3 Außergewöhnliche Gottesd.- 83
Lugar/Ort:Aldea Protestante

Fecha/Datum:31/12/1968
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Jahresschluß
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Lukas 12, 32
Skopus: Jesus führt uns in die Zukunft.
3 Außergew. Gottesd. 83 -Jahresschluß-Lukas 12,32
"Fürchte dich nicht, du kleine Herde, denn es ist eures
Vaters Wohlgefallen, euch das Reich zu geben."

(Nach einer Lesepredigt!)
Als vor wenigen Monaten die sowjetrussischen Soldaten wider
Völkerrecht die Tschechoslowakei besetzten, haben die
Einwohner alle Straßenschilder und Wegweiser abgenommen,
sodaß viele Stunden vergingen, bis die russische Armeen sich
im Lande zurechtfanden .
Wie wichtig ist es doch auch für uns Menschen, daß wir auf
unserem Lebensweg rechte Wegweiser und rechte
Richtungsanzeiger haben, damit wir nicht von dem für uns
persönlich bestimmten Weg abirren.
Der Übergang vom alten zun neuen Jahr ist solch eine
Situation, da wir uns klar werden müssen über den weiteren
Weg unseres Lebens.
Wir wollen prüfen, was im vergehenden Jahr geschehen ist und
wollen klare Anweisungen erhalten über die Schritte durch
das neue Jahr, das dunkel oder in Nebel gehüllt vor uns
liegt. Der Predigttext ist solch eine Wegweisung für diese
Stunden:
"Fürchte dich nicht, du kleine Herde, denn es ist eures
Vaters Wohlgefallen, euch das Reich zu geben."
Führende Präsidenten oder Politiker geben zum Jahreswechsel
normalerweise eine Neujahrsbotschaft mit einem Rückblick und
den daraus zu ziehenden Ausblick für das neue Jahr.
Wie oft sind solche Botschaften schon über den Haufen
geworfen worden, weil die Beurteilung der Lage falsch war
oder unvorgesehene Ereignisse eintraten.
Gibt es für unser Leben, in dem wir auch so leicht die
Wirklichkeit übersehen und einen falschen Weg einschlagen,
ein Licht, das uns unsere wahre Situation und den rechten
Weg einschlagen läßt?
Das Wort Jesu, daß wir gerade gehört haben, ist solch ein
Licht.
Es sieht uns und unsere Geschichte von einer Seite, die
normalerweise uns verborgen bleibt. Die Unterschiede in der
Beurteilung des Lebensweges eines Menschen durch uns selbst
sind so groß, daß wir uns auf diese unsere Beurteilung nicht
verlassen können. Wir müssen schon zu dem gehen, der alle
Fäden unseres Lebens und der ganzen Menschheitsgeschichte in
seiner Hand hält.
Jesus Christus kann uns die Fragen nach dem WOHER und dem
WOHIN beantworten.
Schauen wir auf das jetzt zu Ende gehende Jahr 1968 zurück.
Bei einem jeden einzelnen setzt es sich aus frohen und
traurigen Ereignissen zusammen, bei dem einen überwiegen die
frohen, bei dem anderen die traurigen Geschehnisse.
Jesus sieht aber unser Leben noch von einem anderen
Blickpunkt aus. Er sieht, daß das ganze vergangene Jahr
unter Gottes Barmherzigkeit und Geduld gestanden hat, unter
seiner Vergebung.
Was spielt es dagegen schon für eine Rolle, daß viele
unserer Wünsche nicht erfüllt wurden, auch nicht die auf
eine gute Ernte.
Wenn wir das verstanden haben, dann brauchen wir in dieser
Stunde nicht zu klagen, sondern können Gott danken für
alles, auch für das Schwere. Wir können unser Leben
betrachten mit den Augen Gottes.
Sollten wir aber versuchen, Gott anzuklagen über das, was er
uns im zu Ende gehenden Jahr angetan hat, dann müßten wir
uns darauf gefaßt machen, daß er auch seine Rechnung uns
präsentiert.
Es gibt wohl kein Zweifel wie der Vergleich ausfallen würde
über das, was Gott nach unserer Meinung uns schuldig
geblieben ist und was wir nach Gottes Meinung ihm schuldig
geblieben sind, ihm und unseren Mitmenschen.
Ist es nicht überhaupt Gottes Güte, ausschließlich und
allein Gottes Güte, daß wir heute abend noch leben dürfen?
Wie soll es aber mit uns nun weitergehen und wohin?
Vieles in unserem Leben, in unserem Land und in der weiten
Welt ist noch ungelöst und bedrückt uns.
Können wir der Wegweisung Jesu folgen?
"Fürchte dich nicht, denn es ist eures Vaters Wohlgefallen,
euch den Weg in die Zukunft zu weisen."
Dadurch, daß wir dieser Weisung folgen, verschwinden ja
nicht die dunklen Wolken. Aber er zeigt uns den wahren
Hintergrund unseres Lebens und der Menschheitsgeschichte. Er
läßt uns alles mit seinen Augen betrachten:
In unserem Leben und in der ganzen Welt- und
Menschheitsgeschichte will Gottes Wille zur Geltung kommen.
Er hat für uns das Ziel gesteckt.
Allgemein gesprochen wissen wir es wohl, daß wir auf dieser
Erde sind, um unseren Mann zu stehen und uns durchzubeißen.
Aber das wissen wir nicht von uns allein, daß wir alles, was
wir tun, im Auftrage dessen zu tun haben, der uns das Leben
gegeben hat und noch erhält.
Der Sinn unseres Lebens ist nur dann erfúllt, wenn in
unserem Leben Gottes Wille erfüllt wird.
Das bedeutet, daß wir auch Lasten zu tragen haben, daß wir
Liebe üben, daß wir den als Menschen behandeln, der in
unserer Nähe lebt, daß wir nicht auf Kosten unserer
Mitmenschen vorwärts zu kommen trachten, daß wir nicht
bereit sind, unser Glück zu machen, daß wir einem anderen
Unglück verursachen.
Die, die dazu bereit sind, in ihrem Leben Gottes Wille zu
verwirklichen, schenkt Gott selbst eine Zukunft. Sie stehen
unter seinem Wohlgefallen.
Gottes Willen in unserem Leben verwirklichen, dazu will
Jesus uns heute Mut machen. Und dabei erhalten wir Antwort
auf die Frage:
Wie soll es nun mit uns weitergehen und wohin?
Es darf ohne ein Ende mit Schrecken weitergehen.
Dieser Gott will nicht nur uns eine Zuklunft in seinem
Lichte schenken, sondern allen Menschen, der ganzen Welt.
Mag um uns her alle zu Bruch gehen, bei uns steht der, der
alles neu machen wird.
Unsere beiden Fragen, die wir hatten:
Wo stehen wir und wo wird es mit uns hingehen?
haben sich in eine Frage an uns verwandelt:
Stehen wir bewußt bei der Schar derer, die nicht ihren, so
oft bösartigen Willen durchsetzen wollen, sondern Gottes
Willen?
Stehen wir bewußt in der Schar bei Jesus Christus, in die
wir hineingetauft worden sind?
Stehen wir mit Christus bei denen, die eine bessere Zuklunft
vorbereiten?
Wollen wir den Weg gehen, den Jesus Christus uns in die
Zukunft zeigen wird?
Das wäre eine klare Richtung unseres Lebensweges, das
Gewisse und das Feste in der Unsicherheit unserer Zeit.
Der, der diesen Weg geht, darf als für sein Leben geltend
das Wort Jesu hören:
"Fürchte dich nicht!"
Angst ist ja das Kennzeichen dieser Menschheitsepoche und
sie will auch uns oft überfallen, aber sobald wir mit Gottes
Willen übereinstimmen, wird uns die Angst weggenommen,
stattdessen zieht die Freude in unser Leben ein. Der, dem
wir uns und unser Leben anvertraut haben und dem die Zukunft
gehört, bringt uns an das rechte Ziel unseres Lebens, darum
kann die Angst weichen.
Zum Schluß noch einmal die 3 Fragen zum Jahreswechsel mit
den Antworten.
Wo stehen wir?
Unter der Verheißung des Vaters. Er gehört zu uns.
Wohin wird es mit uns gehen?
Einer Zukunft entgegen, die Jesus Christus jetzt schon
vorbereitet, einer Zukunft, die seine Jünger haben dürfen,
die, die Gottes Willen in ihrem Leben zu tun bereit sind.
Gehören wir zu dieser Gruppe von Menschen?
Ja, wir gehören dazu, durch die Taufe.
Unsere Zugehörigkeit würde aber zunichte gemacht werden,
wenn wir nicht so leben, wie es sich einem Getauften
geziemt.
Lasset uns beten:
Herr Jesus Christus, wir danken dir, daß wir zu dir, dem
guten Hirten, gehören.
Vergib uns, daß wir immer wieder abgewichen sind von den
Wegen, die du uns führen wolltest.
Schenke uns im neuen Jahre neuen Glauben an dich, neuen
Gehorsam gegen deine Weisungen und neuen Lebensmut. Amen.