Bergpredigt (28)
Lugar/Ort:Diamante

Fecha/Datum:12/11/1960
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Camarero, 3-9-1960
Reffino, 26-2-1961
Meroú, 26-2-1961
Paraná, 5-3-1961
Aldea Protestante, 1-7-1962
Paraná, 1-7-1962 als Tonband durch J.C. Wilczynski
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Matthäus 7, 21-27
Skopus: Herr.Herr, sagen
Bergpredigt (28) - Matthäus 7, 21 - 27
"Jesus tat seinen Mund auf, lehrte seine Jünger und sprach:
Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr! Herr! in das
Himmelreich kommen, sondern nur die, die den Willen meines
Vaters im Himmel tun. Es werden viele an jenem Tage zu mir
sagen: Herr, Herr, haben wir nicht in Namen geweisssagt?
Haben wir nicht in deinem Namen böse Geister ausgetrieben?
Haben wir nicht in deinem Namen viele Wunder getan? Dann
werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie gekannt,
weicht von mir, ihr Übeltäter!.
Darum. wer diese meine Rede hört und sie tut, der gleicht
einem klugen Mann, der sein Haus auf Fels baute. Als nun ein
Platzregen fiel und die Wasser kamen und die Winde wehten
und an das Haus stiessen, fiel es doch nicht zusammen; denn
es war auf Fels gegründet. Aber wer diese meine Rede hört
und sie nicht tut, der gleicht einem törichten Mann, der
sein Haus auf Sand baute. Als nun ein Platzregen fiel und
die Wasser kamen und die Winde wehten und an das Haus
stiessen, da fiel es zusammen, und sein Einsturz war
gewaltig."

Das ist uns allen wohl klar, dass Jesus Christus uns
Menschen zu sich ruft. Er will nicht allein sein. Er will
Menschen um sich haben. Er ruft uns in die Nachfolge. Wer
mit Jesus geht; wer hinter ihm hergeht, hat die fröhliche
Gewissheit, dass ihm die Tür zum Haus unseres Vaters im
Himmel geöffnet wird. Wer mit Jesus durch das Leben geht,
darf einmal in die ewige Freude und Herrlichkeit eingehen.
Ein Jünger Jesu, ein Christ, wird einmal aus dem Jüngsten
Tag, aus dem Endgericht Gottes, als ein Geretteter
herausgehen. Gottes Fluch und Vertdammung wird ihn nicht
treffen.
Nun wird uns heute durch unseren Herrn gesagt, dass wir
einmal darüber stille werden sollen über die Frage, ob wir
wirklich solche Menschen sind, die mit Jesus durch das Leben
gehen, die wirklich Jünger Jesu, also Christen sind. Diese
Frage wwird uns gestellt durch das heutige Wort:
"Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr!, in das
Himmelreich kommen, sondern die
den Willen tun meines Vaters im Himmel."
Unser Herr sagt also, dass es die Möglichkeit gibt, dass ein
Mensch sagt:
Ich bin getauft und konfirmiert oder
ich bin bekehrt oder
ich bin ein Christ oder ich gehöre zur christlichen
Gemeinde oder selbst
ich glaube, dass Jesus Christus für mich gestorben ist!
und doch gehört vielleicht solch ein Mensch nicht zu denen,
die mit Jesus Christus in die ewige Freude und Herrlichkeit
eingehen:
"Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr!, in das
Himmelreich kommen."
Fromme Reden vor den Menschen und andächtiges Beten vor Gott
sind noch keine sicheren Beweise dafür, dass dieser Mensch
in das Reich Gottes kommt.
Wie vorsichtig müssen wir doch bei der Beurteilung von
anderen Menschen sein, besonders bei uns selbst. Ja, es gibt
sogar die Möglichkeit, dass einer gute Werke tut, anderen
hilft, viel für die Kirche tut, immer bereit ist zu einem
Dienst in der Gemeinde, und Jesus wird am Ende der Tage von
diesem Menschen doch sagen müssen:
"Ich habe euch noch nie gekannt; weichet alle von mir, ihr
Übeltäter!"
Jesus sagt dieses Wort in unseren Versen von solchen
Menschen, die sogar Grosses und Gewaltiges für ihn und in
seinem Auftrage getan haben. Sie haben in seinem Namen
gepredigt. Sie haben in seinem Namen sogar aus Menschen die
bösen Geister ausgetrieben. Sie haben in Jesu Namen Menschen
geheilt und andere Wunde getan.
Und doch -
"Ich kenne euch nicht! Weichet von mir, ihr Übeltäter!"
Also selbst gute Werke im Namen Gottes und für Gott brauchen
noch keine Beweise dafür sein, dass ein Mensch auf dem
rechten Wege ist, hinter Jesus Christus her. Diese Tatsache
warnt uns davor, dass wir als Menschen andere beurteilen,
ganz gleich, ob sie ihm den Glauben absprechen oder als
einen Heiligen in den Himmel hineinheben wollen. Uns
Menschen steht es einfach nicht zu, den Glauben eines
anderen abzuurteilen oder zu verherrlichen. Das steht allein
Gott zu. Aber diese Feststellung
"dass nicht alle, die Herr, Herr! sagen und Gutes tun, in
das Himmelreich kommen",
will uns in ein Fragen über uns selbst bringen, über unseren
Glauben und über unsere Seligkeit.
Allerdings lässt Jesus Christus uns nicht allein in einer
heillosen Unruhe, sondern er gibt uns für unseren eigenen
persönlichen Glauben einen Massstab an die Hand, wie wir für
uns selbst erkennen, ob wir auf dem rechten Wege sind hin zu
unserem herrlichen Ziele:
"Es werden die in das Himmelreich kommen, die den Willen tun
meines Vaters im Himmel."
Es geht darum, dass jeder einzelne von uns tut, was unser
Vater im Himmel getan haben will. Der allgemeinde Wille
unseres Vaters im Himmel ist uns z.B. in den 10 Geboten
bekanntgegeben und durch Jesus Christus selbst in einer
ganz neuen Weise erklärt worden. So ist ja die ganze
Bergprdigt eine neue Darstellung des Willens Gottes. Wir
haben diesen Willen Gottes in allen Büchern des Alten und
Neuen Testaments vor uns.
Aber jetzt kommt es für uns alle darauf an, dass wir bereit
sind, aus dem allgemeinden Willen Gottes zu erkennen, was er
heute, in diesem Augenblick, ganz speziell von uns erwartet,
was wir zu tun haben.
In dem Worte Gottes, in der Heiligen Schrift, im allgemeinen
Willen Gottes, liegt verborgen der Wille Gottes für uns ganz
persönlich, für dich und für mich.
Gott will heute und in diesem Augenblick von allen nicht das
Gleiche getan oder gesagt haben, sondern er hält für jeden
einzelnen ganz speziell etwas zu tun und zu reden bereit.
Und diesen Willen Gottes gilt es in der Heiligen Schrift zu
erkennen und zu erforschen.
Denken wir einmal an den reichen Jüngling in Jesu Gleichnis.
Der Wille Gottes für diesen Jünglich war, sich vom Reichtum
zu lösen, weil er zu stark daran hing und es den Armen zu
geben, weil er diese Armen ganz aus seinem Dichten und
Denken ausgeschlossen hatte.Dieser Jüngling hätte beten und
in den Tempel gehen können; er hätte darauf bedacht sein
können, alle Gebote zu erfüllen, dennoch war für ihn der
Eintritt in das Reich Gottes nur dann gegeben,
wenn er diesen Wille Gotten durch den Mund Jesu tat, nämlich
sich von seinem Reichtum zu trennen. Gott sagt dem einen:
Sei nicht geizig, wenn es darum geht, ein Opfer zu bringen.
Dem anderen sagt er vielleicht: Jetzt fang aber endlich
einmal an, wieder in den Gottesdienst zu gehen, von dem du
dich schon solange ferngehalten hast. Dem einen wird gesagt,
denke doch daran, heute deinem Nachbarn die Gefälligkeit zu
erweisen, um die er dich schon lange gebeten hat, du sie ihm
aber in deinem Herzen verweigertest. Dem anderen dagegen
sagt Gott: Halte doch endlich deinen Mund im Zaum, damit er
nicht den ganzen Tag nur Böses über den Náchsten reden kann.
Für den einen heisst der Wille Gottes, endlich einmal
anzufangen, auch darauf zu achten, was seine Frau ihm sagt
und nicht zu meinen, dass nur er, der Ehemann, in der Ehe
etwas zu sagen hat. Für den anderen wiederum heisst Gottes
Wille vielleicht, gerade nicht immer auf die Stimmer seiner
Frau zu hören, weil sie ihn vom Gottesdienst zurückhalten
will oder böse ist, dass ihr Mann seine Berufung zum
Kirchenvorsteher in der Gemeinde angenommen hat.
Das dürfen wir ganz klar und deutlich vernehmen, dass Gott,
der Herr, durch Jesus Christus, einen jeden einzelnen von
uns mit seiner Familie und seinen Nachbarn und seiner
Gemeinde, mit seinen Freunden und seinen Feinden, mit seinem
Gelde und mit seinen Schulden ganz genau kennt, beseer als
die anderen Menschen, ja besser als er sich selbst kennt.
Und für jeden hältt er seinen Willen bereit. Und diesen
Willen Gottes, den er für uns persönlich bereit hält, gilt
es zu tun, der bei einem jeden von von anders lautet und
sich auch von Tag zu Tag ändert.
Jesus sagt:
"Es werden die in das Himmelreich kommen, die diesen Willen
meines Vaters im Himmel tun."
Wer diesen Willen Gottes, der für ihn ganz persÓnlich gilt,
tut, ist der, der in das Reich Gottes, in die ewige
Herrlichkeit eingehen
darf und der wird mit einem klugen Mann verglichen, der sein
Haus nicht auf Sand baut, sondern auf einem starken
Fundament.
Wichtig ist es jetzt aber für uns, dass wir, ein jeder ganz
persönlich, diesen Willen Gottes auch erkennen wollen. Ohne
dieses Erkennen des Willens Gottes ist selbstverständlich
ein solches gehorsames Tun nicht möglich.
Wo kann jeder von uns das erkennen, was Gott haben will,
dass er tun soll?
Da, wo der allgemeine Wille Gottes vernommen werden kann. Im
Gottesdienst, wo das Wort Gottes, der Wille Gottes durch die
Predigt verkündigt wird. Im Hören der Predigt sagt Gott
jedem einzelnen, was er zu tun hat. Zu Hause beim Lesen der
Heiligen Schrift oder eines Andachtsbuches, will Gott uns
auch seinen speziellen Wille zeigen, ebenfall in der Stille
des Gebetes oder beim Singen eines Kirchenliedes oder im
Gespräch mit einem anderen Christen.
Es kann keiner mit der Entschuldigung kommen, er habe Gottes
Willen für ihn persönlich nicht gewusst. Wer von uns Gottes
Willen tun will und danach trachtet, auch Gottes Willen zu
erfahren, dem kann mit hundertprozentiger Sicherheit gesagt
werden, dass Gott ihm diesen Willen für ihn ganz persönlich
kundtun wird. Darum dürfte es für uns nichts Besseres geben,
als alle Wege zu beschreiten, die wir gehen dürfen, um
diesen Willen zu erfahren und dann hinzugehen und auch zu
tun.
Dazu reicht natürlich nicht aus, ein bisschen Christlichkeit
oder Kirchlichkeit, auch nicht Frömmigkeit, auch nicht eine
Bekehrung, die vor vielen Jahren einmal geschehen ist,
sondern dazu ist notwendig, heute am Tage, die ganze Hingabe
an Gott, wie Jesus Christus sie uns gezeigt hat.
Es kostet viel Mühe, sie trägt aber eine solche Frucht, die
der Mühe wert ist.
"Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr!, in das
Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters
im Himmel."
Lasst uns solche Menschen sein, die das herrliche Ziel
erreichen.