Brief an die Kolosser 17
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:25/10/1956
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Hernandarias, 26-5-1957
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Wochengottesdienst
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Kolosser 2, 20-23
Skopus: Du sollst-du sollst nicht-in der Gemeinde?
Der Brief des Apostels Paulus an die Kolosser 17 2, 20-23
"Wenn ihr denn nun abgestorben seid mit Christus den
Elementen der Welt, was lasset ihr euch
denn Satzungen auferlegen, als lebtet ihr auch in der Welt:
Du sollst das nicht angreifen, du sollst dies nicht kosten,
du sollst jenes nicht anrühren? Das alles soll sich doch
unter den Händen verzehren; es sind der Menschen Gebote und
Lehren, die einen Schein von Weisheit haben durch
selbsterwählte Frömmigkeit und Demut und dadurch, dass sie
des Leibes nicht schonen, nicht aus Ehrfurcht, sondern um
des Fleisches Gelüsten zu dienen."

Einmal hat Gott sein
DU SOLLST und DU SOLLST NICHT!
zu uns Menschen gesprochen. Es geschah damals am Berge
Sinai, als er dem Mose für die Kinder Gottes die 10 Gebote
gab. Dieses DU SOLLST - DU SOLLST NICHT! macht uns Menschen
deutlich, wie wir vor Gott eigentlich sein sollten und wie
wir in Wirklichkeit sind. Dauernde Übertreter des göttlichen
Willens sind wir vor Gott.
Diese Gebote Gottes zeigen uns an, dass wir verlorene
Menschen sind, wenn wir von Gott danach beurteilt werden, ob
wir seine Gebote gehalten haben. Wir alle haben ja einmal
die 10 Gebote mit den Erklärungen von Dr. Martin Luther
gelernt.
Keiner von uns könnte sich unterstehen, zu sagen: Ich habe
immer alle diese Gebote Gottes gehalten.
Und Gott sagte, dass der , der diese Gebote nicht hält, des
Todes und der ewigen Verdammnis schuldig ist.
Es stimmt schon: Wir sind verlorene Menschen, wenn wir von
Gott beurteilt werden nach dem Tun und dem Halten der 10
Gebote.
Aber in seiner grossen Liebe zu uns verlorenen Menschen kam
Gottes Sohn auf diese Erde und nach seinem Leiden und
Sterben und Auferstehen trat der Sohn Jesus Christus zu
seinem Vater und bat ihn, uns Menschen nicht zu beurteilen
und zu richten nach den 10 Geboten, sondern auf Grund
dessen, was da durch ihn geschah am Kreuz auf Golgatha. Und
was geschah da auf Golgatha?
Es geschah dort dieses, dass der einzige Mensch und Gottes
Sohn, der im freien Gehorsam gegenüber seinem Vater alle
Gebote gehalten hat, auch noch die Strafe der ganzen
Menschheit auf sich nahm. Er starb die Strafe unserer
Verlorenheit, die wir eigentlich wegen des Nichthaltens der
Gebote erleiden Müssten.
So hat das Kreuz auf Golgatha diese wichtige Bedeutung
bekommen:
"Wer Jesus am Kreuze im Glauben erblickt, wird heil zu
derselbigen Stund."
Wer im Glauben auf diesen Jesus am Kreuz blickt, wird von
Gott nicht mehr nach dem halten der Gebote beurteilt,
sondern nach dem, was am Kreuze geschah.
Durch Jesus Christus werden die 10 Gebote für den
Glaubenden, als Mittel zum Heil, ersetzt durch das Kreuz.
Das Tun des Christen steht nun nicht mehr unter dem Gesetz
des DU SOLLST - DU SOLLST NICHT! , das bei Nichterfüllung
uns zum Tode verdammte. Das Tun des Christen steht heute
unter dem Zeichen der Dankbarkeit für das, was Jesus
Christus für uns getan hat. Es heisst jetzt froh und frei:
Du darfst jetzt nach dem Mass deiner Gaben und Fähigkeiten
und Erkenntnissen Gott dankbar und Gehorsam sein.
Wenn nun schon für den Christusgläubigen die 10 Gebote als
Mittel zum Heil ersetzt werden durch das Kreuz Christi,
wievielmehr gilt das von den Geboten und Gesetzen, die von
Menschen in der Kirche aufgestellt werden. Das war ja doch
die Gefahr in der Gemeinde zu Kolossä und ist vielfach auch
die Not in den Kirchen heute, dass fromme Menschen und
Kirchenleitungen aufstehen und behaupten, man müsse dieses
tun und jenes lassen, damit man ein frommer Mensch sei, das
heisst ein vor Gott angenommener Mensch. Die einen frommen
Menschen behaupten, dass man beim Beten unbedingt weinen
muss, wenn man recht beten will, die anderen wiederum sage,
ein Mensch darf nicht rauchen. Wieder hört man weitere
Stimmen: Alkohol trinken ist Sünde, ins Kino gehen ist
Sünde, Tanzen ist Sünde.
Selbstverständlich kann das alles auch zur Sünde werden,
d.h. dass ich mich vor meinem Herrn Jesus Christus schämen
muss. Allerdings braucht es nicht zur Sünde werden, sondern
kann durchaus in bestimmten Fällen mit meinem Glauben an
Jesus Christus vereinbar sein.
Paulus sagt, wenn das Kreuz auf Golgatha schon die
göttlichen Gebote als Mittel des Heils ersetzt, wievielmehr
gilt das von den Geboten und Verboten, die fromme Menschen
in der Kirche aufstellen.
In dem Gleichnis vom Pharisäer und Zöllner kommt ein offener
Kampf der frommen Menschen von damals und Jesus Christus zum
Ausdruck.
Diese frommen Menschen von damals hatten auch viele Gebote
aufgestellt mit DU SOLLST und DU SOLLST NICHT!. Und nun kam
der Sohn Gottes auf diese Erde und wurde Mensch und wie
diese frommen Menschen ihn sahen, wollten sie ihn prüfen,
indem sie nachforschten, ob er auch alles tue, was sie als
fromme und gelehrte Menschen gesagt hatten und noch sagen.
Jesus aber kümmerte sich nicht um diese menschlichen und
frommen Gebote, ja, er sagte ihnen klar und deutlich, dass
sie mit ihren Verordnungen und Bestimmungen, mit ihrem
Wissen um das, was Gott will, weiter von Gott weg sind, als
ein wirklicher Übertreter der Gebote Gottes, der vor Gott
niederfällt und betet:
"Gott, sei mir Sünder gnädig!"
Paulus sagt, mit den göttlichen Geboten und mit den
menschlichen frommen Geboten kommst du nicht in den Himmel,
sondern nur mit dem Kreuz Christi.
Darum ist es schon eine ernste Sache, wenn Paulus die
Kolosser davor warnt, doch unter keinen Umständen auf solche
frommen selbstgemachten Gebote in der Gemeinde zu hören. Sie
verführen die Christen dazu, ihren Blick vom Kreuz auf
Golgatha wegzulenken und damit das Heil zu verlieren.
Alles Tun auf Grund der göttlichen Gebote und der
menschlichen frommen Satzungen reicht nicht aus, um das
Heil, um die ewige Seligkeit zu erlangen, darum ist grösste
Vorsicht bei den frommen menschlichen Geboten, mit denen
sich Menschen durch ihre guten Werke die Seligkeit verdienen
wollen, am Platze.
Wir wissen nicht, ob die Kolosser auf diese Warnung des
Apostels Paulus gehört haben und darum gerettet wurden, das
aber wissen wir, dass die katholische Kirche heute noch das
fordert und verteidigt, was der Apostel Paulus so
leidenschaftlich bekämpft. Sie lehrt heute noch, dass der
Mensch gerettet werde durch das Halten der 10 Gebote und
durch das Halten der Kirchengesetze: DU SOLLST und DU SOLLST
NICHT! Der katholische Christ glaubt, sich dadurch den
Himmel verdienen zu können.
Wir aber bleiben bei dem:
"Wer Jesus im Glauben am Kreuze erblickt,
wird heil zu derselbigen Stund."