Bergpredigt (10)
Lugar/Ort:Nicht gehalten

Fecha/Datum: / /
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Matthäus 5,27-32
Skopus: Nicht ehebrechen
Bergpredigt (10) - Matthäus 5, 27 - 32
"Jesus tat seinen Mund auf, lehrte seine Jünger und sprach:
Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst nicht
ehebrechen. Ich aber sage
euch: Wer eine Frau ansieht und sie begehrt, der hat in
seinem Herzen schon mit ihr die Ehe gebrochen. Wenn dich
aber dein rechtes Auge zum Bösen reizt, so reiss es heraus
und wirf's von dir. Es ist besser für dich, dass eins deiner
Glieder verderbe und nicht der ganze Leib in die Hölle
geworfen wird. Wenn dich deine rechte Hand zum Bösen reizt,
so hau sie ab und wirf sie von dir. Es ist besser für dich,
dass eins deiner
Glieder verdirbt und nicht der ganze Leib in die Hölle
fährt. Es ist auch gesagt worden: Wer seine Frau entlässt,
der soll ihr einen Scheidebrief geben. Ich aber sage euch:
Wer seine Frau entlässt, ausser wegen Unzucht, der
bewirkt, dass ein anderer die Ehe mit ihr bricht und wer
eine Geschiedene heiratet, der bricht die Ehe."

Unser Vater im Himmel hat bei der Erschaffung des Menschen
diesen nicht alleingelassen. Er hat dem Mann eine Frau und
der Frau einen Mann zur Seite gestellt. Der Mensch sollte
nicht allein den Lebenskampf bestehen, sondern immer zu
zweien. Freude zu zweien ist doppelte Freude und Leid zu
zweien ist nur halbes Leid.
Ehe zwischen dem einen Mann und der einen Frau bedeutet im
Sinne und Verständnis Gottes immer Gehilfenschaft. Die Frau
ist die Gehilfin des Mannes und der Mann ist der Gehilfe der
Frau.
Gott hat den Mann und die Frau immer gerade so geschaffen,
dass sie sich mit dem
jeweils Typischen ergänzen und helfen können. Und in dieser
Erschaffung des Mannes und der Frau ist keiner mehr wert als
der andere. Beide sind vor Gott und untereinander
gleichwertig, wenn auch jeder wegen gerade der
Verschiedenartigkeit im gemeinsamen Miteinander von Mann und
Frau andere Aufgaben hat.
Gott, der Schöpfer, hat dieses gemeinsame Miteinander des
einen Mannes und der einen Frau in der Ehe unter seinen
besonderen Schutz gestellt. Wer diese Ehe anzutasten
versucht, bekommt es mit Gott selbst zu tun.
Wir kennen diese Schutzmauer, die Gott in der Gestalt des 6.
Gebotes um jede Ehe errichtet hat:
"Du sollst nicht ehebrechen."
Und was hatte das alte Volks Gottes aus diesem Gebote
gemacht?
Ohne an dem Wortlaut des Gebotes etwas zu ändern oder zu
streichen, wurde es im Laufe der Jahrhunderte vollständig in
seinem Sinne verdreht.
Am Anfang galt noch die Gleichwertigkeit von Mann und Frau.
Gerade aber der fromme Mann war es, der es nicht wollte,
sondern der immer mehr die ausschliessliche Bedeutung des
Mannes herausstellte. Nicht der Mensch, ganz gleich, ob Mann
oder Frau, sollte die Krone der Schöpfung sein, sondern
allein der Mann. Die frau wurde so zu einer Magd des Mannes
erniedrigt. Der unumschränkte Herr, man müsste schon sagen,
der Diktator der Ehe und der Familie, war der Mann, der
Hausvater.
Bedingungslos hatte die Frau zu gehorchen. Und das alles
wurde so gedeutet, dass es Gottes Wille sei.
Der Mann hatte es sogar erreicht, dass die Frau in das
eigentliche Heiligtum des Tempels nicht hinein durfte; sie
musste sich im Vorhof des Tempels aufhalten.
Man traute es der Frau garnicht zu, dass sie überhaupt
glauben konnte. Sie bekam daher das Notwendigste über den
Glauben von ihrem Mann gesagt. Der Mann musste für seine
Frau mitglauben.
Ja, es ist sogar unter den ganz besonders Frommen damals ein
Streit darüber ausgebrochen, ob die Frau eine Seele habe
oder ob sie zu den Tieren zu zählen sei.
Im Zuge dieser Entwicklung der Verachtung der Frau durch den
Mann, war es selbstverständlich, dass der Mann auch das
Gebot
DU SOLLST NICHT EHEBRECHEN!
so auslegte, dass er als der Herr alle Freiheit hatte,
während die Frau die ganze Strafe dieses Gebotes zu spüren
bekam.
Ehe bedeutete in dieser Entwicklung nicht mehr eine
freiwillige Partnerschaft zwischen dem einen Mann und der
einen Frau, wie Gott es in der Ehe gestiftet hatte, sondern
Ehe bedeutete, dass sich der Mann seine Frau kaufte und dann
wie mit einem Stück Vieh damit machen konnte, was er wollte.
Sie war ja sein Besitz.
Obwohl Gott, als er die Ehe schuf, immer an die Ehe gedacht
hatte zwischen einem Mann und einer Frau und so auch das 6.
Gebot verstanden haben wollte, nahm sich der Mann in seinem
übermütigen Hochmut die gottlose Freiheit, mehrere Frauen zu
besitzen. Er versuchte dabei noch, zu glauben, dass er das
6. Gebot nicht übertreten
habe. Ihm war es gestattet, Seitensprünge zu machen, aber
wehe der Frau! Sie bekam immer die ganze Härte des Gesetzes
zu spüren. Ein wenig von dieser hochmütigen Haltung des
Mannes gegenüber der Frau ist noch bis in unserer heutigen
Zeit zu spüren. Heute noch werden Fehltritte des Mannes in
der Ehe grossmütig übersehen, aber die Frau bekommt in dem
gleichen Falle unsere ganze Verachtung gezeigt.
Aber das Gebot: "Du sollst nicht ehebrechen", mit seiner
Erklärung von Dr. Martin
Luther, gilt nicht nur der Frau, sondern im gleichen Sinne
auch dem Mann. Der Mann
kann sich nicht mehr erlauben als die Frau.
Durch unser heutiges Wort werden ganz besonders die Männer
damals angesprochen; sie werden von ihrer hochmütigen
Verachtung der Frauen zurückgeholt.
Jesus hebt zum ersten Mal damals in der
Menschheitsgeschichte die Frau aus dem Staube der Verachtung
durch die Männer heraus und gibt ihr ihre volle Ehre wieder
zurück, die Gott ihr selbst in der Schöpfungsordnugn bereits
gegeben hatte.
Er setzt die Schöpfungsordnung der Ehe in ihrer vollen
Bedeutung wieder ein.
Ehe ist wieder gegenseitige gleichwertige Gehilfenschaft
zwischen dem einen Mann und der einen Frau. Beide, Mann und
Frau, sind sich zur gegenseitigen Hilfe gesetzt; beide haben
die gleichen Rechte und die gleichen Pflichten.
Die Frau ist für den Mann keine Magd oder Sklavin, auch
keine Ware, mit der er machen kann, was er will, sondern die
Frau ist von Gott dem Mann zum gleichwertigen Partner mit
gleichen Ehren gesetzt. Die Pflicht zur Treue in der Ehe
gilt nicht nur für die Frau, sondern in gleicher Weise auch
für den Mann. Und die Untreue beginnt nicht erst da, wo
sich, wie damals, der Mann eine 2. oder 3.
Frau nahm, sondern schon da, wo ein Ehemann oder eine
Ehefrau bereits mit den
Gedanken oder Gefühlen mit einer anderen Partnerin oder
Partner spielt, als der
eigenen Gefährtin oder des eigenen Gefährten. Die Untreue
beginnt bereits im Herzen.
Jesus spricht hier ganz besonders die Männer an, weil sie ja
damals gerade meinten, sie dürften sich das erlauben.
Für uns alle ist es sehr wichtig, dass wir uns davor hüten,
bereits durch unsere
spielerischen Gedanken und GefÜhle zu einem anderen oder zu
einer anderen, den Weg des Ehebruchs betreten.
Hier beginnt schon unsere Aufgabe, alles zu tun, um von dem
Gedanken schon wegzukommen, damit es nicht ein Zuspät gibt.
Das ist damit gemeint, wenn uns gesagt wird:
"Ärgert dich dein rechtes Auge, so reiss es aus und wirf es
von dir, ärgert dich deine rechte Hand, so hau sie ab, und
wirf sie von dir."
Die ganze Verachtung der Frau durch den Mann damals fand in
der Praxis der Scheidung ihren Ausdruck.
Die Frau als ein Stück Eigentum des Mannes hatte kein Recht,
sich scheiden zu
lassen, wohl aber der Mann. Es gab 2 Richtungen im alten
Volk Gottes. Die eine Richtung erlaubte schon die Scheidung,
wenn die Ehefrau die Suppen oder andere Speisen anbrennen
liess, während die andere Richtung eine Scheidung nur bei
Unzucht der Frau zuliess. Die allgemeine Praxis war aber so,
dass eigentlich jeder Mann einen Grund finden konnte, um
sich zu scheiden. Es waren keine grossen Formalitäten dazu
nötig, sondern der Mann stellte nur eine schriftliche
Bescheinigung der Entlassung aus und die Frau lag auf der
Strasse.
So weit hatte es der Mann, auch der fromme Mann, mit der
Verachtung der Frau getrieben. Auch an diesem Punkte hebt
Jesus die Frau aus der Verachtung des Mannes heraus und gibt
ihr die gleichen Rechte wie dem Mann.
Als Gott die Ehe zwischen dem einen Manne und der einen Frau
stiftete, hatte er nicht an eine Ehe für eine Nacht gedacht,
auch nicht an eine Ehe für einige Monate oder Jahre, sondern
an ein totales eheliches Miteinander des einen Mannes und
der einen Frau auf Lebenszeit, bis der Tod sie scheidet.
Gehilfenschaft zwischen 2 Menschen, wie sie Gott in der Ehe
uns Menschen geschenkt hat, bedeutet Freud und Leid, Erfolg
und gegenseitigen Ärger, Gesundheit und Krankheit, Zuneigung
und Ablehnung, miteinander zu erleben und alle
Schwierigkeiten zu überwinden, bis dass der Tod sie
scheidet.
Aus der Ehe gibt es keinen Urlaub und keine Entlassung und
Ehe kann auch nicht ausprobiert werden, sondern Ehe ist
immer das gewagte Erlebnis des gemeinsamen Miteinanders von
einem Mann und einer Frau auf Lebenszeit. Von dem einmal
gesprochenen Ja gibt es im Sinne des Schöpfers kein Zurück
mehr. Das sagte Jesus
damals besonders den hochmütigen Mánnern. Das sagt er heute
uns allen, Männern
und Frauen.
So stellt Jesus Christus durch sein Wort die Achtung der Ehe
und der Frau wieder her und
gibt der göttlichen Stiftung der Ehe seine ursprüngliche
Bedeutung wieder. Seine Jünger, also wir Christen, dürfen
das Geschenk der Ehe, das helfende und schützende
Miteinander von Mann und Frau in der Ehe aus seiner Hand
nehmen und er hat versprochen, seinen Segen zu solchem
gemeinsamen Miteinander zu geben, indem er mitgeht.
Lasst uns niemals vergessen, wer die Ehe gestiftet hat und
wozu sie uns geschenkt wurde!