3 Monatssprüche bis 1981- 22
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:06/06/1982
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Reffino, 23-6-1982
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Monatsspruch Juni 1981
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Psalm 29, 11
Skopus:
3 Monatsspr. bis 1981 22 -Juni 1981-Psalm 29,11
"Der Herr wird seinem Volk Kraft geben, der Herr wird sein
Volk segnen mit Frieden."

Wenn wir einmal die vielen Menschen fragen würden, die das
Wort GOTT in ihrem Munde führen, was sie sich eigentlich
unter GOTT vorstellen, dann würden wir darüber staunen, was
wir zu hören bekämen.
Die einen würden sagen, Gott ist eine Einbildung des
Menschen für das, was er nicht verstehen kann. Die anderen
sagen, Gott ist eine Idee, eine Weltanschauung, die mir
hilft, mit den Problemen dieser Welt und dieses Lebens
fertig zu werden. Weitere würden sagen, Gott hat es mit
meinem Gefühl und mit meinen Stimmungen zu tun, wichtig aber
ist mir nicht Gott, sondern die Kultivierung dieser meiner
Gefühle und Stimmungen in dem, was wir Frömmigkeit oder
Frömmigkeitsübungen nennen. Noch andere sagen, Gott ist ein
uns nicht vorstellbares Ungeheuer, das irgendwo oben uns
tyrannisiert und uns wie Sklaven hält.
Viele Regierenden wünschen sich einen Gott und stellen ihn
sich so vor, der die Untertanen zum Gehorsam gegen die
Oberen erzieht, damit sie diesen Oberen keine
Schwierigkeiten bereiten und sie machen können, was sie
wollen, ohne gestört zu werden. So folgt daraus, daß Gott
eine nationaler Gott sein muß.
Daraus schließen wieder andere, das Gott nur ein
Hirngespinst dieser Oberen ist, der die anderen unterdrückt
halten soll und darum sagen sie, der Glaube an Gott ist eine
Droge, ist Opium für das Volk., um es immer geduckt zu
halten.
Götzen aus Holz oder Stein oder aus einem anderen Material
werden immer weniger auf der Erde hergestellt. Allerdings
wird die Zahl derer immer mehr, die ihren Geldbeutel zu
ihrem Götzen machen. Fast müssen wir sagen, daß jeder von
uns seine eigene Vorstellung und Meinung von Gott hat, die
aber mit dem, wie die Bibel von Gott spricht, nichts zu tun
hat. Vor allen Dingen ist es uns durch das Gebot verwehrt,
uns überhaupt Vorstellungen oder Gleichnisse oder Bilder zu
machen. Wenn wir das schon tun wollen, dann nur so, daß wir,
indem, was Jesus Christus tat und redete, uns eine
Vorstellung von Gott machen können und dürfen.
Gott kann nicht gesehen werden, sondern nur das, was er tut,
kann gesehen und erkannt werden. Nur sein Wort, das er
redet, kann gehört werden. Gottes Gestalt ist uns verborgen,
nur sein Tun und Handeln und Reden ist uns Menschen
erkennbar.
Hier in unserem 29. Psalm, dem unser Predigttext entnommen
ist:
"Der Herr wird seinem Volke Kraft geben, der Herr wird sein
Volk segnen mit Frieden",
steht im Mittelpunkt die Wirkung seiner Stimme.
Wenn Gott ruft, dann bebt und erzittert die Erde und das
Meer, wie bei einem großen Erdbeben oder Gewitter. Alles
erstarrt vor Furcht, wenn Gottes Stimme sich vernehmen läßt.
Wenn Gott spricht, dann ist zu erkennen, welch eine Macht
und Herrlichkeit dahinter steht, der gegenüber wir Menschen
ein Nichts und ein Dreck sind.
Wenn er die Stimme seines Zornes erschallen läßt, dann
erzittert die Erde und ist dem Zusdammenbruch nahe. Der
Donner und der Bombenhagel eines Krieges kann für ein Volk
auch die Sprache seines Zornes sein. Sein Reden mit einer
solchen Gewalt und Wirkung erweist und bezeugt ihn als den
Herrn dieser Welt, der sich durch niemanden und durch nichts
die Herrschaft über diese Welt aus den Händen nehmen läßt.
Er ist der Herr der Welt und sonst kein anderer.
Alle Gewalten und alle Menschen sind ihm unterstellt, ob sie
es wollen oder nicht wollen. Und dieser Gott, vor dem alles
erzittert, wenn er nur seine Stimme ertönen läßt, hat eine
ganz besondere Geschicht mit uns Menschen angefangen, die
Geschichte des Volkes Israels, das sich Gottes Volk nennen
darf.
Und diesem Volk erweist er seine ganze Liebe. Es erfährt
seine Güte in einer überschwenglichen Weise und von diesem
Volk erwartet er, daß es diese seine Liebe beantwortet
damit, daß es in Wort und Tat auch als Gottes Volk lebt, daß
es fragt:
"Herr, was willst du, daß ich für dich tun soll?",
daß es hingeht und das tut, was der Herr von ihm getan haben
will.
Und selbst, wenn sich dieses Volk schwach fühlen wird, Gott
gegenüber gehorsam zu sein, Er, der Herr, selbst, will ihnen
auch die Kraft zu diesem totalen Gehorsam geben.
Unser Psalmwort bezeugt dieses Versprechen mit den Worten:
"Der Herr wird seinem Volk Kraft geben."
Wo das geschieht, Gottes Liebe und die Antwort des Menschen
darauf, durch unseren totalen Gehorsam, da verwirklicht sich
unter uns Menschen eine Insel des Friedens. Da verstummt die
Auflehnung des Menschen gegen Gott, da verstummen die
Angstgeschreie der Menschen, die durch andere Menschen
ausgeraubt, belogen und betrogen, gequält und totgeschlagen
werden, da verstummt auch die Sprache des Krieges, da ist
auch nicht mehr Gottes zornige und brüllende Stimme zu
vernehmen, die Gottes grausames Gericht über diese Welt
ankündigt, sondern da ist etwas von einer großen Harmonie in
der Schöpfung, zwischen den Menschen und der Natur, zwischen
der Schïopfung und seinem Schöpfer und zwischen Mensch und
Mensch und zwischen den Völkern untereinander sichtbar, da
wird etwas sichtbar
"von dem Frieden, den Gott uns geben will und der höher ist
als alle Vernunft."
Unser Predigttext sagt es so:
"Der Herr wird sein Volk segnen mit Frieden."
Hat sich das verwirklicht?
Nur hier und da in der Geschichte des Volkes Gottes, des
Volkes Israels.
Der Grund dafür, daß es sich noch nicht in seiner
vollkommsten Weise erfüllt hat, liegt daran, daß das Volk
Gottes die Liebe nicht mit Liebe, sondern mit Haß
beantwortete.
Hat sich dieses Wort denn im neuen Volk Gottes, in der
Kirche Jesu Christi, erfüllt?
Auch hier können wir nur sagen:
Hier und da und zu bestimmten und verschiedenen Zeiten ist
etwas von diesem Frieden in der Gemeidne Jesu Christi
sichtbar geworden.
Auch hier müssen wir als Angehörige des neuen Volkes Gottes
bekennen:
Wir haben nur zu oft Gottes Liebe in Jesus Christus mit Haß,
mit Haß gegen Gott und mit gegenseitigem Haß beantwortet.
Auch von unserer CHRISTLICHEN SEITE ist nichts zu erwarten,
darum hören wir mit der ganzen Menschheit Gottes brüllendes
Schreien seines Gerichtes über diese Erde, auch in unserem
Kriege mit England.
Nur eines bleibt uns, daß am Ende aller Zeiten der Herr
selbst diesen Frieden, dieses harmonische Miteinander,
verwirklicht, trotz allem Versagen.
Auf diesen Herrn allein können wir noch unsere Hoffnung
setzen, daß er dieses Wirklichkeit werden läßt,
"den Frieden, der höher ist als alle Vernunft".