Bibelw. 10 Gefährten der Freude
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:17/01/1974
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Meroú, 17-2-1975 -deutsch-
Aldea Protestante, 17-1-1974 -spanisch-
Camarero/Puíggari, 24-2-1974 -spanisch-
Paraná, 17-3-1974 -spanisch-
Reffino, 18-2-1975 -spanisch-
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Gff.d.Freude- beten füreinander
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Philipper 1, 1-11 - Filipenses 1: 1-11
Skopus: Die Verbindung der Christen ist das Gebet.
Bibelw.10 -Gefährten der Freude-beten füreinander- Philipper
1,1-11
"Paulus und Timotheus, Knechte Jesu Christi, allen Heiligen
in Christo Jesu zu Philippi samt den Bischöfen und
Dienern:Gnade sei nut euch und Friede von Gott unserem
Vater, und dem Herrn Jesu Christus! Ich danke meinem Gott,
so oft ich euer gedenke (welches ich allezeit tue in allem
meinem Gebet für euch alle, und tue das Gebet mit Freuden),
über eure Gemeinschaft am Evangelium vom ersten Tage an bis
her,und bin desselben in guter Zuversicht,daß, der in euch
angefangen hat das gute Werk, der wirds auch vollenden bis
an den Tag Jesu Christi. Wie es denn mir billig ist, daß ich
dermaßen von euch allen halte, darum daß ich euch in meinem
Herzen habe in diesem meinem Gefängnis, darin ich das
Evangelium verantworte und bekräftige, als die ihr alle mit
mir der Gnade teilhaftig seid. Denn Gott ist mein Zeuge, wie
mich nach euch allen verlangt von Herzensgrund in Jesus
Christus. Und darum bete ich, daß eure Liebe reich werde in
allerlei Erkenntnis und Erfahrung, daß ihr prüfen möget, was
das Beste sei, auf daß ihr seid lauter und unanstößig auf
den Tag Christi, erfüllt mit den Früchten der
Gerechtigkeit,die durch Christum geschehen in euch, zu Ehre
und Lobe Gottes." -
-BETEN FÜREINANDER.
Wir haben die gerade gelesenen Verse aus dem Anfang des
Briefes des Apostels Paulus an die Philipper genommen.
Philippi liegt in Mazedonien an der alten großen
Handelsstraße zwischen Europa und Asien.
Der Apostel hat diese Stadt auf der Durchreise einige Male
besucht. Sie besaß eine römische Garnison und eine
Verwaltungszentrale, auch eine jüdische Kolonie hatte sich
dort gebildet, die aber so klein war, daß kein jüdischer
Versammlungsraum, keine Synagoge, vorhanden war.
Nach dem Bericht der Apostelgeschichte Kapitel 16 waren
Paulus und Silas nach Philippi gekommen und hatten den
Frauen beim Waschen am Meer von Jesus Christus berichtet und
daraufhin hatte sich eine kleine christliche Gemeinde
gebildet, die im Hause der Frau Lydia zusammenkam, die ein
Stoffgeschäft führte.
Die Heiden hatten den beiden Zeugen hart mitgespielt und sie
ins Gefängnis gebracht.
Dabei hatten die beiden Zeugen des Evangeliums eine
wunderbare Begegnung mit dem Gefängnisaufseher, der dann
ebenfalls ein Christ wurde. Vielleicht erinnern wir uns noch
der Frage, die er an die Beiden richtete:
"Was muß ich tun, daß ich gerettet werde?",
die Paulus so beantwortete:
"Glaube an den Herrn Jesus, so wirst du und dein Haus
gerettet."
Paulus ist mit dieser Gemeinde in Philippi aufs herz lichste
verbunden, hat er doch hier zum ersten Male auf europäischem
Boden die größte Liebe und Freundlichkeit von Seiten der
Christen erfahren, allerdings von Seiten der Heiden
Verfolgung und Feindschaft.
Beides, diese Liebe und diese Feindschaft, werden sich fest
in sein Herz eingeschrieben haben, doch überragt die Liebe
und die Freude, wie es im ganzen Philipperbrief zum Ausdruck
kommt.
Eines ist weiterhin klar, daß der Apostel Paulus, als er
diesen Brief schrieb, sich in Gefangenschaft befindet,
obwohl es strittig ist, ob er sich in Rom oder in Cäsarea
oder in Ephesus aufhält.
Aus dem Brief ist auch erkennbar, daß ebenfalls die Gemeinde
zu Philippi durch schwere Leiden hindurch muß.
Da wir im Laufe der nächsten Zeit uns noch ein wenig
intensiver mit diesme Brief beschäftigen werden, ist es
sicher angebracht, auf verschiedene Aspekte und Schwerpunkte
dessen, was Paulus sagen will, zu achten.
1. In diesem Brief gibt Paulus ein persönliches Zeugnis von
Jesus Christus, so wie er mit der Gemeinde persönlich in
Liebe und Vertrauen verbunden ist.
2. Dabei steht doch Jesus Christus in seinem Sterben und
Auferstehen im Mittelpunkt und was das für Auswirkungen im
alltäglichen Leben hat.
3. Paulus schreibt als einer, der um des Evangeliums willen
leidet, an solche, die ebenfalls ihres Glaubens wegen,
leiden müssen.
Ein Märtyrer gibt ein Zeugnis der frohen Botschaft an
Märtyrer.
4. Durch den ganzen Brief zieht sich wie ein roter Faden das
Wissen, daß am Ende aller Leiden Jesus Christus steht, der
dieses Ende in seinem Plan bereits vorherbestimmt hat.
5. Schließlich aber, und das bildet den Grundton des ganzen
Briefes, ist alles auf Freude abgestimmt. Diesen Grundton
der Freude werden wir auch im ganzen Brief bemerken:
Freude in dem Herrn;
Freude an seinem Dienst;
Freude aneinander;
Freude auf den Himmel;
Freude in dieser Lebenszeit.
Das Thema des Briefes heißt:
GEFÄHRTEN DER FREUDE
Das soll nichts anderes bedeuten, als daß das Kennzeichen
einer christlichen Gemeinde, des Miteinanders der Christen
im alltäglichen und kirchlichen Leben gerade diese Freude
ist.
Christen brauchen nicht allein durch dieses Leben zu gehen,
sondern sie gehen ihren Weg zusammen mit anderen Christen,
mit Brüdern und Schwestern in dem Herrn, wie die Schrift
sagt, die sich gegenseitig zur Hilfe gesetzt wissen.
Und dieses Miteinander darf durch die Freude am Evangelium
geprägt sein.
Es könnte durchaus sein, daß das, was der Apostel Paulus den
Philippern schreibt, auch für uns noch in unseren konkreten
Situationen Hilfe und Ansporn und Weisung und Trost
bedeutet.
Das, was wir heute gelesen haben in unserem Text steht unter
dem Thema:
GEFÄHRTEN DER FREUDE (CHRISTEN) - BETEN FÜREINANDER.
Christen sind mieinander verbunden.
Daran hindert niemand und nichts, keine Polizei und keine
Militärmacht, kein Gefängnis und auch keine Verfolgung,
keine Krankheit und keine anderen Probleme.
Diese Verbindung kann auch durch keine Staatsgrenze oder
Sprachschwierigkeiten unterbrochen werden. Zwischen Christen
steht der, der die Mitte unseres Glaubens ist: Jesus
Christus.
Über ihn haben wir sofort Verbindung mit allen anderen
Christen, ganz gleich welcher Rasse oder Sprache und durch
ihn, unserem Herrn, können wir gleichzeitig die Hilfe
erbitten, die der andere nötig hat.
"Ich gedenke euer allezeit in meinem Gebet",
schreibt der Apostel Paulus den Philippern und bezeugt damit
eine Verbundenheit, die selbst Gefängnismauern und Fesseln
und alle sonstigen Schwierigkeiten sprengt.
Haben wir uns das schon einmal richtig klar gemacht, daß wir
durch das Gebet mit unseren Lieben in der Nähe und in der
Ferne verbunden sind, daß wir durch das Gebet verbunden sind
mit den Christen, die leiden in Rußland und China, mit
denen, die sich als Christen in Afrika und Asien und
Lateinamerika für die große Not in ihren Ländern
verantwortlich wissen und doch keinen Ausweg sehen.
Das Gebet, das Aneinanderdenken, ohneRücksicht auch auf eine
bestimmte Kirchenzugehörigkeit, umschließt alle Christen der
ganzen Welt um die eine Mitte: Jesus Christus, der der
Heiland und Helfer derer ist, die sich zu ihm bekennen.
Durch das Gebet sind wir niemals allein, auch nicht mit
unseren Problemen und Schwierigkeiten.
Allerdings habe ich manchmal den Eindruck, daß wir diese
großartige Möglichkeit des Gebetes noch gar nicht richtig
verstanden haben und darum so wenig davon Gebrauch machen.
Jeder Christ ist einer, der mit mir auf dem gleichen Wege
ist und mit dem ich durch das Gebet verbunden bin.
In diesem Gebet kann ich meinem Herrn danken für das, was er
einem bestimmten Christen, einer bestimmten christlichen
Gruppe oder Gemeinde oder Kirche irgendwo auf dieser Erde an
Freundlichkeiten und Hilfen und Tröstungen gegeben hat und
kann damit meine Freude zum Ausdruck bringen.
Paulus tut das auch. Er erwähnt das in seinem Brief mit den
Worten:
"Ich danke meinem Gott, so soft ich euer gedenke, welches
ich allezeit tue in allem meinem Gebet für euch alle und tue
das Gebet mit Freuden."
Wer weiß, wieviele Christen in der ganzen Welt durch das
Gebet an uns Christen in Argentinien denken und dem Herrn
dafür danken, was unter uns durch seine Hilfe geschieht?
Besonders aber umfaßt das Gebet die Fürbitte für andere
Christen in ihren Beschwernissen und Nöten und Sorgen und
Problemen. Wir bitten unseren Herrn, einem anderen in seiner
Not helfend beizustehen.
Wissen wir, daß vielleicht auch manche Gott um Hilfe für uns
bitten?
Wenn wir schon für uns selbst zu bitten aufgefordert werden:
"Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten und du
sollst mich preisen",
wieviel mehr gilt das, wenn wir für andere unsere Hände nach
Gott um Hilfe ausstrecken.
Ist es nicht eine wunderbare Sache, daß wir, wenn wir von
einer Not unter Christen, wie zum Beispiel jetzt unter
schwarzen Christen in Namibia/Südafrika erfahren und wir von
uns aus für sie nichts tun können, wir doch ihnen helfen
können, indem wir um Hilfe für sie unseren Herrn Jesus
Christus bitten können.
Wir müßten zum Beispiel auch wieder dahin kommen, daß wir in
den Familien füreinander beten.
Haben wir es noch nicht erlebt, daß uns in einer ausweglosen
Lage die notwendige Hilfe zuteil wurde und wir es später
erfuhren, daß gerade in dem gleichen Augenblick es einen
gegeben hat, der vor Gott für uns eintrat, für uns um Hilfe
gebeten hat?
Paulus betet zu Jesus und bittet ihn um Hilfe für die
Gemeinde in Philippi, daß sie in der augenblicklichen
Verfolgungszeit nicht nur standhalte, sondern daß sie sogar
innerlich und außerhalb stärker werde und wachse.
Ist so das Gebet, daß uns als Christen miteinander und mit
unserem Herrn verbindet, nicht Grund genug zur Freude, daß
das überhaupt möglich ist?
Wie heißt das Thema unserer Bibelstunde:
Gefährten der Freude beten füreinander.
Allerdings besteht die Frage vollständig zu Recht:
Wie macht man das eigentlich, füreinander zu beten, oder
besser gesagt, zu beten?
Manchmal fragt man sich, ob das Beten überhaupt aus der
Gewohnheit gekommen ist?
Oder sind die Formen, die unsere Vorfahren gebraucht haben,
nicht mehr unserem Leben, das wir heute führen, einfügbar?
Zu den unbedingt notwendigen Bestandteilen eines Gebetes
gehören:
1. Daß ich meinem Herrn Jesus Christus, daß ich meinem Vater
im Himmel, etwas mitzuteilen habe, daß ich ihm etwas zu
danken und zu bitten habe, und zwar geht es dabei um Gottes
Reich, um mich und um andere Menschen.
2. Es gehört zum Gebet das feste Vertrauen, daß unser Vater
im Himmel, daß unser Herr Jesus Christus, uns hört und auf
unser Sprechen eingeht und uns zu helfen fähig und bereit
ist.
Wenn diese beiden Bestandteile vorhanden sind, dann sind
alle Formen des Gebets, die wir benutzen, recht, dann kann
es der Stoßseufzer einer Hausfrau sein, dann kann es der
kurze Augenblick sein, den ich benutze, um meine Gedanken
auf Gott zu richten, wenn ich nicht mehr weiter weiß, dann
kann es ein Meditieren über einen Liedervers oder einen
Bibeltext sein, dann kann es das Tischgebet oder ein anderes
auswendig gelerntes Gebet sein oder das Vaterunser. Dann
kann es auch das Gebet im Gottesdienst sein.
Im Gebet bin ich an keine feste Form gebunden. Jede Form des
Gespräches, die unter Menschen praktiziert wird, kann auch
im Verhältnis zu Gott und zu unserem Herrn Jesus Christus
praktiziert werden.
Es spielt dabei wirklich keine Rolle, ob ich sitze oder
kniee oder stehe, ob ich die Hände falte oder nach oben
strecke oder sie über der Brust halte oder sogar in die
Tasche stecke, ob ich auf dem Acker oder beim Putzen, beim
Einkaufen oder in der Bibelstunde bin.
Jesus bringt alles auf die einfache Formel:
"Bittet, so wird euch gegeben."
Das Gebet ist so kein Theater, auch keine fromme Zeremonie,
es braucht auch nicht gelernt zu werden, sondern es ist
einfach der Ausdruck eines ganz persönlichen Verhältnis
eines Christen zu seinem Herrn und Heiland Jesus Christus.
Und der Apostel Paulus weist die Philipper darauf hin, daß
dieses Gebet auch dazu dient, daß Christen sich damit auf
ihrem Weg durch das Leben gegenseitig helfen und dienen,
damit die Freude, die das Evangelium uns vermittelt, immer
vollkommener werden kann.
Damit sind wir zum Ausgangspunkt unserer Bibelstunde über
unseren Text gekommen:
Christen als Gefähfrten der Freude beten füreinander.