2 Monatssprüche 1975/76- 07
Lugar/Ort:Meroú

Fecha/Datum:06/07/1975
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Reffino, 31-7-1975 -deutsch-
Aldea Protestante, 24-8-1975 -spanisch-
Diamante, 30-8-1975 -spanisch-
Meroú, 28-9-1975 -spanisch-
Grabschental, 5-10-1975 -spanisch-
Camarero/Puiggari, 26-10-1975 -spanisch-
Reffino, 2-11-1975 -spanisch-
Reffino, 25-1-1981 -spanisch-
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:Monatsspr.Juli 1975 - Sent.Mens. 7-1975
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Römer 8, 28 - Romanos 8, 28
Skopus: Als Mitarbeiter Jesu steht Gott an unserer Seite.
2 Monatsspr. 1975/76 7 -Juli 1975- Römer 8,28
"Wir wissen, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum
Besten dienen."

Der Apostel Paulus schreibt den Christen zu Rom in seinem
Brief, daß wir auf eine neue und bessere Welt zugehen, die
Jesus vorbereitet, eine Welt, die die Erfüllung unseres
ganzen menschlichen Daseins bringt; ja, nicht nur das,
sondern sogar die ganze Schöpfung, einschließlich der
Tierwelt, sehnt sich nach dieser neuen Zukunft und besseren
Lebensform, wie es in unserem Brief an einer anderen Stelle
heißt:
"Denn alle Kreatur sehnt sich mit uns und ängstet sich
immerdar und wartet auf die Freiheit der Kinder Gottes."
Von diesem Ziele einer neuen und besseren Welt her fällt
schon ein Lichtstrahl in unseren grauen Alltag und wir
dürfen inmitten der alten Welt mit ihren Nöten und Sorgen
und Problemen, wir können mitten in Angst und Krankheit und
Tod, mitten in einer Umwelt, die geprägt ist durch Hunger,
Unterdrückung, Versklavung und Haß und Ausbeutung schon
etwas von der Freude eines erfüllten menschlichen Lebens in
der kommenden Zukunft erfahren und spüren.
Das Wort:
"Wir wissen, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum
Besten dienen",
das der Apostel Paulus uns zuruft, hat geradezu diesen
aufgezeigten Hintergrund. Durch alle Leiden hindurch, die
wir Menschen in dieser alten Welt zu durchstehen haben,
führt uns Gott einem besseren Leben entgegen.
Allerdings hat dieses Wort noch eine andere Bedeutung.
Paulus weiß, daß Jesus Christus, der die Garantie unserer
neuen Zukunft ist, Menschen in seine Nachfolge ruft,
Menschen auffordert, seine Mitarbeiter zu werden in der
Vorbereitung der neuen Welt.
Alle, die sich heute Christen nennen, sind aufgerufen,
solche Mitarbeiter unseres Herrn zu werden. Wir betonen
bewußt, dieses HEUTE, weil die heutige Situation der alten
Welt besonders katastrophal ist und wir an einem Abgrund der
ganzen Menschheitsgeschichte stehen, vor einer totalen
Zerstörung unserer Welt und daß es nur noch eine einzige
hoffnungsvolle Möglichkeit gibt:
Eben diese neue Welt, der vollkommen erneuerte Menmsch, die
von Jesus Christus eingeleitete bessere Zukunft. Es lohnt
sich schon, Christ zu sein, Mitarbeiter des Herrn, die ihm
helfen in seiner Arbeit der Erneuerung der Schöpfung.
Wir warten nicht nur auf einen neuen Himmel und auf eine
neue Erde, in der Gerechtigkeit herrscht, wir leben nicht
nur darum, daß das Reich Gottes komme, sondern wir helfen
unserem Herrn als Christen mit, daß es bald komme, auch in
dem wir dem Rufe Jesu Christi gehorsam sind:
"Du, aber, gehe hin und verkündige das Reich Gottes",
und hilf mir mit an der Vorbereitung einer besseren Welt.
Allerdings ist eines auch klar. Dieser Gehorsam bringt oft,
ja, sogar meistens, Leiden über uns. Denn als wahre
Nachfolger Jesu, als seine treuen Mitarbeiter kommen wir
immer in Konflikte mit denen, die sich der alten Welt
verschrieben haben, die sie zu ihrem eigenen persönlichen
Vorteil ausnutzen bis zu der Möglichkeit der Zerstörung. Sie
fühlen sich als die einzigen Herren der Welt und dabei sind
sie Agenten der Zerstörung. Als Repräsentanten einer neuen
Welt, in der Gerechtigkeit wohnt, kommen Christen,, die
Gehorsam sind, in Konflikte mit denen, die nicht nur die
Natur ausnutzen, sondern ihre Mitmenschen wie Dreck, wie
Tiere, wie ihre Sklaven behandeln und nichts nach ihrem
Wohlbefinden fragen, die Kriege anzetteln, die Millionen von
Menschen das Leben kosten, die, wie hier in Lateinamerika,
die Urbevölkerung, die Indianer, um eigener Vorteile und der
vorhandenen Schätze wegen, fast total ausgerottet haben. In
Brasilien geschieht es heute noch, in den anderen Ländern,
wie auch bei uns, tut man nichts, um die lezten Reste
wenigstens noch zu erhalten. Man ergötzt sich wohl an der
Folklore, die durch sie geprägt ist.
Große Kapitalkonzerne und Monopole fragen nur nach dem
eigenen Profit, nicht nach einem menschenwürdigen Leben
ihrer Arbeit, ganz zu schweigen von der Mißachtung ihrer
Verantwortung für die ganze Menschheit.
Es ist eine selbstverständliche Sache, daß man das Gleiche
ebenfalls im kleinen Maßstab zwischen Mensch zu Mensch,
zwischen Nachbar und Nachbar, zwischen dem Geschäftsmann und
dem Kunden geschieht, ja, sich auch in der eigenen Familie
ereignet .
Einer, der auf das Rechte aus ist und auf das Neue, aber
nicht so, wie er sich das Rechte und das Neue vorstellt, das
meistens dann doch wieder durch den Egoismus geprägt ist,
sondern wie Jesus Christus das Rechte und das Neue versteht,
der kommt immer in Konflikte mit denen, die der alten Welt
hörig sind, die Agenten der Zerstörung sind. Er wird als
Fantast, als Träumer bezeichnet, als Spielverderber
verachtet und verspottet oder sogar als Volksfeind aus der
Arbeit geworfen oder als Subversiver verhaftet. Nein,
Mitarbeiter Jesu Christi in der Aufrichtung einer besseren
Welt zu sein, geht heute nicht mehr ohne Schwierigkeiten
oder Behinderung oder Leiden bis hin zum Tode vor sich.
Unser Text:
"Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum
Besten dienen",
oder wie es im gleichen Kapitel des Römerbriefes an anderer
Stelle heißt:
"Denn ich halte dafür, daß dieser Zeit Leiden der
Herrlichkeit nicht wert sei, die an uns soll offenbart
werden",
will uns sagen:
Es lohnt den ganzen Einsatz, auch alle Verachtung,
Schwierigkeit, Leiden und Verfolgung, auf sich zu nehmen. Es
lohnt sich, Mitarbeiter des Herrn zu sein, um des Zieles
willen, um der neuen Welt und um einer besseren Zukunft
willen.
"Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum
Besten dienen."
Natürlich haben wir in dieser Hinsicht, wenn auch nur kurz,
darauf einzugehen, was dieses WIR WISSEN ABER bedeutet. Es
handelt sich nicht um ein Wissen, das mit der Logik oder mit
irgendeiner anderen Wissenschaft erfaßt werden kann, sondern
ein Wissen, das in dem Beschluß Gottes liegt, durch Jesus
Christus zum Ziele mit seiner Schöpfung zu kommen, in seiner
Liebe zu uns.
Und dieses Wissen Gottes um das Ziel der Erneuerung und
einer besseren Zukunft wird uns bezeigt in seinem Wort in
den mannigfachsten Formen und wird von uns nur im Glauben
verstanden und angenommen durch das direkte Eingreifen
unseres Gottes selbst, das wir sein Wunder nennen können.
Dieses Wunder, dieses Wissen, diese Bereitschaft, an Gottes
neuer Schöpfung mit Jesus Christus mitzuarbeiten, wird sich
auch in unserem Leben ereignen, wenn wir die Bezeugung des
Wortes Gottes in den verschiedensten Formen suchen, mehr als
vielleicht bisher:
"Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum
Besten dienen."