3 Außergewöhnliche Gottesd.- 75
Lugar/Ort:Aldea Protestante(geplant)

Fecha/Datum: / /
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Jahrhundertfeier der Rußlanddeutschen 1978
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Psalm 62, 2 - Salmo 62: 1
Skopus: Argentinien - unsere neue Heimat.
3 Außergew.Gottesd. 75 -100 Jahre-Psam 62,2
"Meine Seele ist stille zu Gott, der mir hilft."

-Predigt nicht gehalten, weil die Gedenkstunde in Aldea
Protestante nicht stattgefunden hat.-

Es ist gut und richtig, das wir bei solch einer Gelegenheit
des Gedenkens an unsere Vorfahren, die vor 100 Jahren hier
eintrafen und dann nicht nur dieses Dorf gründeten, sondern
von hier aus sich über die ganze Provinz verstreuten und
heute an allen Punkten unseres Landes zu finden sind, alles
unter ein Wort unseres Gottes stellen:
"Meine Seele ist stille zu Gott, der mir hilft."
Es war für die ersten wahrlich nicht leicht, hier
anzufangen. Manch einer ist gescheitert, manch einer hat
schon sehr früh alle Mühen mit einem frühen Tod bezahlen
müssen. Aber das Große und Besondere, daß viele die
Beschwernisse eines Neuanfangs auf sich genommen haben und
durchhielten, daß sie etwas mitbrachten, was ihnen auch
half, alles Schwere durchzustehen,
ihren Glauben an Jesus Christus, ihre Bibel und ihr
Gesangbuch und schon bald nach ihrer Ankunft pastoralen
Dienst aus Buenos Aires und Esperanza in Anspruch nahmen und
als die Propaganda der Adventisten damals immer mehr und
immer stärker die Sinne unserer Vorfahren verwirrten, sich
zu einer evangelischen Gemeinde zusammenschloß und um einen
Pastor aus Deutschand baten, der 1896 hier eintraf.
Ihnen war der Glaube an Jesus Christus soviel wert, das sie
keine Mühe und kein Geld scheuten, um für ein Bethaus und
ein Pfarrhaus zu sorgen.
Wir sagen ihnen, besonders aber unserem Gott Dank, daß sie
diesen Glauben, ihre Bibel und ihre Lieder an uns
weitergaben, damit wir auch heute noch getrost in diesem
Glauben stehen können, voll Vertrauen, daß uns ebenfalls
nichts geschehen kann, als was uns dienlich ist.
Die ersten Zeiten waren nicht leicht, nicht nur hier die
landwirtschaftliche Arbeit aufzunehmen, und zwar mit den
primitivsten Mitteln, obwohl am Anfang von Seiten der
Regierung in großzügiger Weise geholfen wurde, sondern sich
auch an die Sitten und Gebräuche anzupassen, was für die
Regierungsverantwortlichen und für usnere Vorfahren nicht
immer leicht gewesen ist, und beiden Teilen sehr viele
Kopfschmerzen bereitete, wie Berichte und staatliche
Dokumente aus der damaligten Zeit aufweisen.
Es fiel unseren Vorfahren nicht leicht, ein ganzes Ja zu
Argentinien zu sagen und Argentinier zu werden.
Aber wir sagen Gott Dank dafür, da wir alle dann doch unser
Land Argentinien als Heimat, als Vaterland, anerkennen
konnten, uns mit ihm identifizierten und bereit waren, uns
für das Wohl Argentiniens einzusetzen, nicht
gezwungenermaßen, sondern freiwillig und freudig, weil Gott
uns hierher gestellt hat.
Er, unser Gott und Schöpfer, ließ uns erkennen, daß wir als
Wolga- und Rußland-Deutsche, mit den vielen anderen Gruppen
von Einwanderern aus Spanien und Italien, aus der Schweiz
und aus Arabien, aus Deutschland und England, zusammen mit
den hier Einheimischen, nur dann eine Zukunft haben, wenn
wir zusammenwachsen zu einem Volk, das Argentinien heißt,
auch wenn das von den verschiedenen Volksgruppen manche
Opfer fordert, auch von uns. Niemals sollen wir es
vergessen, daß wir uns für das Wohl aller in unserem Lande
einzusetzen haben und daß wir nicht in der Isolierung leben
können, sondern mit voll verantwortlich sind, für das, was
in unserem Lande geschieht.
Als Evangelische Kirche am La Plata, nachdem wir bewußt zu
unserer Existenz als eine argentinische Kirche ein Ja gesagt
haben, spüren wir jetzt, welch eine ungeheure Aufgabe wir in
unserem Lande haben und welch eine Verantwortung uns
auferlegt ist.
Wenn wir das so gesagt haben, dann bedeutet es, daß wir
unseren Blick in die Vergangenheit mit einem Dank gegen Gott
und unsere Vorfahren bereits in die Zukunft gelenkt haben,
die nur dann eine hoffnungsvolle Zukunft wird sein können,
wenn wir unsere Argentinität als Aufgabe wahrnehmen, ohne
dabei zu fragen, ob unsere Identität als Wolga- oder
Rußland-Deutsche darüber immer mehr verblaßt. Sie ist nicht
ein leztter Wert.
Wir können das, weil wir durch das, was unsere Vorfahren
mitgebracht haben, dazu befähigt worden sind, durch unseren
Glauben an Jesus Christus, der uns unsere Aufgaben da
erkennen läßt, wo wir unsere Aufgaben erfüllen sollen, hier
nämlich in Argentinien, das unsere Vorfahren als ihr neues
Vaterland erwählt hatten.
So wie wir an die Vergangenheit mit Dank gegen Gott gedacht
haben für alles, was er unseren Vorfahren und uns gegeben
hat, in manchen Nöten und Gefahren bewahrt, so denken wir an
die kommenden Zeiten mit der Bitte auf den Lippen, daß er
uns helfen möge, das, was im angefangenen 2.Jahrhundert
unseres Hierseins auf uns zukommt, zu meistern, im
persönlichen und familiären Leben, aber auch im
Zusammenleben als ein argentinisches Volk, damit unser Volk,
davon wir nur ein kleiner Teil sind, allein im Glauben an
Jesus Christus und im Nachleben dessen, was er uns vorgelebt
hat, für alle hier Wohnenden die Möglichkeit eines Lebens,
wie Gott es in seiner Schöpfung gewollt hat, vorbereitet.
Darüber laßt uns stille werden in dieser Stunde des
Gedenkens:
"Meine Seele ist stille zu Gott, der mir hilft."