3 BEERDIGUNG 70
Lugar/Ort:Herr Euring-Haus

Fecha/Datum: / /
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Año Eclesiástico/Kirchenjahr:
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Psalm 102, 20-21
Skopus:
3 Beerdigung 70 -Psalm 102,20-21
"Gott schaut von seiner heiligen Höhe, und der Herr sieht
vom Himmel auf die Erde, daß er das Seufzen der Gefangenen
höre und losmache die Kinder des Todes."

Welch verschiedene Wege gehen wir alle doch auf dieser Erde.
Jeder von uns hat seine eigenen Freuden, aber jeder von uns
hat auch sein eigenes Paket mit Sorgen und Ärger und Not und
auch ganz persönliche Schuld zu tragen.
Was mag unser Verstorbener in über 85 Jahren seines Lebens
an Freuden, aber auch an schweren Paketen menschlicher Nöte
und Sorgen und Ärger mit sich herumgeschleppt haben? Dazu
gesellen sich im hohen Alter all die vielen
Alterskrankheiten und -beschwerden.
Es gilt schon die Tatsache, der Gang der Menschen durch
dieses Leben ist viel Kummer, Mühe und Arbeit.
Aber unser Wort sagt uns, daß der Mensch in seiner Freude
und in seinem Leide nicht allein ist.
Es gibt einen, der vom Himmel auf uns herabschaut.
Unser Vater im Himmel sieht einen jeden einzelnen von uns in
seiner Arbeit, in seiner Not und auch in seiner großen
Schuld.
Aber dieser EINE beobachtet uns nicht nur, sondern er leitet
uns durch alle diese Dinge des Lebens hindurch, damit wir in
unserem Leben ans Ziel kommen.
Welcher Mensch kommt denn an sein Ziel?
Nicht der ist bereits an das Ziel seines Lebens angekommen,
der sich Reichtum, Geld und Gut erarbeitet hat. Auch der ist
nicht an das Ziel seines Lebens gekommen, von dem die Leute
sagen,daß der betreffende Mensch ein guter Mensch gewesen
ist. Was gelten schon unsere Maßstäbe von GUT und BÖSE?
Nur der Mensch ist an das Ziel seines Lebens gekommen, wenn
er bereit und willig ist, vor seinem Gott zu stehen, auf
sein vergangenes Leben zu schauen und seinen Vater im Himmel
zu bitten:
"Gott, sei mir Sünder gnädig, um Jesu willen."
Ob unser Verstorbene das Ziel erreicht hat, das er sich
einmal in jungen Jahren für sein Leben gesteckt hat, weiß
ich nicht. Ob er so gewesen ist, wie ihn seine Mitmenschen
in den 85 Jahren seines Lebens haben wollten, ist sehr
fraglich. Aber ob er das Ziel erreicht hat, das Gott mit ihm
vorhatte, das hoffe ich aus vollem Herzen. Selten habe ich
einen Menschen im Todskampf gesehen, der bei der Beichte und
der Abendmahlsfeier so innerlich und äußerlich Anteil mahm
wie unser Verstorbene gestern morgen.
Wer so vor seinem Gott stehen kann mit dem Bekenntnis auf
den Lippen:
"Gott, sei mir Sünder gnädig!"
der darf dann auch das frohe Wort aus dem Munde Gottes
hören:
Komm zu mir, du bist mein liebes Kind, ich nehme dich auf in
mein Reich.
Wir glauben es hoffen zu können, das unser Verstorbene das
jetzt erleben darf:
"Gott hört das Seufzen der Gefangenen und macht los die
Kinder des Todes."
Werden wir aber einmal das Ziel Gottes mit uns erreichen?
Das ist die Frage an uns alle.