3 Außergewöhnliche Gottesd.- 73
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Año Eclesiástico/Kirchenjahr:
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:5. Mose 7, 7-8
Skopus: Die Liebe Gottes befähigt uns,seine Diener zu sein
3 Außergew. Gottesdienste 73 -5Mose 7,7-8
"Nicht hat euch der Herr angenommen und euch erwählt, darum
daß euer mehr wäre als alle Völker-denn du bist das kleinste
unter allen Völkern-; sondern darum, daß er euch geliebt
hat."

Eine wunderbare Geschichte hatte das alte Volk Gottes, das
Volk Israel, hinter sich und auch noch vor sich.
Es erlebte die zuerst fast aussichtslose Rettung aus der
Knechtschaft Ägyptens und erhielt die feste Gewißheit, daß
es noch größere Wunder erleben wird.
Es wird siegreich sein gegen eine Reihe von
fanatisch-feindlichen Völkern, die sich gegen die
Besitznahme des Landes Kanaans stellen werden.
Eines war von vorherein klar, daß es eine solch großartige
Geschichte erleben durfte, lag darin, daß Gott, der
Allmächtige, mit ihm, diesem Volk Israel, war. Durch dieses
Volk hindurch handelte Gott. Und da, wo Gott handelt,
geschieht immer Außergewöhnliches, Unvorstellbares.
Unsere Losung zeigt ein Problem auf, unter dem das alte Volk
Gottes in dieser seiner Situation stand. Es wurde von der
Frage umgetrieben:
Warum tut Gott gerade durch uns solche großartigen Taten?
Solch eine Frage zu stellen, bedeutet bereits, eine ganz
bestimmte Antwort zu geben:
Gott handelt, Gott kann so großartaig durch uns handeln,
weil wir die Voraussetzung dafür mitbringen.
Und nun wird diese Antwort, die von menschlicher Größe, und
wenn es auch nur eine eingebildete Größe ist, zeugt, bei
Seite geschoben:
"Nicht hat euch der Herr angenommen und erwählt, weil ihr
größer wäret als alle anderen."
Das könnte auch erweitert werden:
Weil ihr frömmer, weil ihr moralisch besser, weil ihr klüger
und intelligenter wäret als die anderen.
Ja, es wird sogar klar festgestellt:
"Du bist am kleinsten unter allen anderen."
Du bringst auch gar nichts mit, was Gott zwangsmäßig dazu
veranlassen könnte, durch dich seine Taten zu tun.
Warum aber gebrauchte Gott, der Herr, gerade dieses Volk, um
mitten in dieser Welt in einer solch wunderbaren Weise zu
handeln?
Gibt es etwas Größeres als dieses?:
"Weil er euch geliebt hat."
Diese Liebe Gottes zu einem bestimmten Volk ist unerklärbar,
ist und bleibt ein Geheimnis. Im Angesichte dieser Liebe
kann es für dieses Volk nur ein Doppeltes geben:
1. Anbetend sich diese Liebe gefallen lassen und
2. sich als Werkzeug Gottes gebrauchen zu lassen.
Ich glaube nicht, daß wir diesen Text pressen, wenn wir
dabei über das alte Volk Gottes hinweg weiter sehen auf das
neue Volk Gottes, auf die Kirche Jesu Christi.
Schauen wir auf das, was Gott, der Herr, in der
Vergangenheit, durch das neue Volk Gottes, durch die Kirche
Jesu Christi, getan hat? Es ist mehr gewesen bis heute als
das, was Gott durch das Volk Israel getan hat.
Ganze Welten wurden umgestaltet. Götzen brachen in ein
Nichts zusammen. Verzweifelte Menschne erhalten wieder neue
Hoffnung.
Ja, wir haben die Verheißung, daß Gott durch seine Kirche
die Zukunft neu gestalten will.
Werden wir dabei nicht auch von der Frage umgetrieben:
Warum handelt Gott gerade durch uns, seine Kirche, so
entscheidend mitten in dieser Welt?
Wir werden von dieser Frage umgetrieben, weil wir auch gerne
wissen und hören möchten, daß wir als Kirche, als Gottes
Kinder, so fromm, so gottgefällige Menschen, so eine
tadellos funktionierende Organisation sind, daß Gott ja gar
nicht anderes konnte, als uns zu seinen Mitarbeitern zu
machen.
Und es ist wichtig, das Wort in aller Schärfe zu hören:
Du bist das kleinste, das minderwertigste Volk unter allen
anderen Gemeinschaften.
Du Kirche, schaue deine Vergangenheit an, welche
Zerrissenheit! Welches Versagen! Welche Unfähigkeit!
An dir lag es nicht, daß Gott durch dich Wunder getan hat.
Und woran lag es denn?
Ausschließlich und allein darin, daß Gott dich als sein
Volk, als seine Kirche, geliebt hat, dich in seiner Liebe
gebrauchen wollte.
Diese Liebe ist unerklärbar, aber doch eine täglich zu
erfahrene Wirklichkeit. Sie ist Gottes alleiniges Geheimnis.
Statt uns dagegen aufzzulehnen, daß die Fähigkeit der
Kirche, göttlich zu handeln, allein in seiner Liebe zu uns,
seiner Kirche. zu uns, seinen Kindern, liegt, laßt uns
vielmehr anbetend diese Liebe gefallen lassen und laßt uns
willig sein, seine Werkzeuge zu sein.
Diese Liebe Gottes zu seinem Volk ist die Hoffnung für eine
sich zerfleischende, dem Abgrund zutreibenden Welt. Durch
uns will er diese Welt vor dem Verderben bewahren. Das ist
Freude und Verheißung und Aufgabe für seine Kirche.
Unnötig ist es wohl, darauf hinzuweisen, daß wir, wenn wir
diese Liebe nicht erkennen und darum nicht von der Freude
und der Verheißung erfüllt werden und nicht die AuFgabe, die
uns zugedacht ist, anfassen, dasselbe erleben müssen wie das
alte Volk Gottes, das Volk Israel. Die Axt ist dann schon an
die Wurzel gelegt:
"Nicht hat euch der Herr angenommen und euch erwählt, weil
ihr größer wäret als alle anderen Völker, denn du bist das
kleinste unter allen Völkern, sondern weil ich euch geliebt
habe."