Brief an die Kolosser 23
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:10/06/1957
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:2. Pfingsttag
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Kolosser 3, 16
Skopus: Vorbereitung fü
Der Brief des Apostels Paulus an die Kolosser 23 3, 16
"Lasset das Wort Christi reichlich wohnen in euch: lehret
und vermahnet euch selbst in aller Weisheit mit Psalmen und
Lobgesängen und geistlichen Liedern und singet Gott dankbar
in euren Herzen."

Der Apostel Paulus sieht eine christliche Gemeinde immer
mitten in einer friedlosen und unheilvollen Welt als eine
INSEL DES FRIEDENS an. Eine christliche Gemeinde soll
einfach durch ihr Dasein, durch ihre blosse Existenz ihrer
friedlosen Umgebung bezeugen und bekennen:: Frieden ist
möglich, der Krieg braucht nicht zu sein, denn Gott, der
Herr, hat bereits einen Frieden gestiftet, der besser ist
als alle Friedensversprechungen der politischen Mächte. Gott
hat den Frieden gestiftet in dem Krieg, den wir gegen ihn
angezettelt haben, den Frieden auch zwischen den Menschen
untereinander. Das Zeichen dieses Friedens ist das Kreuz auf
Golgatha.
Und genauso sind auch wir Christen als einzelne Menschen
berufen, in unserer Umgebung Menschen des Friedens zu sein.
Als damals am 1. Pfungsstag in Jerusalem Jesus Christus, der
Herr, den Heiligen Geist sandte und damit die christliche
Kirche, die christliche Gemeinde, gründete, da geschah es
eben, damit der Herr durch die Gründung der christlichen
Kirche seine Jünger vorbereiten kann auf ihren Dienst und
Beruf als Friedensverkündiger, als Friedensbringer und als
Friedensstifter in dieser unheilvollen Welt.Wo ein Christ
diese seine Aufgabe nitten in dieser dunklen Welt vergisst
oder ablehnt, da ist sein ganzes Christsein umsonst.
Wo eine christliche Gemeinde der Welt diesen Frieden nicht
bezeugt, den allein Gott schenken kann, da ist sie keine
christliche Gemeinde mehr, sondern irgendeine menschliche
Vereinigung oder Partei oder Bauernverband.
Jesus sagte es einmal selbst in der Bergpredigt, welch eine
grosse Aufgabe seine Jünger und Jüngerinnen, seine
Gemeinden, haben:
"Ihr seid das Salz der Erde, wo nun das Salz seine Salzkraft
verliert, womit solls man salzen? Es ist hinfort zu nichts
nütze, denn dass man es auf die Strasse schütte und lasse es
die Leute zertreten. Ihr seid das Licht der Welt. Es kann
die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein.
Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen
Eimer, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es denn
allen, die im Hause sind. Also lasset euer Licht leuchten
vor den Leuten, dass sie eure Werke de Friedens sehen und
euren Vater im Himmel preisen."
Alles Tun in in einer christlichen Gemeinde soll dazu
dienen, uns auszurüsten und vorzubereiten für unsere Aufgabe
in dieser so dunklen, friede- und freudelosen Welt.
"In der Welt ist es dunkel, leuchten müssen wir,
Du in deiner Ecke, ich in meiner hier."
Der Apostel weiss, wie nötig es für die Gemeinde zu Kolossä
ist, dass sie zurückgerufen wird von einem frommen
selbstgenügsamen Glauben, der fromm und ergeben die Hände
faltet und die Augen schliesst und den Glauben geniesst,
aber nichts tun will, zur Arbeit, zum Tun für Jesus
Christus, zur Erfüllung der uns von Gott gestellten Augbae
zu faul ist und nichts wissen will.
Aber diese grosse, sehr grosse Gefahr besteht nicht nur bei
der Gemeinde zu Kolossä, sondern bei allen christlichen
Gemeinden, auch bei uns.
Paulus zeigt uns nun in unseren Versen, wie sich Christen in
den Versammlungen ihrer Gemeinden, in ihren Gottesdiensten,
auf ihre Aufgabe als Licht-, Friede- und Freudebringer für
diese Welt, vorbereiten können.
"Lasser das Wort Christi unter euch reichlich wohnen in
aller Weisheit; lehret und vermahnet euch selbst mit Psalmen
und Lobgesängen und geistlichen Liedern und singet dem Herrn
in eurem Herzen."
Paulus sieht vor sich eine Schar von Kämpfern, die vor dem
Kampf sich um ihren Befehlshaber versammelt hat, um die
letzten Instruktionen zu empfangen, nach denen gehandelt und
gekämpft werden soll, und diese Schar singt, bevor sie nun
in den Kampf zieht, ihr Kampf- und Trutzlied.
So sind wir Christen jedesmal in unseren Gottesdiensten zu
den Instruktionsstunden unseres Herrn und Heilandes Jesus
Christus versammelt und warten auf sein Wort, das uns
Anweisung gibt für unseren Friedenskampf, den wir
auszuführen haben, für unseren Dienst als Friedensboten,
einen Frieden, den wir auszurufen haben. Es ist das
Natürlichste von der Welt, dass nur der recht kämpfen kann,
der diese Instruktionsstunden seines Befehlshabers nicht
versäumt.
Wie notwendig ist es doch da auch für uns als rechte
Christen, dass wie diese Stunden des Gottesdienstes, da
unser König Jesus Christus auch mit uns sprechen will, auch
uns seine letzten Anweisungen geben will, nicht versäumen.
Keiner kann ein rechter Friedenskämpfer von uns sein; keiner
kann ein rechter Freudebringer von uns sein in dieser
dunklen Welt, der nicht immer wieder auf das letzte Wort
seines Herrn und Heilandes im Gottesdienst hört.
"Lasset das Wort Christi unter euch reichlich wohnen."
Spüren wir nicht, wie so ganz anders der Apostel Paulus den
Gottesdienst einer Gemeinde versteht als wir weithin. Ein
Gottesdienst ist nicht irgendeine gemüvolle und gefühlsvolle
Andachtsstunde, in der unsere Nerven ein wenig gestreichelt
werden, sondern eine Instruktionsstunde für unsere vor uns
liegende Aufgabe, die wir als Christen in den nächsten
Stunden und Tagen auszuführen haben.
Für unser Christsein ist das Wort Jesus im Gottesdienst
genauso wichtig wie für unser Menschsein das tägliche
Fleisch und Brot. Wer auf dieses Wort Jesu im Gottesdienst
meint verzichten zu können; wer meint, dieses Wort Jesu
nicht nötig zu haben, der mach zuerst in seiner
Auftragserfüllung Fehler auf Fehler und scheidet
schliesslich als ein unbrauchbarer Diener aus der Kampfschar
der Kämpfer Jesu Christi aus. Und dabei spielt es wirklich
keine Rolle, ob er seinen Gemeindebeitrag bezahlt hat oder
nicht.
Nutzt alle Gelegenheiten aus, um das Wort des Königs Jesu
Christi zu hören, ruft der Apostel Paulus den Kolossern und
uns zu, damit wir alle eine einige grosse Schar von echten
Christen Diener unseres Herrn werden.
Wie herrlich auch, dass wir in unseren Gottesdiensten, in
unseren Instruktionsstunden des Dienstes für unseren Herrn
nicht stumm dabeizusitzen brauchen. Wir dúrfen unserem Herrn
antworten auf das, was er uns zu sagen hat, wir dürfen ihn
fragen, was wir nicht verstanden haben. Wir dúrfen unseren
Mund auftun, um frohe und feste Kampflieder zu singen, die
dem Herrn bezeugt:
Ja, Herr, wir stehen zu deinem Dienst bereit.
"O Herr Jesu, Ehrenkönig,
die Ernt ist gross,
der Schnitter wenig,
drum sende treue Zeugen aus.
Send auch uns hinaus in Gnaden,
viel frohe Gäste einzuladen
zum Mahl in deines Vaters Haus.
Wohl dem, den deine Wahl
beruft zum Abendmahl
im Reich Gottes!
Da ruht der Streit,
da währt die Freud
heut, gestern und in Ewigkeit."