde, so sollen wir uns alle gegenseitig helfen, dass wir
an Christus glaubende Menschen werden.
Das ist die grösste Liebe, die wir in der christlichen
Kirche zueinander haben können, dass wir uns gegenseitig
helfen, rechte Christen zu werden und zu sein. Jesus am
Kreuz zeigt uns in diesem Wort an Maria und Johannes, was
die grösste Liebe zwischen Menschen eigentlich ist.
In einer Legende, also in eiuner Geschichte, die nicht in
der Bibel geschrieben steht, wird uns mitgeteilt, dass
Johannes diese Aufforderung Jesu zu der grössten Liebe
untereinander in der Begegnung am Kreuz in seinem Leben nie
vergessen hat. Noch als ein alter Mann von über 80 Jahren,
liess Johannes sich in den Gottesdienst der
christlichen Gemeinde tragen, er lebte auf der Insel Patmos.
Seine Füsse konnten ihn nicht mehr tragen, seine Hände
zitterten und sein Stimme war schwach und müde. Aber wie die
Träger ihn nach vorne getragen hatten und seine Augen die
vielen Glieder der christlichen Gemeinde sah, tat er seinen
Mund auf und rief:
"Kindlein, liebet euch untereinander!"
Darauf brach er zusammen und wurde tot hinausgetragen.
So hat dieser Johannes diese Begenung damals am Kreuz bis an
sein Lebensende nicht vergessen und noch vor seinem Tode an
die christliche Gemeinde weitergegeben:
"Kindlein, liebet euch untereinander!
Ihr Glieder der christlichen Kirche, helft euch gegenseitig,
dass ihr wirklich alle den Weg zu Christus findet!"