2 BEERDIGUNG 62a
Lugar/Ort:Emma Therese Neuberger-Haus

Fecha/Datum: / /
Otros Lugares/Weitere Predigtorte:
Año Eclesiástico/Kirchenjahr:
Libro Bíblico/Buchbezeichnung:Micha 7, 8
Skopus:
2 Beerdigung 62a -Micha 7,8
"So ich im Finstern sitze, so ist der Herr doch mein Licht."

An vielen Stellen der Heiligen Schrift kommt es immer und
immer wieder zum Ausdruck, daß wir Menschen in der
Dunkelheit und Finsternis leben. Und unter dieser Finsternis
wird besonders auch Angst, Krankheit und Tod verstanden.
Und wenn wir auch von uns allen bekennen, wie oft diese
Dunkelheit uns überfallen hat, wieviel mehr müssen wir von
dieser Dunkelheit und Finsternis sprechen, wenn wir an
unsere verstorbene Schwester denken, die ihr ganzes Leben
lang doch nicht ein volles menschliches Leben haben konnte,
wie sonst ein normaler Mensch.
Wie oft konnte sie sich nicht verständlich machen und wie
oft haben wir sie nicht verstehen können.
Oft tat es uns in der Seele weh, sie so in der Dunkelheit
ihres Lebens zu sehen.
Aber so, wie es für uns alle in unserer Not gilt, so gilt es
ganz besonders auch unserer heimgegangenen Schwester, daß
sich Gott der Menschen in der Finsternis ihres Lebens
annimmt.
Der Sprecher unseres Gottes Wortes weiß etwas von dieser
Hilfe, wenn er spricht:
"So ich im Finstern sitze, so ist der Herr doch mein Licht."
Auch über alle unsere Nöte und Sorgen geht die Sonne der
Hilfe unseres Vaters im Himmel auf.
Diese Hilfe kam in der Gestalt des Sohnes Gottes auf diese
Erde, um uns zu helfen, und sie gilt unserer verstorbenen
Schwester wie auch euch, die ihr traurig zurückbleibt.
Wir sind fest überzeuigt, daß die Liebe Gottes sie jetzt
vollständig umhüllt und daß das helle Licht, das von Jesus
Christus ausstrahlt, alle ihre Dunkelheit des Geistes und
ihres Lebens weggenommen hat und sie mit allen anderen in
das Lied der Erlösten einstimmen darf:
"Ich lag in schweren Band,
du kommst und machst mich los;
ich stand in Spott und Schanden,
du kommst und machst mich groß.
Und hebst mich hoch su Ehren
und schenkst mir großes Gut,
das sich nicht läßt verzehren,
wie irdisch Reichtum tut."
Wenn Gottes Hilfe für alle ist, dann wird auch die
Schwachheit ihres Geistes kein Grund sein, daß Gott ihr
nicht die große Freude eines Kindes Gottes geben würde,
sondern wir wissen, daß gerade auch ihr das Heil in Jesus
Christus gilt, die ganze Freude der Erlösten.
Jesus hat einmal gesagt:
"Aus dem Munde der Unmündigen und Säuglinge wird ein Lob zur
Ehre Gottes erklingen, das größer sein wird als der ganze
Lob de übrigen Welt."
In dieser Hoffnung nehmen wir Abschied von unserer
Verstorbenen.