Amos 19
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:14/07/1960
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
-
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Wochengottesdienst
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Amos 4, 6-13
Skopus: Wer der ist, der straft
A M O S (19) 4, 6 - 13
Wir haben es immer wieder vernehmen müssen, mit welcher
Entschiedenheit der Landmann und Schafhirte Amos Gottes Zorn
und Gericht den Bewohnern des Nordstaates Israel verkündigen
muss. Bei diesem Gericht geht es um ein totales Gericht, aus
dem es keine Rettung mehr gibt. Es bedeutet totale
Vernichtung.
Wenn wir das uns heute so anhören müssen, dann will es uns
erscheinen, als wäre dieser Gott, den der Amos verkündigen
muss, ein grausamer Tyrann, der nur das Verderben, die
Vernichtung und Leid und Tod über die Menschen bringen will.
Und oft könnte man meinen, dieser Gott kann doch unmöglich
der Vater unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus sein.
Gerade in Jesus Christsu will Gott uns zeigen, wie er uns
lieb hat, und in welcher grossartigen Weise er uns gut ist.
Deshalb hat es in der ersten Christenheit ja Gruppen
gegeben, die von diesem zornigen Gott nichts wissen wollten
und daher das Alte Testament ablehnten.
Allerdings dürfen auch wir es nicht vergessen, dass wir auch
als Christen etwas von einem totalen Gericht Gottes wissen,
das über alle Menschen kommen wird.
Diesem Gericht kann kein Mensch entfliehen. Wir nennen
dieses Gericht, das letzte Gericht oder den Jüngsten Tag.
Bricht dieses Gericht über uns herein, dann gibt es für
viele viele Menschen unter uns ein ZUSPÄT. Darum werden wir
doch immer wieder aufgefordert, ja wachsam und vorbereitet
zu sein auf dieses Gericht, das auch der TAG JESU CHRISTI
genannt wird, damit er für uns, für mich und für dich nicht
ein Zuspät, nicht unsere ewige Verdammung bedeute.
Jesus Christus sagt nach dem Markus- Evangelium:
"Sehet zu, wachet und betet; denn ihr wisset nicht, wann die
Zeit ist, wann der Herr kommt, auf dass er nicht
überraschend komme und finde euch schlafend."
Dieses Endgericht Gottes wird furchtbar sein für die
ungehorsamen Menschen.
Das totale Gericht Gottes über den Nordstaat Israel mit
seinen Bewohnern hat gewisse Ähnlichkeiten mit dem
Endgericht Gottes, mit dem Jüngsten Tag und mit dem Tag der
Wiederkunft Jesu Christi.
Genauso aber, wie wir heute immer wieder daran erinnert
werden, dass dieser Tag kommt, und wir aufgefordert werden,
wachsam zu sein und Gottes Willen zu tun, damit es nicht ein
Zuspät für uns geben wird, genauso sind die Bewohner des
Nordstaates Israel unzählige Male schon aufgefordert worden,
nicht zu vergessen, dass das Gericht Gottes kommt. Das
geschah nicht nur durch Amos selbst, sondern auch durch
andere Propheten.
Die Bewohner können sich nicht beschweren und beklagen,dass
sie nicht aufgefordert worden wären, nach dem Willen Gottes,
nach seinen Geboten, zu leben.
Ihnen ist das alles verkündigt worden, aber sie wollten es
nicht hören und haben ihre Ohren zugehalten oder sind gar
nicht in den Tempel gegangen.
In unserem Text wird uns gesagt, dass Gott nicht nur durch
Worte sie an sein furchtbares Gericht erinnert hat, aus dem
es keine Rettung mehr gibt, sondern dass er durch kleinere
Strafgerichte sie an das kommende totale Gericht erinnerte.
Hier wird uns gesagt, was das für kleinere Gerichte waren,
mit denen Gott das Volk daran erinnerte, dass ein Gericht
kommen wird, aus dem es keine Rettung mehr gibt, wenn es
sich jetzt nicht doch noch von seinen bösen Wegen abwendet
und endlich das tut, was Gott haben will.
Das erste Gerichtszeichen Gottes war eine Hungersnot. Das
Ergebnis war, dass das Volk sich nicht daran störte. Es gab
seinen ungehorsamen Weg nicht auf.
Gott liess dann keinen Regen niedergehen, 3 Monate lang,
sodass ein grosser Trinkwassermangel eintrat. Und dann als
Zeichen, dass er auch den Regen in seiner Hand hält, liess
er über der einen Stadt regnen und über die anderen nicht,
ebenfalls über einen Acker ja und über den anderen nein.
Dieses Zeichen, dass wir ganz in Gottes Hand stehen und nur
leben und arbeiten können, wenn er es zulässt, führte nicht
dazu, dass das Volk das tat, was er wollte.
Dann gab es Krankheiten und Plagen an den Früchten des
Feldes. Und am Schluss heisst es:
"Und ihr kehrtet nicht um zu mir, zu eurem Gott."
Schwere Krankheiten brachen unter den Menschen aus,
besonders viele Opfer forderte die schlimmste Krankheit, die
es gibt, die Pest.
Besonders viele Tote forderten die Kriege unter den jungen
Männern. Blühendes Leben sank dahin., ganze Städte fielen in
Schutt und Asche, angezündet durch die Feinde.
Und jedesmal heisst es am Ende einer solchen Plage, einer
solchen Not, eines solchen Sterben:
"Doch ihr kehrtet nicht zu mir zurück, spricht Gott, der
Herr."
Es ist sicher auch für uns ganz gut, dass wir uns unsere
Augen für diese kleinen Gerichte öffnen lassen, die uns
durch Gott geschickt werden.
Da wird uns der liebste Mensch, mit dem wir jahrzehntelang
durch dieses Leben gegangen sind, durch den Tod von unserer
Seite gerissen, oder wir müssen eins unserer Kinder
dahingeben. Krankheiten machen unseren Familien das Leben
schwer oder sogar zur Qual. Trockenheiten oder Regenzeiten
lassen um die Ernte bangen, die uns doch unser menschliches
Leben sichern soll. Überschwemmungen, wie im vergangenen
Jahr hier in der Provins Entre Ríos und in der Provinz
Buenos Aires, erinnern uns daran, dass wir uns auf Hab und
Gut nicht verlassen können. In einem Nu kann alles dahin
sein. Das zeigt uns besonders aber wieder das Erdbeben in
Chile, an das wir, wenn wir die Berichte darüber lesen, nur
mit Angst und Schrecken denken können.
Haben wir die Sicherheit, dass solche Katastrophen nicht
auch über uns hereinbrechen werden? Oder wie grauenhaft war
der letzte grosse Weltkrieg und nicht minder entsetztlich
sind die kleinen Kriege und Revolutionen und Staatsstreiche
in der ganzen weiten Welt! Und bis jetzt gab es nach all
solchen Niederlagen immer wieder einen Neuanfang, einen
Neuaufbau. Es war jedesmal noch nicht das letzte Gericht,
aus dem es keine Rettung mehr gibt.
Solche Not-, Kriegs- und Katastrophenzeiten wollen uns an
das letzte totale Gericht Gottes über uns erinnern und
ermahnen, von unseren ungehorsamen Wegen und Entscheidungen
zu lassen und endlich anfangen, unser Leben nach Gottes
Willen einzurichten. Denn das müssen wir wissen, einmal wird
hinter solch einer gering anfangenden Überschwemmungs-,
Erdbeben-, oder Kriegskatastrophe kein Neuanfang mehr
stehen, sondern der Anfang sein des Jüngsten Gerichts, in
dem es für viele ein Zuspät geben wird.
Lasst uns diese besondere Sprache Gottes, die sich in Not
und Tod, in Überschwemmungen, Erdbeben, Revolutionen und
Kriegen kundtut, ganz ganz ernst nehmen, damit sie uns
zurückrufen kann von unsrem bösen Weg, zurück zu Gott,
zurück zu seinen Geboten und zurück zu seinem Wort.
O, dass nicht von uns einmal gesagt wird, was von den
Nordbewohnern des Nordstaates Israel gesagt werden musste:
Doch sie kehrten nicht um von ihren bösen Wegen und kamen
nicht zu mir zurück, spricht der Herr, damit nicht dann
einmal über uns das Jüngste Gericht hereinbricht und für uns
ein Zuspät gibt, so wie es für die Menschen im Nordstaat
Isarel ein Zuspät gegeben hat, als das totale Gericht
hereinbrach, aus dem es keine Rettung mehr gab.

Amos 4, 6 - 13
"Darum habe ich euch auch in allen euren Städten müssige
Zähne gegeben und Mangel am Brot an allen euren Orten; doch
bekehrtet ihr euch nicht zu mir, spricht der Herr.
Auch habe ich den Regen über euch verhalten, da noch drei
Monate waren bis zur Ernte; und ich liess regnen über eine
Stadt, und auf die andere Stadt liess ich nicht regnen; ein
Acker ward beregnet, und der andere Acker, der nicht
beregnet ward, verdorrte.
Und es zogen zwei, drei Städte zu einer Stadt, dass sie
Wasser trinken möchten, und konnten nicht genug finden; doch
bekehrtet ihr euch nicht zu mir, spricht der Herr.
Ich plagte euch mit dürrer Zeit und mit Brandkorn; so
frassen auch die Raupen alles, was in euren Gärten und
Weinbergen, auf euren Feigenbäumen und Ölbäumen wuchs, doch
bekehrtet ihr euch nicht zu mir, spricht der Herr.
Ich schickte Pestilenz unter euch gleicherweise wie in
Ägypten; ich tötete eure junge Mannschaft durchs Schwert und
liess eure Pferde gefangen wegführen und liess den Gestank
von eurem Heerlager in eure Nasen gehen; doch bekehrtet ihr
euch nicht zu mir, spricht der Herr.
Ich kehrte unter euch um, wie Gott Sodom und Gomorra
umkehrte, dass ihr waret wie ein Brand, der aus dem Feuer
gerissen wird; doch bekehrtet ihr euch nicht zu mir, spricht
der Herr.
Darum will ich dir weiter also tun, Israel. Weil ich denn
dir also tun will, so schicke dich Israel, und begegne
deinem Gott.
Denn siehe, er ist's, der die Berge macht, den Wind schafft
und zeigt den Weg Menschen, was er im Sinne hat. Er macht
die Morgenröte und die Finsternis; er tritt einher auf den
Höhen der Erde, - er heisst HERR, GOTT ZEBAOTH."