Amos 08
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:22/10/1959
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Meroú, 1963
Reffino, 1963
Camarero, 1963
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Wochengottesdienst/Bibelstunde
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Amos 1, 3 - 2, 3
Skopus: Gerichtsvisionen über Fremdvölker
Amos (8) 1, 3 - 2,3
Gott, der Herr, hat den Schafhirten Amos durch 5 Bilder dazu
vorbereitet, als sein Bote in dem abgefallenen Staat Israel
und in dem falschen Teempel der Haupstadt Beth El dieses
Staates sein Wort zu verkündigen.
Der ausschliessliche Auftrag des Amos durch Gott lautet,
diesem Nordstaat Israel Gottes Gericht anzusagen, und zwar
dem König mit seinen Ministern samt den Vornehmen und
Reichen, der Kirche mit allen ihren Dieneren, und auch der
ganzen übrigen Bevölkerung.
Durch die gezeigten Bilder bzw. Visionen, bekommt Amos
gesagt
1. dass nicht dur das Gute von Gott kommt, sondern auch das
Böse;
2. dass durch das Gebet Gott sich in seinen Gerichtsplänen
durchaus umstimmen lassen will;
3. dass die Gründung eines Staates oder einer Kirche nur
dann gut ist, wenn Gott selbst diese Gründung gewollt hat;
4. dass es auch ein zweckloses Beten geben kann, ein Zuspät
für unsere Bitten;
5. dass das Gericht als Erdbeben und andere
Naturkatastrophen oder als Krieg kommen wird. Es beginnt am
Hause Gottes, am Tempel zu Beth El.
Mit diesem entscheidenden Wissen, dass Gott ihm in diesen
Visionen oder Bildern gezeigt hat, macht sich der Landmann
Amos auf den Weg.
Er, der im wahren Gottesstaat Juda in der Nähe Jerusalems
wohnt, muss seine Schafherde verlassen und seine Tätigkeit
als Feigenritzer aufgeben und die Grenzen seines Staates
überschreiten, um in dem abgefallenen Nordstaat in dem
falschen Tempel zu Beth El in immer neuen Predigten das
Gericht Gottes zu verkündigen. Jedesmal neu legt Gott dem
Amos sein Wort in den Mund. Das, was wir heute lesen und
hören, sind die ersten Predigten, die Amos bereits im Tempel
zu Beth El hält. Er steht bereits bei jeder sich bietenden
Gelegenheit dort, um den Menschen zu sagen, was Gott ihm in
den Mund legt. Die Predigten von heute sind Teile einer ganz
bestimmten Predigtreihe, sie gehören so zusammen, wie alle
Predigten über das Amosbuch, die wir in unseren
Wochengottesdiensten hören, eine Einheit bilden.
Zu dieser Predigtreihe, die Amos am Anfang seiner Tätigkeit
im Tempel zu Beth El hält, gehören 6 Gerichtspredigten gegen
fremde heidnische Völker, die um das Land Kanaan
herumliegen, eine Gerichtspredigt gegen den rechtmässigen
Staat Juda mit der Hauptstadt Jerusalem und 1
Gerichtspredigt, die letzte in dieser Reihe in ausführlicher
Weise gegen den separatistischen Nordstaat Israel mit der
Hauptstadt Beth El.
Es mag uns merhwürdig erscheinen, dass Amos zuerst mit
Gerichtspredigten gegen fremde Völker beginnt und sogar eine
Predigt hält gegen den wahren Gottessaat Juda, zumal wir
wissen, dass es hier in ganz bestimmter Weise um das Gericht
gegen diesen Nordstaat Israel geht, und er erst zum Schluss
die Gerichtspredigt gegen diesen Separatistenstaat Israel
hält.
Vielleicht müssen wir es in folgender Weise verstehen:
Wäre Amos in den Tempel gekommen und hätte sofort Pech und
Schwefel und Feuer über dieses Staat mit seinen Einwohnern
gepredigt, so wäre er sicher sofort aus dem Tempel durch die
Tempeldiener hinausgeworfen worden und die Leute dort mit
dem König und den Priestern und allem Volk hätten nie die
ganze Gerichtsbotschaft Gottes durch Amos hören können. Aber
in dem er zuerst Gottes Gericht gegen die Nachbarstaaten
verkündigt, erwirbt er sich die Sympathie der Zuhörer. Das
hören wir ja alle so gern, wenn über andere geschimpft wird,
dass gesagt wird, die anderen sind böse und schlecht und
ungehorsam und sie werden von dem Fluch Gottes getroffen.
Und damit unterschied sich dann auch Amos nicht von den
anderen Tempeldienern, die ja das verkündigen mussten, was
der König wollte und das war, dass alle Nachbarvölker
schlecht und böse seien, aber das eigene Volk und der eigene
Staat mit seinem König gut.
6 x predigt Amos im Tempel in derselben Weise wie die
Staatspriester des Tempels, und er erwarb sich dadurch das
Recht, ohne Hemmungen und ohne Behinderung im Tempel das
Wort su ergreifen. Niemand nahm mehr Anstoss, wenn er das
Wort ergriff. Und als er sogar bei der 7. Predigt gegen den
feindlichen Bruderstaat Juda das Gericht verkündigte, gegen
den Staat Juda mit der Hauptstadt Jerusalem, da war er
bestimmt in den Augen der Gottesdienstteilnehmer einer der
Ihrigen.
Wie er aber sich das Vertrauen der Leute erworben hatte und
sie dadurch bereit waren, auf seine Botschaft zu hören,
beginnt er mit der 8. Predigt seine eigentliche Botschaft,
der Botschaft, die ihm Gott gerade für diese Menschen in
Beth El aufgetragen hat. Er beginnt mit der
Gerichtsbotschaft gegen den Nordstaat Israel mit allen
seinen Einwohnern.
Wenn wir sagten, dass die ersten 7 Predigten helfen sollten,
dass das Volk Israel auf die Botschaft des Amos überhaupt zu
hören bereit ist, so bedeutet das doch nicht, dass sie
wertlos sind, nein, sie sind in gleicher Weise Wort Gottes.
Wir wollen uns einmal die Predigten des Amos ansehen, die
das Gericht Gottes gegen die heidnischen Nachbarstaaten
verkündigen. 6 Staaten werden uns genannt, die direkt an den
Staat Isarel angrenzen.
Es sind folgende Staaten oder Reiche oder Völker:
1. das Aramäerreich, mit der Hauptstadt Damaskus;
2. der kleine Staat der Philister mit 5 Städten, mit denen
die Kinder Gottes oft im Kriegszustand lebten. Wir denken
dabei an den Kampf des Königs Davids gegen den
Philisterfürsten Goliath;
3. der kleine Stadtstaat Tyrus;
4. das Volk der Edomiter;
5. das Volk der Ammoniter und
6. das Volk der Moabiter.
Diese Staaten oder Reiche oder Völker existieren zum
grössten Teil im Lande Kanaan. Sie waren bei der Eroberung
des Landes durch die Kinder Gottes nicht besiegt worden und
immer ein Herd von Unruhen und Kriegen gewesen.
Hier wird mit diesen Predigten wieder zum Ausdruck gebracht,
dass Gott, der Herr. nicht nur der Gott der Kinder Israels,
der Kinder Gottes, ist, sondern auch der Gott der Heiden,
der Gott aller Menschen, Völker und Staaten.
Selbstverständlich wissen die Heiden nicht alles, was Gott
von ihnen erwartet, wie es die Kinder Gottes wissen, aber
die elementaren Regeln menschlichen Zusammenlebens und
menschlichen Miteinanders ist ihnen nicht verborgen.
Worum geht es hier in diesen 6 Predigten gegen heidnische
Völker, wenn Gott auf sie zornig ist und sie bestrafen will?
In allen 6 Predigten geht es um ein grausames,
unmenschliches Verhalten dieser Völker im Kriege.
Die Aramäer haben in einem Krieg mit dem Volk Gilead diese
duch grausame Werkzeuge gemartert, gequält und gefoltert.
Die Philister verkauften ihre Kriegsgefangenen um Geldes
willen als Sklaven an ein anderes Volk. Das haben ebenfalls
die Bewohner des Stadtstaates Tyrus gemacht. Die Edomiter
werden bestraft, weil sie im Krieg das Schwert gezogen
haben, um das Volk Gottes zu bekämpfen. Sie führten einen
Bruderkrieg. Wir wissen vielleicht noch, dass die Edomiter
die Nachfahren des Esaus sind, wahrend die Israeliten die
Nachfahren des Jakob, das wahre Volk Gottes. Allerdings
gehörten die Edomiter nicht zum Volk Gottes, sie haben den
Israeliten durch dauernde Unruhen und Kriege das Leben immer
und immer wieder bitter schwer gemacht. Die Ammoniter
bekommen Gottes Zorn zu spüren, weil sie dadurch bekannt
wurden, dass sie in ihren allgemeinen Kriegen den
schwangeren Frauen des besiegten Volkes die Bäuche
aufschlitzten und sie so mit den ungeborenen Kindern einem
grausamen Tode auslieferten. Und die Moabiter haben sich den
Unwillen Gottes dadurch zugezogen, dass sie die Gräber der
Feinde schändeten, die Leichen und Knochen herauszerrten und
sie verbrannten.
Die Redewendung jedesmal "um 3 oder 4 Frevel willen" sagt
uns, dass das Böse des jeweiligen Volkes im Kriege nicht nur
einmal geschehen ist, sondern immer und immer wieder und
dass jetzt nun Gottes Geduld ein Ende hat.
Verschieden ist das Gericht bei den jeweiligen Völkern, es
geht über Naturkatastrophen und Kriegsgefangenschaft bis zur
völligen Vernichtung.
Wir müssen also festhalten, dass Gott, der Herr, herabschaut
auf alles Geschehen in dieser Welt, auch auf das, was
Menschen machen, die nichts von ihm wissen oder nichts von
ihm wissen wollen, jeder Mensch und jedes Volk und jeder
Staat werden ihr Tun vor Gott verantworten müssen, auch wenn
es nicht in der Verfassungsurkunde verankert sein sollte.
Wie hart wird einmal Gottes Gericht sein über die, die die
grausamen Judenverfolgungen und den letzten Weltkrieg mit
allen Folgen verursacht haben und über die, die heute noch
Entsetzliches verursachen, wenn er schon damals die kleinen
Völker für die angegebenen bösen Taten bestrafte?

Amos 1, 3 - 2,3
"So spricht der Herr: Um drei oder vier Frevel willen der
Damsker will ich ihrer nicht schonen, darum dass sie Gilead
mit eisernen Zacken gedroschen haben;
sondern ich will ein Feuer schicken in das Haus Hasaels, das
soll die Paläste Benhadads verzehren.
Und ich will die Rieges zu Damaskus zerbrechen und die
Einwohner auf dem Felde Aven samt dem, der das Zepter hält,
aus dem Lusthause ausrotten, das Volk in Syrien soll gen Kir
weggeführt werden, spricht der Herr.
So spricht der Herr: Um drei und vier Frevel willen Gazas
will ich ihrer nicht schonen, darum dass sie die Gefangenen
alle weggeführt und an Edom überantwortet haben; sondern ich
will ein Feuer in die Mauern zu Gaza schicken, das soll ihre
Paläste verzehren.
Und ich will die Einwohner aus Asdod und den, der das Zepter
hält, aus Askalon ausrotten und meine Hand wider Ekron
kehren, das umkommen soll, was von den Philistern noch übrig
ist, spricht der Herr Herr.
So spricht der Herr: Um drei und vier Frevel willen der
Stadt Tyrus will ich ihrer nicht schonen, darum, dass sie
die Gefangenen alle an Edom überantwortet haben und nicht
gedacht an den Bund der Brüder; sondern ich will ein Feuer
in die Mauern zu Tyrus schicken, das soll ihre Paläste
verzehren.
So spricht der Herr Herr: Um drei und vier Frevel willen
Edoms will ich sein nicht schonen, darum dass er seinen
Bruder mit dem Schwert verfolgt hat;
sondern ich will ein Feuer schicken gen Theman, das soll die
Paläste zu Bosra verzehren.
So spricht der Herr: Um drei und vier Frevel willen der
Kinder Ammon will ich ihrer nicht schonen, darum dass sie
die Schwangeren in Gilead zerrissen haben, damit sie ihre
Grenzen weiter machten; sondern ich will ein Feuer anzünden
in den Mauern Rabbas, das soll ihre Paläste verzehren, wenn
man rufen wird zur Zeit des Streites und wenn das Wetter
kommen wird zur Zeit des Sturmes.
Da wird dann ihr König samt seinen Fürsten gefangen
weggeführt werden, spricht der Herr.
So spricht der Herr Herr: Um drei und vier Frevel willen
Moabs will ich ihrer nicht schonen, darum dass sie die
Gebeine des Königs zu Edom haben zur Asche verbrannt;
sondern ich will ein Feuer schicken nach Moab, dass soll die
Paläste zu Karioth verzehren; und Moab soll sterben im
Getümmel und Geschrei und Posaunenhall. Und ich will den
Richter unter ihnen ausrotten und alle ihre Fürsten samt ihm
erwürgen, spricht der Herr."