Bibelw. 06 Was ist Glaube?
Lugar/Ort:Leandro N. Alem

Fecha/Datum:19/04/1961
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Reffino, 3-7-1963
Grl. Ramírez, 14-4-1966-ER-Pfarrkonferenz
Hernández, 24-7-1966
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Vertrauen auf Gott
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:1. Mose 15, 1-21
Skopus: Gott steht uns zur Seite, auch wenn wir weglaufen.
Bibelwoche 6 Was ist Glaube? Vertrauen auf Gott-1. Mose 15,
1-21
"Nach diesen Geschichten begab sich's, daß zu Abram geschah
das Wort des Herrn im Gesicht und sprach: Fürchte dich
nicht, Abram! Ich bin dein Schild und dein sehr großer Lohn.
Abram sprach aber: Herr, Herr, was willst du mir geben? Ich
gehe dahin ohne Kinder; und dieser Elieser von Damaskus wird
mein Haus besitzen. Und Abram sprach weiter: Mir hast du
keinen Samen gegeben; und siehe, einer von meinem Gesinde
soll mein Erbe sein. Und siehe, der Herr sprach zu ihm: Er
soll nicht dein Erbe sein; sondern der von deinem Leibe
kommen wird, der soll dein Erbe sein. Und er hieß ihn
hinausgehen und sprach: Siehe gen Himmel und zähle die
Sterne; kannst du sie zählen? und sprach zu ihm: Also soll
dein Same werden.
Abram glaubte dem Herrn, und das rechnete er ihm zur
Gerechtigkeit. Und er sprach zu ihm: Ich bin der Herr, der
dich von Ur in Chaldäa ausgeführt hat, da ich dir dies Land
zu besitzen gebe. Abram aber sprach: Herr, Herr, woran soll
ich merken, daß ich's besitzen werde?
Und er sprach zu ihm: Bringe mir eine dreijährige Kuh und
eine dreijährige Ziege und einen dreijährigen Widder und
eine Turteltaube und eine junge Taube. Und er brachte ihm
solches alles und zerteilte es mitten voneinander und legte
einen Teil dem anderen gegenüber; aber die Vögel zerteilte
er nicht. Und die Raubvögel fielen auf die Aase; aber Abram
scheuchte sie davon. Da nun die Sonne am Untergehen war,
fiel ein tiefer Schlaf auf Abram; und siehe, Schrecken und
große Finsternis überfiel ihn. Da sprach er zu Abram: Das
sollst du wissen, dein Same wird fremd sein in einem Lande,
das nicht sein ist; und da wird man sie zu dienen zwingen
und plagen vierhundert Jahre. Aber ich will richten das
Volk, dem sie dienen müssen. Darnach sollen sie ausziehen
mit großem Gut. Und du sollst fahren zu deinen Vätern mit
Frieden und in gutem Alter begraben werden. Sie aber sollen
nach vier Mannesaltern wieder hierher kommen; denn die
Missetat der Amoriter ist noch nicht voll. Als nun die Sonne
untergegangen und es finster geworden war, siehe, da rauchte
ein Ofen, und eine Feuerflamme fuhr zwischen den Stücken
hin. An dem Tage machte der Herr einen Bund mit Abram und
sprach: Deinem Samen will ich dies Land geben, von dem
Wasser Ägyptens an bis an das große Wasser Euphrat; die
Keniter, die Kenisiter, die Kadmoniter, die Hethiter, die
Pheresiter, die Riesen, die Amoriter, die Kanaaniter, die
Girgasiter, die Jehusiter."

Oft, wenn Gott, der Herr, der Allmächtige, erschien und mit
den Menschen sprach, hörten wir aus seinem Munde gleich am
Anfang das Wort:
"Fürchte dich nicht!"
In vielen Geschichten der Heiligen Schrift wird uns
berichtet, daß Menschen, denen Gott begegnet ist, oder denen
die Abgesandten Gottes, die Engel, begegnet sind, von großer
Furcht, von Angst und Schrecken gepackt wurden. Dieses Wort
"Fürchte dich nicht!"
soll uns Menschen eben die Furcht davor nehmen, daß wir dem
Herrn und Schöpfer aller Dinge, daß wir der himmlischen Welt
begegnen.
Es ist schon etwas Gewaltiges und Einmaliges, wenn Gott, der
Herr, sich zu uns Menschen herniederneigt.
Selbst in der Weihnachtsgeschichte wird den Hirten auf dem
Felde diese Furcht vor den himmlischen Wesen genommen durch
das Wort:
"Fürchte dich nicht!"
Wenn hier in unserem Text Gott zu Abram am Anfang seiner
Begegnung sagt:
"Fürchte dich nicht, Abram! Ich bin dein Schild und dein
sehr großer Lohn ."
dann liegt darin noch mehr als nur das Wegnehmen dieser
Furcht des Menschen, die durch die Begegnung Gottes mit den
Menschen gegeben ist. In diesem Worte des Herrn liegt das
Wissen um die ganze Not des ABrams, der von Gott in seinen
Dienst gerufen wurde und der diesem Rufe folgt.
Gott hatte versprochen in seiner großen Liebe zu uns
Menschen, daß er durch Abram und seinen Nachkommen allen
Menschen den Weg aus dem Verderben ins ewige Heil zeigen
wollte.
Trotzdem der Mensch Gott seinen Gehorsam verweigerte, ja
sogar in Rebellion gegen ihn stand, zum erstenmale schon bei
den ersten Menschen Adam und Eva , trotzdem hat Gott seine
große Liebe zu uns Menschen nicht zurückgezogen und uns
zerschmettert, wie wir es verdient hätten. Sondern gerade
dadurch, daß er den Abram beruft, will er allen Menschen den
Weg zeigen zurück zu ihm.
Hatte Gott nicht dem Abram in der Berufung gesagt:
"In dir sollen gesegnet sein alle Geschlechter auf Erden!"?
Und nun war alles bei diesem Abram ins Wanken geraten. Von
welchen Zweifeln mag er wohl geplagt worden sein?!
Da war er dem Rufe Gottes blindlings gefolgt, hatte die
herrlichen Verheißungen, die Gott auf ihn legte, vertraut
und nun scheint sein Glaube am Ende zu sein, denn die
Wirklichkeit seines Lebens sieht anders aus als die
herrlichen Verheißungen Gottes, als das Wort Gottes, das ihm
zuteil wurde. Damit erfährt Aram in seinem Leben etwas, was
wir meinen, in unserem Leben auch immer wieder erleben zu
müssen, daß nämlich die Wirklichkeit, die Realität unseres
Lebens im Gegensatz steht zu Gottes Wort, zu Gottes
Verheißungen. Haben wir nicht oft den Eindruck, daß das, was
uns in der Kirche verkündigt wird, so weltfremd ist, so
entgegengesetzt aller menschlichen Wirklichkeit.
Aber Gott, der Herr, kennt diese Nöte und Anfechtungen
unseres Glaubens, wie er sie auch bei diesem Abram kennt:
"Fürchte dich trotzdem nicht!"
Er, der Herr, allein kennt die wahre Wirklichkeit und
Realität des menschlichen Lebens. Sein Wort und seine
Zusicherungen und seine Verheißungen haben hinter sich die
einzige wahre Realität dieser Welt. Und diese einzige
Realität dieser Welt war und ist und wird sein Gott selbst
in seiner Liebe zu uns. Was er sagt, bleibt in Ewigkeit DIE
Realität.
Was er dem Abram gesagt hat, bleibt Realität, auch wenn
alles danach aussieht, als ob die sichtbare Wirklichkeit
dagegen ist.
Und was hat Gott dem Abram versprochen?
"In dir sollen gesegnet sein alle Geschlechter auf Erden.
Dazu will ich dir und deinen Nachkommen, die zahlreich sein
werden wie der Staub auf Erden, das Land Kanaan geben."
Gott hat sein Heil für alle Menschen, Gott hat seinen Segen
für Abram an seine Kinder und Kindeskinder gebunden. Gott
schenkt uns Menschen sein Heil nicht in einer
übernatürlichen Weise, sondern in einer menschlichen Weise,
wie er ja dann zuletzt seinen eigenen Sohn nicht in einer
übernatürlichen Gestalt zu uns sandte, sondern als einen
Menschen, als den Menschen Jesus von Nazareth.
Und nun ist bei Abram die menschliche Wirklichkeit gegen die
Verheißung Gottes, die sich in seinen Kindern zuerst einmal
verwirklichen soll. Abrams Ehe mit seiner Frau Sarai ist
kinderlos geblieben bis auf den Tag dieser Geschichte. Und
nach der menschlichen Wirklichkeit wird sie auch kinderlos
bleiben.
Und was wird nun aus der Verheißung Gottes, die wenigstens
an einen Sohn Abrams gebunden ist?
Wir können uns es schon sehr gut vorstellen, daß Abram in
seinem Glauben an die Verheißung Gottes und damit an Gott
selbst wankend und schwankend wird.
Es ist schon wirklich so, die menschliche Wirklichkeit steht
gegen Gottes Wort, steht gegen Gottes Verheißung. Und wir
können es dem Abram nicht úbel nehmen, daß er Gott, als er
ihn einmal an seine Versprechungen erinnert, da er ihm
helfend zur Seite stehen will:
"Ich bin dein Schild und dein sehr großer Lohn",
seine ganze Not entgegenschreit, selbst mit dem Unterton
eines gewissen Zweifels an seiner Verheißung, an seinem
Wort:
"Herr, Herr, ich kann es nicht recht glauben, das du mir
helfend zur Seite stehst, denn die reale Wirklichkeit sieht
so aus, das deine Verheißungen an einem Punkte jedenfalls
sich nicht mehr erfüllen kann. Ich werde einmal sterben ohne
Kinder, an die du doch dein Wort gebunden hast. Ein Sklave
wird alles erben und dann wird sich herausstellen, daß sich
niemand auf dich und auf dein Wort verlassen kann. Und dann
ist es am Tage, daß ich ein betrogener Mann bin, der seine
ganze Hoffnung auf etwas gesetzt hat, was auch nicht mehr
ist als die anderen Götter und Götzen und Ideen, die sich
Menschen selbst zurecht gemacht haben."
Wenn wir das so hören, dann müssen wir schon bekennen, daß
sich das Reden und das Sprechen des Abram nicht
unterscheidet von dem Reden und Sprechen und von dem Meinen
und Denken, das oft unter uns und bei uns selbst zu hören
ist.
Sind wir nicht oft in der selben Lage wie der Abram?
Glauben wir nicht auch oft, das Gottes Wort, das uns
verkündigt wird, nur leeres Gerede ist, hinter der keine
reale Wirklichkeit steht.
Haben wir nicht voll Zuversicht uns schon einmal auf sein
Wort verlassen und wir wurden enttäuscht, wie wir es
meinten.
Es kam alles so anders als wir dachten und annahmen.
Haben wir es nicht immer und immer wieder gehört, daß Gott
der Herr des Himmels und der Erden ist, auf den wir uns ganz
und gar verlassen können und müssen wir es nicht gerade
heute auf allen Gebieten in der ganzen weiten Welt
feststellen, daß überhaupt auch keine Anzeichen vorhanden
sind, daß das eine Wirklichkeit ist. Eher könnte man schon
gerade heute sagen, daß die ganze Welt in den Händen des
Bösen, des Durcheinanderbringers, liegt.
Jeder von uns ist bestimmt schon in die gleichen Nöte
gekommen wie Abram und hat genauso gesprochen wie er:
"Herr, Herr, ich kann nicht mehr recht glauben und meine
Hoffnung ganz auf dich setzen. Einmal habe ich meine
Hoffnung auf dein Wort gesetzt und ich bin enttäuscht
worden. Die reale Wirklichkeit sah anders aus als deine
Verheißung, als dein Wort."
Ist es nicht erstaunlich, daß uns das in der Heiligen
Schrift berichtet wird von einem Menschen, der uns als ein
Vater des Glaubens zum Beispiel und zum Vorbild gesetzt
wird?
Aber es ist sicherlich gut, daß wir dieses alles vom Vater
des Glaubens, von Abram hören und lesen dürfen. Dadurch
kommt auch unser Glaube, der oft in der selben Weise ins
Wanken gerät, in ein ganz neues Licht.
Es wird uns gesagt, daß der, der glaubt, selbst wenn es ein
Vater des Glaubens ist, nicht wie
ein unerschütterlicher Fels im Meere steht, so sicher und so
fest, daß er durch nichts in Wanken geraten kann, durch
nichts in Fragen kommt, nein, ein Mensch des Glaubens ist
auch einer, der wie ein schwankendes Rohr sich hin und her
bewegt, bedroht und angefochten durch das, was auf ihn
einstürmt und trotzdem darf mit Recht hier in unsrem Text
das Wort stehen, das ihn zum Vater des Glaubens macht,
selbst in der Sicht des Neuen Testamentes:
"Abram glaubte dem Herrn, und das rechnete er ihm zur
Gerechtigkeit."
Was ist es, das ihn hier zum Vater des Glaubens macht, trotz
seiner Zweifel, trotz seines Angefochtenseins durch die
Realität seines Lebens?
Es sind 2 Dinge, die den Abram zum Vater des Glaubens
machen, ihn wieder auf den rechten Weg bringen.
An erster Stelle und an wichtigster Stelle steht, daß Gott,
der Herr, fest und ohne Wanken dasteht in seiner Verheißung
an Abram. Sein Wort, seine Verheißung, gilt, selbst wenn die
menschliche Wirklichkeit noch anders aussieht, selbst wenn
alle Welt sagen und feststellen sollte:
Du bist verrückt, wenn du das glaubst!
Dennoch bleibt Gottes Verheißung, die er dem Abram gegeben
hat, bestehen, aller menschlichen Wirklichkeit zum Trotz:
"Abram, gehe hinaus! Siehe gen Himmel und zähle die Sterne.
Kannst du sie vielleicht zählen? So unzählbar sollen auch
deine Nachfahren sein, selbst wenn du jetzt noch nicht
einmal einen einzigen Sohn haben solltest."
Gott steht also unerschütterlich zu seiner Verheißung, so
unerschütterlich, daß er selbst dann nicht wankend wird, als
Abram in seinem Glauben an diese Verheißung wankend wird und
daran zweifelt.
Was wäre hier unser Glaube, wenn Gott selbst nicht daran in
seiner großen Liebe zu uns unerschütterlich fest stünde?!
Bevor Abram seine Zweifel Gott gegenüber überhaupt
aussprechen konnte, hat Gott ihm bereits seine Hand
entgegengestreckt, damit er trotz seines Wankens und
Schwankens nicht umfallen kann. Darum ja das Wort ganz am
Anfang:
"Fürchte dich nicht, Abram!"
Wir könnten das auch so sagen:
"Fürchte dich nicht, Abram, selbst nicht vor deinem eigenen
Unglauben!"
Oder wir könnten ebenfalls sagen:
"Nimm, Adam, deine Zweifel, ja selbst deinen Unglauben,
nicht zu ernst!"]
Gottes Liebe zu Abram, die ihn aus allen Heiden damals
herausrief, ist größer als alle seine Zweifel, größer sogar
als sein Unglaube.
So können wir schon sagen, daß das, was unseren menschlichen
Glauben allein fest und stark macht, Gottes
unerschütterliche Liebe ist, die fest bei seinem Worte, bei
seiner Verheißung steht, um uns das ganze Heil zu schenken.
Das Zweite, was diesen Abram zum Vater des Glaubens macht,
ist, daß er sich durch Gottes erneutes Wort zurückrufen
läßt.
Nun da Gott selbst wieder vor ihm steht und mit ihm spricht
und bekräftigt, daß sein Wort der Verheißungen, allen
menschlichen Realitäten zum Trotz, doch Gültigkeit hat, da
wird er wieder von neuem von Gottes Liebe zu ihm
überwältigt.
"Abram, gehe hinaus! Siehe gen Himmel und zähle die Sterne.
Kannst du sie zählen? So unzählbar sollen deine Nachfahren
sein, selbst, wenn du jetzt noch nicht einmal einen einzigen
Sohn hast!"
Und unser Text sagt uns, daß Abram, der von neuem von der
Liebe Gottes zu ihm überwältigt ist, sich ganz Gott
anvertraut, sein Vertrauen von neuem ganz auf Gott allein
setzt:
"Abram glaubte dem Herrn",
oder auch
"Abram setzte wieder sein ganze Vertrauen allein auf Gott
und auf seine Verheißung, allen menschlichen Wirklichkeiten
zum Trotz."
Dieses ist auch für uns alle und fúr unseren Glauben so
ungeheur wichtig, daß wir uns immer wieder aufs neue von
Gott zurückrufen lassen von unserem Unglauben zum Glauben an
seine Verheißungen, von unseren Zweifeln an Gott und seinem
Wort zu einem Vertrauen, der sich ganz auf Gott verläßt, der
sich ihm ganz in die Hände gibt.
Dieses immer wieder aufs neue Zurückkehren zu Gott und
seinem Worte und seinen Verheißungen ist das große Geschenk
der Liebe Gottes zu uns, daß er uns im Glauben gibt.
Beachten wir das, was wir hier bei Abram, dem Vater des
Glaubens sehen, dieses immer neue Zurückkehren zum
alleinigen Vertrauen in Gott ist das, was den Glauben
ausmacht.
Es wird uns hier also nicht gesagt, daß diese Begegnung
Gottes mit Abram bewirkt hat, daß Abram jetzt in seinem
Vertrauen zu Gott auf ewig fest bleibt. Es wird uns nicht
gesagt, daß er in alle Ewigkeit nicht mehr hin und her
schwankt in seinem Glauben an Gottes Verheißung.
Nein, einige Abschnitte weiter sehen wir ihn bereits wieder
als ein schwankendes Rohr, das von der menschlichen Realität
hin und her bewegt wird, daß wieder die Zweifel und der
Unglaube über ihn hereinbrechen. Und trotzdem bleibt er der
Vater des Glaubens.
Das macht ihn zum Vater des Glaubens, daß er sich eben immer
wieder aufs neue zurückrufen läßt zum ganzen Vertrauen in
Gott, zum völligen sich Hineinbegeben und Ernstnehmen der
Verheißungen Gottes.
Wenn das der Vater des Glaubens, Abram, erleben darf, daß er
immer wieder aufs neue zu Gott zurückkehren darf, dann steht
ja über uns, die wir ebenfalls so hin und her schwanken,
diese große Hoffnung und Freude, daß auch wir immer wieder
aufs neue zurückgerufen werden zu einem neuen Glauben an
Gott, zu einem neuen Vertrauen gegenüber Gottes Wort und
Verheißungen.
Gottes große Liebe zu uns, zu dir und zu mir, schwankt
nicht, sie ist alle Morgen neu, wie wir es bei Abram gesehen
haben.
Im zweiten Teil unseres Textes wird die Begegnung Gottes mit
Abram, die wir bisher als ein Gespräch verfolgen konnten,
als ein Handeln Gottes durch Zeichen bekräftigt.
Gott macht mit Abram einen Bund. Er schließt einen Vertrag.
Damit legt Gott sich in seiner Liebe zu Abram vertraglich
fest. Er unterstreicht das, was er ihm bereits gesagt hat,
durch ein Zeichen, daß in der damaligen Zeit angewandt
wurde, beim Schließen eines Vertrages, beim Eingehen eines
Bundes. Eine dreijährige Kuh, eine dreijährige Ziege und ein
dreijähriger Widder werden geschlachtet und mitten
durchgeteilt und die beiden Teiele einander gegenüber gelegt
und der, der den Vertrag annimmt, geht zwischen diesen
Teilen hindurch und bekundet, sollte ich diesen Vertrag
nicht halten, oder diesen Bund brechen, dann soll ich selbst
geteilt und zerrissen werden, dann soll mit mir geschehen,
was mit den Tieren geschehen ist. Zur Bekräftigung seiner
Verheißung, seines Wortes, läßt Gott dem Abram dieses
Zeichen geschehen, tritt Gott in ein Bundesverhältnis mit
Abnram ein, schließt er einen Vertrag mit ihm ab.
Während dieses Bundschlusses läßt Gott sogar den Abram
bereits einen Blick in die Zukunft tun, da seine Verheißung
in Erfüllung gegangen sind, da seine Nachfahren als ein
großes Volk aus Ägyptenland ins Land Kanaan zurückkehren, in
das Land, das er durch den Bundesschluß mit Abram und seinen
Nachfahren als Eigentum übergibt:
"Deinen Nachkommen will ich dieses Land als Eigentum
übergeben."
Für Gott ist seine Verheißung an Abram in diesem Bunde
bereits eine solche Realität, daß er damit umgeht, wie wenn
die Verheißung bereits in Erfüllung gegangen ist.
Wir konnten bei den Einzelheiten dieses Bundesschlusses noch
lange verweilen, aber es soll uns heute doch genügen, daß
Gott durch diesen Bundesschluß, durch dieses Zeichen, seine
Verheißungen. sein Wort, an Abram bekräftigt.
Wir als Christen sind heute der sicherste Beweis, daß alle
Verheißungen an Abram in Erfüllung gegangen sind.
Wie herrlich ist es, daß wir alle miteinander, du und ich,
zu solchem Glauben berufen sind, wie wir bei diesem ABram
es gesehen haben.
Dieser Glaube besteht darin, daß wir uns Gottes Liebe ganz
anvertrauen dürfen. Diese Liebe steht unerschütterlich fest.
Ja, diese Liebe Gottes steht so fest, daß sie sogar dich und
mich wie den Abram immer wieder aufs neue zurückruft zu
diesem Glauben, zu diesem Vertrauen auf Gott und seinem
Wort, wenn wir wankend werden und die Zweiefel über uns
kommen.
Ja, damit diese seine Liebe zu uns nicht nur in Worten und
Verheißungen bestehen bleibt, schließt er mit uns einen
Bund, damals mit Abram durch das sonderbare Geschehen, wie
wir gehört haben, heute mit uns durch seinen Sohn Jesus
Christus.
Er bekräftigte damals den Bund und seine Verheißung mit den
sonderbaren Zeichen. Auch heute wird sein Bund mit uns, auch
heute wird seine Liebe zu uns unterstrichen durch Zeichen,
durch die beiden Zeichen, Taufe und Abendmahl.
So wahr, wie das Wasser sich über den Kopf des Menschen
ergießt, so wahr das Brot gegessen und der Wein getrunken
wird, so wahr steht Gottes Liebe zu uns fest, die nur darauf
wartet, daß wir uns ihr anvertrauen, immer wieder aufs neue
anvertrauen.
"Gott hält sein Wort mit Freuden und was er spricht,
geschieht."