3 Monatssprüche bis 1981- 02
Lugar/Ort:Meroú

Fecha/Datum:27/02/1982
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Monatsspruch Februar 1977
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Lukas 9, 60
Skopus: Jeder ist zum Verkündiger berufen.
3 Monatsspr. bis 1981 2 -Februar 1977-Lukas 9,60
"Du aber geh und verkündige das Reich Gottes!"

Jesus Christus, der Herr Himmels und der Erden ruft Menschen
in seinen Dienst. Er stellt sie an die Arbeit. Er beauftragt
sie, sich für das Reich Gottes einzusetzen. Und damit ist
nicht ausschließlich und allein die Zeit nach dem Tode, eine
Wirklichkeit hinter den Wolken, gemeint, sondern eine
Realität schon inmitten dieser Welt.
Das Reich Gottes ist eine Gemeimnschaft von Menschen, die
durch Gott gegründet wurde, und die sich ihrer Erschaffung
durch Gott bewußt geworden ist und ihre Bestimmung
"das Salz der Erde und das Licht der Welt"
zu sein, erkennt und darnach trachtet, dieser Bestimmung zu
entsprechen.
Das Haupt dieser Gemeinschaft ist Jesus Christus.
In seinem Leben, in seinem Tun und Lassen und Reden haben
wir ein Beispiel oder ein Vorbild für den, der in diesem
Reich leben möchte.
Jesus Christus kam zu uns auf diese Erde, um dieses Reich
Gottes zu verwirklichen. In diesem Reich Gottes kommt der
Mensch als Körper, Geist und Seele zur vollen Entfaltung
seiner Menschlichkeit in Freude und Friede und Liebe und
Gesundheit, ohne Leid, ,ohne Krankheit und ohne Traurigkeit
und ohne den Tod, ohne Grausamkeit von Seiten anderer
Menschen.
Eine Dienstanweisung für Menschen, die Glieder im Reiche
Gottes sind oder sein wollen, haben wir in den
Seligpreisungen der Bergpredigt:
"Selig sind, die geistlich arm sind, denn ihnen gehört das
Reich Gottes.
Selig sind die Leidtragenden, denn sie sollen getröstet
werden.
Selig sind die Sanftmütigen, denn sie werden das Erdreich
besitzen.
Selig sind, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit,
denn sie sollen satt werden.
Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden
Barmherzigzkeit erlangen.
Selig sind, die reines Herzens sind, denn sie werden Gott
schauen.
Selig sind, die Frieden stiften, denn sie werden Gottes
Kinder heißen.
Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt
werden, denn ihnen gehört das Himmelreich.
Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen
schmähen und verfolgen und alles Schlechte über euch reden
und damit lügen.
Seid fröhlich und getrost, es wird euch im Himmel reichlich
belohnt werden, denn ebenso haben sie die Propheten
verfolgt, die vor euch gewesen sind."
Eigentlich müssen wir sagen, daß die ganze Bergpredigt die
Verfassung, das Grundgesetz oder die Konstitution für das
Reich Gottes ist.
So, wie Jesus Christus zu uns auf die Erde kam, um das Reich
Gottes zu verwirklichen, denken wir nur an das Wort Jesu am
Kreuz auf Golgatha:
"Es ist vollbracht!"-
genauso ruft dieser Jesus Christus heute Menschen in seinen
Dienst, um viele, möglichst alle Menschen einzuladen, Bürger
dieses Reiches Gottes zu werden, damit dieses Reich sich
unter allen Menschen und über die ganze Erde ausbreiten
kann.
Das Wort Jesu:
"Du aber geh und verkündige das Reich Gottes!"
lädt uns alle ein, seine Mitarbeiter zu werden.
Wenn das Reich Gottes auch nicht dasselbe ist wie die Kirche
Jesu Christi, so steht diese Kirche doch in dem Dienst
dieses Reiches.
Alles, was in dieser Kirche geschieht, sollte unter dem
Aspekt geschehen, inwiefern hilft es mit, daß das Reich
Gottes auf Erden erbaut und erweitert werden kann, damit
steht auch vor jedem von uns, die wir zu der Kirche Jesu
Christi gehören, die Frage, die wir nicht nur im Gericht
Gottes, sondern jetzt schon, zu beantworten haben:
Inwiefern helfe ich als Christ, als Glied der Kirche Jesu
Christi mit, daß das Reich Gottes auf Erden gebaut und
erweitert werde?
Daß das nicht eine zweitrangige Frage für einen jeden
einzelnen von uns ist, zeigt die Aufforderung Jesu, die uns
allen gilt:
"Du aber geh und verkündige das Reich Gottes!"
Damit sind also nicht nur wenige einzelne gemeint, sondern
wir alle, du und auch ich, wir alle, die wir uns Christen
nennen und mit Ernst auch Christen sein wollen.
Mit VERKÜNDIGEN ist nicht nur der Dienst des Predigens eines
Pfarrers oder Missionars oder Evangelisten gemeint, sondern
das ganze Leben im Sinne einer Bezeugung durch Wort und Tat
im grauen Alltag eines Lebens, das sich nach der
Bergpredigt, besonders nach den Seligpreisungen ausrichtet:
"Barmherzig sein und sanftmütig, streben nach der
Gerechtigkeit für andere, sich einsetzten für den Frieden,
bereit sein, um der Gerechtigkeit willen auch Verfolgungen
zu erleiden."
Dieses alles können wir mit einem anderen Wort Jesu
zusammenfassen:
"Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!"
Als Beispiel solch eines VERKÜNDIGERS können wir zum
Beispiel Martin Luther King nennen, der sich für die
Gleichberechtigung der Neger in Nordamerika einsetzte, oder
der argentininische Nobelpreisträger Ezquivel, der sich um
die Durchsetzung der Menschenrechte bemühte und nicht
darnach fragte, daß er dabei selbst verfolgt wurde.
Wenn Jesus Christus nun durch sein Wort
"Du aber geh und verkündige das Reich Gottes!"
uns alle auffordert, mit am Bau des Reiches Gottes zu
arbeiten, so heißt das in keinster Weise, daß das ein
Kinderspiel ist, sondern daß es unseren ganzen Einsatz
fordert, ja, daß es über umsere eigene Kraft geht.
Dieser Einsatz ist mit so vielen Mühen und Beschwernissen
und Verfolgungen verbunden, daß niemand durchhalten wird,
der es nicht ernst meint, der sich nicht immer wieder aufs
neue die Kraft dazu schenken läßt. Allerdings, das steht ein
für alle Male bei Jesus fest, auch wenn wir versagen, auch
wenn alle Gewaltigen der Welt sich dagegen stemmen sollten,
dieses Reich Gottes, um das wir ja im VATERUNSER beten:
"Dein Reich komme!"
wird sich ausbreiten unter den Menschen und über die ganze
Welt, unter Umständen auch ohne uns.
Dieses Reich Gottes, das allen Menschen zu Gute kommt, läßt
sich durch nichts aufhalten.
Klar ist es selbstverständlich, daß unser Herr und Heiland
uns als seine Jünger und Jüngerinnen als Mitarbeiter in
diesem Reich Gottes an der Arbeit sehen möchte, darum ruft
er jeden einzelnen von uns an diese Arbeit:
"Du aber geh und verkündige das Reich Gottes!"
Und der, der wirklich diesen Rufe gehört hat und bereit ist,
in Wort und Tat diesem Ruf zu folgen, und dabei nicht nach
rechts und nicht nach links schaut, nicht auf die Mächtigen
und auch nicht auf die Reichen, nicht auf die
Schwierigkeiten in der Familie oder in der Nachbarschaft,
sondern allein auf den Herrn, der bekommt die Kraft dazu,
den erhaltenen Auftrag, allen Schwierigkeiten zum Trotz,
auch auszuführen.
Wir dürfen dadurch mithelfen, daß das Reich Gottes, der neue
Himmel und die neue Erde, in denen Gerechtigkeit herrschen
und ein Leben mit vollem Genüge für uns alle mitten unter
uns, mitten auf dieser Erde, wächst und das menschliche
Leben zur Freude wird.
"Jesus Christus spricht: Du aber geh und verkündige das
Reich Gottes!"