Brief an die Kolosser 13
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:06/09/1956
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Wochengottesdienst
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Kolosser 2, 1-7
Skopus: Warung vor fremden Weltanschauungen
Der Brief des Apostels Paulus an die Kolosser 13 2, 1 - 7
"Ich lasse euch aber wissen, welch einen Kampf ich habe für
euch und für die zu Laodicea und alle, die meine Person im
Fleisch nicht gesehen haben, und dass ihre Herzen gestärkt
und zusammengefügt werden in der Liebe und zu allem Reichtum
des vollen Verständnisses, zu erkennen das Geheimnis Gottes,
das Christus ist, in welchem verborgen liegen alle Schätze
der Weisheit und der Erkenntnis. Ich sage das, auf dass euch
niemand betrüge mit verführerischen Reden. Denn ob ich wohl
leiblich ferne bin, so bin ich doch im Geist bei euch und
freue mich, wenn ich sehe eure Ordnung und euren festen
Glauben an Christus. Wie ihr nun angenommen habt den Herrn
Christus Jesus, so wandelt in ihm und seid verwurzelt und
gegründet in ihm und fest im Glauben, wie ihr gelehrt seid
und seid reichlich dankbar."

Das, was dort in der christlichen Gemeinde in Kolossä
passiert, geschieht auch immer wieder heute mitten unter uns
Christen und dabei spielt es keine Rolle, ob wir Christen
hier in Argentinien leben oder in Deutschland, ob in
Nordamerika oder in Russland, ob in Afrika oder in Asien. Es
geschieht dieses,dass uns Christen immer wieder bestimmte
Weltanschauungen und Philisophien als gut und nützlich
angeboten werden, die doch uns Christen nicht schaden
könnten, ja, im letzten Grunde sogar ein wenig besser und
sicherer sind als unser Glaube an Jesus Christus.
Denken wir an den Kommunismus und Bolschewismus mit einem
grossen Programm, dass auf dieser Erde ein Paradies mit
menschlichen Mitteln schaffen will und alle Menschen
auffordert, mitzuhelfen, auch die Christen; der sogar
behaupten kann, Jesus von Nazareth sei der erste Kommunist
gewesen, denn er habe sich damals schon der armen und
geknechteten Menschen angenommen.
Da ist der Amerikanismus mit seinem Kapitalismus, der die
Welt beglücken will mit seinen Idealen von einer freien
Marktwirtwirtschat und einer freien Weltdemokratie. Er
fordert auch alle Menschen, auch die Christen, auf,
mitzuarbeiten, dass diese freie Weltdemokratie einmal
Wirklichkeit wird.
Oder da ist der Existenzialismus, der von Europa ausgeht und
der feststellt, in dieser Welt der Atom- und
Wasserstoffbomben lohnt es sich nicht mehr zu leben. Jedes
Kind, das geboren wird, ist ja von vornherein dazu bestimmt,
bei einer kriegerischen Auseinandersetzung in die Luft zu
fliegen. Am besten ist es, wir Menschen nehmen alle den
Strick und hängen uns vorher auf. Von Rom aus macht der
Katholizismus seine Propaganda und schickt seine FATIMA
durch die ganze Welt, eine Statue der Jungfrau Maria, und
lässt verkündigen, dass es nur noch eine Möglichkeit in
dieser Zeit gibt, zu leben, wenn alle Menschen vor der Maria
niederfallen und sie anbeten.
Oder denken wir jetzt an die Lage bei uns in Argentinien.
Der Peronismus ist durch einen Staatsstreich verschwunden,
und die anderen Ideen, wie Sozialismus, Radikalismus und
Konservatismus und wie sie alle heissen mögen, sie alle
versuchen jetzt, mit ihren Ideen und Weltanschauungen zum
Ziele zu kommen, wenn der Militarismus, der sein Handeln auf
brutale Macht und Gewalt aufbaut, ihnen die Freiheit dazu
gibt.
Alle diese Ismen, die wir genannt haben und noch viele
anderen dazu, stehen vor der christlichen Kirche, stehen vor
uns und erwarten von uns, dass wir ihnen im Raum der Kirche
eine Möglichkeit geben, um mitzuarbeiten, ihre Programme zu
verwirklichen. Sie warten auf uns Christen, dass wir ihnen
in unserem christlichen Glauben einen Platz einräumen, ja,
sie erwarten schliesslich, dass wir dann endlich unsere
ganze Hoffnung auf irgendein Ismus setzen, als ob es um
unser Heil und um unsere Seligkeit ginge.
Und was für eine Antwort gibt der Apostel Paulus der
christlichen Gemeinde in Kolossä, an deren Türe ähnliche
Ismen und Philosophien Einlass fordern?
Er sagt laut und deutlich:
"Lasset euch von niemanden verführen mit solchen
vernünftigen Reden!"
Alle diese Ismen und Weltanschauungen wollen ja nicht nur
einiges wenige auf dieser Erde verändern, sondern sie haben
im letzten Grunde Gedanken und Programme, die davon
ausgehen, als ob Glück und Frieden, Aufstieg und
Vorwärtskommen und Wohlstand ausschliesslich und allein von
ihnen abhinge.
Alle diese Ismen in der ganzen Welt und auch um uns her,
mögen sie noch so gute und vernünftige Gedanken haben, tun
und handeln so, als ob es keinen Heiland und keinen Herrn
Jesus Christus gäbe. Darum schreibt Paulus:
"Lasser euch von niemanden verführen mit solchen
vernünftigen Reden."
Alle diese Programme und Welterneuerungspläne, ganz gleich,
von welcher seite sie kommen mögen, wollen es nicht
wahrhaben, wollen es nicht glauben, dass wir einen Herrn
haben, der nicht nur an Weltsverbesserungs- und
Weltanschauungsplänen herumprobiert, sondern der selbst
einmal klar und deutlich gesagt hat:
"Siehe, ich mache alles neu, das Alte ist vergangen und
alles neu geworden und ich werde
abwischen alle Tränen von ihren Augen und der Tod wird nicht
mehr sein, noch Leid noch Geschrei, noch Schmerz wird mehr
sein, das Alte ist vergangen und siehe, es ist alles neu
geworden."
Spüren wir es, wie gut es ist, dass der Paulus die Kolosser
und auch uns auffordert: Lauft doch nicht irgendwelchen
Welterneuerungsplänen irgendwelcher Parteien und Gruppen und
Ideen nach! Ihr als Christen habt das alles garnicht nötig!
Ihr habt einen Herrn Jesus Christus, dem alle Macht gegeben
ist im Himmel und auf Erden und ER hat gesagt:
"Siehe, ich mache alles neu!"
Wahrlich, wen sollte es auf dieser Erde geben, der es besser
und herrlicher machen könnte als er, unser Herr:
"In ihm liegen verborgen alle Schätze der Weisheit und der
Erekenntnis."
Anstatt, dass ihr, sagt Paulus, irgendwelchen Parolen
nachläuft, tut doch viel lieber etwas anderes! Hört noch
mehr als bisher auf die Stimme dieses Herrn Jesus Christus!
Merkt es schon eure Familie, merken es schon eure Kinder und
eure Eltern, dass ihr einen Herrn habt, der alles neu macht,
auch euer so schlechtes Verhältnis untereinander in der
Familie und in der Freundschaft?
Handelt selbst so, dass alle eure Mitmenschen merken, dass
ihr einen Herrn habt, der alles neu macht, der euch selbst
zu einem neuen Menschen gemacht hat. Wenn dass der Fall ist,
dann dürft ihr wissen, schreibt der Apostel, dass ihr
mithelft, dass auch eure Mitmenschen sich nicht verführen
lassen von allerlei menschlichen Parolen, sondern ihre ganze
Hoffnung und ihr alleiniges Vertrauen auf Jesus Christus
setzen.
Ist diese Botschaft des Paulus nur eine Botschaft an die
Kolosser?