3 Monatssprüche bis 1981- 09
Lugar/Ort:

Fecha/Datum: / /
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Monatsspruch Sept. 1977
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Psalm 86, 12
Skopus: Inmitten aller Probleme noch danken können.
3 Monatsspr. bis 1981 9 -September 1977-Psalm 86,12
"Ich will dir danken, Herr, mein Gott, aus ganzem Herzen
will ich deinen Namen ehren auf immer."

Das Normale bei uns ist, daß wir nur danken können, wenn es
uns gut geht, wenn uns von irgendeiner Seite geholfen wird
oder wenn wir eine überschwengklioche Freude erleben, ohne
dabei zu beachten, daß viele von uns überhaupt das Danken
verlernt haben.
Bei dem Psalmisten, der unseren Predigttext gesangt und
gesungen hat, ist es so ganz anders.
Er steht noch mitten in seinen mannigfachen Problemen und
Nöten und kann noch keine Erlösung und Befreiung von allen
seinen Leiden und Beschwernissen erkennen und ist trotzdem
in der Lage, Gott zu danken:
"Ich will dir danken, Herr, mein Gott, aus ganzem Herzen
will ich deinen Namen ehren auf immer."
Warum?
Weil er die Erfahrung gemacht hat, daß Gott, wenn er auch
nicht sofort die Nöte und Probleme seines Lebens wegnimmt,
ohm doch in allen Sorgen und Ängsten beisteht und hilft und
Kraft gibt, alles das, ws ihn quält und nicht schlafen läßt,
zu überwinden.
Der Psalmist bekennt, daß er in dieser Welt bereits
unzählige Male und immer wieder aufs neue, die liebende
Gegenwart Gottes und seine Kraft erfahren hat und ohne diese
längst in seinem Leben zuschanden gekommen wäre. Und dafür
dankt er seinem Gott in einer überschwenglichen Weise:
"Ich will dir danken, Herr, mein Gott, aus ganzem Herzen
will ich deinen Namen ehren auf immer."
Wenn wir das recht bedenken, dann merken wir auf einmal, daß
ein solches Danken das Leben erst lebenswert und schön
macht.
Nicht wer Not hat, sondern wer nicht mehr für die kleinsten
Dinge seines Lebens danken kann, ist arm dran, denn damit
bringt er zum Ausdruck, daß er keine Möglichkeit sieht, von
einer anderes Seite Hilfe zu erwarten, daß er nur auf sich
selbst angewiesen meint, daß er nur noch leben kann, wenn er
sich selbst der Nächste ist und dannach handelt.
Solch ein Mensch ist von der ständigen Angst geplagt, was
wird, wenn ich nun selbst auch versage und nicht mehr kann?
Ich glaube, wer in solch einer Haltung lebt, steht in der
größten Not, in der ein Mensch überhaupt stehen kann.
Wer dankt, erlebt es bereits im Moment des Dankens, daß es
Hilfe von einer anderen Seite gibt, auch wenn sie sich noch
nicht verwirklicht hat.
Er verdankt nicht alloes sich selbst.
Es ist schon eine schlimme Sache, wenn ein Mensch es erleben
muß, daß er wirkl;ich nicht alles kann, wenn er real auf die
Hilfe eines anderen angewiesen ist, den wir als den Schöpfer
Himmels und der Erde kennen, aber nicht als den Herrn seines
Lebens annnehmen will. Dabei hängen wir alle im letzten
Grunde allein von ihm ab.
Trotz aller Ungerechtigketi, Angst, Sorgen und Schrecken in
dieser Weklt oder sogar in unserem eigenen Leben, hält seine
Hand uns fest, leuchtet seine Liebe, seine
Hilfsbereitsschaft und sein heller Schein in unser Leben
hinein.
Der Gott, der sein Volk aus der Gefangenschaft Ägyptens in
die Freiheit geführt hat, der durch Jesus Christus dieser
Welt eine neue Hoffnung gegeben und sie schon praktiziert
hat, ist der gleiche, der uns begleitet.
Bei jedem einzelnen von uns sieht diese Begleitung, und auch
die Hilfe, anders aus, aber jeder von uns hat in irgendeiner
Weise sie bereits auch gespürt, und Grund genug, wie der
Psalmsänger, Gott zu danken.
Dietrich Bonhoeffer hatte im Konzentrationslager unter
Hitler jeden Tag seinen Tod vor Augen, das Wort geschrieben:
"Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist mit uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiß an jedem neuen Tag."
Das ist ein Bekenntnis des Dankens und ein Ausdruck des
Dankens, in der selben Weise wie es der Psalmensänger tut:
"Ich will dir dankdn, Herr, mein Gott; aus ganzem Herzen
will ich deinen Namen ehren auf immer."
Werden wir alle nicht direkt eingeladen, mit dem Psalmisten
und mit Dietrich Bonhoeffer in ihr Lob- und Danklied und
-gebet einzustimmen, und zwar alle Tage neu, mit Worten und
mit Taten, auch dann, wenn wir uns tief unten meinen, aber
auch bereits inmitten aller Dunkelheit das helle Licht am
Horizont erkennen können, damit alle Welt erkennt, wie groß
und herrlich unser Gott ist und seine Macht, mit der er uns
begleitet?

(Das exakte Datum ist nicht vorhanden.)