Bergpredigt (24)
Lugar/Ort:Reffino

Fecha/Datum:08/02/1961
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Aldea Protestante, 7-10-1962
Camarero, 28-4-1962
Meroú, im November 1963
Paraná, 2-9-1962
Diamante, 8-9-1962
Camarero, 9-9-1962
Col. Nueva, 30-9-1962 -spanisch-
Diamante, 3-7-1966 -spanisch-
Camarero, 17-7-1966 -spanisch-
Hernández, 24-7-1966 -spanisch-
Buque Julio César, im Jahre 1967 -spanisch-
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Matthäus 7, 7-11
Skopus: Bittet, suchet!
Bergpredigt (24) - Matthäus 7, 7 - 11
"Jesus tat seinen Mund auf, lehrte seine Jünger und sprach:
Bittet, so wird euch gegeben; sucht, so werdet ihr finden;
klopfet an, so wird euch aufgetan. Denn wer bittet, der
empfängt; und wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem
wird aufgetan. Wer von euch Menschen würde, wenn ihm sein
Sohn um Brot bittet, ihm einen Stein dafür bieten? oder,
wenn er ihn um einen Fisch bittet, ihm eine Schlange dafür
bieten. Wenn schon ihr, die ihr doch böse seid, dennoch
euren Kindern gute Gaben geben könnt, wieviel mehr wird euer
Vater im Himmel denen Gutes geben, die ihn darum bitten."

Eine ungeheuer frohe Botschaft wird uns durch dieses Wort
zuteil. Auf der einen Seite steht der lebendige Gott in
seiner ganzen Grösse, Macht und Herrlichkeit, die mit keinem
menschlichen Wort zu beschreiben ist. Alles, was lebt und
existiert, im Himmel wie auf Erden, liegt in seiner Hand. Ob
wir bis zum Mittelounkt der Erde vorstossen,
oder uns in die Weite des Weltalls vorwagen, ob es der
Himmel oder die Hölle ist, alles, aber auch alles, steht
unter seiner Herrschaft.
In vielen Psalmen wird versucht, mit menschlichen Worten die
Grösse und Herrlichkeit Gottes zu beschreiben. Wir können es
immerwieder den Psalmisten abspüren, wie sie nach Worten
suchen, sie aber nicht finden.
Auf der anderen Seite steht der Mensch in seiner ganzen
Niedrigkeit. In vielen Dingen mit dem Tier auf der gleichen
Stufe. Eines Tages gezeugt in dem weiten Gebiet der Zeit,
erblickt er an irdendeiner Stelle dieser Erde das Licht der
Welt. Er konnte sich seine Eltern nicht aussuchen, auch
nicht das Haus, in dem er für viele Jahre seines Lebens
wohnen wird, auch nicht seine Familie mit den jeweiligen
ökonomischen Verhältnissen. Er wächst heran, zuerst muss er
behandelt werden wie ein rohes Ei, da sonst sein Leben
bedroht wird. Er wird schliesslich selbstständig, viel
später als die ganze Tierwelt. Nun beginnt sein Jagen nach
Arbeit und Brot und nach dem Glück. In den meisten Fällen
muss er sagen: Viel Mühe und Sorgen habe ich kennengelernt,
aber nur wenig Glück und Freude ward mir beschieden. Und
dann wird er alt und grau, seine Kräfte schwinden und eines
Tages schliesst er die Augen und wird zu Grabe getragen, wo
er nach einer Zeit eines stinkenden und faulenden Etwas zu
Erde wird. Dieses Letzte geschieht, wenn es gut geht, im
hohen Alter. In vielen Fällen schon vorher, da sein ganzer
Lebensweg, von der Geburt angefangen, vom Tode bedroht ist.
Wir können schon den Psalmsänger verstehen, wenn er
feststellt:
"Was ist schon der Mensch?!"
Ein Schriftsteller unserer Tage gibt auf diese Frage
lakonisch die Antwort:
"Eine Hand voll Staub."
Wir können vielleicht bereits sagen, dass kaum eine Zeit so
wie die unsrige erkannt hat, wer und was wir sind: Ein
Nichts, ein Dreck, eine Hand voll Staub.
Welch ein Unterschied zwischen Gott, dem Schöpfer und dem
Menschen, seinem Geschöpf, zwischen ihm in seiner ganzen
Grösse und Herrlichkeit, und uns, ein Hand voll Staub.
Wer von uns wollte so vermessen sein und es wagen, sich mit
Gott zu vergleichen. Von uns Menschen aus gibt es keinen Weg
zu Gott.
Aber dann ist das Unbegreifliche geschehen, dass Gott in
seiner Grösse und Herrlichkeit sich zu uns, die wir Staub
sind, herniederneigt. Und indem er uns zu seinem Partner
macht, mit uns sich abgibt, mit uns einen Bund schliesst und
mit uns spricht, hebt er uns aus dem Staub und gibt uns
innerhalb der Schöpfung eine besondere Würde. Ja, er will
uns zu seinen Kindern machen, die seine ganze grosse Liebe
erfahren sollen.
Darrum ist doch auch der Sohn Gottes aus dem Himmel, aus der
Herrlichkeit, herabgestiegen auf unsere Erde, zu uns, in
unsere Niedrigkeit, zu uns, die wir Staub sind, um uns diese
Liebe Gottes zu uns zu bezeugen und uns wieder
zurückzuführen in das Haus Gottes, unseres Vaters im Himmel.
Schon allein diese Liebe Gottes zu uns ist so gross und so
herrlich, dass wir sie niemals recht verstehen können, wie
es auch schon der Psalmist nicht verstehen konnte:
"Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst und des
Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst."
Und dieser Gott, mit dem wir uns in keinster Weise
vergleichen können und der erhaben über uns alle ist, lässt
uns durch Jesus ausrichten, dass wir mit ihm sprechen
dürfen. Gott hat es uns zugesagt, dass er unser Reden hören
will. Er willl sich zu uns herniederbeugen und auf unser
Sprechen achtgeben.
Haben wir das eigentlich schon mal bedacht, was das heisst,
dass wir zu Gott beten dürfen?! Welch eine grosse
Möglichkeit hat uns der Schöpfer damit geschenkt!
Ob es da nicht eigentlich angemessener wäre, wenn wir diese
grosse Möglichkeit noch viel mehr in Anspruch nehmen als
bisher? Tun wir es nicht, betrügen und schaden wir uns
selbst, denn Gott hat nicht nur versprochen, dass er uns
anhören wird, sondern er will sogar auf unser Gebet
eingehen:
"Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden;
klopfet an, so wird euch aufgetan.
Denn wer da bittet, der empfängt, und wer da suchet, der
findet, und wer da anklopft, dem wird aufgetan."
Durch diese dreimalige Bekräftigung Jesu soll ganz klar zum
Ausdruck gebracht werden, dass es wirklich und wahrhaftig
eine Tatsache ist: Gott hört uns, wenn wir im Gebet zu ihm
sprechen und er geht auf unsere Bitten ein und erhört uns.
Er weiss und kennt unsere Nöte und Sorgen und Kümmernisse
und wenn wir ihn um Hilfe bitten, dann streckt er uns seine
helfende Hand entgegen, gefüllt mit dem, was wirklich unsere
Not, und unsere Sorgen und unseren Kummer zu Ende bringt.
Wir brauchen uns bei dieser Gelegenheit nur daran zu
erinnern, dass wir ja zu dem einen und wahren Gott beten,
der Himmel und Erde geschaffen hat. Der alles, aber auch
alles, was existiert, in seiner Hand hält. Ihm gehört alles.
Himmel und Erde ist nucht nur sein Werk, sondern sein
Eigentum. Ihm steht alles zur Verfügung, um uns zu helfen.
Wenn es einen gibt, der uns helfen kann, dann ist es unser
Herr.
Was ist das doch für eine wunderbare Sache: Es gibt niemals
eine verzweifelte Situation in unserem Leben, aus der uns
Gott nicht könnte herausretten, wenn wir diese einzigartige
und fast unglaubliche Möglichkeit in Anspruch nehmen und
beten.
Für die. die nun an dieser grossen Mögliochkeit der Hilfe
Gottes im Gebet zweifeln sollten, gibt Jesus ein Beispiel
aus dem alltäglichen Leben. Er sagt, denkt doch einmal an
euch, an eure Familie. In euch allen steckt zwar Geiz, das
Bestreben, nur sich selbst zu helfen und dem anderen nichts
zu gönnen. Wenn ihr von Natur aus auch dazu veranlagt seid,
dem, der euch um Hilfe bittet, sie ihm abzuschlagen, so wird
es euch doch unmöglich sein, eurem eigenen Kinde, das sich
hilfesuchend an euch, dem Vater uder der Mutter, wendet,
diese Bitte um ein Stückchen Brot abzuschlagen und
wegzuschicken ohne Hilfe. Wer das täte, würde bereits unter
Menschen verächtlich als ein unmenschlicher Vater oder eine
unmenschliche Mutter angesehen werden.
Jesus sagt:
"Welcher ist unter euch Menschen, so ihn der Sohn bittet um
Brot, der ihm ein Stein gebe? Oder so er ihn bittet um einen
Fisch, der im eine Schlange biete?"
Wenn es also schon unter Menschen im alltäglichen Leben in
bestimmten Fällen einfach unmöglich ist, den Hilfeschrei
eines Notleidenden zu überhören, wieviel mehr wird das von
unserem Vater im Himmel gelten, der das Versprechen gegeben
hat, dass er uns helfen will, wenn wir ihn bitten.
Wenn wir das heute gehörte Wort unseres Herrn Jesus Christus
recht bedenken, dann kann es eigentlich nicht anders sein,
als dass wir uns wieder in ganz neuer Weise Mut machen, dass
wir uns noch viel mehr als bisher von der Möglichkeit
Gebrauch machen, mit unserem Vater im Himmel zu sprechen und
ihn um Hilfe zu bitten. Grösser als der Helfer wird unsere
Not niemals sein!
"Bittet, so wird euch gegeben; suchet. so werdet ihr finden,
klopfet an, so wird euch aufgetan. Denn wer da bittet,
empfängt und wer da sucht, der findet, und wer anklopft, dem
wird aufgetan."